Panorama

Vier Verletzte in Heide Wildschweine wüten in Sparkasse

Im schleswig-holsteinischen Heide versetzen zwei aggressive Wildschweine die Mitarbeiter und Kunden einer Sparkassenfiliale in Angst und Schrecken. Mehrere Menschen werden verletzt. Die Polizei muss sich schließlich einen Jäger zu Hilfe rufen.

Ausnahmezustand in Heide: Zwei aggressive Wildschweine haben am Vormittag in der Innenstadt der schleswig-holsteinischen Stadt vier Menschen angegriffen und verletzt. Wie die Polizei in Itzehoe mitteilte, liefen die ausgewachsenen Tiere seit dem Morgen durch die Straßen und drangen in eine Sparkasse am Marktplatz ein. Dort spielten sich dramatische Szenen ab: Kunden und Mitarbeiter versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Der Filialleiter erlitt laut offiziellen Angaben Verletzungen an den Beinen.

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Eines der beiden Wildschweine wurde erschossen - das andere floh aus der Stadt.

(Foto: dpa)

Wie eine Polizeisprecherin sagte, wurde schließlich eines der Wildschweine erschossen. "Der erste Schuss hat gesessen", sagte Bürgermeister Ulf Stecher. Stecher war als Augenzeuge dabei, als ein alarmierter Jäger das Tier tötete. Die Polizei hatte Heides Bevölkerung am Morgen notgedrungen aufgerufen, die Innenstadt zu meiden und Gebäude nicht zu verlassen, nachdem die Wildschweine aufgetaucht waren. Die ausgewachsenen Tiere liefen den Angaben zufolge ab etwa 9 Uhr durch die Kreisstadt. Nach dem Todesschuss lief das zweite Wildschwein am Mittag aus dem Stadtgebiet heraus. Die Polizei gab Entwarnung.

"Nach derzeitigen Erkenntnissen haben die aufgebrachten Tiere auf ihrem Weg durch die Straßen und in der Filiale der Sparkasse am Markt bereits mehrere Personen angegriffen und verletzt", hieß es in einer ersten Mitteilung am Morgen. Polizei und Jäger versuchten, die Schweine außer Gefecht zu setzen. Die Fußgängerzone wurde abgesperrt. Angesichts der zugespitzten Lage in der Sparkasse wurden Mitarbeiter und Kunden über Fenster und Drehleitern aus dem Gebäude geholt. Einer der verletzten Menschen verlor ein Fingerglied.

Polizei warnt vor Wildschweinen

Das Wildschwein in der Sparkasse lief nach den Schilderungen des Bürgermeisters zwischen Kassenraum und Eingangsbereich hin und her, bevor es unter einen der drei Streifenwagen kroch, mit dem die Polizei den Eingang verbarrikadiert hatte. Da die Waffen der Polizisten zu großkalibrig gewesen seien, habe der Jäger geschossen.

Zuvor war der Keiler durch eine Automatik-Glastür in ein Optikergeschäft am Markt eingedrungen. Das Wildschwein verletzte dort eine Seniorin und richtete in dem Geschäft erheblichen Schaden an. Eine Videoaufnahme zeigt, wie sich Menschen in dem Laden vor dem Tier in Sicherheit bringen.

"Das war eine ganz außergewöhnliche Situation, sagte Bürgermeister Stecher. "Ich hätte niemals gedacht, dass wir einmal eine solche Gefahrenlage haben würden." Die Polizei warnte generell davor, sich Wildschweinen zu nähern. Sofern Tiere erneut in der Stadt auftauchten, sollten Zeugen sofort den Notruf wählen. Wildscheine können aggressiv reagieren und können dann unter Umständen auch Menschen gefährlich werden.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/AFP