Panorama

Verdächtiger auf der FluchtBombenexplosion verletzt ukrainischen Oligarchen in Monaco

30.06.2026, 00:19 Uhr
00:00 / 02:25
This-photograph-shows-Monaco-s-emergency-services-deployed-near-the-area-of-an-explosion-that-occurred-in-a-residential-building-in-Monaco-near-the-border-with-France-on-June-29-2026-Three-people-were-injured-two-of-them-very-seriously-in-the-explosion-of-an-explosive-device-in-Monaco-in-the-evening-The-blast-at-a-residential-building-was-very-likely-an-attack-Monaco-s-Minister-of-State-head-of-government-told-AFP-Public-prosecutor-said-a-suspect-had-left-a-bag-or-package-in-the-building-s-lobby-before-leaving-Nothing-appeared-for-the-moment-to-indicate-why-the-building-might-have-been-targeted-he-said
Polizei am Tatort: Die Hintergründe sind noch unklar. (Foto: AFP)

Im Fürstentum Monaco sorgt ein Bombenanschlag für Entsetzen: Ein Unbekannter soll einen Rucksack mit einem Sprengsatz in einem Wohnhaus nahe der französischen Grenze abgestellt haben. Mehrere Menschen erleiden Verletzungen, der Täter ist auf der Flucht.

Ein ukrainischer Oligarch und zwei Familienangehörige wurden Medienberichten zufolge bei einer heftigen Explosion am Eingang eines Wohngebäudes in Monaco verletzt. Kurz vor dem Vorfall soll eine Person an dem Ort beobachtet worden sein, die einen Rucksack abstellte und anschließend floh, wie der französische Sender BFMTV unter Berufung auf die monegassische Sicherheitsbehörde sowie die Regionalzeitung "Monaco-Matin" berichtete. Die verdächtige Person sei auf der Flucht, hieß es am späten Abend nach der Explosion. Das betroffene Gebäude befindet sich den Medienberichten zufolge in einer Straße an der Grenze zu Frankreich. Der Verdächtige soll demnach zu Fuß in Richtung der französischen Stadt Beausoleil gelaufen sein.

Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, handelt es sich bei dem Verletzten um den ukrainischen Geschäftsmann Wadym Jermolajew. Der in Monaco lebende Multimillionär unterliegt seit Dezember 2023 Sanktionen aus Kiew. Medienberichten zufolge wurde Jermolajew von der ukrainischen Regierung sanktioniert, weil er ungeachtet der russischen Besatzung seinen Alkoholhandel auf der Halbinsel Krim fortführte.

Bei der Explosion in einem Wohngebäude wurden ein weiterer Erwachsener sowie eine 13-jährige Person verletzt. Laut Angaben von "Monaco-Matin" handelt es sich bei den drei Opfern um einen Mann und eine Frau im Alter von 50 bis 60 Jahren sowie einen Jugendlichen, die zu einer Familie gehören. Die monegassischen Behörden sprachen von einem schwer verletzten Ehepaar und einem leicht verletzten 13-Jährigen. Zahlreiche Rettungskräfte seien am Abend vor Ort gewesen, berichtete "Monaco-Matin".

Regierung spricht von Paketbombe

Die Regierung des Fürstentums erklärte, die "starke Explosion" sei durch eine "Paketbombe" verursacht worden. Fürst Albert II. bezeichnete den Vorfall als "abscheuliches Verbrechen" und "Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft". Der Staatsminister und Regierungschef des Fürstentums, Christophe Mirmand, sagte, der Sprengsatz habe offenbar Schrauben und Schrot enthalten. "Dies ist meines Wissens das erste Mal in der Geschichte, dass eine solche Tat im Fürstentum verübt wurde", sagte Mirmand.

Nun komme es darauf an, mit den Nachrichtendiensten zusammenzuarbeiten, "um das Umfeld der Opfer zu identifizieren" und um festzustellen, ob womöglich weitere Menschen bedroht sein könnten, sagte er. Dutzende Feuerwehrleute und Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen und den Explosionsort zu sichern, der sich an einer Straße entlang der Grenze zu Frankreich befand.

Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich lediglich die drei Opfer im Gebäude. Die drei Verletzten wurden in Krankenhäuser ins 20 Kilometer entfernte Nizza gebracht. Der Bürgermeister von Nizza, Eric Ciotti, sprach auf X von einem "Anschlag". Es sei eine "Tragödie, die Monaco erschüttert". Er bekundete volle Unterstützung für die Sicherheits- und Rettungskräfte, die im Einsatz seien.

Quelle: ntv.de, mau/nbr/dpa/AFP

BombenfundeMonaco