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Möchten Sie Tee? Video erklärt Einvernehmlichkeit beim Sex

Zwei Menschen treffen sich, bekommen Lust aufeinander und können sich vorstellen, Sex zu haben. Was aber, wenn es sich einer anders überlegt oder plötzlich sehr betrunken ist? Dann sollte man unbedingt dieses Video gesehen haben.

So manche sexuelle Begegnung wird schließlich vor Gericht verhandelt, weil sich im Nachhinein die Beteiligten nicht mehr einig darüber sind, ob es Konsens über den gemeinsamen Sex gegeben habe. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" meldet, dass der Grundsatz "Nein heißt Nein" künftig Eingang ins deutsche Sexualstrafrecht finden soll. Darüber gebe es in der Großen Koalition Einigkeit. Gleichzeitig taucht in den sozialen Netzwerken ein Video auf, das bei der Orientierung erheblich helfen kann.

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Das Video stammt von der britischen Polizei und wurde bereits im Mai letzten Jahres veröffentlicht. Die Thames Valley Police setzt darin in Zusammenarbeit mit den Blue Seat Studios auf simple Zeichnungen, die verdeutlichen sollen, was Zustimmung im Zusammenhang mit Sex tatsächlich bedeutet. Um zu erreichen, dass niemandem die Information entgeht, weil er oder sie sich peinlich berührt fühlt, wählen die Macher ein unverfängliches Gleichnis.

Statt um die Zustimmung zu Sex geht es darum, ob man eine Tasse Tee möchte. In dem Video werden alle Situationen gezeigt, in denen es zu Unklarheiten darüber kommen könnte, was Zustimmung heißt. In der Tee-Analogie erklärt, klingt das dann so: "Vielleicht waren sie bei klarem Bewusstsein, als man sie fragte, ob sie Tee wollen und sie 'Ja' sagten. Aber in der Zeit, die es brauchte, Wasser zu kochen, Tee zu machen und Milch hinzuzufügen, sind sie das nun vielleicht nicht mehr. Zwingen Sie sie nicht, Tee zu trinken. Sie haben 'Ja' gesagt, aber bewusstlose Menschen möchten keinen Tee."

Die britische Polizei versucht seit Längerem mit der #ConsentisEverything-Kampagne, die Zahl der Sexualstraftaten zu senken. Der Trickfilm wurde bei Youtube seit seiner Veröffentlichung bereits 2,5 Millionen Mal angeklickt. Im Zusammenhang mit dem milden Urteil gegen einen US-Schwimmer, der an der Universität von Standford mit einer stark betrunkenen und hilflosen Frau angeblich einvernehmlichen Sex hatte, griffen britische Medien das Video erneut auf. Hätte Brock Allen Turner in Stanford die Ratschläge beherzigt, die das Video gibt, hätte er jedenfalls dafür gesorgt, dass sein hilfloses Opfer sicher nach Hause kommt.

Quelle: n-tv.de, sba

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