Politik

Mit AfD, Friedrich und FrantzDeutsche Unternehmen kommen wieder zu Putins Wirtschaftsforum

31.05.2026, 11:20 Uhr
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Wie im vergangenen Jahr dürfte Putin das Wirtschaftsforum auch in diesem Jahr nutzen, um Russland als starke Wirtschaft darzustellen. (Foto: picture alliance / Russian Look)

Nicht nur AfD-Vertreter reisen an, wenn Putin sein Wirtschaftsforum veranstaltet: Erstmals sind auch wieder deutsche Unternehmen dabei. An einer Veranstaltung zum Thema "Kultur" beteiligt sich der Verleger der "Berliner Zeitung".

Nach Jahren der Abwesenheit wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine treten deutsche Unternehmer wieder offiziell beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg auf. "Nicht zuletzt für den Moment nach einem Waffenstillstand wollen wir wie andere große westliche Länder die wirtschaftliche Brücke nach Russland erhalten und die mehr als 100 Milliarden deutscher Vermögenswerte in Russland schützen", sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Matthias Schepp, der Deutschen Presse-Agentur. Amerikaner und Franzosen waren bereits seit vorigem Jahr mit einem Business-Dialog präsent.

"Der Westen sollte Russland, seinen großen Markt und seine Rohstoffe nicht auf Dauer Asien überlassen", argumentiert Schepp. Allein die Chinesen hätten im ersten Quartal dieses Jahres 1400 neue Unternehmen in Russland gegründet.

Laut dem Programm des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums nehmen etwa der in Russland mit der Gruppe EkoNiva tätige Milchproduzent Stefan Dürr und der langjährige Geschäftsführer der Globus Holding, Thomas Bruch, an einem Business-Dialog teil. Die Globus-Kette ist wie etwa 1600 deutsche Unternehmen nach Angaben der Kammer weiter aktiv in Russland. Ihr Umsatz lag nach Berechnungen der Kammer bei etwa 20 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Wegen der westlichen Sanktionen ist das deutsch-russische Handelsvolumen im vergangenen Jahr allerdings auf unter zehn Milliarden Euro gesunken. Bis zum Beginn des russischen Angriffskrieges war Deutschland der größte europäische Handelspartner Russlands.

Nach einer neuen Umfrage der Kammer unter ihren 750 Mitgliedern planen fast alle Unternehmen ihren Verbleib in Russland, weil sie den Markt für bedeutsam halten. 75 Prozent der 265 Teilnehmer der Befragung gaben an, mit der Entwicklung ihres Russlandgeschäfts zufrieden zu sein - trotz Millioneneinbußen durch die Sanktionen.

"Kultur als Brückenbauer in Krisenzeiten"

Zwei Drittel sind demnach überzeugt, dass die Strafmaßnahmen des Westens die russische Wirtschaft stark (49 Prozent) oder sehr stark (18) beeinträchtigen. Eine Minderheit von gut einem Drittel der Unternehmen meint, dass die westlichen Sanktionen Deutschland mehr schaden als Russland. Mehr als die Hälfte gab an, dass sie Deutschland und Russland gleichermaßen schadeten.

Russlands Machthaber Wladimir Putin tritt bei dem Wirtschaftsforum, das an diesem Mittwoch beginnt, als Gastgeber auf, er inszeniert die Veranstaltung bereits seit Jahren als eine Art "Anti-Davos". Es gibt auch eine Veranstaltung zum Thema "Kultur als Brückenbauer in Krisenzeiten" - gemeint ist vermutlich der Krieg, mit dem Russland die Ukraine überzieht und in dem es täglich Hunderte Soldaten verheizt. Daran nehmen nach Angaben der Organisatoren mehrere Deutsche teil, darunter der Dirigent Justus Frantz, der sächsische AfD-Chef Jörg Urban und weitere AfD-Politiker, der Verleger der "Berliner Zeitung", Holger Friedrich, sowie der Filmemacher und Journalist Hubert Seipel. Frantz und Seipel waren bereits 2024 in Petersburg dabei.

Auch mehrere Putin-Auftritte soll es bei der Veranstaltung geben, unter anderem eine Pressekonferenz vor internationalen Journalisten am Donnerstag und eine Rede am Freitag. Im vergangenen Jahr betonte Putin beim Wirtschaftsforum seine Maximalforderungen im Krieg gegen die Ukraine: "Wo der Fuß eines russischen Soldaten hintritt, das gehört uns", sagte er damals.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa

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