Soko fahndet nach dem MörderZella-Mehlis trauert um Mary-Jane

Mit einer 100-köpfigen Sonderkommission fahndet die Polizei nach dem Mörder der siebenjährigen Mary-Jane aus Zella-Mehlis. Dabei hoffen die Ermittler zunächst darauf, den Ranzen der Schülerin zu finden, der bislang noch nicht aufgetaucht ist. Für den Abend ist ein Trauergottesdienst in Zella Mehlis geplant.
Die Suche nach dem aus Zella-Mehlis in Thüringen geht mit verstärkter Intensität weiter. Eine Sonderkommission mit 50 Polizisten und mehr als 50 weiteren Spezialisten fahndet nach dem Täter, teilte die Polizei in Suhl mit. Eine wichtige Rolle bei der Suche spiele der Ranzen der Schülerin, der bisher noch nicht aufgetaucht ist.
Mary-Jane war nicht von der Schule nach Hause zurückgekehrt. Wanderer fanden die Leiche der Kleinen in einem Bach unweit ihres Wohnhauses. Die Kommission gehe dutzenden Hinweisen nach - auch aus dem Internet, erklärte ein Polizeisprecher.
Matschie besucht Schule
Thüringens Kultusminister Christoph Matschie zeigte sich nach einem Besuch der Grundschule "Friedrich Schiller", in der Mary-Jane die erste Klasse besucht hatte, betroffen. "Es ist ein Verbrechen, das unfassbar ist und das die ganze Stadt erschüttert und mitgenommen hat", erklärte Matschie.
Der SPD-Politiker erzählte, er habe an der Schule mit Lehrern gesprochen. "Ich habe den Eindruck, es wird in dieser schweren Situation alles getan, damit die Kinder die Krisensituation gut bewältigen können." Zusätzlich entsandte Schulpsychologen seien im Einsatz, erklärte der Minister. Die Kinder könnten in Gesprächen und beim Malen ihre Gefühle ausdrücken.
Trauergottesdienst für Mary-Jane
Einige, die Mary-Jane näher kannten, seien sehr betroffen. Kerzen und Blumen seien in der Schule aufgestellt worden. Lehrer, Schüler und Psychologen hätten nach den ersten zwei Stunden beschlossen, den Unterricht fortzusetzen. In der Schule lernen insgesamt 168 Kinder.
Auch für die Sorgen und Ängste der Eltern hatten Mitarbeiter des Schulamtes am Morgen offene Ohren. Der Hort sollte länger geöffnet sein, damit Kinder nicht allein nach Hause gehen müssten. Die Zusammenarbeit mit der Polizei laufe sehr gut, betonte Matschie. Die Beamten hätten schon mit einigen Schülern gesprochen und würden dies sehr einfühlsam tun.
Am Abend wollten in einem Trauergottesdienst in der Magdalenenkirche Vertreter von Stadt, Kreis und Land an Mary-Jane erinnern. Dazu wurde auch Landtagspräsidentin Birgit Diezel erwartet.