Schneemassen erfassen SkifahrerZwei Tote und fünf Verletzte bei Lawinenunglück in Tirol

Eine Lawine überrascht in Südtirol mehrere Skifahrer. Etwa zehn Personen werden von den Schneemassen mitgerissen. Rettungskräfte zählen fünf Verletzte und zwei Tote.
Bei einem Lawinenunglück in Südtirol sind mindestens zwei Skifahrer ums Leben gekommen. Nach Angaben der italienischen Bergwacht wurden gegen Mittag etwa zwei Dutzend Tourengeher an der 2669 Meter hohen Hohen Ferse nahe Ratschings von den Schneemassen erfasst. Für zwei von ihnen kam jede Hilfe zu spät. Fünf Skifahrer wurden verletzt. Einer musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geflogen werden.
Die Lawine löste sich gegen 11.40 Uhr in hochalpinem Gelände auf einer Höhe von etwa 2450 Metern. Von den zwei Dutzend Skifahrern, die sich an dem betroffenen Hang befanden, wurden die meisten nur leicht erfasst. Etwa zehn wurden jedoch mitgerissen. Zur Identität der Toten machen die Behörden bislang keine näheren Angaben. Mehrere der Skifahrer hatten Ortungsgeräte bei sich, die die Suche bei Lawinenunglücken erheblich erleichtern.
Die Rettungskräfte waren mit mehr als 60 Helfern und auch mehreren Hubschraubern im Einsatz. Mehrere Krankenhäuser in der Umgebung wurden in Alarmbereitschaft versetzt, auch die Klinik im österreichischen Innsbruck. In den italienischen Alpen kam es in diesem Winter bereits mehrfach zu Lawinenunglücken mit Toten und Verletzten.
Damit kamen in Europas Gebirgen in dieser Wintersaison seit Anfang Oktober bereits mindestens 127 Menschen durch Lawinen ums Leben. Die höchste Zahl an Lawinentoten wurde mit jetzt 34 Todesopfern in Italien registriert, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29). Dies geht aus den aktuellen Zahlen sowie einer Übersicht des European Avalanche Warning Service (EAWS) hervor, einem Zusammenschluss von Lawinenwarndiensten. In Deutschland gab es bislang keine Todesopfer.
Die Statistik enthält Todesfälle seit dem 1. Oktober - vor allem in den Alpen, aber auch in anderen Gebirgen wie beispielsweise den Karpaten weiter östlich. Die Wintersaison gilt noch nicht als beendet. Fest steht jedoch bereits, dass die Zahl der Todesopfer 2025/26 ungewöhnlich hoch ist. Im vergangenen Jahrzehnt gab es in Europa nur einen Winter, in dem noch mehr Menschen durch Lawinen ums Leben kamen: 2017/18 wurden 147 Todesopfer verzeichnet.
Als einer der Gründe wird von Experten der Klimawandel genannt. Demnach verändern sich die traditionellen saisonalen Rhythmen durch höhere Temperaturen, weshalb der Schnee nicht mehr so fest ist. Außerdem gebe es stärkere Winde, sodass sich gefährlicher "Treibschnee" ansammelt, heißt es. Besonders betroffen sind Regionen in Italien, im südlichen Teil der Alpen. Hinzu kommt, dass Skitouren und Abfahrten außerhalb der präparierten Pisten seit einiger Zeit beliebter werden.