Panorama

Waggons entgleisen Zugunglück bei Peine

2rm40804.jpg1705176259826203659.jpg

Letztlich hatten die meisten noch Glück.

dpa

Noch ist die Ursache des Unglücks unklar. Doch fest steht: Bei Peine kollidieren ein Regionalexpress und ein Güterzug, 16 Menschen werden verletzt. Die Strecke bleibt vorerst gesperrt.

Beim Zusammenstoß zweier Züge bei Peine in Niedersachsen sind in der Nacht zum Donnerstag 16 Menschen verletzt worden, davon einer schwer. Mit hohem Tempo war der Regionalexpress am späten Mittwochabend in die entgleisten Waggons eines Kieszuges gekracht, teilte die Deutsche Bahn mit.

Die Lok und die ersten beiden Doppelstockwagen des Personenzuges wurden durch die Wucht des Zusammenpralls aus den Gleisen gehoben und kippten in einen Garten. Der Lokführer kam schwer verletzt in eine Klinik, die 15 leicht verletzten Reisenden konnten nach ambulanter Behandlung nach Hause. Die vielbefahrene Bahnstrecke Hannover-Braunschweig bleibt bis Dienstag gesperrt, Reisende müssen sich auf erhebliche Verspätungen einstellen.

Der Regionalexpress Rheine-Braunschweig mit rund 65 Reisenden prallte um 23.23 Uhr kurz vor einer Brücke bei Peine in den verunglückten Güterzug der Mittelweserbahn, der vom Harz ins Emsland unterwegs war.

Waggons sprangen aus der Spur

Wie die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle in Bonn mitteilte, hatten Bahnarbeiter in Peine bei der Durchfahrt des Güterzuges Unregelmäßigkeiten bemerkt und den Lokführer zum Halten aufgefordert. Noch während der Zug bremste, löste sich ein Teil der 50 Waggons, einige sprangen aus der Spur. Direkt in diesem Moment kam in Gegenrichtung der Regionalexpress und es kam zur Kollision. Ein Fahrgast alarmierte daraufhin vom Zug aus Polizei und Feuerwehr. Sechs Minuten später trafen die Rettungskräfte am Unglücksort ein.

Die Unfallermittler gehen davon aus, dass zunächst ein Waggon des Güterzuges entgleiste und damit das Unglück auslöste. Die Untersuchungen konzentrieren sich auf mögliche Schäden an dem Waggon des privaten Bahnunternehmens. Konkret könne die Unfallursache noch nicht benannt werden. Erst wenn die Ermittler ihre Arbeit abgeschlossen haben, kann die Deutsche Bahn mit den Aufräumarbeiten beginnen. Sowohl die Gleise als auch die Oberleitung wurden erheblich beschädigt.

Strecke bleibt gesperrt

Nun ist die Strecke bis voraussichtlich Dienstag gesperrt. Die Intercity-Züge zwischen Hannover und Leipzig werden über Wolfsburg umgeleitet, teilte die Deutsche Bahn mit. Die Regionalzüge müssen über Hildesheim fahren. Für die Stationen unterwegs wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Reisende müssen sich auf erhebliche Verspätungen einstellen. Wegen Bauarbeiten an einer anderen Stelle gibt es ohnehin bereits Verzögerungen auf der wichtigen Ost-Weststrecke Hannover-Magdeburg.

Zuletzt war vor knapp fünf Monaten auf der Verbindung ein Güterzug entgleist. Damals war es bei hohem Sachschaden geblieben. Ursache für das Entgleisen von Zügen sind nach Angaben des Eisenbahnbundesamtes meist defekte Schienen oder Wagen sowie Stellwerksfehler. 2009 entgleisten in Deutschland 21 Züge, 15 davon waren Güterzüge. 2008 kam es zu 27 Entgleisungen, in 22 Fällen waren Güterzüge betroffen.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

Mehr zum Thema