Politik

Iran-Krieg im Liveticker+++ 09:10 Verbündete gegen US-Blockade: Russischer Außenminister spricht mit Peking über Iran-Krieg +++

14.04.2026, 00:01 Uhr

Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist heute zu Gesprächen in Peking eingetroffen, um unter anderem vor dem Hintergrund des Krieges in der Golfregion die Zusammenarbeit mit China zu intensivieren. Bei seiner Ankunft in der chinesischen Hauptstadt wurde zu seinem Empfang der rote Teppich ausgerollt, wie auf Bildern des russischen Außenministeriums zu sehen war. In China wurden noch weitere Vertreter von Ländern begrüßt, die vom Iran-Krieg und seinen wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen sind, darunter der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams, To Lam, und der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sayed Al Nahyan. Lawrow und der chinesische Außenminister Wang Yi wollten in Gesprächen "Meinungen austauschen und Positionen koordinieren über die Entwicklung bilateraler Beziehungen, die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen und internationale und regionale Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse", wie das Außenministerium in Peking im Vorfeld mitteilte. Dem russischen Außenministerium zufolge wollten beide über den Krieg in der Ukraine und die Situation im Nahen Osten beraten.

+++ 08:40 New Yorker Polizei nimmt fast 100 Menschen bei Protest gegen den Iran-Krieg fest +++

Die Polizei in der US-Metropole New York City hat bei einem Protest gegen den Iran-Krieg und US-Waffenlieferungen an Israel rund 90 Demonstranten festgenommen. Eine beteiligte Aktivistengruppe schrieb, dass an dem Protest auch die Whistleblowerin Chelsea Manning und örtliche Politiker beteiligt gewesen seien. Die Demonstranten hatten in Manhatten den Verkehr blockiert. Laut Nachrichtenagentur AP versuchte die mehrere hundert Personen starke Menge zunächst, vor den Büros des demokratischen Senatsführers Chuck Schumer und der Senatorin Kirsten Gillibrand einen Sitz-Streik zu veranstalten. Sie warfen den beiden vor, Israels eskalierende Angriffe im Libanon und den Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu unterstützen. Nachdem Sicherheitskräfte die Demonstranten am Betreten des Gebäudes gehindert hatten, blockierten sie den Verkehr vor dem Gebäude und skandierten "Geld für Menschen, nicht für Bomben!", während sie festgenommen und in Busse verladen wurden.

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Die Demonstranten werden von der Polizei weggebracht. (Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

+++ 07:50 Chinesischer Tanker passiert Straße von Hormus trotz US-Blockade +++

Ein von den USA sanktionierter chinesischer Tanker hat Schiffsdaten zufolge trotz einer US-Blockade die Straße von Hormus durchquert. Laut den Daten der Anbieter LSEG, MarineTraffic und Kpler ist es das erste Schiff, dem die Durchfahrt aus dem Persischen Golf seit Beginn der US-Blockade am Montag gelungen ist. Der Tanker mittlerer Größe hat den Angaben zufolge rund 250.000 Barrel Methanol an Bord, die er im Hafen von Hamrija in den Vereinigten Arabischen Emiraten geladen habe. Das Schiff und seine Eignergesellschaft Shanghai Xuanrun Shipping wurden von den USA wegen Geschäften mit dem Iran auf eine Sanktionsliste gesetzt. Ein weiterer von den USA mit Sanktionen belegter Tanker nahm den LSEG-Daten zufolge ebenfalls Kurs auf die Meerenge. Der leere Tanker soll laut den Daten von Kpler im Irak Heizöl laden. Das Schiff hat bereits russisches und iranisches Öl transportiert. Die USA wollen den gesamten Schiffsverkehr zu und von iranischen Häfen in der Straße von Hormus blockieren und auch Schiffen die Durchfahrt verweigern, die vom Iran geforderte Transitgebühren an Teheran bezahlen.

+++ 07:20 Chinas Handel leidet unter Folgen des Iran-Kriegs +++

Chinas Exportmotor ist im März ins Stottern geraten. Die Ausfuhren legten nur um 2,5 Prozent im Jahresvergleich zu und verfehlten damit die Erwartungen deutlich, wie die Zollbehörde mitteilt. Ökonomen hatten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit einem Plus von 8,6 Prozent gerechnet. Der Einbruch folgt auf ein kräftiges Wachstum von 21,8 Prozent in den ersten beiden Monaten des Jahres. Die Importe überraschten dagegen positiv mit einem Anstieg um 27,8 Prozent - erwartet worden waren nur 11,2 Prozent. Die schwachen März-Zahlen sind der erste echte Test dafür, ob die starke Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz - und den dafür benötigten Chips und Servern - die Folgen des Iran-Kriegs ausgleichen kann. Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran, über die 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen laufen, hat einen Energieschock ausgelöst und Erinnerungen an frühere Golfkriege geweckt.

+++ 06:50 US-Vize Vance: Vatikan sollte sich "auf moralische Fragen beschränken" +++

Vor dem Hintergrund des Streits zwischen US-Präsident Donald Trump und Papst Leo XIV. hat US-Vizepräsident JD Vance den Vatikan aufgefordert, sich aus der Politik fernzuhalten. "Ich bin durchaus der Meinung, dass es in manchen Fällen das Beste für den Vatikan wäre, sich auf moralische Fragen zu beschränken", sagt Vance dem US-Sender Fox News. Es sollte dem US-Präsidenten überlassen bleiben, "die amerikanische Politik zu bestimmen", fügt Vance hinzu. Leo XIV. hatte am Samstag vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zum Frieden in der Welt aufgerufen.

+++ 06:15 UN-Chef Guterres zu Iran-Krieg: Einigung nicht über Nacht möglich +++

UN-Generalsekretär António Guterres hat nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA am Wochenende in Pakistan zu einer Fortsetzung der Gespräche gemahnt. Auch wenn es keine Einigung gegeben habe, so hätten die Gespräche selbst doch die "Ernsthaftigkeit des Engagements" betont und stellten somit einen bedeutenden Schritt hin zu einem neuen Dialog dar, teilt der Sprecher des UN-Chefs mit. "Angesichts der tief verwurzelten Differenzen kann eine Einigung nicht über Nacht erzielt werden", so der Sprecher.

+++ 05:43 Irans Präsident wirft USA mangelnden politischen Willen vor +++

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat erneut die US-Seite für das Scheitern der Friedensgespräche zwischen den beiden Kriegsparteien in Islamabad verantwortlich gemacht. Übertriebene Forderungen und der "mangelnde politische Wille hochrangiger US-Beamter" hätten eine Einigung verhindert, sagt Peseschkian laut einem Bericht des staatlichen englischsprachigen Senders PressTV in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Die USA und der Iran hatten am Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad direkte Gespräche unter Vermittlung Pakistans geführt. Die Friedensgespräche waren ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen.

+++ 04:46 IEA-Chef: April könnte für Weltwirtschaft schwieriger werden als März +++

Der April könnte laut dem Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, für die Energiemärkte und die Weltwirtschaft aufgrund des Iran-Krieges ein schwierigerer Monat werden als der März. Während im März noch Lieferungen aus der Region eingetroffen seien, die "lange vor Beginn der Krise verladen wurden", sei im April "nichts verladen worden", sagt Birol vor Reportern nach der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. Die Welt steht Birol zufolge vor einer großen Herausforderung in Bezug auf Energiesicherheit. "Kein Land ist gegen dieses Problem immun", sagt er. "Je länger die Unterbrechung anhält, desto gravierender wird das Problem."

+++ 03:47 JD Vance: Teheran ist in Friedensverhandlungen am Zug +++

In den Verhandlungen um ein Ende des Iran-Krieges ist US-Vizepräsident JD Vance zufolge Teheran am Zug. "Ich glaube wirklich, dass der Ball im Feld der Iraner liegt, weil wir sehr viel auf den Tisch gelegt haben", sagt Vance dem US-Sender Fox News. "Wir haben tatsächlich sehr klar gemacht, wo unsere roten Linien verlaufen", fügt er hinzu. Besonders in zwei Punkten habe US-Präsident Donald Trump klar gemacht, "dass wir keinerlei Spielraum haben", sagt Vance. Diese Punkte seien die US-Kontrolle über das angereicherte Uran des Iran und ein Überprüfungsmechanismus, um sicherzustellen, dass Teheran in Zukunft keine Atomwaffe entwickelt. "Es ist das eine, wenn die Iraner sagen, sie werden keine Atomwaffe besitzen", sagt der US-Vize. "Es ist etwas anderes, wenn wir einen Mechanismus schaffen, der sicherstellt, dass das nicht passieren wird."

+++ 02:34 Russland bietet Vermittlung im Nahen Osten an +++

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sieht es als wichtig an, eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen im Nahen Osten zu verhindern. Dies sagt er seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi in einem Telefonat, wie das russische Außenministerium mitteilt. Lawrow bekräftigt zudem Russlands Bereitschaft, bei einer Lösung der Krise zu helfen. Diese habe keine militärische Lösung. Araghtschi informiert Lawrow den Angaben zufolge über die am Wochenende gescheiterten amerikanisch-iranischen Gespräche in Pakistan.

+++ 01:36 IWF, Weltbank und IEA warnen vor Horten von Energie +++

Der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Internationale Energieagentur (IEA) rufen die Staatengemeinschaft dazu auf, das Horten von Energie und Exportkontrollen zu vermeiden. Dies könne den bislang größten Schock für den globalen Energiemarkt weiter verschärfen, warnen die Organisationen. IEA-Chef Fatih Birol zufolge halten derzeit mehrere namentlich nicht genannte Länder ihre Bestände zurück und verhängen Exportbeschränkungen. Er appelliert an alle Staaten, Energie dem Markt zur Verfügung zu stellen. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa mahnt, oberstes Gebot sei es, keinen Schaden anzurichten. Sie verweist auf besonders stark betroffene Länder in Asien, Afrika südlich der Sahara und im Südpazifik, die um ihre Versorgung bangen.

+++ 00:16 Medien: USA fordern 20 Jahre keine Urananreicherung vom Iran +++

Die USA haben den Iran Medienberichten zufolge dazu aufgefordert, 20 Jahre lang auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Einen entsprechenden Vorschlag hätten sie Teheran bei den Verhandlungen am Wochenende vorgelegt, berichten das Nachrichtenportal "Axios" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle beziehungsweise mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mit einer entsprechenden Forderung würden die USA ihre bisherige Position aufweichen. US-Präsident Donald Trump etwa hatte erst jüngst betont, es werde keine Urananreicherung geben - ohne seine Forderung dabei auf einen bestimmten Zeitraum zu begrenzen.

+++ 23:05 EU-Kommission will Staatshilfen wegen des Kriegs lockern +++

Die EU-Kommission will den Mitgliedsstaaten mehr Spielraum bei finanziellen Hilfen für Unternehmen einräumen, die unter den hohen Treibstoff- und Düngemittelpreisen leiden. Sie schlägt vor, die Beihilferegeln vorübergehend zu lockern. Damit sollen Regierungen einen Teil der Kostensteigerungen übernehmen dürfen, die seit dem Beginn des Krieges angefallen sind. Davon sollen vor allem die Landwirtschaft, der Straßenverkehr und die Schifffahrt profitieren. Zudem sollen energieintensive Industrien künftig staatliche Unterstützung für mehr als 50 Prozent ihrer Stromkosten erhalten können.

+++ 22:07 Merz ruft Netanjahu zur Beendigung der Angriffe im Südlibanon auf +++

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in einem Telefonat mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu ein Ende der Kämpfe im Südlibanon gefordert. Merz habe sich dafür ausgesprochen, "die Kampfhandlungen im Süden des Libanon zu beenden", teilt Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Die pro-iranische Hisbollah-Miliz müsse zudem ihre Waffen niederlegen. Merz "ermutigte" Netanjahu demnach zur Aufnahme direkter Friedensgespräche mit der libanesischen Regierung.

+++ 21:33 UN-Generalsekretär Guterres fordert freie Schifffahrt durch Straße von Hormus +++

UN-Generalsekretär António Guterres ruft "alle Parteien" im Iran-Krieg dazu auf, eine freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Im Einklang mit dem Völkerrecht müsse "die Freiheit der Schifffahrt auch in der Straße von Hormus" respektiert werden, erklärt Guterres laut seinem Sprecher Stéphane Dujarric. Der UN-Generalsekretär fordert zudem ein Ende jeglicher Verstöße gegen den geltenden Waffenstillstand und eine Fortsetzung der Verhandlungen.

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