Panorama

Zweites Vakzin gegen CoronavirusUSA lassen Impfstoff von Moderna zu

19.12.2020, 01:47 Uhr
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Zunächst sollen besonders Schutzbedürftige den Impfstoff erhalten. (Foto: REUTERS)

In den USA kann die Verteilung eines zweiten Impfstoffes gegen das Coronavirus beginnen. Die Arzneimittelbehörde FDA hat dem Vakzin des Pharmakonzerns Moderna eine Notfallzulassung erteilt. Die europäische Arzneimittelbehörde will ihre Empfehlung erst im neuen Jahr abgeben.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des heimischen Pharmaunternehmens Moderna eine Notfallzulassung erteilt. Das teilte die FDA am frühen Morgen deutscher Zeit auf Twitter mit. Dafür hatte sich tags zuvor bereits der unabhängige Beratungsausschuss der Behörde ausgesprochen. Vor rund einer Woche hatte auch der Impfstoff der Mainzer Biotechfirma Biontech und ihres US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung erhalten. Er wird seit Montag in den USA eingesetzt, muss aber aufwendiger gekühlt werden als das Moderna-Präparat.

US-Regierungsbeamte hatten in den vorangegangenen Tagen erklärt, Anfang nächster Woche könne mit dem Einsatz des Präparats begonnen werden. Sie erwarten, dass nach der Zulassung sofort knapp sechs Millionen Impfdosen zur Verteilung zur Verfügung stehen. "Gratulation, der Moderna-Impfstoff ist jetzt verfügbar", twitterte US-Präsident Donald Trump wenige Minuten nach der Erklärung der FDA. Experten hatten allerdings immer wieder erklärt, dass zunächst besonders Schutzbedürftige die Impfung bekommen und es noch Monate dauern könnte, bis genug Mittel für die breite Bevölkerung bereitstehen.

EU hat 160 Millionen Dosen bestellt

Für den Moderna-Wirkstoff ist es die erste Zulassung weltweit. Das Unternehmen mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusets erwartet, dass bis Ende des Jahres 20 Millionen Impfdosen des Vakzins namens mRNA-1273 in den USA verfügbar sind. Für die ersten drei Monate des kommenden Jahres wird eine Produktion von 100 bis 125 Millionen Impfdosen erwartet. Davon sollen 15 bis 25 Millionen außerhalb der USA zur Verfügung stehen. Insgesamt rechnet der Konzern damit, dass er 2021 weltweit bis zu einer Milliarde Impfdosen herstellen kann. Um den vollen Immunschutz zu haben, muss jeder Geimpfte zwei Dosen erhalten.

Die EU-Kommission hat insgesamt 160 Millionen Impfstoffdosen bei Moderna bestellt. Die ersten Lieferungen sollen Anfang 2021 eingehen, sofern die europäische Arzneimittelbehörde den Impfstoff zulässt. Die Ema hatte am Donnerstag erklärt, dass sie am 6. Januar eine Empfehlung dazu abgeben will.

Moderna hatte Ende November auf Grundlage seiner entscheidenden Phase-III-Studie mitgeteilt, dass sein Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent habe. Daten aus einer sogenannten Phase-I-Studie zeigten einer Veröffentlichung im "New England Journal of Medicine" ("NEJM") zufolge zudem, dass die durch den Impfstoff ausgelöste Immunantwort mehrere Monate deutlich im Blut nachweisbar sei. Das Ergebnis könnte darauf hindeuten, dass die Moderna-Impfung über einen längeren Zeitraum Schutz gegen Covid-19 bietet. Ein Nachweis ist das aber nicht.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa/rts

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