Panorama
2017 befand sich das Wiener Krankenhaus Nord noch im Bau - war aber schon von allen negativen Energien befreit.
2017 befand sich das Wiener Krankenhaus Nord noch im Bau - war aber schon von allen negativen Energien befreit.(Foto: imago/Volker Preußer)
Dienstag, 20. März 2018

Teurer "Schutzring" für Klinik: Wien streitet über Esoterik-Skandal

Beim Bau eines Krankenhauses in Wien gehen die Verantwortlichen auf Nummer sicher und engagieren einen Bewusstseinsforscher, um das Gelände von negativer Energie zu reinigen. Ein teurer "Hokuspokus", der rechtliche Folgen nach sich ziehen könnte.

Ein aus Steuergeldern bezahlter "Energie-Schutzring" um ein Wiener Krankenhaus sorgt in Österreichs Hauptstadt für schlechte Stimmung: Das Engagement eines selbst ernannten Bewusstseinsforschers zum Reinigen von Energieflüssen für fast 100.000 Euro beim Bau des Wiener Krankenhauses Nord zieht ein Prüfverfahren nach sich. "Es ist unerträglich, dass für Esoterik-Hokuspokus 95.000 Euro ausgegeben werden", teilte Günther Kräuter von der österreichischen Volksanwaltschaft mit, einer parlamentarischen Ombudsstelle zur Kontrolle der öffentlichen Verwaltung.

Der sogenannte Bewusstseinsforscher, ein ehemaliger Autohändler, versprach für seine Leistungen unter anderem eine "Anhebung der Schwingungen auf das höchstmögliche Niveau" und die Neutralisierung aller "nicht natürlichen Energieflüsse". Hochrangige Mitarbeiter des Krankenanstaltenverbunds (KAV) seien zwischenzeitlich suspendiert worden, heißt es. Die Stadt Wien prüft Regressionsforderungen.

Das betroffene Krankenhaus steht seit langem in der Kritik: Die ursprünglich für 2016 geplante Eröffnung verzögert sich mindestens bis Herbst 2019, die Kosten haben sich mit rund 1,6 Milliarden Euro fast verdoppelt.

Die katholische Kirche reagierte mit Humor auf die Causa. "Wir sagen nur: Ein einfacher Segen wäre günstiger gewesen", schrieb die Erzdiözese Wien als Reaktion auf Twitter.

Quelle: n-tv.de