Foodwatch warntUran im Trinkwasser
Ist das Wasser aus der Leitung noch gesund? Die Verbraucherorganisation "Foodwatch" hat 5000 Proben aus ganz Deutschland gesammelt und warnt jetzt: Im Wasser ist zu viel Uran.
In 13 von 16 Bundesländern ist das Leitungswasser nach Auffassung der Organisation "Foodwatch" zu stark mit Uran belastet. In diesen Ländern gebe es Wasserwerke, die Leitungswasser mit mehr als zwei Mikrogramm Uran pro Liter abgeben würden, so die Verbraucherschutzorganisation.
Vor allem für Babys und Kleinkinder sei diese Belastung zu hoch. Der Lobbyverband der deutschen Wasserwirtschaft wies die Foodwatch-Vorwürfe zurück.
"Grenzwert lässt auf sich warten"
Für Mineralwasser gibt es bereits einen Grenzwert, der bei mehr als zwei Mikrogramm den Zusatz "geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung" verbietet. Für Leitungswasser jedoch gibt es bisher nur eine Richtlinie. Die Bundesregierung diskutiert seit längerem über einen Grenzwert von zehn Mikrogramm Uran pro Liter Wasser. Zu viel Uran im Trinkwasser kann die Niere schädigen.
"Der lange angekündigte Grenzwert lässt weiter auf sich warten", kritisiert Foodwatch-Sprecher Martin Rücker. Außerdem sei er zu hoch.
Foodwatch sammelte 5000 Messdaten aus ganz Deutschland. Danach geben 13 Wasserwerke in fünf Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt) sogar Wasser mit mehr als zehn Mikrogramm Uran pro Liter ab. Nur für Berlin, Bremen und Hamburg blieben alle Werte unter zwei Mikrogramm.
Lobbyverband: "Trinkwasser genügt höchsten Ansprüchen"
Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist die Vorwürfe zurück: "Das Trinkwasserangebot in Deutschland genügt höchsten Ansprüchen an Qualität und Gesundheitsschutz."
In Deutschland habe das Umweltbundesamt (UBA) als zuständige Behörde einen Leitwert für Uran von zehn Mikrogramm pro Liter Trinkwasser empfohlen. Dieser Wert schließe eine Gesundheitsgefährdung für alle Bevölkerungsgruppen aus auch für Säuglinge. Die mehr als 2600 großen zentralen Wasserversorgungsanlagen in Deutschland hielten in mehr als 99 Prozent die gesetzlichen Auflagen ein.