Panorama
Gefährlicher Riese: Der Gipfel des Villarica umgibt sich über Ostern mit einem Schleier aus Asche.
Gefährlicher Riese: Der Gipfel des Villarica umgibt sich über Ostern mit einem Schleier aus Asche.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 06. April 2015

Chile fürchtet Vulkanausbruch: Villarrica spuckt wieder Asche

Unnatürlich dunkle Wolken künden von drohendem Unheil: In der Region Araukanien in Chile registrieren Geologen verdächtige Erdstöße rund um einen fast 3000 Meter hohen Feuerberg. Ein Ausbruch, fürchten Forscher, könnte unmittelbar bevorstehen.

Einen Monat nach seinem jüngsten Ausbruch hat der Vulkan Villarrica die Bewohner der Region im Süden Chiles am Osterwochenende erneut in Unruhe versetzt. Über der Spitze des fast 3000 Meter hohen Berges stiegen riesige Asche- und Rauchwolken auf. Experten verzeichneten ein Muster an Erdstößen, das auf einen baldigen Ausbruch hindeuten könnte.

Das zuständige Nationale Amt für Geologie und Bergbau (Sernageomin) teilte mit, dass es bislang allerdings noch keine signifikanten Veränderungen bei der Aktivität des Vulkans gebe. Auch sei die Aschesäule mit denen der vergangenen Tage vergleichbar. Das Gebiet rund um den Kratergipfel gilt seit den Anfang März als Sperrgebiet. Anwohner dürften sich nicht näher als fünf Kilometer an den Vulkan annähern. Für Touristen und Besucher aus dem Ausland gilt eine Sicherheitszone mit einem Radius von 10 Kilometern rund um den Feuerberg.

Der Vulkan befinde sich weiterhin einem Zustand der Spannung, hieß es. Es bestehe die Möglichkeit, dass sich die aktuellen Aktivitäten, bei denen der Berg lediglich Rauch und Asche ausstößt, rasch in eine neue eruptive Phase verwandeln könnten. Im engeren Umkreis rund um den Berg müsse mit niedergehenden Gesteinsbrocken gerechnet werden. Die Behörden wiesen zudem darauf hin, dass insbesondere die umliegenden Flusstäler durch heiße Gesteins- und Aschelawinen bedroht seien.

Im Schatten des Vulkans

Der 2847 Meter hohe Vulkan liegt in den Anden in der chilenischen Region de la Araucanía (deutsch: Araukanien) etwa 780 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Die dem Vulkan am nächsten gelegene größere Ansiedlung ist die gleichnamige Kleinstadt Villarica am Westufer des Villarica-Sees.

Der Gefahr durch den Vulkan ist vor Ort nicht zu übersehen. Der Berg überragt die Gegend - oft weht an seiner Spitze eine schmale Rauchwolke aus. Seit Anfang März ist der Villarica wieder aktiv. Nachts strahlt der Lavasee im Inneren des Kraters einen weithin sichtbaren glutroten Schimmer in den Himmel. Vor vier Wochen waren 3500 Bewohner der umliegenden Orte in Sicherheit gebracht worden, als der Vulkan tonnenweise Lava und Asche bis auf drei Kilometer Höhe ausgespuckte. Der Vulkan war zuletzt 1984 und 2000 ausgebrochen.

Quelle: n-tv.de