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Tod auf dem "Dach der Welt" Weitere Bergsteiger am Everest gestorben

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Über 5000 Menschen konnten den Gipfel es Mount Everest bereits erreichen - Hunderte starben bei dem Versuch.

(Foto: REUTERS)

Die Unglücksserie auf dem höchsten Berg der Welt setzt sich fort: Ein Brite und ein Ire überleben die Besteigung des Mount Everest nicht. Ein Grund für die vielen Todesfälle könnten die langen Wartezeiten durch die große Zahl an Kletterern sein.

Ein irischer und ein britischer Bergsteiger sind am Mount Everest ums Leben gekommen. Das berichten mehrere Expeditionsveranstalter und Behörden. Binnen vier Tagen sind nun sechs Bergsteiger und ein Bergführer ums Leben gekommen. Insgesamt liegt die Zahl der Toten seit Beginn der Hauptklettersaison am höchsten Berg der Welt in der vergangenen Woche damit bei zehn. Erst am Freitag waren ein Österreicher und zwei Inder gestorben. Vergangenes Jahr hatte es während der gesamten Klettersaison fünf Todesopfer gegeben.

"Ein britischer Kletterer hat es heute Morgen auf den Gipfel geschafft, ist jedoch zusammengebrochen und nur 150 Meter tiefer gestorben", sagte Murari Sharma von der Everest Parivar Expedition der "Himalayan Times". Ein anderer Expeditionsveranstalter bestätigte den Tod eines Iren am Freitag auf der tibetischen Seite des Everest.

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Auf dem "Dach der Welt" herrscht Stau, weil viele Bergsteiger gleichzeitig den Aufstieg wagen.

(Foto: AFP PHOTO / PROJECT POSSIBLE)

Beobachter sehen einen Grund für die Todesfälle darin, dass zu viele Bergsteiger auf einmal versuchen, den Mount Everest zu erklimmen. Dadurch kam es zu langen Wartezeiten von bis zu zwei Stunden auf gesundheitlich gefährlicher Höhe. Ein im Internet verbreitetes Foto eines Bergsteigers zeigte eine lange Schlange auf dem "Dach der Welt".

Am Mittwoch und Donnerstag waren - unabhängig von einander - ein 55-jähriger US-Amerikaner, zwei indische Frauen im Alter von 53 Jahren und ein 27-jähriger Inder beim Abstieg vom Gipfel des 8848 Meter hohen Bergs ums Leben gekommen. Alle vier hatten nach Berichten von Sherpas unter Erschöpfung gelitten.

In der Vorwoche waren ein Ire verunglückt und ein Inder tot in seinem Zelt gefunden worden. Wegen günstigen Wetters staute es sich vor allem am Mittwoch am Everest-Gipfel. Mehr als 200 Kletterer nahmen den Gipfel in Angriff. Zuvor hatten starker Schneefall und heftiger Wind den Beginn der Saison verzögert.

Tausende haben Gipfel bereits erklommen

Wegen der schwierigen Witterungsbedingungen ist die Hauptsaison auf wenige Wochen im Frühjahr begrenzt. Für die Genehmigung zahlen ausländische Bergsteiger umgerechnet rund 9000 Euro, für den Aufstieg legen sie noch ein Vielfaches drauf. Diesmal wurden 346 Genehmigungen erteilt - ähnlich viele wie in vergangenen Jahren. Im vorigen Jahr hatte es fünf Todesfälle am Everest gegeben.

Seit der ersten Besteigung des Everest im Jahr 1953 schafften es inzwischen mehr als 5000 Menschen auf den Gipfel des Bergs an der Grenze zwischen Nepal und dem von China verwalteten Tibet. Mehrere Hundert kamen jedoch bei dem Versuch ums Leben.

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Quelle: n-tv.de, mba/dpa/AFP

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