Panorama

"Kosten werden immens sein" Warnung vor Heuschreckenplage in Afrika

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Besonders Kenia ist von der Heuschreckenplage betroffen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Wochen plagen Heuschreckenschwärme den Osten Afrikas. In Kenia fressen sie ganze Landstriche kahl. Die menschlichen Bewohner müssen Hunger leiden. Nun warnt die Welthungerhilfe, dass die Plage die Ergebnisse jahrelanger Entwicklungsarbeit zerstören könnte.

Die deutsche Welthungerhilfe warnt vor gravierenden Folgen der Heuschreckenplage in Afrika. "Die Sorge ist, dass die Entwicklungsarbeit von Jahren in einem oder zwei Jahren Heuschreckenplage zunichte gemacht werden", sagte deren Präsidentin Marlehn Thieme. "Ob die Vorbereitungen ausreichen, den worst case tatsächlich zu bewältigen, das muss man bezweifeln."

Zum schlimmsten möglichen Fall für das stark betroffene Kenia sagte Thieme: "Der worst case wäre, dass sich die Heuschreckenschwärme in den fruchtbaren Teilen Kenias einnisten und dort zumindest für zwei, drei Jahre ihr Unwesen weiter treiben." Erst dann wären nach Thiemes Einschätzung genug Pestizide und Herbizide versprüht worden, um der Plage Herr zu werden. "Aber die Kosten werden immens sein. Und in der Zeit wird man große Teile Kenias, die von Mangel- oder Fehlernährung bis hin zu Hunger betroffen sind, mit internationaler Hilfe versorgen müssen."

Im Moment gibt es dafür laut Thieme ausreichend Lebensmittelvorräte. "Wir alle wissen, dass es genug zu essen für alle Menschen auf dieser Welt gibt. Das gilt auch für Reserven für solche Notfälle. Aber wir wissen auch, dass diese Reserven von Jahr zu Jahr schwanken. Im Moment sieht es aber gut aus." Viel werde jedoch davon abhängen, wie die nächsten Ernten in anderen Ländern aussehen werden.

Quelle: ntv.de, agr/dpa