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In Omsk notbehandelt Weiterer Arzt aus Nawalny-Klinik ist tot

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In der Notfallklinik Nummer eins von Omsk müssen sie den zweiten Tod eines Arztes innerhalb weniger Monate hinnehmen.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Im August 2020 wird Kreml-Kritiker Nawalny auf einem russischen Inlandsflug vergiftet. Der Oppositionsführer überlebt auch, weil ihm in der Klinik in Omsk schnell geholfen wird. Nun stirbt dort bereits der zweite Arzt innerhalb weniger Monate.

Ein weiterer Arzt des Omsker Krankenhauses, in dem der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny im vergangenen Sommer behandelt wurde, ist tot. Rustam Agischew, der Leiter der Abteilung für Traumatologie und Orthopädie, starb laut des Portals taiga.info an den Folgen eines Schlaganfalls, den er im Dezember erlitten hatte. Er wurde 63 Jahre alt. Der Chefarzt der Notfallklinik Nummer eins von Omsk, Jewgeni Osipow, sagte, Agischews Tod sei "ein unersetzlicher Verlust für die gesamte medizinische Gemeinschaft".

Osipow lobte Agischew als einen "echten Fan seiner Arbeit". "Er wird für uns immer ein Beispiel für grenzenlose Hingabe für den Beruf, Barmherzigkeit und Weisheit bleiben." Agischew hatte 30 Jahre lang in der Omsker Klinik gearbeitet.

Agischew ist bereits der zweite tote Arzt im Omsker Krankenhaus - nur Monate nach der Notbehandlung Nawalnys. Anfang Februar war bereits der stellvertretende Chefarzt für Anästhesiologie und Reanimation, Sergej Maksimischin, "plötzlich" verstorben. Er hatte Berichten zufolge einen Herzinfarkt erlitten und wurde nur 55 Jahre alt. Maksimischins Kollegin Maria Morossowa wurde allerdings von der britischen "Daily Mail" mit den Worten zitiert, der Tod sei "sehr unerwartet" gekommen.

Nawalny fürchtet Verlust eines Beins

In Omsk war der Oppositionsführer Nawalny im August behandelt worden, nachdem er auf einem Flug von Tomsk nach Moskau vergiftet worden war. Die Vergiftung hatte auch das Krankenhaus zunächst öffentlich bestätigt, dies aber später bestritten. Der damalige Chefarzt der Klinik, Alexander Murachowski, hatte Nawalny eine Stoffwechselstörung bescheinigt. Hinweise auf eine Vergiftung habe es nicht gegeben. Murachowski war im November zum Gesundheitsminister der Region befördert worden.

Nach Erkenntnis deutscher Ermittlungen war Nawaly mit dem russischen Nervengift Nowitschok vergiftet worden, weshalb eine Beteiligung staatlicher Stellen angenommen wird. Der Oppositionspolitiker war nach Deutschland ausgeflogen und in der Berliner Charité behandelt worden.

Der Kremlgegner befindet sich nach seiner Rückkehr nach Russland und seiner Verurteilung seit mehreren Wochen in einem Straflager. Rund 100 Kilometer östlich von Moskau befindet sich in Pokrow das Lager IK-2, wo er eigenen Angaben zufolge ist. Er kritisierte jüngst die mangelnde medizinische Betreuung. Sein Bein schmerze, er leide an einem gefährlich eingeklemmten Nerv im Rücken, habe um ein Schmerzmittel und Unterstützung gebeten, hieß es aus seinem Umfeld. Er selbst erklärte am Freitag bei Instagram, dass er den Verlust seines rechten Beins fürchte. Doch die russische Kommission für Menschenrechte sieht eigenen Angaben nach wenig Grund zur Sorge: "Er kann weiterhin allein gehen." Schon Anfang März hatten die EU und die USA wegen des Vorgehens gegen Nawalny Sanktionen gegen Russland verhängt.

Quelle: ntv.de, ara

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