Panorama

Mordprozess: Angeklagte schweigtZeugin fotografierte Feuer am Fundort von Fabians Leiche

27.05.2026, 19:29 Uhr
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An diesem Tümpel wurde der tote Achtjährige gefunden. (Foto: picture alliance/dpa)

Fabians Leiche wurde mit Brandbeschleuniger angezündet. An dem Tümpel, wo das tote Kind lag, fotografierte eine Zeugin am Tattag ein Feuer. Weil die Angeklagte schweigt, muss das Gericht die Indizien besonders sorgfältig prüfen.

Im Mordprozess um den getöteten Jungen Fabian geht die Spuren- und Beweisauswertung am Landgericht Rostock weiter. Am sechsten Verhandlungstag sagte eine Zeugin aus, die am Tattag drei Fotos machte. Diese zeigen Rauchschwaden und ein kleines Feuer am späteren Fundort des Leichnams in der Nähe von Klein Upahl. Laut Anklage wurde die Leiche des Kindes mit Brandbeschleuniger angezündet, um Spuren zu verwischen.

Die 45-jährige Zeugin, die in Klein Upahl wohnt, führte ihr Pferd damals zu Fuß über den Feldweg in einen Wald und passierte dabei auch den Tümpel, an dem Fabian am 14. Oktober 2025 nach viertägiger intensiver Suche gefunden wurde. Laut Meta-Daten des Handys fotografierte sie das Feuer und die weißen Rauchschwaden am 10. Oktober um 14.59 Uhr und um 15.00 Uhr. Es habe ausgesehen wie ein kleines Lagerfeuer, sagte sie. Sie habe aber gedacht, es könne sich um eine Art Brandrodung handeln, um Schilf um den Tümpel zu beseitigen. Als sie vom Spaziergang aus dem Wald zurückgekommen sei, sei das Feuer aus gewesen.

Die Schwurgerichtskammer prüft in dem Prozess zahlreiche Indizien und Zeugenaussagen. Die 30-jährige Angeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen. Sie soll Fabian am 10. Oktober mit sechs Messerstichen getötet haben. Das Gericht teilte zum Prozessauftakt auch mit, dass der Auswertungsbericht eines erst kürzlich untersuchten Messers vorliege. Das Ergebnis soll später erörtert werden. Es ist eines von mehreren untersuchten Messern. Die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden.

Zeugen sahen Auto der Angeklagten

Zwei Zeugen sagten aus, das Auto der Angeklagten am Tattag auf einem Feldweg in der Nähe des späteren Fundortes des Leichnams gesehen zu haben. Der Pickup sei am 10. Oktober in Klein Upahl aus einem Weg gekommen. Er habe das Auto sofort erkannt, sagte ein 18-Jähriger, der damals als Landwirt mit Kollegen Steine vom Acker sammelte und Mittagspause machte. Den Feldweg hatte auch die Zeugin mit ihrem Pony für ihren Spaziergang genutzt.

Der Arbeitskollege des 18-Jährigen sagte aber, dass er die Fahrerin in dem Auto nicht habe sehen können. Das Auto fuhr nach Angaben beider Zeugen in Richtung Upahl und kam aus der Richtung, die zu dem einige hundert Meter entfernten Tümpel führte, an dem Fabians Leiche gefunden wurde.

Andeutungen vom Vater des Jungen

Fabians Vater beteuerte nach Angaben einer Zeugin, die im Ort der Angeklagten wohnt, stets die Unschuld der Angeklagten. Er versorge auch heute deren Pferde. Sie sehe ihn täglich auf der Koppel, sagte die 50-jährige Zeugin, die ihr Haus direkt gegenüber der Koppel hat. Sie berichtete auch, dass er in der Beziehung "wie ein Knecht" nur zum Arbeiten da gewesen sei. Ihr gegenüber habe die Angeklagte auch offen über ihre psychische Erkrankung gesprochen, wobei sie Borderline und Persönlichkeitsstörung genannt habe. Der Vater habe ihr gegenüber einmal angedeutet, dass er den Verdacht habe, Fabians Mutter und eine Freundin hätten etwas mit der Sache zu tun, sagte die Zeugin weiter. Fabians Mutter nimmt persönlich als Nebenklägerin an dem Prozess teil.

Die Angeklagte war bis zum vorläufigen Ende der Beziehung im August vorigen Jahres jahrelang mit Fabians Vater liiert - und ist mittlerweile wieder mit ihm zusammen. Sie sitzt seit November 2025 in U-Haft. Erneut spielte die Kammer Sprachnachrichten zwischen der Angeklagten und Fabians Vater vor, die zum Zeitpunkt des Verschwindens mehr oder weniger getrennt waren.

Beide lebten in einer Art "On/Off"-Beziehung. Dabei flehte die Frau ihren damaligen Ex-Partner in Sprachnachrichten an, zu ihr zurückzukommen. Gleichzeitig warf sie dem 35-Jährigen in den teils im Minutentakt gesendeten Nachrichten vor, dass er sie nicht bei der Suche nach dem tagelang vermissten Fabian helfen lasse.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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