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Vier Tote bei einem Erdrutsch in Kalabrien, ein Murenabgang in Südtirol und Hochwasser am Markusplatz in Venedig (Bild): Italien erlebt einen stürmischen Oktober.
Vier Tote bei einem Erdrutsch in Kalabrien, ein Murenabgang in Südtirol und Hochwasser am Markusplatz in Venedig (Bild): Italien erlebt einen stürmischen Oktober.(Foto: imago/ZUMA Press)
Montag, 29. Oktober 2018

Sturmwarnung südlich der Alpen: Tödliches Unwetter wütet in Italien

Schwere Herbststürme mit Orkanböen und starkem Regen fordern in Italien mehrere Todesopfer. Die Unwetterwarnung bleibt für weite Teile des Landes in Kraft. Geröll blockiert in der Nacht die Brenner-Autobahn. Im Lauf des Tages soll es noch schlimmer werden.

Ein schweres Unwetter mit Starkregen und Sturmböen hat weite Teile Italiens getroffen und mehreren Menschen das Leben gekostet. Die Schlechtwetterfront könnte sich den Prognosen der Meteorologen zufolge zu Wochenbeginn ausweiten. Einsatzkräfte der Rettungsdienste und des Zivilschutzes bereiten sich überall im Land auf anhaltende Niederschläge, Überschwemmungen und mögliche Sturmschäden vor.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Brenner-Autobahn im Norden Italiens musste in der Nacht nach einem Murenabgang zeitweise komplett gesperrt werden. Auch auf der Brennerlinie im Schienenverkehr wurde der Betrieb aus Sicherheitsgründen ebenfalls vorübergehend eingestellt. Die wichtige Nord-Süd-Verbindung blieb über Stunden hinweg blockiert.

Erst am Morgen nach der Sturmnacht konnte die Brenner-Autobahn auf italienischer Seite wieder geöffnet werden. Sie sei wieder in beiden Richtungen befahrbar, sagte ein Sprecher des Autobahnbetreibers. Der von Geröllmassen verschüttete Streckenabschnitt zwischen den Orten Brenner und Sterzing in Südtirol wurde freigeräumt und gesichert.

Während des Unwetters waren in der Nacht Steine, Schlamm und Wasser bis auf die Fahrbahn gerutscht. Mehrere Autos wurden erfasst und steckten fest, wie auf Videos der Feuerwehr zu sehen war. Laut lokalen Medien gab es einen Leichtverletzten. Auch die Zugstrecke konnte am Morgen wieder freigegeben werden.

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Für fast ganz Italien sind weiter Unwetterwarnungen in Kraft. Unter anderem die Regionen Ligurien und Venetien hatten die Behörden die höchste Warnstufe ausgerufen. Schulen blieben unter anderem in Venetien, Rom, Genua und Teilen der Toskana geschlossen. Die schweren Herbststürme forderten mehrere Todesopfer.

Vier Männer starben in der südlichen Region Kalabrien: Sie seien in der Nähe der Stadt Crotone von einem Erdrutsch getötet worden, als sie ein durch das Unwetter zerstörtes Rohr reparieren wollten, berichtete die Polizei. Beim Hafen von Catanzaro in Kalabrien an der Stiefelspitze Italiens fand die Feuerwehr einen Toten, nachdem ein Segelboot von der Strömung fortgerissen worden war.

Außergewöhnliche Wetterverhältnisse

Sturmböen und Starkregen erfassten auch Sardinien und die benachbarte französische Insel Korsika. Die Wetterdienste maßen dort Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern in der Stunde. Der Zivilschutz sprach von außergewöhnlichen Wetterverhältnissen und riet zu maximaler Wachsamkeit. Zudem riefen die Behörden für weite Teile des Landes die höchste Alarmstufe aus.

In der Region Venetien müssen Anwohner weiter mit weiteren Überschwemmungen und Erdrutschen rechnen. Der berühmte Markusplatz in Venedig war aufgrund des sturmbedingten Hochwassers schon am Sonntag überschwemmt, wie Bilder aus der Lagunenstadt zeigen.

Bei Genua ging ein Erdrutsch nahe einer Autobahn ab. Mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Notunterkünfte gebracht. In der Region Ligurien um Genua warnten die Behörden die Küstenbewohner vor weiteren schweren Sturmböen. Auf der Insel Elba stürzte ein historischer Bergwerks-Steg im Meer ein.Für Küstenorte warnte der Zivilschutz vor Sturmfluten. Die Menschen sollten nach Möglichkeit zuhause bleiben, hieß es.

Quelle: n-tv.de