Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 09:08 AKW Saporischschja: Russische Leitung meldet Drohnenangriff +++

19.06.2026, 00:01 Uhr

Der Fuhrpark des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ist nach Angaben der russischen Besatzungsverwaltung Ziel eines schweren Drohnenangriffs geworden. Bei der Attacke am späten Donnerstagabend und in der folgenden Nacht seien mindestens 14 Einschläge registriert worden, teilt die Werkleitung mit. In einem Bereich sei ein Feuer ausgebrochen, zudem seien Gebäude beschädigt worden. Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben. Eine vollständige Schadensaufnahme sei wegen der anhaltenden Gefahr weiterer Angriffe zunächst nicht möglich gewesen. Das größte Atomkraftwerk Europas im Osten der Ukraine ist seit den ersten Wochen des russischen Angriffskriegs von russischen Truppen besetzt. Beide Seiten machen sich immer wieder gegenseitig für Angriffe auf das AKW-Gelände verantwortlich.

08:45 Bürgermeister: Zahl der Verletzten in Charkiw steigt auf neun

Die Zahl der Verletzten nach einem russischen Gleitbombenangriff auf Charkiw ist laut dem Bürgermeister auf neun gestiegen. Unter ihnen sind demnach vier Kinder. (Siehe Eintrag um 07:13 Uhr). 

+++ 08:29 Ukraine: Ein Toter bei russischem Angriff auf Schiffe im Schwarzen Meer +++

Bei einem russischen Drohnenangriff im Schwarzen Meer ist nach ukrainischen Angaben ein Besatzungsmitglied eines unter der Flagge Panamas fahrenden Schiffes getötet worden. Zwei weitere Menschen an Bord seien verletzt worden, teilt der ukrainische Vize-Ministerpräsident Oleksij Kuleba über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem sei ein weiteres Schiff unter der Flagge von St. Kitts und Nevis getroffen worden. Dabei seien drei Seeleute leicht verletzt worden.

+++ 07:48 Asow-Brigade greift Mariupol Jahre nach der Niederlage wieder an +++

Drohnen der Asow-Brigade kreisen über dem besetzten Mariupol und nehmen den strategisch wichtigen Hafen ins Visier. Vier Jahre nach dem Fall der Stadt geben die Kämpfer ihr Ziel nicht auf - und kündigen an, auf die Rückeroberung so lange hinzuarbeiten, wie es nötig ist.

+++ 07:13 Behörden: Russische Gleitbomben treffen Charkiw - sechs Menschen verletzt, Dutzende Häuser beschädigt +++

Russische Streitkräfte haben in der Nacht offenbar mehrere Gleitbomben auf Charkiw abgeworfen. Das berichtet die Zeitung "Kyiv Independent" unter Berufung auf den Bürgermeister der Stadt. Demnach wurden mindestens sechs Menschen verletzt und mehr als 40 Häuser beschädigt. Um 3:30 Uhr Ortszeit sei Luftalarm ausgelöst worden. 

+++ 06:20 Rheinmetall-Chef ist für Verbot von KI-Waffeneinsatz +++

Angesichts des rasanten technischen Fortschritts in der Rüstungsbranche hat Rheinmetall-Chef Armin Papperger globale Regeln angemahnt, damit künftig weiterhin Menschen über die Schussabgabe in Kriegen entscheiden und keine Maschinen mit Künstlicher Intelligenz (KI). "Technologisch wird in den nächsten zehn Jahren sehr viel möglich sein - das geht exponentiell nach oben", sagt der Manager bei der Rüstungsmesse Eurosatory in Villepinte bei Paris, die am heutigen Freitag endet. Man müsse Regeln vorschreiben, ähnlich wie bei Atomwaffen - "wo man eben sagt, hier sind die Grenzen". "Das kann kein Unternehmen oder Individuum festlegen, sondern das muss man über einen Ethikrat oder über eine UN-Resolution machen."

+++ 05:39 US-Militärstützpunkt in Polen: Tusk optimistisch +++

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärt, Warschau habe aus Washington ein positives Signal hinsichtlich der möglichen Errichtung eines permanenten US-Militärstützpunkts auf polnischem Territorium erhalten. In einer Rede in Brüssel kommentiert Tusk einen Brief des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth über die Aussichten auf die Stationierung einer permanenten amerikanischen Militärpräsenz in Polen. Die Entscheidung sei zwar noch nicht definitiv, aber er sei mit dem Ton des Briefes und der Schnelligkeit der Antwort sehr zufrieden.

+++ 04:31 Lawrow sieht in EU keinen geeigneten Verhandlungspartner +++

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht in der Europäischen Union keinen geeigneten Verhandlungspartner, um ein Ende des Ukraine-Kriegs zu erreichen. Das eigentliche Ziel der europäischen Politiker sei nicht, mit Russland zu verhandeln. Stattdessen gehe es Brüssel darum, die Regierung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu retten und das Nachbarland als Ausgangspunkt für eine fortgesetzte Konfrontation mit Russland zu erhalten, schreibt Lawrow in einem vom russischen Außenministerium im Internet veröffentlichten Artikel.

+++ 04:10 Selenskyj will beschleunigten EU-Beitritt der Ukraine +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut eine schnelle EU-Vollmitgliedschaft gefordert. "Die Zukunft Europas - frei, vereint und in Frieden - entscheidet sich in unserer Verteidigung. Das zeigt, wie einzigartig unsere Situation ist", sagt Selenskyj in Auszügen der Rede auf dem EU-Gipfel, die auf X veröffentlicht wurden. "Der wichtigste Schritt in dieser Hinsicht könnte ein beschleunigter Weg für den Beitritt der Ukraine zur EU sein." Die EU hat gerade das erste Verhandlungskapitel mit der Ukraine und der Republik Moldau beschlossen. Die Bundesregierung plädierte für eine assoziierte Mitgliedschaft als Zwischenschritt.

+++ 03:41 Russland übergibt Ukraine Leichen von Hunderten Soldaten +++

Russland hat der Ukraine die sterblichen Überreste von 522 Todesopfern übergeben. Es handele sich nach Angaben Moskaus hauptsächlich um Soldaten, teilt das ukrainische Zentrum für Kriegsgefangene mit. Der russische Abgeordnete Schamsail Saralijew bestätigt die Angaben. Die Ukraine habe im Gegenzug die Leichen von 33 russischen Soldaten übergeben, sagt er dem Sender RBK. Kiew macht hierzu keine Angaben. Die Übergabe der Leichen erfolgt vor dem Hintergrund massiver gegenseitiger Drohnenangriffe. Die Ukraine führte am Donnerstag den größten Angriff auf Moskau seit Jahren aus und traf dabei auch eine wichtige Ölraffinerie. Auch die Ukraine wurde in der Nacht wieder zum Ziel russischer Angriffe.

+++ 02:47 Pistorius kennt keine konkreten US-Pläne für Abzug aus Deutschland +++

Die USA haben nach den Worten von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nach wie vor keinen konkreten Plan zum Abzug von Truppen aus Deutschland vorgelegt. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth habe beim Treffen der Nato-Ressortchefs in Brüssel lediglich eine Roadmap zur Prüfung der Streitkräfte in Europa angekündigt, sagt Pistorius in Brüssel. Generell wichtig sei, dass keine Lücken in den Fähigkeiten der Nato entstünden, betont der Minister.

+++ 01:49 Insider: Massive Kritik an Costas Moskau-Kontakten +++

Etliche EU-Regierungen haben EU-Ratspräsident Antonio Costa für seine Kontaktversuche nach Moskau kritisiert. "Es gibt kein Mandat, seine Gespräche waren nicht mit den Mitgliedstaaten abgestimmt", sagt ein Diplomat eines großen EU-Landes. Costa agiere "nicht professionell". Es habe in der Sitzung der EU-27 deutliche Kritik mehrerer Länder gegeben. Das Büro des EU-Ratspräsidenten hatte mitgeteilt, dass man Kontakte nach Moskau aufgebaut habe, für den Fall, dass Verhandlungen über den Ukraine-Krieg starten könnten. In der EU ist nicht geklärt, wer dann für die Europäer verhandeln soll. Kanzler Friedrich Merz etwa hatte allerdings deutlich gemacht, dass er vor allem die E3 (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) dann in einer wichtigen Rolle sieht.

+++ 00:47 Selenskyj: Kenne keine Details der Costa-Initiative +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Kontaktaufnahme des Teams von EU-Ratspräsident Antonio Costa mit Russland noch nicht beurteilen. "Ich kenne nicht allzu viele Details darüber", sagt Selenskyj beim Verlassen des EU-Gipfels in Brüssel auf die Frage, wie er die Initiative findet. Costas Büro hatte zuvor bestätigt, Kontakt mit Russland für mögliche Verhandlungen über das Ende des Ukraine-Krieges aufgenommen zu haben. (Siehe Eintrag um 20:21 Uhr)

+++ 23:48 EU-Regierungen verlängern Russland-Sanktionen weitere zwölf Monate +++

Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs haben die bisherigen Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs um zwölf Monate verlängert. Das teilt der Sprecher von EU-Ratspräsident Antonio Costa nach Beratungen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit. Bisher wurden die Sanktionen jeweils für sechs Monate verlängert.

+++ 22:46 Bulgarien kündigt Veto gegen Russland-Sanktionen der EU an +++

Bulgarien wird gegen das jüngste Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland sein Veto einlegen. Das kündigt Ministerpräsident Rumen Radev vor dem EU-Gipfel in Brüssel an. Die geplanten Sanktionen könnten sich negativ auf die bulgarische Wirtschaft auswirken. Die EU hat am Montag ihre Sanktionsliste erweitert und 34 Einzelpersonen sowie 47 Organisationen hinzugefügt, die mit dem militärisch-industriellen Komplex Russlands, seiner Schattenflotte von Öl- und Gastankern und anderen an politischen Einmischungsaktivitäten beteiligten Personen in Verbindung stehen. "Für den Betrieb von Lukoil besteht ein erhebliches Risiko", sagt Radev zu dem russischen Ölunternehmen, das einer der größten Kraftstoffhändler in Bulgarien ist und die einzige Raffinerie des Landes betreibt.

+++ 22:07 Selenskyj: Neue Sicherheitsarchitektur für Europa nur mit der Ukraine möglich +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert eine langfristige Unterstützung der ukrainischen Armee durch europäische Länder. Die ukrainische Armee sei "faktisch die Hauptstreitmacht in Europa, die eine groß angelegte Aggression über einen langen Zeitraum hinweg abwehren kann", schreibt Selenskyj bei X. "Und auch nach diesem Krieg muss dies so bleiben." Die Existenz einer solchen Armee dürfte dem Präsidenten zufolge dazu beitragen, "künftige aggressive Schritte Putins zu verhindern". Deshalb müssten die Verbündeten schon jetzt darüber nachdenken, "wie wir die Finanzierung sicherstellen können, die die ukrainische Armee in den kommenden Jahren benötigen wird". Selenskyj verlas diese Worte auch bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe. "Wenn wir wollen, dass Europa über die stärkste Armee verfügt, die wirklich auf jede Bedrohung reagieren kann, ist dies nur durch eine langfristige Zusammenarbeit mit der Ukraine und eine langfristige Unterstützung der ukrainischen Armee möglich. Dies ist eine realistische, neue Sicherheitsarchitektur für Europa."

+++ 21:48 Friedensverhandlungen: Baltische Regierungen warnen vor zu schnellen Kontakten mit Moskau +++

Mehrere EU-Spitzenpolitiker warnen davor, voreilig Verhandlungen mit Russland über die Ukraine aufzunehmen. "Zunächst einmal muss es auf der anderen Seite jemanden geben, der zum Frieden bereit ist", sagt der lettische Ministerpräsident Andris Kulbergs. "Es ist viel besser, einzugreifen, wenn wir positive Signale aus Russland sehen, die zeigen, dass das Land zur Aufnahme von Friedensverhandlungen oder zu einem Waffenstillstand bereit ist", sagt Litauens Präsident Gitanas Nauseda. Sie reagieren auf eine Meldung, dass das Büro des EU-Ratspräsidenten Antonio Costa in den vergangenen Wochen "kurze Kontakte auf diplomatischer Ebene" mit dem Kreml geknüpft hatte.

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