Politik

Iran-Krieg im Liveticker+++ 06:41 Trump gibt Teheran nur noch wenig Zeit" +++

23.04.2026, 00:14 Uhr

US-Präsident Donald Trump gibt dem Iran Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Teheran sieht sich jedoch mit der Blockade der für die Weltwirtschaft wichtigen Straße von Hormus in einer Position der Stärke. Vermittlerstaaten, darunter die Türkei, Pakistan und Ägypten, bemühen sich nach Informationen des "Wall Street Journal" fieberhaft, ein neues Treffen der beiden Seiten zu arrangieren, möglicherweise für diesen Freitag. Die USA wie auch der Iran warnten, sie seien bereit, die Kämpfe wieder aufzunehmen. Trump sei willens, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, melden das US-Nachrichtenportal "Axios" und der Sender Fox News unter Berufung auf eine US-Quelle beziehungsweise einen Beamten des Weißen Hauses. 

+++ 05:54 Laschet sieht Europa "politisch draußen" +++

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet sieht Europa im Nahost-Konflikt als völlig einflusslos an. Er bezeichnete die Lage in der Region als desaströs, da zentrale Probleme ungelöst seien. "Das Atomprogramm ist immer noch da", sagt Laschet "Politico". Auch 400 Gramm hoch angereichertes Uran und ballistische Raketen gebe es weiterhin, zudem sei ein Regierungswechsel im Iran ausgeblieben. "Vor dem Krieg, im Krieg und auch in den Fragen der Waffenstillstandsverhandlungen wissen wir nicht einmal, was die Amerikaner überhaupt verhandeln", erklärt der CDU-Politiker. Kurzfristig bleibe den Europäern nur eine unterstützende Rolle, etwa bei einer möglichen künftigen Minenräumung in der Straße von Hormus nach einer Einigung zwischen den USA und dem Iran. Gleichzeitig sieht Laschet jedoch Chancen für eine stärkere sicherheitspolitische und wirtschaftliche Bindung arabischer Staaten an Europa.

+++ 04:47 Ex-US-Außenminister: Trump verfolgt nun selbes Ziel wie das von ihm verhasste Atomabkommen +++

Der frühere US-Außenminister John Kerry hält den Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem früheren Iran-Atomabkommen nach wie vor für falsch. Mit Blick auf aktuelle Versuche der US-Regierung, den Iran bei Verhandlungen von einem Verzicht auf ein Atomwaffenprogramm zu überzeugen, sagt Kerry bei CNN: "Was Präsident Trump nun tun muss, ist, offen gesagt, sie dazu zu bringen, erneut dem zuzustimmen, wozu sie schon einmal zugestimmt haben - was die Absurdität der Situation, in der wir uns befinden, nur noch unterstreichen dürfte." Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie die USA, Russland und China hatten im Jahr 2015 das Atomabkommen mit dem Iran geschlossen, um das Land am Bau einer Atombombe zu hindern. Die USA stiegen allerdings 2018 während der ersten Amtszeit von US-Präsident Trump einseitig aus dem Abkommen aus und verhängten danach erneut Sanktionen gegen den Iran. Daraufhin zog sich Teheran seinerseits schrittweise von seinen in dem Abkommen festgehaltenen Verpflichtungen zurück und fuhr die Anreicherung von Uran hoch. Trump hat das Abkommen mehrfach als "schrecklich" oder "gefährlich" bezeichnet.

+++ 04:17 Libanon: Mehr als 50.000 Häuser und Wohnungen bei Angriffen zerstört oder beschädigt +++

Bei israelischen Angriffen auf den Libanon sind offiziellen Regierungsangaben zufolge seit Anfang März mehr als 50.000 Häuser und Wohnungen zerstört oder beschädigt worden. "Innerhalb von knapp 45 Tagen gab es 17.756 zerstörte und 32.668 beschädigte Häuser und Wohnungen", sagt der Leiter des Nationalen Forschungszentrums (CNRS), Tschadi Abdallah, auf einer Pressekonferenz in Beirut. Seinen Angaben zufolge wurden auch in den ersten drei Tagen der seit Freitag geltenden Waffenruhe noch "428 Häuser und Wohnungen zerstört und 50 beschädigt".

+++ 03:43 Ex-US-Außenminister Kerry: Weniger aggressive Rhetorik von Trump ist richtig +++

Der ehemalige US-Außenminister und Demokrat John Kerry lobt die jüngste rhetorische Abrüstung von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran. "Ich glaube, der Präsident hat in den vergangenen Tagen die richtige Entscheidung getroffen, seine verbalen Angriffe etwas zurückzunehmen", sagt Kerry in einem Interview bei CNN. Trotzdem warnt der Ex-Diplomat vor einer Eskalation. Die Iraner müssten sich bewusst machen, dass die Situation "außer Kontrolle geraten könnte, und das wäre für niemanden gut", betonte Kerry.

+++ 03:13 Israel und Libanon setzen Gespräche in Washington fort +++

Die beiden verfeindeten Nachbarländer Israel und der Libanon wollen an diesem Donnerstag in Washington erneut zu Gesprächen zusammenkommen. Das Treffen auf Botschafterebene soll erneut im US-Außenministerium stattfinden. Teilnehmen sollen die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, sowie der israelische Vertreter in Washington, Jechiel Leiter.

+++ 02:33 Erdogan: Krieg in Golfregion schwächt zunehmend auch Europa +++

Der Iran-Krieg führt nach den Worten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zunehmend auch zu einer Schwächung Europas. "Der Krieg in unserer Region beginnt, auch Europa zu schwächen, und wenn wir in diese Situation nicht mit einem friedensorientierten Ansatz eingreifen, werden die durch den Konflikt verursachten Schäden noch viel größer werden", sagt Erdogan seinem Büro zufolge in einem Telefonat mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Zuvor hatte Erdogan bei einem Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Ankara betont, die Türkei habe sich in dem durch die US-israelischen "Angriffe auf den Iran ausgelösten Prozess auf die Seite des Friedens und der Diplomatie gestellt". "Die Aufrechterhaltung der transatlantischen Beziehungen ist von entscheidender Bedeutung, und die Türkei erwartet von der europäischen Komponente des Bündnisses, dass sie mehr Verantwortung übernimmt", sagt der türkische Präsident. "Es wäre kontraproduktiv, die europäischen Verbündeten, die nicht Mitglieder der EU sind, von den Verteidigungsinitiativen auszuschließen", fügt Erdogan hinzu.

+++ 01:50 TUI-Kreuzfahrtschiffe fahren nach Zwangsaufenthalt am Golf ab Mitte Mai wieder +++

Die beiden TUI-Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5", die wegen des Iran-Kriegs wochenlang in Abu Dhabi beziehungsweise Doha festsaßen, können ab Mitte Mai ihre geplanten Routen zur Sommersaison im Mittelmeer fahren. Beide Schiffe konnten am Sonntag während einer Unterbrechung der Kampfhandlungen den Persischen Golf sicher verlassen, wie der Tourismuskonzern mitteilte. Sie passierten die Straße von Hormus. Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar mussten die beiden Kreuzfahrtschiffe am Golf bleiben. TUI ließ rund 5000 Passagiere ausfliegen. Der Konzern musste sämtliche Reisen auf beiden Schiffen bis Mitte Mai absagen. Die Belastungen infolge des Iran-Kriegs bezifferte TUI auf rund 40 Millionen Euro im März - etwa für die "Rückführungsmaßnahmen".

+++ 01:21 Propaganda-Video der Revolutionsgarden zeigt Schiffsübernahmen in Straße von Hormus +++

Die iranischen Revolutionsgarden haben Aufnahmen veröffentlicht, die zeigen, wie ihre Truppen in der Straße von Hormus zwei Frachtschiffe aufbringen: die unter panamaischer Flagge fahrende "MSC Francesca" und die unter liberianischer Flagge fahrende "Epaminondas". Irans Streitkräfte hatten am Mittwoch nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe vor ihrer Küste angegriffen und manövrierunfähig gemacht. In einer von der Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Nachricht heißt es zur Begründung, die Revolutionsgarden hätten ihre "regelwidrige" Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestoppt. Die Nachrichtenagentur Fars veröffentlicht die Namen der drei Frachtschiffe. Laut dem Trackingdienst Vesselfinder handelt es sich bei der "Epaminondas" um ein Containerschiff unter Flagge Liberias, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten in Richtung Indien unterwegs war. Der Frachter "MSC Francesca" lag zuletzt vor der Küste Saudi-Arabiens und fährt unter der Flagge Panamas. Außerdem wurde ein Containerschiff namens "Euphoria" attackiert, das sich iranischen Angaben zufolge in griechischem Besitz befinden soll. Die "MSC Francesca" und "Epaminondas" seien beschlagnahmt und in iranische Gewässer gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Marine der Revolutionsgarden.

+++ 00:48 Netanjahu: Israel bereit für Verteidigung und Angriff +++

Vor dem Hintergrund der angespannten Lage im Konflikt mit dem Iran ist Israel nach Angaben des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu "auf jedes Szenario vorbereitet". Dies gelte "in der Verteidigung und im Angriff", sagt der 76-Jährige bei einem Treffen mit Soldaten der israelischen Raketenabwehr in der Nähe von Jerusalem. Er besuchte die Soldaten im Rahmen des 78. Unabhängigkeitstag Israels. Auch der israelische Generalstabschef Ejal Zamir sagt, die israelischen Streitkräfte seien "bereit, an allen Fronten sofort und mit großer Stärke wieder zum Kampf zurückzukehren." US-Präsident Donald Trump hatte eine Waffenruhe im Iran-Krieg vorerst verlängert. Ob der Konflikt dennoch fortgesetzt wird, ist ungewiss.

+++ 00:08 Libanesische Journalistin bei israelischem Luftangriff getötet +++

Im Süden des Libanon ist eine libanesische Journalistin bei einem israelischen Luftangriff (siehe Eintrag von 23:18 Uhr) getötet worden. Die Leiche der für die Zeitung "Al-Achbar" tätigen Amal Chalil sei nach einem umfassenden Such- und Rettungseinsatz nach einem israelischen Luftangriff in der Stadt al-Tiri geborgen worden, teilte der libanesische Zivilschutz mit. Die Zeitung bestätigte den Tod ihrer Mitarbeiterin. Eine weitere Journalistin wurde Behörden zufolge bei dem Angriff verletzt. "Al-Achbar" hatte zuvor mitgeteilt, dass ihre beiden Mitarbeiterinnen Chalil und Seinab Faradsch bei einem israelischen Angriff auf die nahe der israelischen Grenze gelegenen Stadt al-Tiri verletzt worden seien. Libanons Informationsminister Paul Morcos erklärte im Onlinedienst X, Chalil sei "von der israelischen Armee ins Visier genommen worden, während sie ihre berufliche Pflicht erfüllte". Eine solche "gezielte Attacke auf Journalisten" sei "ein schweres Verbrechen und ein eklatanter Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht", fügte er hinzu.

+++ 23:48 Libanon: Zweiter französischer Blauhelmsoldat nach Angriff gestorben +++

Nach dem Angriff auf französische Blauhelmsoldaten im Süden des Libanon ist nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein zweiter französischer Soldat gestorben. Der Soldat sei seinen schweren Verletzungen erlegen, erklärt Macron bei X. Ein französischer Soldat war bereits am Samstag bei dem Angriff getötet worden. Macron macht erneut die proiranische Hisbollah-Miliz für den Angriff verantwortlich, die eine Verantwortung für die Attacke von sich gewiesen hatte. Der Angriff auf die Unifil-Soldaten hatte sich einen Tag nach dem Inkrafttreten einer zehntägigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon ereignet. Zwei weitere französische Blauhelmsoldaten wurden nach Angaben des französischen Außenministeriums bei dem Angriff auf die Unifil-Patrouille verletzt. International löste der Angriff auf die Blauhelmsoldaten Empörung aus.

+++ 23:18 Libanon: Israels Militär soll Rettungsteams nach Angriff auf Journalistinnen bombardiert haben +++

Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon ist nach libanesischen Angaben eine Journalistin verletzt und eine weitere unter Trümmern verschüttet worden. Rettungskräfte seien durch anhaltenden israelischen Beschuss zeitweise daran gehindert worden, zu der Eingeschlossenen vorzudringen, teilen das libanesische Gesundheitsministerium, ein hochrangiger Militärvertreter und Journalistenverbände mit. Israels Militär weist den Vorwurf zurück, Rettungsteams blockiert zu haben, und erklärt, es habe Berichte über zwei verletzte Journalistinnen erhalten. Bei einem Angriff auf ein Auto seien zudem zwei Menschen getötet worden, berichten libanesische Medien. Bei den beiden Reporterinnen handelt es sich um Amal Khalil und die freie Fotografin Zeinab Faraj. Sie berichteten aktuell über Entwicklungen nahe der Stadt Al-Tairi, als ein israelisches Geschoss ein Fahrzeug vor ihnen traf. Daraufhin seien sie in ein nahegelegenes Haus geflüchtet, das anschließend von einem weiteren israelischen Angriff getroffen worden sei. Libanesische Rettungskräfte konnten Faraj, die eine Kopfverletzung erlitten hatte, retten, wie Elsy Moufarrej von der libanesischen Journalistengewerkschaft sagt. Als die Helfer zurückkehrten, um Khalil zu retten, habe Israels Militär eine Blendgranate abgeworfen und so den Zugang zu dem zerstörten Gebäude blockiert. Das Gesundheitsministerium in Beirut teile mit, Israels Militär habe die Rettung durch den Einsatz einer Blendgranate und scharfer Munition auf den Krankenwagen verhindert. Etwa vier Stunden nach dem ersten Angriff hätten die Retter an den Ort zurückkehren können, sagte Moufarrej. Das Schicksal von Khalil war zunächst unklar.

+++ 22:48 US-Botschaft rät Amerikanern, den Libanon zu verlassen +++

Die US-Botschaft in Beirut legt Amerikanerinnen und Amerikanern dringend nahe, den Libanon zu verlassen. "Die Sicherheitslage ist weiterhin komplex und kann sich schnell ändern", teilt die Botschaft in einer Sicherheitswarnung mit. US-Bürgerinnen und Bürgern sollten ausreisen, solange es noch kommerzielle Flugverbindungen gebe. Wer im Libanon bleibe, sollte Pläne für Notfallsituationen erstellen und die aktuellen Entwicklungen verfolgen, heißt es. Es gibt derzeit Hinweise darauf, dass die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon wackelt. Ein Abgeordneter der libanesischen Hisbollah-Miliz, Hussein Hadsch Hassan, sagte einem libanesischen TV-Sender, die Organisation sei der Waffenruhe nicht mehr verpflichtet. Zuvor hatten Israel und die proiranische Hisbollah sich mehrfach Verstöße gegen die zehntägige Waffenruhe vorgeworfen, die in der Nacht auf Freitag in Kraft getreten war.

+++ 22:17 Trump-Sprecherin spielt iranische Angriffe auf Frachter herunter +++

Nach iranischen Angriffen auf Frachter in der Straße von Hormus spielt das Weiße Haus die Bedeutung der Vorfälle herunter. Die Medien würden das Thema aufbauschen, um die erfolgreiche Zerstörung der iranischen Marine durch das US-Militär zu hinterfragen, sagt Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, dem Sender Fox News. Einen Verstoß gegen die Waffenruhe sehe sie nicht, weil die Schiffe weder unter US- noch unter israelischer Flagge gefahren seien. Die Trump-Sprecherin sagt zudem, dass Teheran die für den Welthandel immens wichtige Straße von Hormus "nicht kontrolliert". "Was wir hier erleben, ist Piraterie", teilt sie mit. In der Straße von Hormus war zuvor ein Containerschiff unter Beschuss durch die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gekommen und schwer beschädigt worden, wie die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt mitteilt. Wenig später meldet die Behörde erneut einen Vorfall. Irans Streitkräfte reklamierten hingegen drei Angriffe auf Frachtschiffe für sich.

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