Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 08:29 Wadephul will neuen diplomatischen Anlauf nehmen +++
Bundesaußenminister Johann Wadephul will nach eigenen Angaben im Lauf des Tages mit seinem US-Kollegen Marco Rubio telefonieren und ihm Eindrücke seiner jüngsten Reise in die Ukraine schildern. Er wolle Rubio bitten, persönlich aktiv zu werden, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Die US-Diplomatie sei in dieser Hinsicht bisher im Wesentlichen in den Händen der US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff gewesen. "Möglicherweise kann ich ihn (Rubio) selber auch veranlassen, dort noch mehr zu machen, aber wir werden auch auf anderen Wegen versuchen, jetzt Gespräche anzustoßen." Es gebe eine Reihe anderer Länder wie die Türkei, viele Golfstaaten und Ägypten, die "einen engeren Gesprächskontakt als praktisch alle Europäer zu Russland haben". Mit diesen Ländern spreche die Bundesregierung. Es sei an der Zeit, diplomatisch einen neuen Anlauf zu nehmen.
+++ 08:04 Sprengstoff-Drohne in Leipzig macht den Deutschen Sorgen +++
Die Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle Anfang August hat nicht nur Politiker und Sicherheitsbehörden aufgeschreckt - die Bevölkerung macht sich Sorgen. Eine Mehrheit von 63 Prozent der Bundesbürger ist laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov mit Blick auf den Vorfall besorgt. Lediglich neun Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage antworteten auf die Frage, ob und wenn ja, wie sehr sie der Drohnen-Fund besorgt mache, mit "überhaupt nicht besorgt". 22 Prozent der Befragten entschieden sich für die Antwortvariante "wenig besorgt". Zwischen dem 14. August und vergangenem Montag wurden knapp 2.100 Wahlberechtigte befragt.
+++ 07:31 Russischer Online-Händler Ozon beklagt Verletzte +++
Der zweitgrößte russische Online-Händler Ozon bestätigt weitere Drohnenangriffe auf seine Standorte. In einem Logistikzentrum in Machatschkala in Dagestan sei ein Feuer ausgebrochen, teilt Ozon am Morgen mit. "Nach vorläufigen Informationen gibt es mehrere Verletzte", deren Leben jedoch nicht in Gefahr sei. Daneben wuden demnach Standorte in Adygeysk bei Krasnodar and Newinnomyssk bei Stawropol "wegen der Bedrohung durch Drohnenangriffe evakuiert". Zuvor hatte Ozon bereits einen Großbrand in einem Logistikzentrum in der Stadt Krasnodar gemeldet.
+++ 06:55 Ukraine will mehrere Ozon-Standorte getroffen haben +++
Die dritte Nacht in Folge hat die Ukraine den russischen Online-Händler Ozon attackiert, wie Kyiv Independent berichtet. Mehrere Logistikzentren wurden unbestätigten Berichten zufolge getroffen: in den Regionen Dagestan, Krasnodar und Stawropol. Ozon ist der größte Konkurrent von "Russlands Amazon" Wildberries, das ebenfalls regelmäßig unter Beschuss steht.
+++ 06:24 Russland meldet getötete und verletzte Kinder +++
In der südrussischen Stadt Krasnodar sind nach Angaben des örtlichen Gouverneurs zwei Kinder durch herabstürzende Drohnentrümmer ums Leben gekommen. Neun weitere Menschen, darunter sieben Kinder, seien verletzt worden, als die Trümmerteile in der Nacht eine private Kindertagesstätte trafen, teilt Gouverneur Weniamin Kondratjew bei Telegram mit. Zudem stürzten Trümmer auf Wohnhäuser und lösten einen Brand in Lagerhallen aus.
+++ 06:02 EU will "Druck erhöhen, bis Russland Töten beendet" +++
Die EU sichert der Ukraine zum Nationalfeiertag fortgesetzte Hilfe zu. "Wir werden die Ukraine weiter so lange und so umfassend wie nötig unterstützen", sagt Ratspräsident António Costa vor den heutigen Feierlichkeiten in Kiew. Bereits in den vergangenen viereinhalb Kriegsjahren habe man mehr als 220 Milliarden Euro mobilisiert. Zugleich droht Costa Kremlchef Wladimir Putin mit neuen Sanktionen. "Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt", sagt der frühere portugiesische Regierungschef. In diesem Sommer sehe man deutlicher als je zuvor, dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre.
+++ 05:42 Großbritannien unterstützt Kiew bei Produktion von Langstreckenraketen +++
Der britische Premierminister Andy Burnham kündigt vor seinem Antrittsbesuch in der Ukraine Unterstützung für die dortige Produktion von Langstreckenraketen an. "Die Sicherheit der Ukraine ist unsere Sicherheit", erklärt Burnham. Großbritannien erlaube dem europäischen Raketenhersteller MBDA, geheime Informationen über britische Bauteile des Marschflugkörpers Scalp weiterzugeben, teilt Burnhams Büro mit. Dies solle Frankreich und der Ukraine helfen, lokale Produktionslinien für die Waffe aufzubauen. Burnham wird in Kiew unter anderem mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen und eine Sitzung der sogenannten Koalition der Willigen leiten, einer Gruppe von Unterstützerstaaten der Ukraine.
+++ 04:47 Großbrand nach Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum in Südrussland +++
Nach einem Drohnenangriff ist in einem Logistikzentrum des russischen Online-Händlers Ozon in der südrussischen Stadt Krasnodar ein Großbrand ausgebrochen. Der Betrieb sei eingestellt worden, teilt das Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Nach vorläufigen Erkenntnissen gebe es keine Opfer.
+++ 02:56 JU und Jusos streiten über Wehrpflicht +++
Die Jugendorganisationen von Union und SPD streiten über die Wehrpflicht. Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Johannes Winkel, sagt der "Rheinischen Post": "Wächst die Bundeswehr nicht wie gesetzlich vorgesehen, muss der verpflichtende Wehrdienst im Folgejahr kommen. Wenn 2027 der Aufwuchs auf 190.000 Soldaten verfehlt wird, muss ab Juli 2028 die Pflicht greifen, ohne weitere Hintertüren." Mit Blick auf den derzeit freiwilligen Wehrdienst und den Rekrutierungsfragebogen, den junge Männer ausfüllen müssen, betont er: "Von Fragebögen lässt sich Putin nicht beeindrucken." Die Jusos pochen wiederum auf die Freiwilligkeit. "Dienstpflicht-Schreihälse wollen es sich bloß einfach machen", kritisiert der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer. Er weist darauf hin, dass die Bundeswehr mit rund 186.700 Soldatinnen und Soldaten ihr Personalziel für 2026 freiwillig erreicht habe. "Attraktive Arbeitsbedingungen sind der beste Hebel dafür, dass junge Menschen sich freiwillig für diesen Dienst entscheiden", betont er.
+++ 01:58 Drei Tote bei russischem Angriff nahe ukrainischer Stadt Charkiw +++
Bei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben des regionalen Gouverneurs drei Menschen getötet. Rettungskräfte hätten acht Personen geborgen und in Sicherheit gebracht, von denen einige verletzt seien, teilt Gouverneur Oleh Synjehubow über den Nachrichtendienst Telegram mit. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern dauere an.
+++ 00:58 Russland wehrt Drohnenangriff auf Industriegebiet in Stawropol ab +++
Russland wehrt nach Angaben des örtlichen Gouverneurs einen Drohnenangriff auf ein Industriegebiet in der Stadt Newinnomyssk in der südlichen Region Stawropol ab. Dies teilt Gouverneur Wladimir Wladimirow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Newinnomyssk ist unter anderem ein wichtiges Zentrum der russischen Chemieproduktion.
+++ 23:35 Russischer Raketenbau: Selenskyj fordert EU-Sanktionen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in den vergangenen Wochen wiederholt um dringende Lieferung von Patriot-Raketen gebeten, da die ukrainischen Bestände aufgebraucht sind. Patriots sind bisher das einzige Mittel zur Raketenabwehr. Beim Treffen baltischer und nordischer Staaten zum Tag der Staatsflagge der Ukraine in Kiew forderte Selenskyj erneut Hilfe der Verbündeten: "Sie alle wissen sehr gut, was derzeit in der Ukraine geschieht, kennen alle Details und wissen auch, was Russland für diesen Herbst vorbereitet und - was noch wichtiger ist - was es für diesen Winter vorbereitet", sagte er. Er hob den Bedarf an Flugabwehrraketen hervor. "Jede Rakete rettet Leben." Zugleich forderte er ein Sanktionspaket auf EU-Ebene, mit dem der Bau von ballistischen Raketen in Russland erschwert werden sollte. Nach ukrainischen Erkenntnissen verwenden russische Rüstungsfirmen für diese Waffen weiter wichtige Bauteile aus westlichen Ländern.
+++ 22:16 Ukraine-Unterstützer beraten zu Russland-Sanktionen - auch Merz dabei +++
Am 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine beraten Staats- und Regierungschefs der sogenannten Koalition der Willigen am Montag über die weitere Unterstützung der Ukraine. Nach Angaben eines EU-Vertreters werden rund zehn Teilnehmer für das Treffen nach Kiew reisen, unter ihnen EU-Ratspräsident António Costa. Die übrigen Teilnehmer werden dem Treffen virtuell zugeschaltet. Ausgerichtet werden die Beratungen vom neuen britischen Premierminister Andy Burnham sowie Bundeskanzler Friedrich Merz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Bei dem Treffen wollen die Staats- und Regierungschefs weitere Sanktionen gegen Russland abstimmen sowie über Sicherheitsgarantien für Kiew beraten, wie der Élysée-Palast mitteilt.
+++ 21:29 Norwegische Regierung verspricht Kiew Milliardenhilfe für Armee +++
Die Staats- und Regierungschefs der nordischen und baltischen Staaten sind zu einem Solidaritätsbesuch nach Kiew gereist. Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Störe sagt der Ukraine während des Besuchs für das kommende Jahr Unterstützung in Höhe von neun Milliarden Dollar zu - rund 7,7 Milliarden Euro. Der Großteil der Hilfe werde an die ukrainische Armee gehen, erklärt die norwegische Regierung.
+++ 20:27 Selenskyj weist Verwicklung in Nord-Stream-Sprengung zurück +++
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj keine Rolle bei der Zerstörung der Nord-Stream-Gaspipelines gespielt. Das Land kooperiere bei den Ermittlungen. "Die Ukraine hat sich nie offiziell an Operationen zur Sprengung der Nord-Stream-2-Pipeline beteiligt", sagt Selenskyj vor Journalisten in Kiew. Die Erdgasleitungen Nord Stream 1 und 2 zwischen Russland und Deutschland wurden im September 2022 durch Explosionen beschädigt. Derzeit befinden sich zwei ukrainische Verdächtige wegen des Verdachts der Mitwirkung in Untersuchungshaft.
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