Politik

Iran-Krieg im Liveticker+++ 01:50 TUI-Kreuzfahrtschiffe fahren nach Zwangsaufenthalt am Golf ab Mitte Mai wieder +++

23.04.2026, 00:14 Uhr

Die beiden TUI-Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5", die wegen des Iran-Kriegs wochenlang in Abu Dhabi beziehungsweise Doha festsaßen, können ab Mitte Mai ihre geplanten Routen zur Sommersaison im Mittelmeer fahren. Beide Schiffe konnten am Sonntag während einer Unterbrechung der Kampfhandlungen den Persischen Golf sicher verlassen, wie der Tourismuskonzern mitteilte. Sie passierten die Straße von Hormus. Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar mussten die beiden Kreuzfahrtschiffe am Golf bleiben. TUI ließ rund 5000 Passagiere ausfliegen. Der Konzern musste sämtliche Reisen auf beiden Schiffen bis Mitte Mai absagen. Die Belastungen infolge des Iran-Kriegs bezifferte TUI auf rund 40 Millionen Euro im März - etwa für die "Rückführungsmaßnahmen".

+++ 01:21 Propaganda-Video der Revolutionsgarden zeigt Schiffsübernahmen in Straße von Hormus +++

Die iranischen Revolutionsgarden haben Aufnahmen veröffentlicht, die zeigen, wie ihre Truppen in der Straße von Hormus zwei Frachtschiffe aufbringen: die unter panamaischer Flagge fahrende "MSC Francesca" und die unter liberianischer Flagge fahrende "Epaminondas". Irans Streitkräfte hatten am Mittwoch nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe vor ihrer Küste angegriffen und manövrierunfähig gemacht. In einer von der Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Nachricht hieß es zur Begründung, die Revolutionsgarden hätten ihre "regelwidrige" Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestoppt. Die Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte die Namen der drei Frachtschiffe. Laut dem Trackingdienst Vesselfinder handelte es sich bei der "Epaminondas" um ein Containerschiff unter Flagge Liberias, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten in Richtung Indien unterwegs war. Der Frachter "MSC Francesca" lag zuletzt vor der Küste Saudi-Arabiens und fährt unter der Flagge Panamas. Außerdem wurde ein Containerschiff namens "Euphoria" attackiert, das sich iranischen Angaben zufolge in griechischem Besitz befinden soll. Die "MSC Francesca" und "Epaminondas" seien beschlagnahmt und in iranische Gewässer gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Marine der Revolutionsgarden.

+++ 00:48 Netanjahu: Israel bereit für Verteidigung und Angriff +++

Vor dem Hintergrund der angespannten Lage im Konflikt mit dem Iran ist Israel nach Angaben des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu "auf jedes Szenario vorbereitet". Dies gelte "in der Verteidigung und im Angriff", sagte der 76-Jährige bei einem Treffen mit Soldaten der israelischen Raketenabwehr in der Nähe von Jerusalem. Er besuchte die Soldaten im Rahmen des 78. Unabhängigkeitstag Israels. Auch der israelische Generalstabschef Ejal Zamir sagte, die israelischen Streitkräfte seien "bereit, an allen Fronten sofort und mit großer Stärke wieder zum Kampf zurückzukehren." US-Präsident Donald Trump hatte eine Waffenruhe im Iran-Krieg vorerst verlängert. Ob der Konflikt dennoch fortgesetzt wird, ist ungewiss.

+++ 00:08 Libanesische Journalistin bei israelischem Luftangriff getötet +++

Im Süden des Libanon ist eine libanesische Journalistin bei einem israelischen Luftangriff (siehe Eintrag von 23:18 Uhr) getötet worden. Die Leiche der für die Zeitung "Al-Achbar" tätigen Amal Chalil sei nach einem umfassenden Such- und Rettungseinsatz nach einem israelischen Luftangriff in der Stadt al-Tiri geborgen worden, teilte der libanesische Zivilschutz mit. Die Zeitung bestätigte den Tod ihrer Mitarbeiterin. Eine weitere Journalistin wurde Behörden zufolge bei dem Angriff verletzt. "Al-Achbar" hatte zuvor mitgeteilt, dass ihre beiden Mitarbeiterinnen Chalil und Seinab Faradsch bei einem israelischen Angriff auf die nahe der israelischen Grenze gelegenen Stadt al-Tiri verletzt worden seien. Libanons Informationsminister Paul Morcos erklärte im Onlinedienst X, Chalil sei "von der israelischen Armee ins Visier genommen worden, während sie ihre berufliche Pflicht erfüllte". Eine solche "gezielte Attacke auf Journalisten" sei "ein schweres Verbrechen und ein eklatanter Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht", fügte er hinzu.

+++ 23:48 Libanon: Zweiter französischer Blauhelmsoldat nach Angriff gestorben +++

Nach dem Angriff auf französische Blauhelmsoldaten im Süden des Libanon ist nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein zweiter französischer Soldat gestorben. Der Soldat sei seinen schweren Verletzungen erlegen, erklärte Macron im Onlinedienst X. Ein französischer Soldat war bereits am Samstag bei dem Angriff getötet worden. Macron machte erneut die pro-iranische Hisbollah-Miliz für den Angriff verantwortlich, die eine Verantwortung für die Attacke von sich gewiesen hatte. Der Angriff auf die Unifil-Soldaten hatte sich einen Tag nach dem Inkrafttreten einer zehntägigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon ereignet. Zwei weitere französische Blauhelmsoldaten wurden nach Angaben des französischen Außenministeriums bei dem Angriff auf die Unifil-Patrouille verletzt. International löste der Angriff auf die Blauhelmsoldaten Empörung aus.

+++ 23:18 Libanon: Israels Militär soll Rettungsteams nach Angriff auf Journalistinnen bombardiert haben +++

Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon ist nach libanesischen Angaben eine Journalistin verletzt und eine weitere unter Trümmern verschüttet worden. Rettungskräfte seien durch anhaltenden israelischen Beschuss zeitweise daran gehindert worden, zu der Eingeschlossenen vorzudringen, teilten das libanesische Gesundheitsministerium, ein hochrangiger Militärvertreter und Journalistenverbände mit. Israels Militär wies den Vorwurf zurück, Rettungsteams blockiert zu haben, und erklärte, es habe Berichte über zwei verletzte Journalistinnen erhalten. Bei einem Angriff auf ein Auto seien zudem zwei Menschen getötet worden, berichteten libanesische Medien. Bei den beiden Reporterinnen handelt es sich um Amal Khalil und die freie Fotografin Zeinab Faraj. Sie berichteten aktuell über Entwicklungen nahe der Stadt Al-Tairi, als ein israelisches Geschoss ein Fahrzeug vor ihnen traf. Daraufhin seien sie in ein nahegelegenes Haus geflüchtet, das anschließend von einem weiteren israelischen Angriff getroffen worden sei. Libanesische Rettungskräfte konnten Faraj, die eine Kopfverletzung erlitten hatte, retten, wie Elsy Moufarrej von der libanesischen Journalistengewerkschaft sagte. Als die Helfer zurückkehrten, um Khalil zu retten, habe Israels Militär eine Blendgranate abgeworfen und so den Zugang zu dem zerstörten Gebäude blockiert. Das Gesundheitsministerium in Beirut teilte mit, Israels Militär habe die Rettung durch den Einsatz einer Blendgranate und scharfer Munition auf den Krankenwagen verhindert. Etwa vier Stunden nach dem ersten Angriff hätten die Retter an den Ort zurückkehren können, sagte Moufarrej. Das Schicksal von Khalil war zunächst unklar.

+++ 22:48 US-Botschaft rät Amerikanern, den Libanon zu verlassen +++

Die US-Botschaft in Beirut legt Amerikanerinnen und Amerikanern dringend nahe, den Libanon zu verlassen. "Die Sicherheitslage ist weiterhin komplex und kann sich schnell ändern", teilt die Botschaft in einer Sicherheitswarnung mit. US-Bürgerinnen und Bürgern sollten ausreisen, solange es noch kommerzielle Flugverbindungen gebe. Wer im Libanon bleibe, sollte Pläne für Notfallsituationen erstellen und die aktuellen Entwicklungen verfolgen, heißt es. Es gibt derzeit Hinweise darauf, dass die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon wackelt. Ein Abgeordneter der libanesischen Hisbollah-Miliz, Hussein Hadsch Hassan, sagte einem libanesischen TV-Sender, die Organisation sei der Waffenruhe nicht mehr verpflichtet. Zuvor hatten Israel und die proiranische Hisbollah sich mehrfach Verstöße gegen die zehntägige Waffenruhe vorgeworfen, die in der Nacht auf Freitag in Kraft getreten war.

+++ 22:17 Trump-Sprecherin spielt iranische Angriffe auf Frachter herunter +++

Nach iranischen Angriffen auf Frachter in der Straße von Hormus spielt das Weiße Haus die Bedeutung der Vorfälle herunter. Die Medien würden das Thema aufbauschen, um die erfolgreiche Zerstörung der iranischen Marine durch das US-Militär zu hinterfragen, sagt Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, dem Sender Fox News. Einen Verstoß gegen die Waffenruhe sehe sie nicht, weil die Schiffe weder unter US- noch unter israelischer Flagge gefahren seien. Die Trump-Sprecherin sagt zudem, dass Teheran die für den Welthandel immens wichtige Straße von Hormus "nicht kontrolliert". "Was wir hier erleben, ist Piraterie", teilt sie mit. In der Straße von Hormus war zuvor ein Containerschiff unter Beschuss durch die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gekommen und schwer beschädigt worden, wie die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt mitteilt. Wenig später meldet die Behörde erneut einen Vorfall. Irans Streitkräfte reklamierten hingegen drei Angriffe auf Frachtschiffe für sich.

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