Panorama

Hemd erinnert an KZ-Kleidung Zara nimmt "Sheriff"-Shirt aus Sortiment

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Der sechszackige Sheriff-Stern auf dem gestreiften Hemd erinnert stark an den Judenstern auf der Uniform von jüdischen KZ-Insassen.

Das "Sheriff"-Hemd der Modekette Zara ruft bei vielen Leuten eher Erinnerungen an Konzentrationslager als an den Wilden Westen hervor. Das Unternehmen reagiert prompt auf die Kritik und entfernt das gestreifte Oberteil mit gelbem Stern aus dem Handel.

Ein T-Shirt für Kinder des spanischen Textilunternehmens Zara hat bei einigen Verbrauchern für Aufregung gesorgt. Das blau-weiß gestreifte Hemd mit einem gelben Stern auf der linken Brust landete unter dem Namen "Sheriff" im Angebot der Modekette. Jedoch erinnerte das Shirt viele Betrachter eher an die Uniform von jüdischen KZ-Insassen mit ihrem "Judenstern" als an das Outfit von Gesetzeshütern im Wilden Westen.

"Was haben sich die Designer dabei gedacht?", lautet entsprechend die empörte Formulierung einer Twitter-Nutzerin. Zara erkannte offenbar schnell, dass es mit seiner zweideutigen Kreation auf Probleme stoßen könnte. Ebenfalls per Twitter setzte das Unternehmen eine Entschuldigung ab und stellte nach eigenen Angaben den Verkauf des Hemdes ein. "Wir entschuldigen uns aufrichtig. Das Hemd war durch den Sheriff-Stern in klassischen Westernfilmen inspiriert und befindet sich nun nicht mehr in unseren Geschäften", schrieb das Unternehmen.

Zwar ist auf dem gelben Stern in blassen Lettern tatsächlich das Wort "Sheriff" zu lesen. Die Streifen auf dem Hemd verlaufen zudem längs und nicht wie bei der echten KZ-Kleidung von oben nach unten. Dennoch war für viele Twitter-Nutzer klar, dass das Hemd mit dem sechszackigen gelben Stern nicht im Handel bleiben kann. Nach Informationen der israelischen Zeitung "Haaretz" war das Kleidungsstück auch auf der israelischen Webseite des Unternehmens erhältlich.

Vor Kurzem erregte die Modekette schon einmal Aufsehen durch ein politisch anstößiges Statement auf einem T-Shirt. Darauf war der Spruch "white is the new black" (Weiß ist das neue Schwarz) zu lesen, was Zara nicht zuletzt angesichts der Ereignisse in der US-Stadt Ferguson Kritik einbrachte. Im Jahr 2012 musste sich zudem die dänische Modekette Wood Wood dafür entschuldigen, ein ähnlich gestaltetes Hemd in den Handel gebracht zu haben. Der Stern wurde entfernt, nachdem ein Anti-Diskriminierungsverband den Händler Urban Outfitters für den Verkauf des Shirts angeprangert hatte.

Quelle: ntv.de, bwe