Panorama

Stiftung trägt ihren Namen Walls Familie veröffentlicht Abschiedsvideo

Wall.JPG

Schon zu Studienzeiten zog es Wall in die Welt.

Youtube/Kim Wall Memorial Fund

Kim Wall wurde als mutmaßliches Verbrechensopfer in einem bizarren Fall weltbekannt. Ihre Familie erinnert nun an die Person, die ihre Tochter eigentlich war, eine begabte und integre Journalistin.

Der Tod der schwedischen Journalistin Kim Wall gibt noch immer Rätsel auf.  Am 10. August war sie an Bord des privaten U-Bootes von Peter Madsen gegangen. Danach verlor sich jede Spur, bis am 21. August ihr Torso an Land gespült wurde. Madsen behauptet, die Frau sei bei einem Unfall an Bord gestorben und er habe sie bestatten wollen. Doch die bisherigen Ermittlungsergebnisse zeigen, dass Wall zahlreiche Messerstiche erlitt. Außerdem waren ihre Genitalien verstümmelt.

Nun hat die Familie der 30-Jährigen ein Video veröffentlicht, in dem sie an die Person erinnern, die sie verloren haben. Die Botschaft von Kim Walls Familie beginnt mit Bildern von der Ostsee, wo Wall aufgewachsen ist. Ihre Mutter beschreibt ein Mädchen, das voller Neugier auf die Welt war. Schon ihr Studium führte sie nach Paris, London und die USA. Später machte sie Praktika in verschiedenen Teilen der Welt. Eine Serie von Fotos zeigt die junge Kim Wall überall auf der Welt, zuletzt auf der chinesischen Mauer.

*Datenschutz

"Aufgewachsen in einer Familie von Journalisten waren ihr die Vor- und Nachteile des Berufs klar", sagt Walls Mutter. Ihr Bruder Tom beschreibt ihren Antrieb, dass sie all die Geschichten der Menschen erzählen wollte. Dazu ist ein Herz aus Steinen zu sehen, das die Familie in den Ostseesand gelegt hat. Darin steht ihr Name.

"Das schulden wir ihr"

"Sie fand Geschichten, wohin immer sie reiste", hört man die Mutter. Sie habe eine einzigartige Fähigkeit gehabt, die Menschen zu sehen - mit großer Wärme und Anteilnahme, gleichzeitig habe sie ihre journalistische Integrität immer gewahrt.

Gerade habe sie kurz davor gestanden, für ein Jahr nach Peking zu gehen. Bevor sie verschwand, habe die Familie gerade das alljährliche gemeinsame Foto gemacht. Sichtlich bewegt, sagt die Mutter, dass noch viele dieser Fotos entstehen sollten, aber nun nicht mehr gemacht werden. Um das Andenken an ihre Tochter zu pflegen, will die Familie eine Stiftung gründen, die junge Journalistinnen unterstützen soll. "Das schulden wir ihr." Das vierminütige Video schließt mit dem Verweis auf die Webseite der Stiftung, Madsen wird mit keinem Wort erwähnt.

Quelle: n-tv.de, sba

Mehr zum Thema