Warnungen vor BlitzeisVereist "Gunda" jetzt den Osten?

Nach "Elli" sorgt Tief "Gunda" für die nächsten nicht alltäglichen Wetter-Abenteuer. Der deutsche Wetterdienst warnt für weite Teile im Osten vor spiegelglatten Straßen. In Brandenburgs Schulen ist die Präsenzpflicht aufgehoben.
Während das Glatteis im Westen Deutschlands weitgehend abklingt, müssen sich Menschen im Osten und Südosten des Landes weiterhin auf gefährliche Wetterverhältnisse einstellen. Dort besteht voraussichtlich noch bis in die Frühstunden des Dienstags erhöhte Gefahr durch gefrierenden Regen und Glatteis, wie es vom Deutschen Wetterdienst (DWD) hieß. Auch im Nordosten gehe im Laufe der Nacht der Regen vielfach in gefrierenden Regen über. Für einen breiten Streifen in Ostdeutschland sowie im Osten Bayerns gelten Unwetterwarnungen noch bis in den morgigen Vormittag.
In Brandenburg steht es den Eltern am Dienstag frei, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Präsenzpflicht sei für diesen Tag ausgesetzt, teilte das Brandenburger Bildungsministerium mit. Auch in anderen Bundesländern war der Schulbetrieb bereits eingeschränkt: In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen war der Präsenzunterricht an den Schulen am heutigen Montag wegen der Glatteis-Gefahr landesweit ausgefallen. Ausnahmen hatte es auf den Ostfriesischen Inseln gegeben. Auch in Hessen, Bayern und weiteren Bundesländern wurde der reguläre Unterricht an vielen Schulen abgesagt.
Zu Beginn der neuen Woche war es am Morgen vielerorts spiegelglatt. Im Westen Deutschlands entspannte sich die Lage im Tagesverlauf, da mildere Luft von Westen ins Land zog. Zuvor hatte starker Regen auf den gefrorenen Böden für gefährlich glatte Straßen gesorgt. Im morgendlichen Berufsverkehr ging es auf mehreren Autobahnen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nur sehr langsam voran. In Nordrhein-Westfalen waren vor allem die A4 und die A45 im Sauerland betroffen, wie auf dem Informationsportal des NRW-Verkehrsministeriums zu sehen war. In Hessen stockte der Verkehr unter anderem rund um Kassel. Es gab auch einige Unfälle und dadurch Staus.
Die Winterdienste waren vielerorts im Dauereinsatz. Man habe in mehreren Schichten die ganze Nacht hindurch vorbeugend Salz gestreut, teilten etwa die für den Winterdienst in Köln zuständigen Abfallwirtschaftsbetriebe mit.
Am Frankfurter Flughafen wurden am Morgen wegen Schnee und Glatteis rund 100 Flüge gestrichen. Auch an den Flughäfen in München und Nürnberg kam es zu witterungsbedingten Ausfällen. Bei der Bahn gab es Einschränkungen im Regionalverkehr, unter anderem in Niedersachsen und Hamburg. Im Fernverkehr drosselte die Bahn auf einigen Strecken die Geschwindigkeit der Züge. Insgesamt habe man jedoch einen guten Betriebsstart erlebt, sagte eine Sprecherin.
Verantwortlich für die Glätte ist Tief "Gunda", das von Westen her zunächst Schnee und später Regen brachte, der bei eisigen Temperaturen in der Luft oder auf dem Boden gefriert. Für weite Teile Ostdeutschlands gilt weiterhin die zweithöchste Unwetterwarnstufe vor Glatteis. Sie betrifft vor allem den Südosten Bayerns und den Nordosten von Mecklenburg bis Brandenburg und kann bis Dienstagvormittag andauern. Meteorologen riefen dazu auf, Fahrten mit dem Auto möglichst zu vermeiden. Es bestehe "Gefahr für Leib und Leben".
Am kältesten war es in der Nacht zum Montag allerdings im Osten - und zwar laut vorläufiger Daten des DWD in Sohland an der Spree im südlichen Sachsen und in Doberlug-Kirchhain im Süden von Brandenburg. An beiden Messstationen wurden demnach minus 19,6 Grad gemessen.