Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 11:40 Trotz Putin-Drohung: In Armenien zeichnet sich Mehrheit für pro-westliche Regierungspartei ab +++

31.05.2026, 01:00 Uhr

Eine Umfrage sagt für die Parlamentswahl am kommenden Sonntag in Armenien einen deutlichen Sieg der Partei von Ministerpräsident Nikol Paschinjan voraus. Fast 65 Prozent der Wähler, die sich bereits entschieden hätten, wollten die Partei "Zivilvertrag" wählen, berichtet Euronews. Damit könnte es für Paschinjan auf eine deutliche Mehrheit hinauslaufen. Armenien orientiert sich seit Jahren nach Westen. Am Freitag hatte Putin dem Land indirekt gedroht: "Die Krise in der Ukraine begann mit den Beitrittsbestrebungen zur EU."

+++ 11:15 Ukraine dementiert Einnahme eines Ortes in Sumy +++

Die ukrainischen Streitkräfte dementieren Berichte über eine Einnahme des Dorfes Riasne in der Region Sumy durch russische Truppen. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf das 14. Korps der ukrainischen Armee. "Trotz der Behauptungen der russischen Propaganda über die 'Einnahme' des Grenzdorfes halten Einheiten der 119. Regionalbrigade der ukrainischen Verteidigungskräfte und der ukrainischen Verteidigungskräfte die Siedlung fest in ihrer Gewalt", zitiert Ukrinform eine Meldung des Armeekorps.

+++ 10:57 Ukraine meldet erfolgreichen Angriff auf Raffinerie +++

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht die russische Ölraffinerie in Saratow im Süden des Landes angegriffen und dort einen Großbrand ausgelöst. Der Angriff war bereits bekannt, allerdings hatte sich der ukrainische Generalstab noch nicht geäußert.

Zudem sei die Öl-Pumpstation Lasarewo in der russischen Region Kirow getroffen worden, teilt das Militär mit.

+++ 10:29 Ukraine trifft Öl-Lager 500 Kilometer hinter der Grenze +++

Von "Langstrecken-Sanktionen" spricht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach dem erfolgreichen Angriff auf ein russisches Öldepot. Das Ziel liegt 500 Kilometer entfernt von der ukrainischen Grenze. Eine neue Drohnen-Art eröffnet den Verteidigern ungeahnte Möglichkeiten.

+++ 10:06 Ukraine hat weitere Iris-T-Abschussanlage aus Deutschland bekommen +++

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj aus Deutschland eine weitere Abschussanlage für die Iris-T-Luftabwehr erhalten. Das System sei am Samstag eingetroffen, teilt Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zugleich fordert Selenskyj weiteren Nachschub an Munition. "Wir benötigen auch Raketen für die Luftabwehrsysteme, um über ausreichende Kapazitäten zur Abwehr russischer Angriffe zu verfügen", erklärt er. Das Bundesverteidigungsministerium hatte Mitte April mitgeteilt, dass mit der Firma Diehl die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme vereinbart worden sei.

+++ 09:42 Russlands Automarkt in chinesischer Hand +++

Vier Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine ist der russische Automarkt kaum wiederzuerkennen, schreibt Artur Weigandt in einer Analyse für ntv.de. "Vor 2022 rangierte Russland noch unter den zehn größten Absatzmärkten, die großen internationalen Autobauer kämpften um Anteile. Doch inzwischen haben fast alle westlichen Hersteller wie Volkswagen, Toyota, Hyundai, Renault Russland verlassen." Bei den aktuellen Fahrzeugen sind die Marken russisch, die Technik dagegen weitgehend chinesisch. "Statt einer selbstständigen Autoindustrie hat Russland eine noch tiefere Abhängigkeit geschaffen - diesmal von China. Und die Russen zahlen den Preis: höhere Kosten, weniger Auswahl und oft einfachere Technik."

+++ 09:32 Russland meldet ukrainische Drohnenangriffe +++

Russische Behörden melden mehrere ukrainischen Drohnenangriffe. Der Gouverneur der Region Kirow, Alexander Sokolow, berichtet von einer Drohnenattacke auf eine Anlage im Bezirk Urschumski. Die Region Kirow liegt nordöstlich von Moskau und rund 1300 Kilometer von den ukrainisch kontrollierten Gebieten entfernt. In der Region Saratow sei zivile Infrastruktur beschädigt worden, teilt Gouverneur Roman Busargin auf Telegram mit. Die Region an der Wolga verfügt über mehrere Ölraffinerien und war schon öfter Ziel ukrainischer Angriffe. Auch die Gouverneure der an die Ukraine grenzenden Regionen Rostow, Woronesch und Belgorod melden Angriffe. In Belgorod seien drei Zivilisten verletzt worden, heißt es.

+++ 09:09 Mit AfD und Putin: Deutsche Unternehmen wieder auf Wirtschaftsforum in St. Petersburg +++

Nach Jahren der Pause wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine treten deutsche Unternehmer erstmals wieder offiziell beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg auf. "Nicht zuletzt für den Moment nach einem Waffenstillstand wollen wir wie andere große westliche Länder die wirtschaftliche Brücke nach Russland erhalten und die mehr als 100 Milliarden deutscher Vermögenswerte in Russland schützen", sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Matthias Schepp, der Deutschen Presse-Agentur. Laut Programm nehmen der in Russland mit der Gruppe EkoNiva tätige Milchproduzent Stefan Dürr und der langjährige Geschäftsführer der Globus Holding, Thomas Bruch, an einem "Business-Dialog" teil. Die Globus-Kette ist wie etwa 1600 deutsche Unternehmen nach Angaben der Kammer weiter aktiv in Russland.

+++ 08:47 USA wollen bei Drohnen von der Ukraine lernen +++

Ukrainische Medien betonen in ihren Berichten über die jüngsten Äußerungen von US-Verteidigungsminister Hegseth (siehe Eintrag 01.38 Uhr) vor allem einen Aspekt: Die USA hätten "von der Ukraine viel darüber gelernt", wie man beim Einsatz und bei der Produktion von Drohnen vorgeht. Die USA wollten 56 Milliarden Dollar in die Entwicklung und Produktion von Drohnen stecken, so Hegseth, und dabei "die Erfahrungen der Ukraine auf dem Schlachtfeld analysieren". Es gehe nicht darum, die fortschrittlichsten Systeme zu besitzen, sondern darum, sie schnell skalieren und sich Woche für Woche anpassen zu können – so schnell passt sich die Drohnentechnologie an".

+++ 08:17 Russland greift Ukraine mit mehr als 220 Drohnen an +++

In der vergangenen Nacht haben die Russen die Ukraine mit 229 Kampfdrohnen angegriffen, berichtet die Internetzeitung "Ukrajinska Prawda" unter Berufung auf die ukrainische Luftwaffe. 212 Drohnen seien von der Flugabwehr abgeschossen worden, 14 Kampfdrohnen hätten insgesamt 11 Ziele getroffen. Die Angriffswelle dauere an, so die Luftwaffe, mehrere feindliche Drohnen befänden sich noch im ukrainischen Luftraum.

+++ 08:05 Gigantische Rauchwolke über russischer Raffinerie +++

In den sozialen Netzwerken kursieren Filme von der brennenden russischen Raffinerie in Saratow. Berichten zufolge hat die ukrainische Armee die Raffinerie mit Drohnen in mehreren Wellen angegriffen; bislang gibt es von ukrainischer Seite keine offizielle Stellungnahme. Es ist nicht das erste Mal, dass diese Raffinerie von ukrainischen Drohnen getroffen wird. Zuletzt griff die Ukraine den Standort im März an und sorgte für einen vorübergehenden Stopp der Produktion.

Saratow, eine Stadt mit mehr als 800.000 Einwohnern, liegt rund 600 Kilometer von der russisch-ukrainischen Front entfernt. Auch ein Öldepot im russischen Rostow wurde in der vergangenen Nacht angegriffen.

+++ 07:41 Ukraine: 1560 Russen getötet oder verwundet +++

Nach der Zählung des ukrainischen Generalstabs sind in den vergangenen 24 Stunden 1560 Soldaten getötet oder verletzt worden. Insgesamt belaufen sich die russischen Verluste seit Beginn der Großinvasion nach ukrainischen Angaben auf mehr als 1,36 Millionen Menschen. Die Zahlen sind nicht überprüfbar. Die britische Aufklärungsbehörde GCHQ schätzt die Zahl der getöteten russischen Soldaten auf knapp 500.000. Seit einigen Monaten übersteigt die Zahl der getöteten russischen Soldaten die Zahl der neuen Rekruten.

+++ 07:13 ISW: Putin riskiert bewusst, Menschen in Nato-Ländern zu töten +++

Nach Einschätzung der US-Denkfabrik Institute for the Study of War deuten die immer häufigeren russischen Drohneneinflüge in den Nato-Luftraum darauf hin, dass Putin das Risiko, Menschen in Nato-Staaten auf diese Weise zu töten, für hinnehmbar hält. Das ISW geht offenbar nicht von absichtlichen Luftraumverletzungen aus, sondern von einer wachsenden Skrupellosigkeit. "Die Nato sollte möglicherweise in Erwägung ziehen, im Rahmen der Selbstverteidigung gegen russische Drohnenangriffe auf Nato-Länder über etwaige Luftverteidigungsabkommen mit der Ukraine und Moldau zu verhandeln, unabhängig davon, ob die russischen Drohneneinflüge versehentlich oder absichtlich erfolgen."

+++ 06:26 Berüchtigte Oreschnik-Raketen offenbar in Belarus stationiert +++

Die Oppositionsgruppe "Belarussische Eisenbahnergemeinschaft" hat bestätigt, dass russische Oreschnik-Raketen in Belarus stationiert sind, auf dem Militärflughafen Kritschew 6 im Osten von Belarus, nahe der russischen Grenze. Zwischen dem 20. und 29. Dezember sei ein großer Militärzug im Bereich des Luftwaffenstützpunkts angekommen. Der Zug sei vom Raketentestgelände Kapustin Jar im Süden Russlands gekommen. Die Oppositionsgruppe zählte 61 Waggons, die nicht nur Ausrüstung, sondern auch Munition transportierten. Neue Züge seien seither nicht eingetroffen. Nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenagentur RBC gehen auch die USA davon aus, dass Oreschnik in Kritschew stationiert sind.

+++ 04:41 Russlands Ölraffinerie in Saratow von ukrainischen Drohnen getroffen +++

Russischen Telegram-Medienkanälen zufolge soll das ukrainische Militär einen Drohnenangriff auf die Ölraffinerie in Saratow durchgeführt haben. Fotos und Videos, die von Anwohnern in den sozialen Medien gepostet wurden, sollen Flammen zeigen, die aus der Raffinerie aufsteigen. Über der Stadt war dichter schwarzer Rauch zu sehen. Die Ölraffinerie in Saratow produziert über 20 verschiedene Erdölprodukte, darunter Benzin, Diesel, Heizöl und Bitumen. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs verarbeitete die Anlage im Jahr 2023 etwa 4,8 Millionen Tonnen Rohöl.

+++ 03:02 Treibstoff knapp: Russische Behörden führen Tankgutscheine auf der Krim ein +++

Die russischen Behörden führen auf der gesamten besetzten Krim die Verwendung von "Tankgutscheinen" ein und begrenzen die Menge an Benzin, die die Bewohner der Halbinsel kaufen dürfen, da in der Region aufgrund ukrainischer Luftangriffe weiterhin Treibstoffknappheit herrscht. Sergej Aksjonow, Chef der von Russland eingesetzten Regierung auf der Krim, gibt die Entscheidung in einem Beitrag auf Telegram bekannt und teilt mit, dass ab dem 31. Mai "der Verkauf von 95-Oktan-Benzin an ATAN- und TES-Tankstellen nur noch über Gutscheine erfolgen wird". Es werden auch Beschränkungen für den Kauf von 92-Oktan-Benzin, der in älteren Fahrzeugen am häufigsten verwendeten Sorte, angekündigt: Die Einwohner dürfen "nicht mehr als 20 Liter" dieser Kraftstoffsorte pro Fahrzeug kaufen.

+++ 01:38 Hegseth: Werden einen Weg bei Luftabwehrraketen finden +++

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sichert der Ukraine Unterstützung zu. Die USA würden "einen Weg finden", der Ukraine bei ihrer Selbstverteidigung zu helfen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor einen dringenden Brief an das Weiße Haus geschickt, in dem er vor der sich verschärfenden Knappheit an Luftabwehrsystemen in der Ukraine warnte. Auf Fragen von Reportern zu dem Brief lobt Hegseth die europäischen Länder für ihr "Engagement" bei der Aufstockung der Verteidigungsausgaben, einschließlich der Mittel für "wichtige Munition". "Wenn man sich die Höhe der ausgegebenen Gelder ansieht, hat Europa seine Anstrengungen verstärkt, und die Ukraine war dabei genauso, wenn nicht sogar noch effektiver. Wir wollen also, dass sie sich verteidigen können, und wir werden einen Weg finden, um sicherzustellen, dass wir ihnen dabei helfen können", sagt Hegseth, ohne Einzelheiten darüber zu nennen, welche Hilfe geleistet werden soll. Die Trump-Regierung hatte militärische Lieferungen an die Ukraine zunächst eingestellt; mittlerweile wird wieder geliefert, aber die US-Regierung lässt sich das Material von den anderen Nato-Staaten bezahlen.

+++ 00:05 IAEA fordert Zugang zu getroffener Turbinenhalle in AKW Saporischschja +++

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) fordert Zugang zu der von einer Drohne getroffenen Turbinenhalle im Kernkraftwerk Saporischschja. Die Behörde sei über einen Angriff informiert worden, bei dem ein Loch in die Wand der Halle gerissen worden sei, teilt die IAEA auf der Plattform X mit und ergänzte, dass es der erste Drohnenangriff innerhalb des Kraftwerksgeländes seit April 2024 wäre. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi zeigt sich ernsthaft besorgt über den Vorfall. Angriffe auf Atomanlagen seien wie ein Spiel mit dem Feuer, erklärt er. Das ukrainische Militär weist die russische Behauptung zurück, eine ukrainische Drohne habe die Turbinenhalle von Block 6 angegriffen, und bezeichnet diese als "Propagandatrick".

+++ 22:21 Zehn Verletzte bei russischen Angriffen auf Dnipropetrowsk +++

Bei russischen Angriffen auf das Gebiet Dnipropetrowsk sind zehn Menschen verletzt worden. "Der Feind hat zwei Bezirke 25 Mal mit Artillerie und Drohnen angegriffen", erklärt Oleksandr Hanzha, Leiter der Militärverwaltung von Dnipropetrowsk. Die Stadt Nikopol sowie die Verwaltungseinheiten Marhanets, Chervonohryhorivka und Pokrovske im Bezirk Nikopol wurden angegriffen. Eine Schule, ein fünfstöckiges Wohnhaus, Wohnhäuser, ein Geschäft und Autos wurden beschädigt. Neun Personen wurden im Bezirk Nikopol dort verletzt. Fünf von ihnen wurden mit mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, die anderen werden ambulant behandelt. Im Bezirk Krywyj Rih wurden die Hromadas Hrushivka und Zelenodolsk angegriffen. Eine Person wurde verletzt und die Infrastruktur beschädigt.

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