Kampf gegen EbolaUS-Soldaten müssen in Quarantäne

US-Soldaten dürfen nach einem Ebola-Einsatz künftig nicht gleich zurück in ihre Heimat, sondern sollen eine mehrwöchige Quarantäne durchlaufen. Das soll die Verbreitung der Epidemie eindämmen. Allerdings gilt die Vorsichtsmaßnahme nicht für alle Rückkehrer.
Alle aus den von Ebola betroffenen Ländern zurückkehrenden US-Soldaten sollen künftig 21 Tage lang vorsorglich unter Quarantäne gestellt werden. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel unterzeichnete eine entsprechende Anordnung, wie Pentagonsprecher John Kirby mitteilte. Die neue Anordnung wurde als "kontrollierte Überwachung" bezeichnet und trifft auf sämtliche Soldaten zu, die das lebensgefährliche Virus an der Quelle - also in Liberia, Sierra Leone und Guinea - bekämpfen. Die Stabschefs hätten unbedingt ein "Sicherheitsventil" gewollt, sagte Hagel laut dem TV-Sender CNN.
Für zivile Ärzte und Krankenschwestern gilt die Anordnung allerdings nicht. US-Präsident Barack Obama hatte am Vortag amerikanische Gesundheitsbehörden davor gewarnt, durch Quarantäneauflagen Ärzte vom Kampf gegen Ebola in Westafrika abzuschrecken. "Wir wollen unser medizinisches Personal nicht entmutigen, an die Front zu gehen und zu helfen", sagte Obama. Betroffene Ärzte und Krankenschwestern sollten zwar unter Beobachtung gestellt, aber nicht isoliert werden, solange sie keine Ebola-Symptome zeigten. Die USA hatten nach dem Ausbruch der Epidemie in Westafrika die Entsendung von insgesamt bis zu 4000 Soldaten angekündigt, um die Krankheit einzudämmen.
Am Montag waren bereits mehrere US-Soldaten nach der Rückkehr aus dem am stärksten von Ebola betroffenem Land Liberia auf ihrem Stützpunkt im norditalienischen Vicenza in Quarantäne gekommen. Keiner der Soldaten hatte Symptome von Ebola gezeigt. Eine Armee-Sprecherin betonte, das potenzielle Infektionsrisiko sei gering, da die Soldaten keinen Kontakt mit Infizierten gehabt hätten. In Italien werden im Lauf dieser Woche insgesamt rund 75 Soldaten erwartet.
Zahl der Infizierten geht zurück
Währenddessen meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein schwaches Signal der Hoffnung aus dem am schwersten vom Ebola-Virus betroffenen Liberia. Nach übereinstimmenden Angaben der WHO und des liberianischen Roten Kreuzes hat sich dort die Ausbreitung des tödlichen Virus verlangsamt. Demnach seien in der vergangenen Woche in der Hauptstadtregion Montserrado 117 Leichen gefunden worden, was rund einem Drittel der noch Mitte September aufgefundenen 315 Ebola-Toten entspricht. Allein in Liberia sind nach WHO-Angaben seit Beginn der Epidemie mehr als 2700 von rund 4700 Infizierten gestorben.
Trotz der wohl verlangsamten Ausbreitung des Virus warnte die WHO gemeinsam mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon davor, den trend in Liberia falsch zu interpretieren. Niemand dürfe glauben, die Epidemie sei unter Kontrolle. Die Ausbreitung des Virus übertreffe weiterhin die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft, so Moon.