Iran-Krieg im Liveticker+++ 06:02 China: Kein Frieden in Nahost, sondern "eine Gelegenheit +++
Chinesische Staatsmedien fordern, das "schmale Fenster" des zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran für Friedensverhandlungen zu nutzen. Die Feuerpause sei "kein Frieden, sondern eine Gelegenheit", kommentiert die staatliche Zeitung "China Daily". Die Versuchung, die Pause militärisch zur Neuaufstellung zu nutzen, sei groß. Bei falschen Entscheidungen drohe eine viel längere und schädlichere Krise. Die von der Kommunistischen Partei kontrollierte "Global Times" schreibt, die US-Truppen stünden bereit weiterzukämpfen, auf iranischer Seite hätten die Soldaten weiter "die Finger am Abzug". Sollten die Verhandlungen nur zum Zeitschinden genutzt werden, könne der Konflikt jederzeit wieder eskalieren.
+++ 05:21 Schah-Sohn Pahlavi: Politischer Umbruch ist "einzige Lösung" +++
Schah-Sohn Reza Pahlavi pocht trotz der mit den Machthabern in Teheran vereinbarten Waffenruhe auf einen politischen Umbruch im Iran. "Wir hoffen (...), dass die freie Welt versteht, dass die einzige Lösung - nicht nur für uns, sondern auch für alle unsere Nachbarn in der Region und für die ganze Welt - darin besteht, dass dieses Regime nicht mehr an der Macht ist", sagt Pahlavi im Interview mit dem französischen Sender LCI. Anders als US-Präsident Donald Trump es darstelle, gebe es im Iran bislang keinen politischen Umbruch. Es seien dieselben Menschen, "vielleicht etwas geschwächt", die weiterhin an der Macht seien. "Für uns ist das kein Regimewechsel", sagte er. "Es muss einen klaren Schnitt geben."
+++ 04:29 Hisbollah meldet Raketenangriffe auf Israel +++
Die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon feuert nach eigenen Angaben wieder Raketen auf Israel. "Als Reaktion auf die Verletzung des Waffenruhe-Abkommens durch den Feind" sei am frühen Morgen der israelische Kibbuz Manara nahe der Grenze zum Libanon "mit einem Raketenhagel" ins Visier genommen worden, teilt die Miliz mit. Zuvor hatte die Hisbollah erklärt, sie habe das "Recht", auf israelische Angriffe zu reagieren. Die israelische Armee hatte nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ihre Angriffe im Libanon verstärkt
+++ 03:55 Wegen Seeminen: Iran verweist auf Alternativen zur Hormus-Straße +++
Wegen der Gefahr durch mögliche Seeminen in der Straße von Hormus verweist die Marine der iranischen Revolutionsgarden auf zwei alternative Routen entlang der iranischen Küste. "Alle Schiffe, die beabsichtigen, die Straße von Hormus zu passieren", sollten "zum Schutz vor möglichen Kollisionen mit Seeminen alternative Routen" nutzen, heißt es in einer Erklärung, die in iranischen Medien verbreitet wird. Es gibt Anweisungen für eine alternative Ein- und Ausfahrt durch die Meerenge. Die Routen verlaufen demnach südlich und nördlich der Insel Larak. Um aus dem Arabischen Meer in den Golf einzufahren, müssen Schiffe zwischen der iranischen Küste und Larak hindurchfahren. Die Schifffahrtszeitschrift "Lloyd's List" hat diese Passage als "Teheraner Mautstelle" bezeichnet.
+++ 02:56 Trump spricht nach Rutte-Treffen wieder über Grönland +++
US-Präsident Donald Trump wirft den Nato-Partnern erneut mangelnde Unterstützung im Krieg gegen den Iran vor. Dabei thematisiert er wieder den Streit um Grönland. "Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen", schreibt er in Großbuchstaben auf seiner Plattform Truth Social nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Die Verbündeten sollten sich an Grönland erinnern, das er als "großes, schlecht verwaltetes Stück Eis" bezeichnet.
+++ 02:30 Macron: Waffenruhe muss auch für Libanon gelten +++
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron pocht in Telefonaten mit US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian auf ein Einhalten der vereinbarten Waffenruhe. "Sie muss den Weg für umfassende Verhandlungen ebnen, die die Sicherheit aller im Nahen Osten gewährleisten", schreibt er auf X. Er habe auch mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und Premierminister Nawaf Salam telefoniert und Frankreichs uneingeschränkte Solidarität angesichts der massiven israelischen Angriffe im Libanon zum Ausdruck gebracht, so Macron weiter. "Wir verurteilen diese Angriffe auf das Schärfste." Der Libanon müsse vollständig unter dem Schutz des Waffenstillstands stehen.
+++ 01:57 Rutte: Trump ist "eindeutig enttäuscht" über Nato +++
Nato-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnet das Gespräch mit US-Präsident Trump im Weißen Haus als "sehr offene Diskussion zwischen zwei Freunden". Trump habe sich "eindeutig enttäuscht" über das transatlantische Bündnis und mehrere Partnerstaaten gezeigt, so Rutte im interview mit dem US-Sender CNN. Ob und in welchem Umfang ein möglicher Austritt der Vereinigten Staaten aus dem Verteidigungsbündnis thematisiert wurde, sagt Rutte nicht.
+++ 01:24 Heftige Angriffe im Libanon: Über 180 Tote an einem Tag +++
Am ersten Tag nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran verstärkt die israelische Armee ihre Angriffe im Libanon. Bei den massiven Angriffen wurden mindestens 182 Menschen getötet und 890 weitere verletzt, teilt das libanesische Gesundheitsministerium mit. Die Hauptstadt Beirut habe die heftigsten Angriffe seit dem Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz erlebt. Israel erklärt, die Waffenruhe gelte nicht für den Libanon.
+++ 00:39 Trump: Iran und USA könnten Straße von Hormus gemeinsam absichern +++
Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus könnte nach den Worten von US-Präsident Trump gemeinsam von den USA und dem Iran abgesichert werden. Es gebe die Überlegung, es als Gemeinschaftsprojekt umzusetzen, sagt er dem Sender ABC News zufolge. "Das ist eine Möglichkeit, sie abzusichern - auch vor anderen Leuten", sagt er, ohne weiter ins Detail zu gehen. Trump hatte sich zuvor bereiterklärt, zwei Wochen lang auf Bombardierungen und Angriffe auf den Iran zu verzichten, sollte Teheran die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus öffnen. Der Iran hält derweil weiterhin an einer Kontrolle des Schiffsverkehrs durch die Meerenge fest. Laut einer Erklärung von Irans Außenminister Abbas Araghtschi unterliegt der Verkehr nach wie vor "technischen Beschränkungen und der Abstimmung mit den iranischen Streitkräften". Der Iran hatte zuvor den Vorschlag unterbreitet, eine Art Maut von Schiffe zu kassieren und diese mit dem Oman, der sich auf der anderen Seite der Straße von Hormus befindet, zu teilen. Zu einem möglichen Engagement der USA ist aus Teheran bisher nichts zu hören.
+++ 23:58 Vance: Waffenruhe zwischen USA und Iran umfasst nicht den Libanon +++
US-Vizepräsident JD Vance sieht den Libanon nicht in der vereinbarten Waffenruhe inbegriffen. Dass der Iran davon ausgehe, sei ein Missverständnis, sagt Vance in Budapest. "Weder wir noch die Israelis haben gesagt, dass dies Teil der Waffenruhe sein würde." Die USA hätten derlei Versprechen nie auch nur angedeutet. "Was wir gesagt haben, ist, dass sich der Waffenstillstand auf den Iran und die Verbündeten der USA konzentrieren würde". Dazu zählen laut Vance neben Israel auch die arabischen Golfstaaten.
+++ 23:24 Bericht: USA erwägen Schließung von Militärbasis in Deutschland oder Spanien +++
Die US-Regierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge die "Bestrafung" bestimmter Nato-Mitgliedsländer wegen einer mangelnden Unterstützung der USA während des Iran-Kriegs. So könnten US-Soldaten aus bestimmten Ländern abgezogen werden, die wenig geholfen hätten, und in Ländern stationiert werden, die die US-Angriffe stärker unterstützt hätten, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Auch könne der Plan umfassen, eine US-Basis in mindestens einem europäischen Land zu schließen, möglicherweise in Deutschland oder in Spanien, hieß es.
+++ 23:06 Hisbollah: Leibwächter von Hisbollah-Chef bei Angriff getötet +++
Bei einem israelischen Luftangriff im Süden des Libanon ist nach Hisbollah-Angaben ein Leibwächter des Hisbollah-Chefs Naim Kassim getötet worden. Der genaue Ort ist unklar. Aus israelischen Sicherheitskreisen heißt es, ein anderer Angriff Israels habe ein Gebäude sowie einen nahegelegenen Parkplatz in der libanesischen Hauptstadt Beirut getroffen. Es sei vermutet worden, dass Kassim selbst sich dort versteckt gehalten habe. Kassim führt die Schiitenorganisation seit Oktober 2024 an. Er folgte auf den langjährigen Generalsekretär Hassan Nasrallah, der im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im September 2024 vom israelischen Militär gezielt getötet wurde.
+++ 22:49 Israel hebt Beschränkungen durch Ausnahmezustand weitgehend auf +++
In Israel sollen ab morgen zahlreiche Beschränkungen gelockert werden, die zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar im Rahmen des Ausnahmezustands eingeführt worden waren. Bis auf das Grenzgebiet zum Libanon im Norden könne das Leben in den anderen Landesteilen ab 06 Uhr Ortszeit (05 Uhr MESZ) "zum normalen Maß" zurückkehren, kündigen die Sicherheitsbehörden am Mittwoch an. Das bedeutet, dass Unternehmen wieder normal arbeiten und die Schulen wieder öffnen können. Der Donnerstag ist an den meisten Schulen der erste Tag nach den Pessach-Schulferien. Der Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv will ab Mitternacht wieder in den Normalbetrieb gehen. In vielen Landesteilen bleiben allerdings Versammlungen weiter auf 1000 Teilnehmer beschränkt.
+++ 22:09 Tanker müssen umkehren - Iran hat Straße von Hormus geschlossen +++
Im iranischen Staatsfernsehen heißt es, die Straße von Hormus sei vollständig geschlossen worden. Öltanker müssten wieder umkehren.
+++ 21:48 Bericht: Nato erwägt Marine-Einsatz am Persischen Golf, um Trump zu beschwichtigen +++
Die Nato erwägt einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge einen Marine-Einsatz in der Nahost-Region, um den Schiffsverkehr im Persischen Golf zu sichern. "Es spricht vieles dafür, das als Nato-Mission zu organisieren", zitiert die Zeitung Nato-Insider. Zu den Vorteilen einer Nato-Mission gehöre, dass die Amerikaner in den Einsatz eingebunden wären. Zugleich würde das Bündnis den USA beweisen, dass es weiterhin relevant sei. Eine Idee wäre demnach, die Mission zunächst als "Koalition der Willigen" zu starten und dann auf dem Nato-Gipfel im Juli in Ankara in die Nato-Kommandostrukturen zu überführen. Die mögliche Nato-Mission könne der "Tribut" sein, der nötig sei, um US-Präsident Donald Trump zu besänftigen, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Nato-Insider weiter. Die Gespräche über einen solchen Einsatz seien aber noch in einem frühen Stadium.
+++ 21:24 US-Regierung drängt Iran zur Öffnung der Straße von Hormus +++
Die USA drängen den Iran zur sofortigen Öffnung der Straße von Hormus. Präsident Donald Trump erwarte, dass die Meerenge "unverzüglich, schnell und sicher wieder geöffnet" werde, sagt die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, in Washington. Jede Schließung sei "völlig inakzeptabel". Der Iran hatte die Öffnung der Straße von Hormus im Rahmen der Waffenruhe-Vereinbarung mit den USA zugesagt. Seit Verkündung der Feuerpause in der Nacht durchquerten nach Angaben des Meeres-Beobachungsdienstes MarineTraffic aber nicht einmal eine Handvoll Schiffe die Meerenge. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars war die Durchfahrt von Öltankern zuletzt wieder "vollständig unterbrochen". Als Grund nannte die Agentur den erneuten israelischen Angriff auf den Libanon. Dieser sei "ein Verstoß gegen die Waffenruhe". Die USA und Israel behaupten das Gegenteil. Tatsächlich hatte der pakistanische Ministerpräsident in der Mitteilung über die Einigung den Libanon allerdings einbezogen, wie Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf X schreibt..
+++ 21:02 Iran warnt: USA haben bereits gegen drei von zehn Punkten verstoßen +++
Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sagt, drei zentrale Punkte des 10-Punkte-Vorschlags des Irans seien bereits vor den für Samstag in Pakistan geplanten Verhandlungen mit den USA verletzt worden. Zu den Verstößen gehörten die Verletzung eines Waffenstillstands im Libanon, das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum und die Verweigerung des Rechts des Iran auf Urananreicherung, schreibt Ghalibaf auf X. Unter solchen Umständen seien ein bilateraler Waffenstillstand oder Verhandlungen nicht sinnvoll.
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