Panorama

Nach Ausbruch aus Gehege Zoo-Mitarbeiter erschießt Leipziger Löwen

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Majo und Motshegetsi legen den Bewegungsradius im Zoo Leipzig auf ihre eigene Weise aus.

(Foto: dpa)

Die Raubkatzen Majo und Motshegetsi leben erst seit Kurzem im Leipziger Zoo - ihr Entdeckungsdrang ist aber ausgeprägter, als es der Zooleitung lieb sein kann. Am Morgen büxen sie aus ihrem Gehege aus. Für eines der Tiere endet der Ausbruch tödlich.

Im Zoo Leipzig sind am Morgen zwei Löwen aus ihrem Gehege ausgebrochen. Bei dem Versuch, die Tiere einzufangen, musste eines der Tiere erschossen werden - offenbar, weil eine Narkose nicht gewirkt hat. Die beiden männlichen Tiere Majo und Motshegetsi hatten zuvor "auf noch unbekannte Art und Weise ihr Gehege verlassen", sagte eine Zoo-Sprecherin. Daraufhin war ein Notfallplan in Gang gesetzt worden. Gefahr für die Besucher habe aber nicht bestanden, weil der Tierpark zum Zeitpunkt des Vorfalls gegen neun Uhr noch nicht geöffnet hatte. Der Zoo wurde bis auf weiteres geschlossen.

Am Mittag dann gab die Zooleitung Entwarnung. Einer der Löwen sei zurück in sein Gehege gedrängt worden. Den anderen habe man zunächst durch Narkose außer Gefecht setzen wollen, was aber misslang. Das Tier sei erschossen worden, teilte Zoo-Direktor Jörg Junhold mit. "Das war ein sehr trauriger Ausgang, den ich so nicht erhofft habe. Aber in diesem Fall ging die menschliche Sicherheit vor."

Die "Leipziger Volkszeitung" hatte zuvor berichtet, dass die beiden Tiere in der Nähe des Zooschaufensters umstellt worden seien. "Danach hat eine Rettungskette lückenlos gegriffen, die Löwen konnten in einem begrenzten Gebiet gesichert werden", so Junhold. Eine Fluchtmöglichkeit habe es nicht gegeben. Dem Direktor zufolge waren die Tiere derart verängstigt, dass sie sich etwa 20 Meter vom Gehege entfernt in ein Gebüsch zurückgezogen hätten.

Löwen kommen aus Basel

Auch die Polizei war zur Unterstützung vor Ort und hatte das Gelände zur Sicherheit abgesperrt. "Unsere Fahnder waren schon auf dem Weg zum Fleischer - Lockmittel für die ausgebrochenen Löwen holen", twitterte die Polizei. "Glück gehabt." Von dem tragischen Ausgang des Ausbruchs für eines der Tiere war da noch nichts zu ahnen. Junhold sagte, das Löwengehege werde seit 15 Jahren benutzt. Bisher habe es nie Probleme gegeben. "Wir gingen davon aus, dass es sicher ist", sagte er.

Majo und Motshegetsi leben erst seit August im Leipziger Zoo. Dorthin waren sie aus dem schweizerischen Basel gekommen - als Ersatz für ihren 15 Jahre alten Vorgänger Matadi. Nach dem Tod von dessen Gefährtin war er in einen Tierpark in Niedersachsen verlegt worden. Die Eingewöhnung der beiden neuen Raubkatzen sei sehr positiv verlaufen, hatte der Zoo Leipzig vergangene Woche auf Facebook mitgeteilt. Erst vor ein paar Tagen waren sie in ihr Freigehege umgezogen und somit für die Besucher zu sehen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa