Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 08:07 ISW: Ukraine hält erfolgreich gegen russische Sommer-Offensive +++

02.06.2026, 01:00 Uhr

Die ukrainischen Streitkräfte konnten die russische Offensive im Frühjahr/Sommer 2026 bislang weitgehend stoppen. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Sie betonen, dass auch andere Quellen für den Monat Mai 2026 ein langsames Vorrücken der russischen Truppen verzeichnen. Russlands nachlassende Fortschritte scheinen nicht mit den saisonalen Wetterveränderungen zusammenzuhängen, die traditionell Vorstöße behindern, sondern sind wahrscheinlich das Ergebnis umfassenderer Verschiebungen auf dem Schlachtfeld im Jahr 2026, schlussfolgern die Analysten des ISW. Sie beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage.

+++ 07:32 Ukraine: Mindestens 10 Tote und fast 100 Verletzte nach massiven russischen Luftangriffen +++

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Landesteile erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Dabei gab es Behördenangaben zufolge landesweit insgesamt 10 Tote und fast 100 Verletzte. Im Zentrum von Kiew waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Dabei wurden in der Dreimillionenstadt mindestens vier Menschen getötet und 58 weitere verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram schreibt. 40 von ihnen würden stationär behandelt, darunter zwei Kinder. Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt und gerieten in Brand. Viele Einwohner suchten Zuflucht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. Kurzzeitig kam es auch zu Stromausfällen und Problemen bei der Wasserversorgung. Im Morgengrauen zeugen schwarze Rauchwolken über dem Zentrum von Bränden.

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Eine Anwohnerin betrachtet ein Wohnhaus in Kiew, das durch nächtliche russische Angriffe beschädigt wurde. (Foto: REUTERS)
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Nach einer Explosion steigt eine Rauchwolke am Himmel über der ukrainischen Hauptstadt Kiew auf. (Foto: REUTERS)

+++ 07:00 EU verurteilt russische "Nötigung" Armeniens +++

Die EU hat jegliche Versuche Russlands verurteilt, vor den anstehenden Parlamentswahlen in Armenien Druck auf das Kaukasusland auszuüben. "Russland will der armenischen Wirtschaft schaden und den Ausgang der Parlamentswahlen in Armenien beeinflussen", sagt ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. "Wir werden Armenien weiterhin dabei unterstützen, solchen Nötigungen entgegenzuwirken", sagt er. Armenien habe als "souveränes, demokratisches und unabhängiges Land das uneingeschränkte Recht, seinen eigenen Weg und seine Partner selbst zu wählen. "Armenien ist ein historischer Verbündeter Russlands, hat sich aber zuletzt der EU angenähert. Grund dafür war unter anderem die Enttäuschung darüber, dass Moskau beim Angriff Aserbaidschans auf die von Armeniern bewohnte Region Bergkarabach im September 2023 nicht eingriff. 2024 kündigte Armenien seinen Austritt aus dem von Russland geführten Militärbündnis OVKS an. Die Parlamentswahl am 7. Juni gilt auch als Abstimmung über den pro-westlichen Kurs von Ministerpräsident Niko Paschinjan.

+++ 06:28 Gouverneur: Russland feuerte 6 Raketen auf Saporischschja +++

Die russischen Streitkräfte führten innerhalb der vergangenen 24 Stunden 890 Angriffe auf die Region Saporischschja im Südosten der Ukraine durch. Das teilt der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf Telegram mit. Es gibt demnach mehrere Verletzte, jedoch keine Toten. 44 Ortschaften der Region seien betroffen gewesen. Der Gouverneur zählt mindestens 21 russische Luftangriffe, 601 Drohnenangriffe und acht Beschüsse mit Mehrfachraketenwerfern in der Region. Zudem feuerten die Russen in diesem Zeitraum laut Fedorow mindestens sechs Raketen auf Saporischschja.

+++ 05:57 Gouverneur: 5 Tote nach russischen Angriffen auf Dnipro +++

Bei russischen Luftangriffen auf Dnipro, eine Stadt in der Region Dnipropetrowsk im Osten der Ukraine, sind fünf Menschen getötet und 25 verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanzha, auf Telegram mit. 23 der Verletzten seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, darunter ein 13-jähriges Mädchen, schreibt er. Drei der Verletzten befänden sich in kritischem Zustand. In den sozialen Medien veröffentlicht die Regionalverwaltung von Dnipropetrowsk ein Video, das die Zerstörung eines Wohnhauses nach dem Einschlag einer ballistischen Rakete aus Russland zeigen soll.

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Ein Bild aus dem von der Regionalverwaltung von Dnipropetrowsk veröffentlichten Video über die Zerstörung in der Stadt Dnipro: Ein Feuerwehrmann löscht ein durch einen russischen Luftangriff beschädigtes Gebäude. (Foto: via REUTERS)

+++ 04:52 Ukrainische Experten sollen Lettland bei Drohnen-Abwehr helfen +++

In Lettland sollen in Kürze ukrainische Spezialisten eintreffen, um das baltische EU- und Nato-Land bei der Abwehr von Drohnen zu beraten. Die Experten sollen nach Angaben von Regierungschef Andris Kulbergs in den kommenden Wochen nach Riga kommen, um ihre Erfahrungen zu teilen. Dazu solle ein langfristiges Abkommen zum Aufbau eines mehrschichtigen Flugabwehrsystems gegen unterschiedliche Bedrohungen abgeschlossen werden. In dem an Russland und Belarus grenzenden Lettland war es zuletzt wiederholt zu Vorfällen mit einfliegenden Drohnen gekommen. "Wir müssen besser darauf vorbereitet sein, Drohnen abzuschießen, die in den lettischen Luftraum eindringen, und niemand weiß besser als die Ukrainer, wie man sie erkennt und abschießt", sagte Kulbergs.

+++ 03:27 Mehrere heftige Explosionen in Kiew +++

In Kiew gibt es in der Nacht laut Berichten von Korrespondenten mehrere heftige Explosionen. Aus dem Stadtzentrum steigt eine große Rauchwolke auf, Einwohner der ukrainischen Hauptstadt eilen mit Taschen und Decken in die Schutzräume. "Explosionen in der Stadt. Die Luftabwehr ist aktiv", erklärt Bürgermeister Vitali Klitschko. Zugleich ruft er die Bevölkerung auf, unbedingt in Schutzräumen zu bleiben. Durch die russischen Angriffe seien in der Stadt mehrere Brände ausgebrochen, erklärt Klitschko weiter. Es seien mindestens vier Menschen verletzt worden.

+++ 02:12 Litauen für schnellen EU-Beitritt der Ukraine +++

Litauens Regierungschefin Inga Ruginiene macht sich dafür stark, die von Russland angegriffene Ukraine so schnell wie möglich als Vollmitglied in die EU aufzunehmen. "Die Ukraine muss bis 2030 vollwertiges EU-Mitglied werden. Dieser Prozess zieht sich schon viel zu lange hin. Deshalb müssen wir alles tun, um ihn zu beschleunigen", sagt Ruginiene in Vilnius nach den zweiten litauisch-ukrainischen Regierungskonsultationen. Es sei sehr wichtig, dass alle sechs Verhandlungskapitel über den EU-Beitritt der Ukraine jetzt eröffnet würden. Auch Außenminister Kestutis Budrys fordert, die Beitrittsverhandlungen sollten unverzüglich beginnen: "Die EU-Mitgliedschaft der Ukraine ist die wichtigste Sicherheitsgarantie sowohl für das Land selbst als auch für ganz Europa. Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, dass die Ukraine mit ihrer gesamten militärischen Stärke sowie ihrem menschlichen und wirtschaftlichen Potenzial so bald wie möglich unserer Gemeinschaft beitritt."

+++ 00:40 Bericht: Russland prüft Import von Flugzeugtreibstoff +++

Die russischen Behörden erwägen einem Medienbericht zufolge den Import von Flugzeugtreibstoff. Das Nachrichtenportal RBC beruft sich auf zwei Insider. Demnach weist Vizeministerpräsident Alexander Nowak das Energie- und das Verkehrsministerium sowie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija an, zu prüfen, ob die Betankungsanlagen Kerosin der Sorte JET A-1 aus dem In- und Ausland aufnehmen können. Zuvor verhängte Russland ein Exportverbot für Kerosin bis zum 30. November 2026. Die Ukraine hat den russischen Energiesektor ins Visier genommen und greift etwa Raffinerien im Landesinneren an.

+++ 23:35 Selenskyj: "Operation Spinnennetz" trifft Russland schwer +++

Die Ukraine bringt Russland mit der vor einem Jahr begonnenen "Operation Pawutina" (Operation Spinnennetz) nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj schwer in Bedrängnis. "Diese Operation hat vieles verändert", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Zu dieser Operation gehören neben dem Einsatz neuer, weitreichender Drohnen gegen die russische Erdöl- und Militärindustrie auch gezielte und koordinierte Kommandoeinsätze hinter den feindlichen Linien. Vor allem werde das russische Militär durch sogenannte asymmetrische Kriegsführung getroffen. Weitere Details will Selenskyj nicht verraten.

+++ 22:05 Große russische Raffinerie soll nach ukrainischen Angriffen Ölverarbeitung ausgesetzt haben +++

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff hat zwei Insidern zufolge die russische Lukoil-Raffinerie in Wolgograd die Ölverarbeitung ausgesetzt. Der Angriff vom 29. Mai habe Brände und Schäden verursacht, heißt es aus den Branchenkreisen. Unter anderem sei eine Rohöldestillationsanlage, die 40 Prozent der Kapazität ausmache, abgeschaltet worden. Lukoil äußert sich zunächst nicht dazu. Die Raffinerie im Süden Russlands steht mit 13,5 Millionen Tonnen verarbeitetem Öl im Jahr 2024 für etwa fünf Prozent der russischen Gesamtverarbeitung.

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