Panorama

Extremwetter in NRW Zwei Tote im Schneetreiben entdeckt

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Eine Zeugin findet den gestürzten Radfahrer auf einem Spielplatz. Ermittlungen, ob er erfroren ist, dauern an.

(Foto: picture alliance / Fotostand)

Während Schnee und Kälte ganz Deutschland im Griff halten, finden Passanten in Nordrhein-Westfalen zwei Leichen. Ein Bielfelder stirbt auf einem Parkplatz nach einem Notfall, ein Radfahrer könnte erfroren sein.

In Bielefeld hat die Polizei am Morgen im Schneetreiben einen Toten gefunden. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler starb der Mann nach einem medizinischen Notfall, wie eine Sprecherin der nordrhein-westfälischen Stadt am Mittag sagte. Zunächst war am Morgen offen, ob die Person im Schneeunwetter der letzten Tage erfroren war. Die Leiche war auf einem Parkplatz im Süden der Stadt gefunden worden.

Im Münsterland entdeckte eine Zeugin einen toten Radfahrer. Gegen 7.30 Uhr fand die Frau den 59-Jährigen auf der Höhe eines Spielplatzes im Stadtgarten. Ob der Radfahrer durch einen witterungsbedingten Sturz zu Tode kam oder ob ein Notfall vorlag, ist derzeit noch unklar.

Derweil wurde die Suche nach einer jungen Frau eingestellt, die während des Sturms am Wochenende von einem Containerschiff in die Nordsee gestürzt war. Wie eine Sprecherin der Seenotretter sagte, lieferte auch ein Flug der Marine bei Ebbe keine Hinweise auf die Vermisste. Die Polizei geht von einem Unglück aus. "Die 24-Jährige ist bei Arbeiten an der Gangway verunglückt", sagte ein Sprecher. Der Sturz am Sonntag zeige keine Hinweise auf Fremdverschulden. Zum Zeitpunkt der Suche herrschte Sturm mit Böen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde, wie die Seenotretter mitteilten. Die Lufttemperatur lag bei minus acht Grad, die Wassertemperatur bei zwei Grad. Der unter der Flagge Dänemarks fahrende, 300 Meter lange Containerfrachter "Santa Clara" lag zunächst in Bremerhaven vor Anker und machte sich auf den Weg nach Rotterdam, so der Polizeisprecher.

Lkw-Fahrer als Held: Bewusstlose Autofahrerin gerettet

Inmitten des winterlichen Verkehrschaos entging dagegen eine bewusstlose Autofahrerin auf einer Autobahnbrücke einem tödlichen Unfall. Mit einer blitzschnellen Reaktion bewahrte ein Lastwagenfahrer in Neuss die Frau vor Schlimmerem. "Dem Berufskraftfahrer kam am Morgen auf einer Brücke, die über die A 57 führt, ein Auto stark schlingernd entgegen", sagte eine Polizeisprecherin in Neuss. Mit einem "einzigartigen" Lenkmanöver sei es dem 49-Jährigen gelungen, den Wagen der Frau zwischen seinem Lastwagen und der Leitplanke zu stoppen.

"Das kann man schon als Heldentat bezeichnen", sagte die Sprecherin. Mit einem weiteren Autofahrer habe er sich dann um die 57-Jährige gekümmert, die bald darauf wieder zu Bewusstsein gekommen sei. Zeugen des Vorfalls hatten zunächst einen Unfall gemeldet: Ein Lastzug habe dabei ein Auto eingeklemmt. Vor Ort habe sich für die Beamten aber rasch herausgestellt, dass es sich um ein außergewöhnliches Rettungsmanöver gehandelt hatte. Die Frau kam zur Abklärung der Ursache ihrer Ohnmacht in ein Krankenhaus, ihr Wagen wurde abgeschleppt.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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