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Proteste gegen milde Strafe Urteil gegen Vergewaltiger empört Spanier

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In Spanien fordern zahlreiche Bürger eine Gesetzesänderung.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Spanien kommt es zu großen Protesten, weil fünf Täter nach einer Gruppenvergewaltigung einer bewusstlosen 14-Jährigen nur wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt werden. Viele Spanier prangern das an - und fordern eine massive Gesetzesänderung.

In Spanien hat ein Urteil über eine Gruppenvergewaltigung einer Minderjährigen zu einem großen Aufschrei geführt. Sowohl auf den Straßen, als auch in den sozialen Netzwerken regt sich massiver Protest über das Urteil, das am vergangenen Freitag gesprochen wurde. Fünf Männer waren nach einem sexuellen Vergehen an einem 14-jährigen Mädchen im katalanischen Manresa zu Gefängnisstrafen von zehn bis zwölf Jahren verurteilt worden. Für viele Spanier ist diese Strafe zu milde, denn bei einer Vergewaltigung hätten die Männer eine Strafe bis zu 20 Jahren erwartet.

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Hintergrund des Urteils ist, dass laut spanischem Recht eine Vergewaltigung immer auch Gewaltanwendung oder Einschüchterung beinhalten muss. Das Mädchen war aber alkoholisiert und bewusstlos, als die Männer sich an ihr vergingen. Deshalb habe es weder Gewalt noch Einschüchterung gegeben, urteilten die Richter. Das Opfer hatte während des Prozesses ausgesagt, dass es um sein Leben gefürchtet hatte.

Demonstrationen und Petition

Seit dem Urteil gab es in mindestens 40 spanischen Städten Demonstrationen unter dem Motto: "Wir haben genug von der patriarchalischen Justiz!". Auch in den sozialen Netzwerken verbreitete sich der Hashtag #JusticiaPatriarcal, unter dem die Nutzer eine Veränderung verlangen.

Viele Spanier fordern nun eine Änderung der entsprechenden Artikel im Strafgesetzbuch, sodass künftig "jede sexuelle Beziehung ohne Einwilligung als Vergewaltigung behandelt wird", wie die Zeitung "El País" berichtete. Mehr als 300.000 Menschen haben derweil bereits eine an das Justizministerium gerichtete Petition unterschrieben.

Ein ähnliches Urteil hatte bereits in den vergangenen Jahren für massive Proteste gesorgt. Dabei ging es um den Fall einer 18-Jährigen, die 2016 von einer Gruppe Männern im nordspanischen Pamplona vergewaltigt worden war. Sie waren ebenfalls zunächst wegen Missbrauchs verurteilt worden. Später hob das Oberste Gericht das Urteil auf und verurteilte die Männer wegen Vergewaltigung.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

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