Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 03:46 Putin: Warnung vor russischer Bedrohung ist Unsinn +++

05.06.2026, 00:41 Uhr

Kremlchef Wladimir Putin hat die im Westen verbreiteten Warnungen vor einer russischen Gefahr und einem womöglich baldigen Angriff Moskaus auf ein Nato-Land als "Unsinn" zurückgewiesen. "Aber meiner Meinung nach ist es nicht nur Unsinn - es ist eine bewusste Provokation", sagt Putin bei einem Treffen mit Vertretern großer internationaler Nachrichtenagenturen. Es werde gezielt eine Bedrohungslage heraufbeschworen, "die in Wirklichkeit gar nicht existiert", sagt der Präsident. Ziel sei es, "die Bevölkerung der eigenen Länder dazu zu zwingen, mehr Geld für die Verteidigung auszugeben", sagte Putin. Er sei verwundert, dass ein Teil der Bevölkerung in den europäischen Ländern diesen Erzählungen glaube. "Es wäre lächerlich, wenn es nicht so traurig wäre", führt Putin aus. "Jeder, der denkt, dass Russland das Territorium der Nato überfallen könnte, sollte sich die Frage stellen: Wozu?"

+++ 02:45 Ukraine: Tote und Verletzte bei Gleitbombenangriff auf Saporischschja +++

Bei einem russischen Angriff auf die südostukrainische Region Saporischschja kommt nach Angaben des Gouverneurs eine Frau ums Leben. Elf weitere Menschen werden bei dem Angriff mit Gleitbomben verletzt, teilt Gouverneur Iwan Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Am Abend herrscht dort immer wieder Luftalarm.

+++ 01:49 Ukraine: See-Export funktioniert trotz systematischen, russischen Angriffen +++

Russland greift nach ukrainischen Angaben weiter gezielt die Logistikinfrastruktur der Ukraine an. Allein im April habe es mehr als 500 Drohnenangriffe gegeben, schreibt der stellvertretende Ministerpräsident Olexij Kuleba auf Telegram. Ukrainische Häfen würden demnach fast jeden zweiten Tag attackiert. Der See-Exportkorridor funktioniere dennoch weiter. Die Seehäfen hätten 2025 bisher fast 35 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen.

+++ 00:50 Trump: Finde Treffen zwischen Selenskyj und Putin gut +++

Vor dem Hintergrund stockender US-Vermittlungsbemühungen hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem offenen Brief an den russischen Staatschef Wladimir Putin gewandt und direkte Friedensgespräche angeboten. "Ich schlage Ihnen ein Treffen vor", heißt es in dem vom Präsidentenbüro in Kiew veröffentlichten Schreiben. Die Staatschefs sollten die "Schlüsselfragen" selbst besprechen. Auf den Brief angesprochen sagt US-Präsident Donald Trump vor Journalisten im Weißen Haus, dass er es gut fände, wenn es zu einem Treffen zwischen Putin und Selenskyj käme. Kremlsprecher Dmitri Peskow geht vor Journalisten in St. Petersburg nicht auf den Inhalt des Briefes ein. "Präsident Putin hat gesagt, dass Selenskyj nach Moskau kommen könne, wenn er reden möchte", sagt Peskow. Selenskyj hatte Moskau als Gesprächsort bereits mehrfach abgelehnt.

+++ 23:46 Apple entfernt staatlichen russischen Messenger-Dienst Max aus seinem App-Store +++

Der US-Tech-Konzern Apple hat die staatliche russische Messenger-App Max aus seinem App-Store gelöscht. "Max ist vorübergehend nicht im App-Store zum Download verfügbar", erklärt das russische Unternehmen in seinem Dienst. Das in Kalifornien ansässige Unternehmen Apple bestätigt, dass es den Dienst aus seinem Store gelöscht habe. Grund dafür seien Sanktionen. Die russische Regierung hatte die beiden größten Messenger-Dienste des Landes - Whatsapp und Telegram - zuletzt massiv eingeschränkt. Stattdessen wurden Beamte, staatliche Unternehmen, Schulen und Regierungsbehörden dazu gezwungen, ihre Kommunikation auf Max umzustellen.

+++ 22:53 Bericht: Pentagon dürfte Raketen-Lieferung an Deutschland absagen +++

Das US-Verteidigungsministerium dürfte einem Medienbericht zufolge die geplante Lieferung von "Tomahawk"-Marschflugkörpern an Deutschland absagen. Ein Grund dafür sei die Sorge von US-Regierungsvertretern, dass Russland die Stationierung der Präzisionswaffen als Eskalation betrachten und Vergeltung üben könnte, berichtet das Nachrichtenportal "Politico" unter Berufung auf Insider. Zudem sorge sich die US-Regierung um ihre eigenen schrumpfenden Bestände. In den ersten Wochen des Iran-Krieges seien Tausende "Tomahawk"- und "Patriot"-Lenkwaffen verschossen worden.

+++ 22:14 Kreml: Tunnel zwischen Russland und USA "wird kommen" +++

Russlands Sondergesandter Kirill Dmitrijew kündigt an, dass Russland und die USA am Freitag ein Abkommen zur Planung eines Tunnels zwischen der russischen Halbinsel Tschukotka und Alaska unterzeichnen wollen. "Der Tunnel wird kommen", sagt Dmitrijew laut der Zeitung "Kommersant". Dmitrijew hatte die Idee bereits im Oktober vergangenen Jahres ins Spiel gebracht.

+++ 21:50 Putin: Offen für assoziierte EU-Mitgliedschaft der Ukraine +++

Russland hat nach Angaben von Präsident Wladimir Putin nichts gegen die von Bundeskanzler Friedrich Merz ins Spiel gebrachte assoziierte EU-Mitgliedschaft der Ukraine. "Das geht uns nichts an. Wir sind nicht dagegen", sagt Putin bei einem Treffen mit Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen in St. Petersburg. Moskau habe nichts gegen wirtschaftliche Verbindungen und Integration auf dem europäischen Kontinent einzuwenden. "Wir sind dagegen, dass sich die EU in einen Militärblock verwandelt", das wecke Sorgen in Russland, betont Putin zugleich. Seit Beginn des von Putin befohlenen Kriegs unterstützen die EU und deren Mitglieder die von Russland angegriffene Ukraine, darunter auch mit Waffenlieferungen. Wegen der Spekulationen um einen zumindest teilweisen US-Truppenrückzug aus Europa mehren sich zudem Stimmen, die eine stärkere militärische Zusammenarbeit der EU-Länder fordern.

+++ 21:17 Selenskyj schreibt offenen Brief an Putin +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert Putin in einem offenen Brief zu einem persönlichen Treffen auf. "Ich schlage vor, ein klares Datum für ein Treffen festzulegen", schreibt Selenskyj. Als mögliche Orte nennt er die Schweiz, die Türkei oder arabische Länder. Die Ukraine sei bereit, während der Verhandlungen die Waffen vollständig ruhen zu lassen und alle Kriegsgefangenen auszutauschen. In dem Brief rechnet Selenskyj schonungslos ab: Fast die Hälfte von Putins 26 Jahren an der Macht habe Russland im Krieg gegen die Ukraine verbracht - ein "persönlicher Entscheid" ohne realen Grund. Im Mai seien erneut mehr als 30.000 russische Soldaten gefallen oder schwer verwundet worden, 63 Prozent davon getötet. Die Ukraine habe den Krieg auf russisches Territorium getragen; Russland sei ohne nordkoreanische Hilfe nicht ausgekommen - Putin sei der erste russische Herrscher, der Pjöngjang um Hilfe bitten musste. Sollte Putin nicht zu dem Schluss kommen, dass es Zeit für ein Kriegsende sei, werde die Ukraine weiter um ihre Existenz kämpfen. Dies könne Putins Machtposition gefährden. "Es ist eine Tatsache in der russischen Geschichte, die Sie gut kennen: Wenn Russland müde wird, steht ein Wandel bevor", heißt es in dem Schreiben.

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