Trotzdem noch HoffnungVermisste in Görlitz "vermutlich nicht mehr als Menschen zu identifizieren"

Zwei junge Frauen und ein Mann, der zum Arbeiten in der Stadt war, werden nach dem Häusereinsturz in Görlitz weiter vermisst. Die Arbeitskräfte setzen alles daran, sie zu finden - stoßen jedoch auf Unwägbarkeiten.
Fast einen Tag nach dem Einsturz eines Hauses im sächsischen Görlitz geben die Einsatzkräfte die Hoffnung nicht auf, doch noch Überlebende zu finden. "Ich denke, es ist jedem bewusst, dass wir hier nach drei Menschen suchen, die vermutlich auch nicht mehr als Menschen zu identifizieren sind", sagte die Leiterin der Feuerwehr in Görlitz, Anja Weigel. Vor allem Schutt und Staub machten es notwendig, ganz genau hinzuschauen. Die Hoffnung sterbe zuletzt, betonte Weigel. "Aber wir sind uns einig, dass die Wahrscheinlichkeiten mit jeder Stunde sinken." Vor Ort waren neben deutschen auch polnische Einsatzkräfte, unter ihnen auch Ehrenamtliche.
Das Gründerzeithaus unweit des Görlitzer Bahnhofs stürzte am frühen Montagabend ein. Vermisst werden noch zwei rumänische Touristinnen im Alter von 25 und 26 Jahren und ein 48 Jahre alter Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit, der sich aus beruflichen Gründen in Görlitz aufgehalten hatte. Zwei der ursprünglich fünf Vermissten waren kurz nach Mitternacht aufgetaucht - die beiden Feriengäste waren noch auf der Anreise. In dem eingestürzten Haus befanden sich nach Angaben der Polizei Miet- und Ferienwohnungen.
Die "Bild"-Zeitung schreibt, dass Spürhunde schon am Montagabend an der Unglücksstelle angeschlagen hätten. Ein Hinweis darauf, ob die Vermissten noch leben, sei das aber nicht. Die Tiere seien darauf trainiert, Menschen zu finden - egal, ob tot oder lebendig.
Weigel betonte, dass nicht auszuschließen sei, dass noch mehr Menschen unter den Trümmern liegen. Keiner der Zeugen habe sagen können, ob sich zum Zeitpunkt der Explosion Menschen vor dem Haus befanden. "Wir müssen also von einer Personenanzahl X ausgehen, die sich möglicherweise auf dem Gehweg befunden hat."
Die Einsatzkräfte hatten kurz nach dem Einsturz mit der Suche nach möglichen Verletzten oder Toten begonnen. Ihre Arbeit wurde bis zum Dienstagnachmittag jedoch durch ein Gasleck erschwert, das derzeit noch nicht behoben werden konnte.
"Wir haben momentan ganz intensive Arbeiten der Stadtwerke, die hier versuchen, an die Gasleitungen im größeren Umkreis heranzukommen, um die Sicherheit an der Einsatzstelle zu erhöhen", beschrieb Weigel die Lage. Am frühen Nachmittag teilten die Stadtwerke Görlitz mit, die Gaszufuhr in dem betroffenen Gebiet abzustellen.