Iran-Krieg im Liveticker+++ 10:00 Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte sollen Iran-Gespräche in Islamabad schützen +++
Pakistan erhöht vor dem Beginn von Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran die Sicherheit in der Hauptstadt. Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische Einheiten werden Behördenvertretern zufolge in Islamabad stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone werden abgeriegelt. In Islamabad wollen Vertreter aus Washington und Teheran nach mehr als fünf Wochen Krieg über ein dauerhaftes Ende des Konflikts sprechen. Aus Sicherheitskreisen in Pakistan hieß es, zunächst seien heute Vorgespräche auf Expertenebene vorgesehen. Am Samstag sei dann ein Treffen der Verhandlungsführer angedacht. Die Gespräche könnten bei Bedarf demnach auch bis Sonntag andauern. Der Iran hat eine Abreise oder Ankunft seiner Verhandlungsdelegation bislang nicht bestätigt. Vor den Gesprächen herrscht Misstrauen, das auch die Verhandlungen prägen dürfte. Sowohl die israelischen Angriffe im vergangenen Jahr als auch der Krieg Ende Februar erfolgten inmitten laufender Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Die Kriegsparteien streiten zudem über die Öffnung der Straße von Hormus und die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon.
+++ 09:35 Ökonom: Iran behält Druckmittel gegenüber gesamter Weltwirtschaft in der Hand +++
Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer weist darauf hin, dass der Iran mit der faktischen Kontrolle der Straße von Hormus ein Druckmittel gegenüber der gesamten Weltwirtschaft in der Hand hält. "Auch wenn Europa - und gerade Deutschland - einen Großteil seines Erdöls und Erdgases aus anderen Ländern und nicht aus dem Mittleren Osten erhält, können Lieferketten gefährdet werden", warnt der Experte. Denn Deutschland und die anderen europäischen Länder importierten diverse Waren wie Chemikalien, Edelgase und Aluminium aus den Anrainerstaaten des Persischen Golfs. Zudem ergebe sich eine indirekte Abhängigkeit durch Länder insbesondere in Asien, die ihrerseits abhängig sind von Energie aus dem Mittleren Osten und wichtige Lieferanten für die deutsche und europäische Industrie sind: "Aktuell ist der Verkehr in der Meerenge de facto noch eingestellt, und auch in Zukunft dürfte es immer wieder zumindest zu Einschränkungen kommen", prophezeit Stamer.
+++ 08:55 "Trump wirkt hilflos und schwach - Iran weiß um Probleme" +++
Vor der Waffenruhe droht Trump dem Iran mit martialischem Getöse. Zentrale Bedingung: die Öffnung der Straße von Hormus. Das ist nur bedingt passiert - und doch kommt vom US-Präsidenten seither vor allem Schweigen. ntv-US-Korrespondent Gordian Fritz erkennt darin die Hilflosigkeit Trumps.
+++ 08:00 WHO-Chef fordert Israel zur Rücknahme von Evakuierungsaufforderung auf +++
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, fordert das israelische Militär zur Rücknahme einer Evakuierungsaufforderung für die Bewohner eines Beiruter Stadtteils auf. Im Stadtviertel Jnah befinden sich laut WHO-Chef zwei große Krankenhäuser, deren rund 450 Patienten aktuell von keinen anderen medizinischen Einrichtungen in Beirut aufgenommen werden könnten. "Beide Einrichtungen arbeiten mit voller Kapazität, unter anderem bei der Versorgung der Verletzten der Angriffe vom 8. April", schreibt Tedros. Das israelische Militär hatte die libanesische Hauptstadt Beirut am Mittwoch massiv bombardiert. Die Angriffe trafen nicht nur die südlichen Vororte Beiruts, die als Hochburg der Schiitenmiliz Hisbollah gelten, sondern auch Wohn- und Geschäftsviertel im Zentrum Beiruts, viele davon ohne Vorwarnung. Der WHO-Chef fordert Israel auf, die Evakuierungsanordnung "zurückzunehmen und den Schutz aller Gesundheitseinrichtungen, des medizinischen Personals, der Patienten und der Zivilbevölkerung zu gewährleisten". Das libanesische Gesundheitsministerium meldete am Donnerstagabend, dass die Zahl der Toten nach den heftigen israelischen Angriffen auf Beirut und andere Teile des Landes auf 303 angestiegen sei.
+++ 07:10 Israel und Libanon könnten nächste Woche in Washington verhandeln +++
Israel und der Libanon wollen nach Angaben eines US-Regierungsvertreters in der kommenden Woche in Washington Gespräche zur Beilegung der Kämpfe führen. Ein Vertreter des US-Außenministeriums bestätigt, dass es ein Treffen unter US-Vermittlung geben werde, "um die laufenden Waffenruheverhandlungen mit Israel und dem Libanon zu erörtern". Die israelische Armee setzte derweil ihren Einsatz im Libanon fort, auch die Hisbollah feuerte erneut Raketen auf Israel. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif warf Israel vor, im Libanon einen "Völkermord" zu begehen. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte erklärt, bei solchen direkten Gesprächen könne um "die Entwaffnung der Hisbollah und die Schaffung von Friedensbeziehungen zwischen Israel und dem Libanon gehen". Ein libanesischer Regierungsvertreter sagte jedoch, vor Beginn jeglicher Verhandlungen mit Israel verlange Beirut einen Waffenstillstand. Weder Israel noch der Libanon haben die Gespräche in Washington nächste Woche offiziell bestätigt.
+++ 06:15 US-Regierung bestellt wegen Angriffen pro-iranischer Gruppen Iraks Botschafter ein +++
Das US-Außenministerium bestellt wegen Angriffen pro-iranischer Gruppen auf US-Interessen im Irak den irakischen Botschafter ein. Washington werde diese Angriffe "nicht tolerieren" und erwarte von der irakischen Regierung, dass sie "unverzüglich alle Maßnahmen ergreift, um die mit dem Iran verbündeten Milizen im Irak zu zerschlagen", erklärt der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott. Vizeaußenminister Christopher Landau habe den irakischen Botschafter Nasar al-Chirullah einbestellt, fügt Pigott hinzu. Landau habe al-Chirullah gegenüber die "entschiedene Verurteilung" der Angriffe zum Ausdruck gebracht, "einschließlich des Hinterhalts gegen US-Diplomaten in Bagdad am 8. April", erklärte Pigott, ohne Details zu dem mutmaßlichen Hinterhalt zu nennen. "Bei aller Anerkennung der Bemühungen der irakischen Sicherheitskräfte, auf diese Terrorangriffe zu reagieren", habe Landau "das Versagen der irakischen Regierung" betont, diese Angriffe zu verhindern, erklärt der Sprecher des US-Außenministeriums weiter. Die Beziehungen zwischen den USA und dem Irak litten darunter, dass "einige mit der irakischen Regierung verbundene Elemente weiterhin aktiv politischen, finanziellen und operativen Schutz für die Milizen bieten". Nach dem Ausbruch des Iran-Krieges war auch der Irak in den Konflikt hineingezogen worden. Immer wieder beschossen pro-iranische bewaffnete Gruppen Ziele im Irak. Die US-Botschaft in Bagdad sowie ein diplomatisches und logistisches Zentrum der USA am Flughafen von Bagdad wurden mehrmals beschossen. Auch pro-iranische Gruppen im Land wurden jedoch zum Ziel von Angriffen.
+++ 05:22 Saudi-Arabiens Ölproduktion sinkt um 600.000 Barrel +++
Nach jüngsten Angriffen auf Produktionsstätten, Raffinerien und Pipelines ist Saudi-Arabiens Produktionskapazität für Erdöl um rund 600.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag gefallen. Zudem sei die Kapazität der wichtigen Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der Straße von Hormus Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, um 700.000 Barrel pro Tag zurückgegangen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium. Der Grund sei ein Angriff auf eine Pumpstation der Pipeline. Durch die rund 1200 Kilometer lange Röhre können im Normalfall etwa 5 bis 7 Millionen Barrel pro Tag fließen.
+++ 04:11 Wadephul telefoniert mit Irans Außenminister +++
Außenminister Johann Wadephul hat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi telefoniert. "Ich habe Iran aufgefordert, den Waffenstillstand einzuhalten und sich auf konstruktive Verhandlungen einzulassen sowie freie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen", schreibt der CDU-Politiker auf X.
+++ 03:03 Israel greift Hisbollah-Stellungen an +++
Die israelischen Streitkräfte greifen in der Nacht Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon an. Bei der Attacke seien etwa zehn Abschussrampen getroffen worden, von denen aus zuvor Geschosse auf den Norden Israels abgefeuert worden seien, teilt das Militär mit.
+++ 02:15 Irans früherer Außenminister Charrasi stirbt nach Luftangriff +++
Der frühere iranische Außenminister Kamal Charrasi ist nach einem Luftangriff seinen Verletzungen erlegen. Der Leiter des Strategischen Rats für Auswärtige Beziehungen sei vor einigen Tagen bei einem israelisch-amerikanischen Luftangriff verwundet worden und sei nun ein Märtyrer, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Charrasi war von 1997 bis 2005 Außenminister der Islamischen Republik. Zuletzt beriet er Medienberichten zufolge den obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei, der zu Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran getötet worden war.
+++ 01:38 Pakistan spricht von Israel als "Fluch für die Menschheit" +++
Kurz vor Beginn der geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur dauerhaften Beilegung des Kriegs kritisiert Israel den Vermittler Pakistan scharf. Auslöser waren Äußerungen des pakistanischen Verteidigungsministers Khawaja Muhammad Asif auf X, in denen er Israel als "Fluch für die Menschheit" und Krebsgeschwür bezeichnet. "Der Aufruf des pakistanischen Verteidigungsministers zur Vernichtung Israels ist empörend. Eine solche Äußerung darf von keiner Regierung toleriert werden, schon gar nicht von einer, die sich als neutraler Vermittler für den Frieden versteht", hieß es in einer Mitteilung des Büros des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.
+++ 01:09 Israel: Hisbollah feuert Rakete ab +++
Nach Angaben des israelischen Militärs hat die Hisbollah eine Rakete auf Israel abgefeuert und damit in Teilen des Landes Luftalarm ausgelöst, darunter auch in Tel Aviv. Die Miliz selbst erklärt, sie habe am späten Abend israelische militärische Infrastruktur in der nördlichen Stadt Haifa angegriffen.
+++ 00:39 Kuwait meldet Drohnenangriffe trotz Waffenruhe +++
Der Golfstaat Kuwait meldet am zweiten Tag der Waffenruhe-Vereinbarung "feindliche Drohnenangriffe". Die Drohnen seien in den Luftraum des Landes eingedrungen und hätten "mehrere wichtige Einrichtungen" zum Ziel gehabt, erklärt die Armee auf X unter Verweis auf Angaben des Verteidigungsministeriums. Die Abwehrsysteme seien aktiviert worden. Es war der erste gemeldete Angriff in einem Golfstaat am Tag nach der Bekanntgabe einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran.
+++ 23:52 Trump warnt Iran vor Mauterhebung auf Straße von Hormus +++
US-Präsident Trump fordert vom Iran eine gebührenfreie Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus. Auf seiner Plattform Truth Social schreibt er, es gebe Berichte, wonach das Land Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: "Das sollten sie besser lassen, und falls sie es tun, sollten sie sofort damit aufhören".
+++ 23:04 Irans Delegation landet für Verhandlungen in Pakistan +++
In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ist eine iranische Delegation für Verhandlungen mit den USA eingetroffen. Geleitet wird sie nach Informationen von Insidern von Irans Außenminister Abbas Araghchi und Parlamentspräsident Mohammad-Bagher Ghalibaf. Pakistan wird am Samstag Gespräche zwischen Delegationen der beiden Länder ausrichten, nachdem am späten Dienstag eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart worden war. Für die USA wird voraussichtlich Vizepräsident JD Vance die Verhandlungen führen.
+++ 22:20 Erster nicht-iranischer Tanker passiert Straße von Hormus +++
Erstmals nach der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg hat offenbar ein nicht-iranischer Tanker die Straße von Hormus passiert. Laut Daten der Plattform Marine Traffic handelt es sich um den unter gabunischer Flagge fahrenden Öltanker "MSG". Das Schiff war den Angaben zufolge mit rund 7000 Tonnen Heizöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Indien unterwegs. Seit dem Verkünden der Feuerpause in der Nacht zum Mittwoch (MESZ) waren nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren, darunter zwei Tanker unter iranischer Flagge, wie das Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler mitteilte. Ein Dutzend weiterer Schiffe nahm offenbar Kurs auf die Straße von Hormus.
+++ 21:48 Spanien legt bei Kritik an Israel und USA nach +++
Spanien verschärft seine Kritik an den israelischen Angriffen auf den Libanon und am Iran-Krieg. Außenminister Jose Manuel Albares bezeichnet den Konflikt vor Abgeordneten als "größten Angriff auf die Zivilisation" und wirft Israel vor, internationales Recht und die neu vermittelte zweiwöchige Waffenruhe zu verletzen. Ministerpräsident Pedro Sanchez fordert erneut die EU auf, ihr Assoziierungsabkommen mit Israel auszusetzen. Deutsche Regierungsvertreter sehen Sanchez' konfrontative Position der Nachrichtenagentur Reuters zufolge als innenpolitisch motiviert und wenig konstruktiv für den Zusammenhalt der Nato an.
+++ 21:25 Hisbollah feuert rund 50 Raketen auf Israel +++
Während Israel direkte Verhandlungen mit dem Libanon angekündigt, feuert die libanesische Hisbollah-Miliz am Abend erneut Raketen auf den Norden Israels. Israels Armee teilt auf Anfrage mit, seit dem Morgen habe die vom Iran unterstützte Miliz rund 50 Raketen aus dem Nachbarland auf Nordisrael gefeuert. In der Stadt Naharija heulen am Abend Berichten zufolge innerhalb von einer Stunde gleich viermal die Warnsirenen. Auch in anderen Orten in Nordisrael gibt es Raketenalarm. Die israelische Armee warnt vor Angriffen aus dem Libanon auf andere Gebiete in Israel in den kommenden Stunden. Sie ruft die Bevölkerung des ganzen Landes zur Wachsamkeit auf.
+++ 21:04 Antrag gegen Trumps Kriegsbefugnisse im Kongress gekippt +++
Im US-Kongress scheitert erneut ein Versuch, die Befugnisse von Präsident Donald Trump im Iran-Krieg zu beschneiden. Die von den oppositionellen Demokraten eingebrachte Kriegsbefugnisresolution (War Powers Resolution) wurde im Repräsentantenhaus von Trumps Republikanern abgewiesen. Mit der Resolution sollte Trump untersagt werden, den Militäreinsatz gegen den Iran ohne Beschluss des US-Kongresses fortzusetzen, sollte die vereinbarte Feuerpause scheitern. Der Minderheitsführer der Demokraten im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, nutzte ein Verfahren, das eine namentliche Abstimmung überflüssig macht, sofern kein Abgeordneter Einspruch erhebt, da der Kongress diese Woche noch in der Osterpause ist. Ein Vertreter der Republikaner legte jedoch sein Veto ein und kippte die Resolution damit.
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