Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 17:08 Selenskyj: Russland zieht Luftabwehr für Parade in Moskau zusammen +++
Russland verlegt nach ukrainischen Angaben Luftabwehrsysteme aus verschiedenen Regionen in die Umgebung von Moskau, um die dortige Militärparade am 9. Mai abzusichern. Dies zeige, dass sich die russische Führung entgegen vielen Äußerungen nicht auf eine Waffenruhe vorbereite, sondern sich mehr um die Parade sorge als um den Rest des Landes, schreibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X. Der Abzug der Systeme eröffne der Ukraine zugleich zusätzliche Möglichkeiten für Angriffe mit großer Reichweite. Man werde nun die entsprechenden Prioritäten setzen, fügt er hinzu.
+++ 16:30 Aktivistinnen protestieren oben ohne gegen Russlands Teilnahme bei Venedig-Biennale +++
Vor dem russischen Pavillon der Kunstbiennale in Venedig haben Aktivistinnen von Pussy Riot und der ukrainischen Frauenorganisation Femen lautstark gegen die Teilnahme Russlands protestiert. Vermummte in lila Sturmhauben zündeten Bengalos und riefen Slogans wie "War is Russia's art" und "Art for show, graves below". Femen-Aktivistinnen präsentierten ähnliche Parolen auf ihren nackten Oberkörpern, während sie ukrainische Flaggen hochhielten.
Russischer Botschafter Alexej Paramonow warf der EU vor, seit Jahren einen neuen Eisernen Vorhang zu errichten. Kuratorin des Pavillons ist Anastassija Kornejewa - Tochter eines Geheimdienstgenerals und Geschäftspartnerin einer Tochter von Außenminister Lawrow. Organisiert wird das Projekt vom Kreml-Beauftragten für internationalen Kulturaustausch, Michail Schwydkoi.
+++ 15:54 Ungarn beschlagnahmte Geldtransporter - Kiew bekommt nun 70 Millionen Euro und 9 Kilo Gold zurück +++
Die von ungarischen Behörden beschlagnahmten Vermögenswerte der Staatlichen Sparbank der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Selenskyj zurückgegeben worden. Ungarn hatte im März zwei Geldtransporter der Bank abgefangen, die Währungsreserven und Bankgold aus Österreich in die Ukraine transportierten. Budapest gab zwar die Fahrzeuge zurück - aber ohne den Inhalt. Zurückgehalten wurden umgerechnet rund rund 70 Millionen Euro sowie 9 Kilogramm Gold.
+++ 15:14 Russen greifen Kindergarten in Sumy an - Wächterin getötet +++
Im Zentrum der ukrainischen Stadt Sumy haben die russischen Streitkräfte einen Kindergarten mit Drohnen angegriffen. Eine Frau kam ums Leben, zwei weitere Personen wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Das berichten der Leiter der Regionalbehörde, Oleh Hryhоrow, sowie der amtierende Bürgermeister Artem Kobsar. Demnach schlugen zwei Kampfdrohnen in das Gebäude ein. Bei dem Opfer handelt es sich um eine Wächterin der Einrichtung. Der Kindergarten war zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in Betrieb, Kinder kamen nicht zu Schaden. Die Polizei veröffentlichte Fotos vom Einsatzort.
+++ 14:33 Bericht: Kiew lehnt Waffenruhe für Putins Parade ab +++
Nach zahlreichen russischen Angriffen in den vergangenen Tagen sieht Kiew einem Bericht zufolge keinen Grund, die von Moskau vorgeschlagene Feuerpause für Russlands Feierlichkeiten zum Tag des Sieges am 8. und 9. Mai einzuhalten. "Wir sehen schlicht keinen Sinn darin, für die Parade mitzumachen", sagt ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter dem "Kyiv Independent". Präsident Selenskyj zufolge hat Russland die von der Ukraine seit dem 6. Mai ausgerufene Waffenruhe bereits 1820 Mal gebrochen - dabei haben Feuerpausen im bisherigen Kriegsverlauf noch nie gehalten. Außenminister Sybiha kommentierte knapp: "Putin interessieren nur Militärparaden, keine Menschenleben."
+++ 13:55 Selenskyj plant weiteres Vorgehen nach Bruch von Waffenruhe +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt nach anhaltenden russischen Angriffen während einer von ihm selbst initiierten Feuerpause eine Entscheidung über das weitere Vorgehen an. Bis 10 Uhr Ortszeit (9 Uhr MESZ) hätten russische Truppen den um Mitternacht in Kraft getretenen Waffenstillstand 1820 Mal gebrochen, erklärt Selenskyj. Dazu zählten Artilleriebeschuss, versuchte Sturmangriffe, Luftschläge und der Einsatz von Drohnen. "Auf der Grundlage der abendlichen Berichte unseres Militärs und unserer Geheimdienste werden wir über unser weiteres Vorgehen entscheiden", schreibt er auf X.
+++ 13:15 Munz: "Interessant ist, worüber nicht gesprochen wurde" +++
Korrespondent Rainer Munz entkräftigt Hoffnungen auf eine Feuerpause im Ukrainekrieg. Die russische Seite habe diese verletzt, weswegen die Ukraine auch einer Ruhe am 08. und 09. Mai eine Absage erteilte. In naher Zukunft sieht Munz auch keine trilateralen Gespräche stattfinden.
+++ 12:24 Moskau kauft erstmals seit Kriegsbeginn wieder Fremdwährungen +++
Russland kauft erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs wieder ausländische Währungen am Markt. Das Finanzministerium kündigte an, zwischen dem 8. Mai und dem 4. Juni Devisen im Wert von umgerechnet rund 1,25 Milliarden Euro zu erwerben.
Die Käufe, vor allem in chinesischen Yuan, sollen in den Nationalen Wohlstandsfonds fließen und den Staatshaushalt stabilisieren sowie eine zu starke Aufwertung des Rubels verhindern.
+++ 11:37 ISW meldet Fortschritt ukrainischer Truppen bei Pokrowsk +++
Laut dem Institute for the Study of War (ISW) ist die ukrainische Armee in der Region Donezk nördlich von Pokrowsk weiter vorgerückt, unter anderem im Süden des Ortes Bilyske. Auch in der Region Sumy konnten ukrainische Truppen demnach Geländegewinne erzielen und bis ins Zentrum von Myropillja vorstoßen. Gleichzeitig meldet das ISW, dass russische Einheiten das Zentrum des Ortes Rjasne südöstlich von Sumy eingenommen haben.
+++ 10:46 ISW: Kreml blendet Folgen ukrainischer Angriffe im Hinterland aus +++
Das Institute for the Study of War (ISW) sieht in der Durchführung der Siegesparade am 9. Mai ein Zeichen dafür, dass der Kreml die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf russisches Staatsgebiet weiterhin nicht wahrhaben will. Laut Bericht nehmen ukrainische Angriffe zunehmend auch Ziele tief im russischen Hinterland ins Visier. Zuletzt sei es zu Flugausfällen und Sicherheitsmaßnahmen an mehreren russischen Flughäfen sowie zu einer Luftalarmwarnung in einem mehr als 2000 Kilometer von der Ukraine entfernten Gebiet gekommen. Gleichzeitig wachse in Russland die Belastung durch den Krieg in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Weise. Innerhalb nationalistischer Kreise nehme die Kritik an der Kriegsführung des Kremls zu, insbesondere mit Blick auf die unzureichende Luftverteidigung gegen ukrainische Angriffe.
+++ 09:58 Kiew wirft Moskau Bruch der Waffenruhe vor +++
Nach dem einseitig von der Ukraine angekündigten Beginn einer Feuerpause wirft Kiew Moskau vor, seine Angriffe fortgesetzt zu haben. Moskau habe einmal mehr einen realistischen und fairen Aufruf, die Feindseligkeiten zu beenden, ignoriert, schreibt der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf X. Russische Angriffe mit 108 Drohnen und drei Raketen dauerten ihm zufolge die ganze Nacht an. Russland habe die von der Ukraine initiierte Waffenruhe verletzt. Das zeige, dass Russland Frieden ablehne, so Sybiha. Er spricht von einem vorgetäuschten Aufruf Russlands zu einer Feuerpause am 9. Mai, die nichts mit Diplomatie zu tun habe. Kremlchef Wladimir Putin interessiere sich nur für Militärparaden, nicht für Menschenleben, schreibt Sybiha.
+++ 09:11 Ukraine meldet Tote nach russischem Drohnenangriff +++
Nach dem einseitig von der Ukraine angekündigten Beginn einer Waffenruhe ist Behördenangaben zufolge eine Frau bei einem russischen Drohnenangriff im nordostukrainischen Gebiet Sumy getötet worden. Russland habe am Morgen ein ziviles Auto angegriffen, schreibt Militärgouverneur Oleh Hryhorow bei Telegram. Der Fahrer des Wagens sei verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, eine Mitfahrerin sei ums Leben gekommen.
+++ 08:39 Russische Soldaten proben für Militärparade +++
In Moskau proben russische Soldatentruppen ihren Marsch für die traditionelle Militärparade zum Tag des Sieges am 9. Mai. Wie bereits angekündigt soll sie in diesem Jahr ohne Panzer und Raketen stattfinden. Grund dafür sei die "operative Lage", so das Verteidigungsministerium. Um zu verhindern, dass ukrainische Drohnen Moskau erreichen, hatte Präsident Wladimir Putin zudem eine Waffenruhe für die Zeit der Feierlichkeit gefordert.
+++ 07:52 Weniger Angriffe in erster Nacht der Waffenruhe +++
In der ersten Nacht der von Präsident Wolodymyr Selenskyj angeordneten Waffenruhe gab es weniger Angriffe. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilt russischen Agenturen zufolge mit, dass in der Nacht 53 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim abgewehrt worden seien - deutlich weniger als zuletzt. Ob die Drohnen vor oder nach Beginn der von der Ukraine angekündigten Waffenruhe abgeschossen wurden, ist nicht klar. Das Ministerium spricht von einem Zeitraum zwischen 21 Uhr und 7 Uhr Ortszeit (20 Uhr und 6Uhr MESZ). Auch die Intensität der russischen Luftangriffe auf die Ukraine ließ nach ersten Informationen etwas nach. Die ukrainische Luftwaffe meldet aber auch nach Beginn der von Selenskyj angekündigten Waffenruhe den Anflug von Drohnen unter anderem nach Charkiw.
+++ 06:57 USA billigen Waffenpaket an Ukraine +++
Das US-Außenministerium genehmigt den möglichen Verkauf von Militärausrüstung im Wert von 373,6 Millionen US-Dollar an die Ukraine. Das berichtet der "Kyiv Independent". Das Paket umfasse unter anderem verlängerte JDAM-Leitsysteme zur Umrüstung von Freifallbomben in präzisionsgelenkte Munition sowie zugehörige Ausrüstung, Logistik und technische Unterstützung. Hauptauftragnehmer soll der US-Konzern Boeing sein.
+++ 06:13 Feuerpause in Kraft: Selenskyj dankt Unterstützern +++
Seit 23 Uhr läuft die von dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgeschlagene Waffenruhe. Die Feuerpause erhält viel Zuspruch, vor allem aus europäischen Ländern. Auf X bedankt sich Selenskyj für die Unterstützung. Unklar ist, inwieweit Luftangriffe und Kämpfe am Boden tatsächlich eingestellt werden können. In den meisten Landesteilen herrschte um Mitternacht kein Luftalarm.
+++ 05:34 US-Außenministerium genehmigt Verkauf von Präzisionsmunition an Ukraine +++
Die USA genehmigen den Verkauf von JDAM-Präzisionsmunition mit erhöhter Reichweite (Joint Direct Attack Munitions - Extended Range) und der dazugehörigen Ausrüstung an die Ukraine. Nach Angaben des US-Außenministeriums hat das geplante Geschäft ein Volumen von mehr als 373 Millionen Dollar. Dies werde "die Fähigkeit der Ukraine verbessern, aktuellen und zukünftigen Bedrohungen zu begegnen, indem das Land mit leistungsfähigeren Luftabwehrsystemen ausgestattet wird, um Selbstverteidigungs- und regionale Sicherheitsmissionen durchzuführen", heißt es in einer Stellungnahme des Außenministeriums. Hauptauftragnehmer soll demnach Boeing sein.
+++ 02:54 Wadephul: Russland soll ukrainischen Vorschlag annehmen +++
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul fordert Moskau auf, den ukrainischen Vorschlag für einen Waffenstillstand anzunehmen. "Selenskyj hat mehr unter Beweis gestellt, dass die Ukraine zu einem sofortigen Waffenstillstand und zu Verhandlungen bereit ist", schreibt Wadephul auf X. "Ich fordere Russland daher auf, den ukrainischen Vorschlag anzunehmen und die Waffenruhe bereits heute Nacht zu beginnen."
+++ 01:15 Russland: Fünf Tote bei Drohnenangriff auf der Krim +++
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Dschankoj auf der Halbinsel Krim sind nach russischen Angaben fünf Zivilisten getötet worden. Das melden russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den von Russland eingesetzten Verwaltungschef Sergej Aksjonow. "Leider gibt es infolge eines Angriffs feindlicher Drohnen in Dschankoj Opfer unter der Zivilbevölkerung", wird Aksjonow zitiert.
+++ 23:57 Vier Tote bei russischem Angriff auf Dnipro +++
Am Abend sind bei einem russischen Angriff auf die Industriestadt Dnipro nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden. Die regionale Staatsanwaltschaft spricht von einem Beschuss mit Raketen.
+++ 23:30 Einseitige ukrainische Waffenruhe ist in Kraft +++
Eine von Präsident Selenskyj einseitig ausgerufene Waffenruhe hat begonnen. Der ukrainische Staatschef hatte den Beginn auf 0.00 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23.00 Uhr MESZ) festgesetzt. Russische Luftangriffe bedrohen nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe nur einige frontnahe Landkreise. Die Feuerpause gelte unbefristet, solange Russland nicht angreife, erläutert der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow: "Wenn die Waffenruhe gegenseitig eingehalten wird, dann setzen wir diese fort."
+++ 22:06 Russland: Rubio und Lawrow haben telefoniert +++
Der russische Außenminister Sergej Lawrow und US-Außenminister Marco Rubio haben miteinander telefoniert. "Die Außenminister haben eine Bestandsaufnahme der aktuellen Lage in den internationalen Beziehungen und den russisch-amerikanischen Beziehungen vorgenommen", teilt das russische Außenministerium mit. Das Telefonat sei "konstruktiv" gewesen.
+++ 21:24 Budanow erklärt mögliche Ausweitung von Waffenstillstand +++
Der Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland ab dem 6. Mai könnte verlängert werden. "Der von der Ukraine ausgerufene Waffenstillstand zeugt von unserem aufrichtigen Wunsch nach Frieden. Er ist nicht an bestimmte Termine gebunden, um ideologische Dogmen durchzusetzen, sondern dient der Rettung von Menschenleben und der Wiederherstellung der Sicherheit", erklärt der Leiter des ukrainischen Präsidentenbüros Kirill Budanow. "Sollte der vom Präsidenten verkündete Waffenstillstand auf Gegenseitigkeit beruhen, werden wir ihn verlängern. Und dies wird uns, wenn auch nur eine kleine, so doch eine Hoffnung auf die Schaffung eines dauerhaften Friedens geben."
+++ 20:43 Ukraine: Angriffe auf Tuapse kosteten Russland Hunderte Millionen +++
Die ukrainischen Angriffe auf die Ölinfrastruktur Russlands in Tuapse könnten erhebliche Kosten nach sich gezogen haben. "Schätzungen zufolge hat die umfassende russische Niederlage, die Einheiten der ukrainischen Streitkräfte im April und Mai 2021 herbeigeführt haben, zu Schäden an der Hafeninfrastruktur von Tuapse und der Raffinerie von Tuapse in Höhe von über 300 Millionen US-Dollar geführt", erklärt der ukrainische Generalstab. Seit Jahresanfang wurde der Ort viermal attackiert durch die Truppen Kiews.
+++ 20:04 Estland: Russland soll beweisen, dass es den Waffenstillstand ernst meint +++
Der estnische Außenminister Margus Tsahkna hat den Kreml aufgefordert, auf einen langfristigen Waffenstillstand einzugehen. "Jetzt ist es an der Zeit, dass Russland beweist, dass es es mit dem Frieden ernst meint und nicht nur symbolische 'Feierlichkeiten' veranstaltet", so Tsahkhna. "Russland fordert einen Waffenstillstand, um die 'Parade' abzuhalten, obwohl es erst vor wenigen Tagen Raketen und Drohnen auf die Ukraine abgefeuert hat", sagt der estnische Minister.
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