Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 22:12 Bundeskanzler Merz: "Wir sind hier kein Vermittler" +++

28.01.2026, 00:01 Uhr

Bundeskanzler Friedrich Merz erteilt Forderungen nach direkten Gesprächen mit Russlands Präsident Wladimir Putin zum Ukraine-Krieg eine Absage. "Die Gespräche sind vor allen Dingen zwischen der Ukraine und Russland notwendig", sagt er nach Beratungen im Koalitionsausschuss. Das seien die beiden Kriegsparteien. "Wir sind hier kein Vermittler." Vizekanzler Lars Klingbeil ergänzt, derzeit würden die Verhandlungen in der Tat vor allem zwischen der Ukraine und Russland geführt. "Ob und wann der Zeitpunkt kommt, wo europäische Staats- und Regierungschefs mit Putin wieder direkt reden, das wird man dann zu entscheiden haben", sagt Klingbeil. "Aber gerade sehe ich den Zeitpunkt nicht."

+++ 21:36 Selenskyj: Russland plant neuen großen Angriff +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt, dass die russische Seite einen neuen massiven Angriff vorbereite. "Das geht aus unseren Geheimdienstinformationen hervor. Die Vereinigten Staaten, Europa und alle unsere Partner müssen verstehen, wie sehr dies die diplomatischen Gespräche diskreditiert. Das gilt für jeden einzelnen russischen Angriff." In Kiew sollen die Temperaturen am Wochenende wieder stark fallen. Arbeiter aus der Energieindustrie konnten zudem gerade erst wieder viele Wohnblocks an die Netze anschließen (siehe Eintrag von 17:00 Uhr). Dennoch leben weiterhin auch Menschen komplett ohne Strom und Heizung. Selenskyj kritisiert die Stadtverwaltung: "Die Ausrüstung hätte schon vor dem Winter besorgt und gekauft werden müssen, und die Stadtverwaltung von Kiew sollte jetzt um ein Vielfaches schneller agieren, um den Menschen wenigstens im Februar das Leben zu erleichtern."

+++ 20:59 USA: Nur noch Gebietsfrage offener Punkt bei Verhandlungen +++

Die Gebietsfragen rund um Donezk im Osten der Ukraine sind nach Worten von US-Außenminister Marco Rubio der letzte verbliebene Streitpunkt bei den Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Es handele sich um ein "sehr schwieriges" Thema, sagt Rubio vor einem Senatsausschuss. Bei den Folgegesprächen werde es zwar möglicherweise eine US-Präsenz geben. Die bisherigen Gesandten von Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, nähmen daran aber nicht mehr teil.

+++ 20:28 Schreckliche Bilder: Russischer Angriff setzt Personenzug in Brand +++

Immer wieder greift Russland den Schienenverkehr in der Ukraine an. In Charkiw treffen Drohnen einen Personenzug und setzen in Brand. An Bord sollen sich weit mehr als 100 Personen befinden, darunter auch Soldaten. Selenskyj verurteilt den Angriff scharf:

+++ 19:46 Panzer aus alten Sowjetlagern "weitgehend aufgebraucht" - Auswirkungen auf Front erwartet +++

Laut Oleh Luhowskyj, dem stellvertretenden Leiter des Auslandsgeheimdienstes der Ukraine, sind die einst gigantischen russischen Bestände aus der Sowjetzeit an gepanzerten Fahrzeugen und Artillerie weitgehend aufgebraucht. Daher sei Moskau nun auf die Herstellung neuer Ausrüstung angewiesen, was weitaus zeitaufwändiger und kostspieliger sei, sagt er dem Medium Ukrinform. Luhowskyjs Angaben zufolge wird Russland 2026 zum Beispiel zwar 260 neue Kampfpanzer herstellen - also 20 Prozent mehr als im Vorjahr - gleichzeitig wird aber erwartet, dass die Rate der Restaurierungen von alten Panzern um 40 Prozent sinkt. "Infolgedessen wird die Gesamtzahl der auf das Schlachtfeld gelieferten Panzer um etwa ein Drittel geringer ausfallen als im letzten Jahr." Die russischen Streitkräfte hatten in den vergangenen Monaten ein paar Großangriffe mit schwerem Gerät durchgeführt, aber weitaus weniger als zu früheren Zeiten. Auch die Zahl der von der Ukraine gemeldeten eliminierten russischen Fahrzeuge ist 2025 deutlich eingebrochen. OSINT-Analysten stellen zudem fest, dass die verbliebenen Reserven in den alten sowjetischen Lagern oft in sehr schlechtem Zustand sind:

+++ 19:14 ISW: Russland verbreitet Lügen und Übertreibungen über die Lage auf dem Schlachtfeld +++

Das russische Militärkommando verbreitet laut Angaben des Instituts für Kriegsstudien (ISW) "weiterhin nachweisbare Lügen und Übertreibungen über Erfolge auf dem Schlachtfeld, um die Ukraine und den Westen dazu zu bewegen, den Forderungen Russlands nachzugeben, die es militärisch nicht durchsetzen kann". So habe Armeechef Gerassimow behauptet, seit dem 1. Januar seien 17 Siedlungen und 500 Quadratkilometer erobert worden. "Das ISW hat jedoch Hinweise darauf gefunden, dass die russischen Streitkräfte zwischen dem 1. und 27. Januar nach Infiltrationsmissionen nur auf einer Fläche von 265,45 Quadratkilometern vorgerückt sind oder eine Präsenz aufgebaut haben." Auch die Angabe, dass die Truppen bis auf 12 bis 14 Kilometer Saporischschja vorgedrungen seien, stimme nicht. Die russischen Truppen sollen sich 18 Kilometer südlich der Stadt befinden.

+++ 18:38 "Stellen Handel über Interessen der Ukrainer" - USA kritisieren EU-Indien-Abkommen +++

US-Finanzminister Scott Bessent übt Kritik an dem Handelsabkommen zwischen der EU und Indien. Die Einigung zeige, dass die Europäer den Handel über die Interessen der ukrainischen Bevölkerung stellten, sagt Bessent dem Sender CNBC. Europa kaufe in Indien Raffinerieprodukte, die aus sanktioniertem russischen Öl hergestellt würden. Zudem sei die EU nicht bereit gewesen, sich den US-Sanktionen gegen Indien anzuschließen, weil sie separat über das Abkommen verhandelt habe. Die EU und Indien verständigten sich am Dienstag auf den weitreichenden Vertrag, das Zölle auf fast alle Waren abschafft und die EU-Exporte nach Indien bis 2032 verdoppeln soll.

+++ 18:02 Ukraine soll in Kürze wichtige Flugabwehrsysteme aus Deutschland erhalten +++

In der Ukraine werden möglicherweise zeitnah weitere Flugabwehrsysteme vom Typ Iris-T eintreffen. Diese haben eine hohe Abschussquote bei Drohnen und Marschflugkörpern. Auch einzelne Berichte über Abschüsse von russischen ballistischen Raketen gibt es. Der deutsche Botschafter in der Ukraine, Heiko Toms, erklärt in einem Interview mit Sender Suspilne: "Soweit mir bekannt ist, haben wir bereits neun IRIS-T-Systeme geliefert, und in Kürze wird die Lieferung weiterer neuer IRIS-T-Systeme erwartet." Das Flugabwehrsystem Iris-T SLM hat eine Reichweite von bis zu 40 Kilometern. Hersteller Diehl Defence will die Produktion des Systems deutlich ausweiten. Bei den Lenkflugkörpern sei eine Zahl von 2000 pro Jahr angestrebt, sagt Diehl-Chef Helmut Rauch. Von den Feuereinheiten, die neben den Startgeräten für die Lenkflugkörper auch die Einsatzzentrale und das Radar umfassen, sollten mittelfristig bis zu 16 pro Jahr gefertigt werden.

+++ 17:36 Holocaust-Überlebende erfriert in ihrer Wohnung in Kiew +++

Die Leiterin des ukrainischen Center for Civil Liberties, das 2022 den Friedensnobelpreis erhielt, berichtet von einer älteren Frau, die in ihrer Wohnung in Kiew erfroren ist. "Sie hatte den Holocaust überlebt, aber diesen Winter nicht. Wie sich herausstellte, waren wir fast Nachbarn; sie wohnte in Podil", schreibt Oleksandra Matwijtschuk auf der Plattform Bluesky. Besonders für alte Menschen in Kiew sind die Temperaturen eine große Gefahr. Nicht nur Heizungen sind oft ohne Funktion, sondern bei Stromausfällen auch Aufzüge. Manche Menschen können ihre Wohnungen nicht mal eben verlassen, um beispielsweise wärmere Orte aufzusuchen. Am Wochenende sollen die Temperaturen auf -20 Grad sinken (siehe Eintrag von 17:00 Uhr).

+++ 17:00 Schlimme Wetterprognose für Kiew +++

Den Menschen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew stehen nach den russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur weiterhin extrem harte Tage bevor, es wird nämlich immer kälter. Aktuell liegen die Temperaturen noch bei 0 Grad, doch am Wochenende können es in der Nacht -20 werden. Die Höchsttemperatur soll am Sonntag tagsüber bei gerade mal -15 Grad liegen. Am Montag wird es Prognosen zufolge sogar noch kälter. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko sind derzeit 737 Wohnblocks ohne Heizung. Die überwiegende Mehrheit davon befinde sich im Stadtteil Troieshchyna. "Über 1.000 Mitarbeiter der Energieversorger arbeiten daran, die Probleme mit der Wärmeversorgung in Kiew zu beheben." Nach und nach erreichen auch immer mehr Generatoren die Hauptstadt, die teilweise durch Spenden finanziert wurden:

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Zelte helfen den Einwohnern, sich aufzuwärmen oder Smartphones zu laden. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

+++ 16:30 Munz: "Muss immer davon ausgehen, dass Geheimdienst mithört" +++

Laut einer aktuellen Umfrage sehen viele Russen in Deutschland eine feindselige Nation. Kriegs- oder gar Kreml-kritische Aussagen suche man in den Umfrageergebnissen vergeblich, sagt ntv-Reporter Rainer Munz. Zu groß sei die Angst vor dem Geheimdienst, zu stark die Macht der Putin-Propaganda:

+++ 16:06 Russland, Ukraine und USA setzen Gespräche am Sonntag fort +++

Die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA über einen Waffenstillstand sollen am Sonntag dieser Woche fortgesetzt werden. Gastgeber für die Beratungen sei erneut Abu Dhabi, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Präsidialamt in Moskau. Am Freitag und Samstag vergangener Woche fand die erste Runde dieser trilateralen Gespräche in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, statt:

+++ 15:38 Russland verschiebt Verfahren gegen deutschen Bildhauer Jacques Tilly +++

Die russische Justiz verschiebt das umstrittene Strafverfahren gegen den deutschen Karnevalisten und Bildhauer Jacques Tilly erneut - dieses Mal auf den 26. Februar. Das Gericht müsse einen neuen Termin ansetzen, weil Zeugen in dem Verfahren nicht erschienen seien, sagte ein Gerichtssprecher. Das Verfahren geht demnach am 26. Februar, 11.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr MEZ), weiter. Laut Gericht muss sich Tilly wegen Verunglimpfung der russischen Staatsorgane verantworten, dazu gehört neben der russischen Armee auch Präsident Wladimir Putin. "Ich bin von der russischen Justiz nach wie vor nicht über das Verfahren informiert worden. Kein Brief, keine Info - nichts", sagt Tilly auf Anfrage. Der Bildhauer hatte mehrere Karnevalswagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug mit Karikaturen von Kremlchef Putin gebaut.

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Eine Auswahl der Werke ... (Foto: picture alliance / Jochen Tack)
Rosenmontagszug-in-Duesseldorf-Mottowagen-von-Wagenbauer-Jacques-Tilly-Putin-und-Trump-geben-sich-die-Hand-und-zerquetschen-dabei-den-Ukraine-Praesidenten-Selenskyj-NRW-Deutschland
... von Jacques Tilly. (Foto: picture alliance / Jochen Tack)

+++ 15:07 Russland: Putin hat über mögliches Selenskyj-Treffen mit Trump gesprochen +++

Bei den Telefonaten zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump ist Russland zufolge mehrfach auch ein Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Thema gewesen. Trump habe eine solche Möglichkeit vorgeschlagen, sagt Juri Uschakow, Putins außenpolitischer Berater, im staatlichen russischen Fernsehen. Russland verweigere einen solchen Kontakt nicht, behauptet er. Ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj müsse aber gut vorbereitet und ergebnisorientiert sein. Wenn Selenskyj dazu bereit sei, könne er nach Moskau kommen, und seine persönliche Sicherheit sei gewährleistet. Daran gibt es jedoch erhebliche Zweifel, da Russland seit Jahren erfolglos versucht, die Regierung von Selenskyj zu entfernen. Der ukrainische Staatschef lehnte im vergangenen Jahr die Idee eines Treffens in Moskau ab und schlug stattdessen vor, Putin solle nach Kiew kommen:

+++ 14:19 Ukraine bestellt Ungarns Botschafter ein +++

Das ukrainische Außenministerium bestellt den Budapester Botschafter ein, um gegen Vorwürfe der Einmischung in den ungarischen Wahlkampf zu protestieren. Das teilt das Ministerium in Kiew mit. Die ungarische Regierung beschuldigt die Ukraine, die Opposition bei der anstehenden Parlamentswahl im April zu unterstützen. Man müsse sich darauf einstellen, dass die Ukrainer ihre "offene und grobe Einmischung" zugunsten der Oppositionspartei Tisza fortsetzen werde, kritisierte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto auf Facebook. Der seit 2010 regierende Ministerpräsident Viktor Orban sieht sich erstmals einem starken Herausforderer gegenüber. In Umfragen liegt die Mitte-Rechts-Partei Tisza von Peter Magyar nach drei Jahren wirtschaftlicher Stagnation vor der rechtsnationalen Fidesz-Partei des Regierungschefs. Orban hatte seine Kritik an der Ukraine zuletzt verschärft und versucht, Magyar in die Nähe von Kiew und der EU-Kommission zu rücken.

+++ 13:52 Ukraine: Russland greift Hafen in der Region Odessa an +++

Russische Streitkräfte haben den Hafen von Piwdenne in der südukrainischen Region Odessa angegriffen. Das teilt die Verwaltung der Seehäfen der Ukraine auf Telegram mit. "Infolge des Angriffs wurden Schäden an Produktions- und Eisenbahninfrastruktureinrichtungen festgestellt", schreibt die Seehafen-Verwaltung. "Es kam zu einem Brand, der von den Kräften des Unternehmens schnell gelöscht wurde." Der Hafen sei weiter in Betrieb. Menschen sollen demnach nicht verletzt worden sein. Russland erhöhe seine Angriffe auf Seehäfen der Ukraine seit einiger Zeit, berichtet "Ukrainska Prawda". Demnach hat es während der ersten Kriegsjahre nur wenige Dutzend Angriffe auf Seehäfen gegeben. Im vergangenen Jahr soll die Zahl der russischen Attacken auf ukrainische Häfen auf mehr als dreihundert gestiegen sein.

+++ 13:12 Ukrainisches Militär meldet Treffer auf russisches Öldepot in Woronesch +++

Der ukrainische Generalstab meldet einen Angriff auf das Öllager Chocholska in der russischen Oblast Woronesch. Dabei hätten sich Ölprodukte entzündet, teilt das Militär in einer Erklärung in den sozialen Medien mit. Es sei dichter Rauch zu beobachten. Die Folgen des Angriffs werden derzeit geprüft.

+++ 12:55 Ukrainische Luftabwehr schießt 103 von 146 russischen Drohnen ab +++

Die Luftwaffe der Ukraine hat 103 von 146 Drohnen zerstört, mit denen Russland in den vergangenen Stunden die Ukraine angegriffen hat. Das teilen die ukrainischen Streitkräfte auf Telegram mit. Etwa 90 der russischen Drohnen waren vom Typ Shahed, so die ukrainische Luftwaffe. Bei den russischen Luftangriffen wurden demnach zwei Menschen getötet und mindestens sechs weitere verletzt (siehe Eintrag 05:15).

+++ 12:05 Bericht: Pro-ukrainische Partisanen legen russisches Umspannwerk lahm +++

Die pro-ukrainische Partisanengruppe "Atesh" hat eine Umspannstation in der russischen Republik Udmurtien sabotiert. Das berichtet "The Kyiv Independent" unter Berufung auf Angaben der "Atesh"-Gruppe. Ein Mitglied der Gruppe soll Geräte in der Umspannstation am nördlichen Ende der Stadt Ischewsk, der Hauptstadt der Republik Udmurtien, beschädigt haben, so der Bericht. Der darauf folgende Stromausfall soll zu einer "teilweisen Unterbrechung der Stromversorgung" einer Fabrik geführt haben, die vom russischen militärisch-industriellen Komplex zur Herstellung von unter anderem Stahl- und Metallprodukten genutzt wird. "The Kyiv Independent" konnte diese Behauptungen nicht unabhängig überprüfen. Das Ausmaß der Schäden oder die Schwere der verursachten Stromausfälle sind demnach noch unklar.

+++ 11:22 Ukrainischer Geheimdienst veröffentlicht Video mit erfolgreichen Treffern auf russische Flugplätze aus dem vergangenen Jahr +++

Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) veröffentlicht eine Videocollage, in der der Inlandsgeheimdienst Ausschnitte der erfolgreichen Angriffe auf russische Militärflugplätze sowie russische Flugzeuge und Helikopter dokumentiert. Demnach hat die SBU-Spezialeinheit "Alpha" fünf russische Militärflugplätze und fünfzehn Flugzeuge im vergangenen Jahr zerstört.

+++ 11:01 Selenskyj: An Abkommen zum Wiederaufbau muss noch gearbeitet werden +++

In einem Abkommen mit den Vereinigten Staaten über den Wiederaufbau nach dem Krieg gibt es dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge Punkte, die noch eingehender besprochen werden müssen. Das Wiederaufbauabkommen ist Teil eines umfassenderen Plans zur Beendigung des fast vierjährigen Krieges mit Russland. "Die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Seite schreitet aktiv voran, und auf ukrainischer Seite arbeiten wir mit maximaler Effizienz", schreibt Selenskyj auf der Online-Plattform X.

+++ 10:18 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++

Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit dem 24. Februar 2022 rund 1.236.570 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb von 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 690. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen unter anderem außerdem 22 Artilleriesysteme und 1012 Drohnen zerstört worden sein. Insgesamt soll Russland laut der Ukraine seit Beginn des Großangriffs 11.609 Panzer, 36.713 Artilleriesysteme, 1286 Flugabwehrsysteme und 434 Flugzeuge, 347 Hubschrauber, 117.724 Drohnen, 28 Schiffe sowie zwei U-Boote verloren haben. Westliche Schätzungen nennen geringere Verlustzahlen – wobei das auch nur Mindestwerte sind.

+++ 09:34 Drohnen-Szene zeigt mit Novum, wie sich Krieg verändert hat +++

Ein Video aus der Ukraine belegt offenbar erstmals, wie sich russische Soldaten einer bewaffneten Bodendrohne ergeben. Über den einzelnen Vorfall hinaus zeigt die Szene einmal mehr eine grundsätzliche Entwicklung, wie die Kämpfe in der Ukraine die Kriegsführung womöglich für immer verändert haben.

+++ 08:50 Bericht: Heftige Explosionen in Sewastopol +++

In Sewastopol soll es während eines Luftalarms zu heftigen Explosionen gekommen sein. Das berichtet "Ukrainska Prawda" unter Berufung auf Medienberichte aus der Region. Sewastopol ist die größte Stadt auf der ukrainischen Halbinsel Krim, die seit 2014 von Russland besetzt ist. Die russische Luftabwehr soll 75 "ukrainische Drohnen", mindestens 23 davon über der besetzten Krim und sechs über dem Schwarzen Meer, neutralisiert haben, schreibt "Ukrainska Prawda" unter Berufung auf Angaben des russischen Verteidigungsministeriums. Die staatliche Nachrichtenagentur Russland, Tass, berichtet von einem Verletzten nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt.

+++ 08:11 ISW: Russen rücken bei Kostjantyniwka und bei Slowjansk weiter vor +++

Die russischen Streitkräfte sind kürzlich im taktischen Gebiet Kostjantyniwka-Druschkiwka sowie im Gebiet um Slowjansk in der Region Donezk vorgerückt. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage.

+++ 07:36 Umfrage: Viele Russen fühlen sich von Feinden umzingelt +++

Viele Menschen in Russland sehen sich einer Umfrage zufolge von ausländischen Feinden umzingelt, während sie ihr eigenes Land als Opfer betrachten. Dies sei eine Folge der unablässigen antiwestlichen Propaganda, sagt der russische Soziologe Lew Gudkow vom unabhängigen Lewada-Zentrum Moskau in Berlin. Im Auftrag der deutschen Sacharow-Stiftung hat das in Russland als Auslandsagent eingestufte Institut die Weltsicht der Russen nach vier Jahren Ukraine-Krieg erforscht. In den mehr als 30 Jahren seit dem Ende der Sowjetunion habe Russland nur sechs Jahre lang keinen Krieg geführt, sagt Gudkow. Er spricht von einer "Militarisierung des Bewusstseins". Den Ukraine-Krieg sehen die Russen als vom Westen aufgezwungen an. Russland sei nie ein Aggressor oder Initiator von Konflikten mit anderen Ländern gewesen - im Jahr 1998 bejahten 36 Prozent der Russen diese Aussage. Bis 2024 wuchs dieser Anteil sogar auf 65 Prozent.

+++ 07:01 "Mafia-Staat" Russland versteht keinen Humor: Prozess gegen deutschen Bildhauer Jacques Tilly geht weiter +++

Die russische Justiz will im umstrittenen Strafverfahren gegen den deutschen Karnevalisten und Bildhauer Jacques Tilly an diesem Mittwoch einen neuen Anlauf unternehmen. Richter Konstantin Otschirow hatte den Prozess Ende Dezember verlegt und dies mit der Abwesenheit der Pflichtverteidigerin Tillys begründet, die auf Dienstreise sei. Der Prozess findet in Abwesenheit des Angeklagten statt. "Humor tut anscheinend doch weh", sagt Tilly. Das Verfahren sei lächerlich. "Russland ist ein Mafia-Staat mit einer entsprechenden Gerichtsbarkeit." Er werde als Karnevalist auf das Verfahren reagieren und bewusst keinen eigenen Anwalt entsenden. Er hatte mehrere Karnevalswagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug mit Karikaturen von Kremlchef Wladimir Putin gebaut. Laut Gericht muss er sich nun wegen Verunglimpfung der russischen Staatsorgane verantworten, dazu gehört neben der russischen Armee auch Präsident Putin. Nach diesem sehr weit gefassten Gesetz drohen dafür eine Geldstrafe oder Freiheitsentzug bis zu zehn Jahren.

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"Putin in der Blutbadewanne", heißt dieses Modell des deutschen Bildhauers Jacques Tilly. (Foto: IMAGO/Uwe Kraft)

+++ 06:38 Russland will wichtigen Knotenpunkt in Charkiw erobert haben +++

Das russische Verteidigungsministerium erklärt in seinem jüngsten Bericht, dass seine Streitkräfte in den vergangenen 24 Stunden den wichtigen Logistikknotenpunkt Kupjansk-Wuslowyj im Nordosten der Region Charkiw in der Ukraine sowie das Dorf Novoyakovlivka südöstlich der Stadt Saporischschja eingenommen hätten. Die russischen Streitkräfte führten außerdem Angriffe auf 154 Ziele mit taktischen Flugzeugen, Angriffsdrohnen, Raketentruppen und Artillerie durch. Zu diesen Zielen gehörten laut Ministerium die Energieinfrastruktur der Ukraine sowie Lager- und Startplätze für unbemannte Langstreckenflugzeuge.

+++ 06:06 SPD bringt direkte Gespräche von Merz und Putin ins Spiel +++

Wegen der kaum vorankommenden Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine und der dramatischen Folgen durch den Ausfall von Strom und Heizungen bringen SPD-Politiker eine neue Strategie ins Spiel: "Wir sehen, dass sich in den Gesprächen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs wenig bewegt und, dass wir als Europäer nicht mit am Tisch sitzen", sagt der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, der "Süddeutschen Zeitung". "So wie es jetzt läuft, darf es nicht weiterlaufen." Man müsse neue Wege gehen: "Dazu gehört auch die Klärung der Frage, auf welcher Ebene und durch wen der diplomatische Kontakt zu Russland gesucht werden soll." Merz müsse insgesamt mehr Mut aufbringen. "Ich erwarte von der Bundesregierung, dass wir uns gemeinsam mit europäischen Staaten und Bündnispartnern Gedanken machen, wie eine Strategie aussehen kann, bei der wir wieder einen festen Platz am Verhandlungstisch erhalten."

+++ 05:15 Tote und Verletzte bei russischen Luftangriffen in der Nacht +++

Bei russischen Luftangriffen sind in der Nacht zwei Menschen getötet und mindestens sechs weitere verletzt worden. In der Region Kiew starben ein Mann und eine Frau, als in einem mehrstöckigen Wohngebäude nach einem Drohnenangriff ein Brand ausbrach. Auch in Saporischschja stand ein Haus in Flammen, über mögliche Opfer ist noch nichts bekannt. Am frühen Morgen setzten die russischen Streitkräfte ihre Angriffe auf Krywyj Rih fort, ballistische Raketen trafen eine Infrastruktureinrichtung. Eine Frau und ein Mann wurden verletzt.

+++ 02:56 US-Denkfabrik: Mindestens 400.000 Soldaten im Ukraine-Krieg getötet +++

US-Verteidigungsexperten gehen von mindestens 400.000 getöteten Soldaten im Ukraine-Krieg aus. Mit mindestens 325.000 toten Soldaten habe die russische Seite die deutlich höheren Verluste, heißt es in einem Bericht der US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS). Auf ukrainischer Seite wurden demnach bis zum Ende des vergangenen Jahres mindestens 100.000 Soldaten getötet. Hinzu kämen Hunderttausende Verletzte und Vermisste: Auf russischer Seite sind es den CSIS-Schätzungen zufolge mindestens 900.000 Menschen. Mindestens 400.000 Menschen wurden demnach auf ukrainischer Seite verletzt oder werden vermisst. Bis zum Frühling würden vermutlich Zehntausende weitere Soldaten auf beiden Seiten getötet und verletzt.

+++ 01:52 Ukrainischer Außenminister: Selenskyj ist zu Treffen mit Putin bereit +++

Der ukrainische Präsident Selenskyj ist laut seinem Außenminister bereit, mit Blick auf ein Ende des russischen Angriffskriegs direkt mit Kremlchef Putin über heikle Fragen zu verhandeln. Im Ringen um eine Friedenslösung seien die sensibelsten Fragen noch nicht geklärt, so Chefdiplomat Andrij Sybiha in einem Interview mit dem ukrainischen Portal "Jewropejska Prawda". Dabei gehe es um Gebietsfragen und das russisch besetzte Atomkraftwerk in Saporischschja. Um diese Fragen zu klären, sei Selenskyj bereit, sich mit Putin zu treffen, sagt Sybiha. Schon in der Vergangenheit hatte Selenskyj mehrfach ein Treffen mit dem russischen Staatschef gefordert, während Moskau stets bremste.

+++ 00:37 Polens Außenminister: Musk soll Starlink für russische Armee sperren +++

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski ruft den US-Milliardär Elon Musk dazu auf, das zu seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX gehörende Satellitennetzwerk Starlink für Russland zu sperren. "Weshalb verhindern Sie nicht, dass die Russen Starlink nutzen, um ukrainische Städte anzugreifen?", schreibt Sikorski bei X an Musk gerichtet. "Mit Kriegsverbrechen Geld zu verdienen, schadet Ihrer Marke", fügt der Minister hinzu. Starlink wird vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX betrieben und ermöglicht auch abgelegenen Regionen, in denen die Kommunikationsinfrastruktur nicht funktioniert, einen Zugang zum Internet.

+++ 23:40 Angriff auf Zug in Charkiw: Zahl der Todesopfer steigt +++

Beim russischen Drohnenangriff auf einen Zug in Charkiw (siehe Eintrag von 20:57 Uhr) sind laut dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden. Zunächst war von drei Todesopfern die Rede. Selenskyj zufolge beförderte der angegriffene Zug rund 200 Passagiere. "Es gibt keine und kann keine militärische Rechtfertigung dafür geben, Zivilisten in einem Zug zu töten", so der Präsident. Die Attacken würden die derzeit laufende Diplomatie "untergraben", erklärte er. Insgesamt starben am Dienstag elf Zivilisten bei russischen Angriffen.

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Die ukrainischen Rettungskräfte veröffentlichten Fotos von dem Einsatz an dem brennenden Zug. (Foto: dpa)

++ 22:46 Mehr als 700.000 Menschen immer noch ohne Strom +++

Nach den massiven russischen Angriffen auf das ukrainische Energienetz sind mehr als 700.000 Menschen in Kiew weiterhin von der Stromversorgung abgeschnitten. Das gab der erste stellvertretende Ministerpräsident und Energieminister der Ukraine, Denys Schmyhal, am Abend bei Facebook bekannt. "Aktuell sind 710.000 Verbraucher in Kiew ohne Strom. Wir verstehen, dass das Leben in dieser Ungewissheit ohne klare Versorgungspläne sehr belastend ist. Die dringende Aufgabe der Experten besteht nun darin, die planmäßige Stromversorgung wiederherzustellen", so Schmyhal.

+++ 22:08 Lukaschenko zur Rechenschaft ziehen? Minsk "nicht besorgt" über Ukraine-Pläne +++

In Minsk nimmt die belarussische Regierung die Absicht der Ukraine, Staatschef Alexander Lukaschenko zur Rechenschaft zu ziehen, offenbar gelassen zur Kenntnis. Minsk sei "nicht besorgt", sagte Natallia Eismant, Sprecherin des belarussischen Staatschefs, wie "Ukrainska Pravda" meldet unter Berufung auf eine Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Novosti. "Das besorgt uns nicht. Wir wissen nichts von irgendwelchen angeblichen Gesprächen und Absichten", so die Sprecherin. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hatte zuvor in einem Interview mit der Zeitung "European Pravda" gesagt, Kiew plane, Lukaschenko für seine Unterstützung Russlands in dessen Angriffskrieg zur Rechenschaft zu ziehen.

+++ 21:27 Selenskyj verurteilt Angriff auf Zug als "Terrorismus" - Zahl der Toten auf vier gestiegen +++

Bei einem Drohnenangriff auf einen Zug im Gebiet Charkiw sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vier Menschen getötet worden. Er wirft Russland deswegen "Terrorismus" vor. "In jedem Land würde ein Drohnenangriff auf einen zivilen Zug genauso bewertet werden – als reiner Terrorismus", schreibt er auf Telegram.

+++ 20:57 Drei Tote nach russischem Angriff auf Passagierzug in Charkiw +++

Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Zug in der Region Charkiw sind mindestens drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Das teilt die Staatsanwaltschaft der Region Charkiw via Telegram mit.

+++ 20:12 Militärgeheimdienst: Belarussische Spionin in Kiew enttarnt und festgenommen +++

Der ukrainische Militärgeheimdienst DIU meldet die Festnahme einer belarussischen Spionin in Kiew. Wie der DIU bei Facebook mitteilt, hat die Frau seit 2015 für den belarussischen Geheimdienst KGB gearbeitet und war 2020 als Agentin in die Ukraine entsandt worden. Dabei habe die 35 Jahre alte Frau zur Tarnung ihre Tätigkeit als Journalistin genutzt und versucht, eine Einheit des Militärgeheimdienstes zu infiltrieren. "Bei einer mehrmonatigen Spezialoperation (...) wurden ihr als geheime Daten getarnte Desinformationen zugespielt", heißt es in der Mitteilung. So sei die Frau überführt worden. Ursprünglich hat die Belarussin der Mitteilung zufolge für den sanktionierten Sender 112 gearbeitet. Dieser hat Verbindungen zum ehemaligen Abgeordneten Viktor Medwedtschuk, einem ukrainischen Geschäftsmann und prorussischen Politiker, dessen Tochter den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Taufpaten hat. Danach soll sie bei einem führenden Medienunternehmen der Ukraine tätig gewesen sein.

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