Panorama

Brandstiftung in Nantes? Verdächtiger nach Großbrand in Gewahrsam

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Beim Brand in Nantes wurde die Orgel der Kathedrale fast komplett zerstört.

(Foto: dpa)

Beim verheerenden Feuer in der Kathedrale von Nantes sieht alles nach Brandstiftung aus. Einbruchsspuren finden die Ermittler aber nicht, doch sie können einen Tatverdächtigen in Gewahrsam nehmen.

Nach dem Großbrand in der Kathedrale im westfranzösischen Nantes hat die Polizei einen Mann in Gewahrsam genommen. Der Mann sei für die Schließung der Kathedrale am Freitagabend verantwortlich gewesen, weshalb die Ermittler "bestimmte Aspekte seines Tagesablaufs" klären wollten, sagte der Staatsanwalt Pierre Sennès der Nachrichtenagentur AFP. Aussagen dazu, ob der Mann an der mutmaßlichen Brandstiftung beteiligt gewesen sei, seien jedoch "verfrüht", betonte er. Laut französischen Medienberichten soll es sich um einen 39-jährigen Mann aus Ruanda handeln.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Feuer in der gotischen Sankt-Peter-und-Paul-Kathedrale absichtlich gelegt wurde. In der Kirche gab es nach Angaben des Staatsanwalts von Nantes, Pierre Sennès, drei Brandherde. Einen an der großen Hauptorgel sowie zwei weitere im Kirchenschiff. Bei ersten Untersuchungen an der Kathedrale waren demnach keine Einbruchsspuren gefunden worden.

Nach Angaben der Feuerwehr konzentriert sich der Schaden auf die große Orgel. Feuerwehrchef Laurent Ferlay sagte, mit dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame im vergangenen Jahr sei das Feuer in der Kathedrale von Nantes nicht vergleichbar. Das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt war bei einem verheerenden Brand im April 2019 schwer beschädigt worden und befindet sich seither im Wiederaufbau.

Die Schäden seien auch nicht so enorm wie jene nach einem Großbrand in der Peter-und-Paul-Kathedrale vor 48 Jahren, sagte Ferlay weiter. Damals sei das Dach so schwer beschädigt worden, dass eine Beton-Bewehrung habe eingesetzt werden müssen. Die Renovierungsarbeiten an dem Gotteshaus dauerten 13 Jahre.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/dpa