Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 09:54 ISW: Russland stattet Drohnen mit Starlink-Systemen aus +++

14.01.2026, 00:01 Uhr

Der Kreml treibt einer Analyse zufolge seine Drohnenproduktion kräftig voran und wendet dabei auch technische Innovationen an. Das melden die Forscher vom Institute for the Study of War (ISW). "Die Russische Föderation baut die Produktion und den Einsatz von kostengünstigen Kampfdrohnen weiter aus, wodurch sich günstige Bedingungen für die russischen Truppen auf dem Schlachtfeld ergeben haben", heißt es. Ihre Molniya-2-Drohnen würden mit Starlink-Satellitensystemen ausgestattet werden, "was ihre Effizienz im Gefecht deutlich gesteigert hat". Zudem sind diese Fluggeräte inzwischen resistenter gegen Störungen durch elektronische Kampfführungsgeräte, das wirkt sich auf die Abschussquote der Ukrainer aus (siehe Eintrag von 6:28 Uhr).

+++ 09:29 Korruptionsermittler gehen gegen ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin vor +++

Die ukrainischen Antikorruptionsbehörden ermitteln einem Bericht zufolge gegen die ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko. Sie sei über die Verdächtigung der Behörde informiert worden, berichtet "Ukrainska Pravda". Rund 30 Ermittler hätten die ganze Nacht ihr Büro durchsucht und Mitarbeiter festgehalten, teilt Timoschenko mit. Die Einsatzkräfte hätten keine relevanten Dokumente gefunden, jedoch "meine Diensttelefone, Parlamentsdokumente und persönlichen Ersparnisse mitgenommen". Die Ex-MP weist "alle absurden Anschuldigungen entschieden zurück".

+++ 08:53 Russland enteignet Fabriken des dänischen Dämmstoffherstellers Rockwool +++

Russland hat nach den Angaben des dänischen Dämmstoffherstellers Rockwool die Enteignung vier seiner Fabriken in dem Land angeordnet. Per Dekret des Kremlchefs Wladimir Putin sei angeordnet worden, dass eine "externe Verwaltung" die Kontrolle über die russische Tochtergesellschaft übernimmt, erklärt Rockwool. Das Unternehmen werde seine russische Tochter aus der Bilanz entfernen und die Vermögenswerte mit einem Buchwert von insgesamt 469 Millionen Euro zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres abschreiben. Rockwool zufolge hatte die russische Tochter des Unternehmens im vergangenen Jahr einen Umsatz von 261 Millionen Euro und 78 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen erzielt.

+++ 08:29 Russische Soldaten rücken an zwei Orten vor +++

Russische Streitkräfte rücken in den Gebieten Charkiw und Saporischschja vor. Wie Deepstate meldet, seien die Soldaten in der Nähe des Dorfes Lazova in der Oblast Charkiw vorgerückt sowie in der Nähe des Dorfes Stepnohirsk in Saporischschja. In Stepnohirsk hätten sie bereits erste Erfolge erzielt.

+++ 08:04 Bericht: EU-Gesandter für Verhandlungen mit Kreml im Gespräch +++

Einem Bericht zufolge erwägen EU-Staaten, einen Sondergesandten für Verhandlungen mit Kremlchef Wladimir Putin zu ernennen. Frankreich und Italien würden sich für diese Idee starkmachen, berichtet "Politico". Europa könne seine Positionen nur dann aufrechterhalten, wenn die EU mit am Verhandlungstisch sitze. Doch Putin zeigt sich bislang nicht bereit, mit allen europäischen Staatschefs zu verhandeln, weshalb ein Gesandter nötig werden könnte. Italien regt dem Bericht nach an, den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi für den Posten vorzuschlagen. Vier andere Diplomaten brachten den finnischen Präsidenten Alexander Stubb ins Spiel. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas würde vor allem sich selbst in der Funktion sehen.

+++ 07:47 Luftalarm in Kiew und weiteren Orten ausgelöst +++

Der Kreml schlägt offenbar auch nach der Nacht weiter zu. In Kiew wird gerade der Luftalarm ausgelöst, teilen die Luftstreitkräfte der Ukraine auf Telegram mit. "Bleiben Sie in Schutzräumen!", heißt es. Weitere Alarmierungen gibt es etwa auch in Charkiw, Tschernihiw, Pawlohrad, Schachtarske und Korosten. Vielfach ist von Drohnen die Rede, aber auch Raketen seien im Anflug.

+++ 07:20 Experte: Russische Ölverkäufe auf Rekordtief +++

Russland verkauft so wenig Öl, wie seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine nicht. Das sagt Wladyslaw Wlasjuk, ukrainischer Experte für internationale Sanktionen und Regierungsberater, im ukrainischen Fernsehen. "Im November und Dezember 2025 verdiente Russland elf bzw. zehn Milliarden US-Dollar mit Ölexporten. Das ist der niedrigste Wert während der gesamten Dauer der umfassenden Invasion", sagt Wlasjuk. Zuvor habe Russland mindestens 13 Milliarden Dollar pro Monat umgesetzt. "Dies ist eine direkte Folge der Einführung von Sanktionen." Er gibt allerdings zu bedenken, dass zehn Milliarden Dollar "immer noch eine beträchtliche Summe" sei, die "weiter sinken" müsse.

+++ 07:02 Bericht: Auf der Krim werden Schüler und Studenten zu Drohnenpiloten +++

Auf der von Russland besetzten Krim-Halbinsel werden Studenten zu Drohnenpiloten ausgebildet. Das berichtet der Telegramkanal "Crimean Wind". "Wie unsere Abonnenten berichten, fand am 13. Januar am Simferopoler College für Radioelektronik eine Veranstaltung statt, um einen Personalvorrat an FPV-Drohnenpiloten aufzubauen und Studenten für das Studium der FPV-Drohnensteuerung zu gewinnen", schreibt der Kanal. Es sei bereits die zehnte Hochschule, an der diese Veranstaltung abgehalten wurde. Angeblich gibt es derartige Info-Events auch an Schulen. "Vorgeschlagen wurde eine sechsmonatige Ausbildung in FPV-Drohnensteuerung, nach deren Abschluss angeblich ein Arbeitsvertrag anstelle des Wehrdienstes als UAV-Operator möglich sein sollte."

+++ 06:28 Ukraine fängt immer weniger ballistische Raketen ab +++

Die Ukraine hat zunehmend Probleme, russische Raketen abzufangen. Das ergibt eine Auswertung von Dragon Capital auf Basis von Angaben der ukrainischen Luftwaffe, über die "Kyiv Independent" berichtet. Demnach seien in den ersten beiden Januarwochen lediglich 26 von 73 Raketen abgeschossen worden. Das entspricht einer Quote von 36 Prozent. Im Oktober lag die Abschussquote noch bei 60 Prozent. Allein in der Nacht zum gestrigen Dienstag seien nur 2 von 18 ballistischen Raketen zerstört worden. Bei Drohnen hält die Ukraine derzeit eine eher schlechte Quote: Für die erste Januarhälfte beträgt die Abschussrate 83 Prozent. In guten Zeiten hat das Land nahezu alle russischen Drohnen im Anflug zerstören können. Abschussraten unter 80 Prozent gab es nur in Ausnahmefällen. Insgesamt fängt die Ukraine damit zwar immer noch über 70 Prozent der russischen Geschosse ab, doch die Schäden nehmen angesichts der weniger erfolgreichen Raketenabwehr deutlich zu.

+++ 06:03 Estland: Europa muss alle Anstrengungen unternehmen, die Ukraine zu unterstützen +++

Der estnische Finanzminister Jürgen Ligi ruft die europäischen Länder dazu auf, trotz der Haushaltsprobleme einiger Regierungen, alle Anstrengungen zu unternehmen, die Ukraine weiter zu finanzieren. "Es sollte keine fiskalischen Beschränkungen geben, wenn es um die Existenz der liberalen Demokratie und des menschlichen Lebens geht", sagt Ligi zu "Bloomberg". Er warnt vor einem Auseinanderbrechen der Europäischen Union in der Frage der Verwendung russischer Vermögenswerte. Sollte sich US-Präsident Donald Trump von der Friedensfindung in der Ukraine abwenden, sei es nötig, dass die EU-Staaten zusammenhalten und die Ukraine weiter finanziell unterstützen.

+++ 05:34 Angriffe auf Energienetz: Ukraine und UN werben um zusätzliche Mittel bei Geberländern +++

Die Ukraine und die Vereinten Nationen appellieren an die Unterstützerländer der Ukraine, zusätzliche Mittel für humanitäre Hilfe bereitzustellen. Damit soll die Krise bewältigt werden, die durch den russischen Beschuss ziviler Infrastruktur ausgelöst wurde, erklärt die stellvertretende Leiterin des Präsidialamtes, Iryna Wereschtschuk. Als die UN ihren Hilfsplan entwickelt haben, hätten sie nicht bedacht, welche Schäden Russland im Winter verursachen würde, sagt Wereschtschuk.

+++ 04:17 Zehntausende in Krywyj Rih ohne Strom +++

Nach den russischen Drohnenangriffen auf Energieinfrastruktur in Krywyj Rih muss der Strom für mehr als 45.000 Kunden abgestellt werden. Das teilt der Leiter der Militärverwaltung, Olexander Wilkul, mit. Auch die Wärmeversorgung sei gestört.

+++ 03:09 Rostow am Don: Russische Flugabwehrrakete soll Wohnhaus getroffen haben +++

In der südrussischen Hafenstadt Rostow am Don brennt nach einem ukrainischen Drohnenangriff ein Industriebetrieb. Nach Angaben des Bürgermeisters Alexander Skrjabin wurden auch mehrere Wohnhäuser durch herabfallende Trümmer beschädigt. Das ukrainische Online-Medium "Kyiv Indipendent" berichtet, ein Brand in einem Wohngebäude sei durch eine russische Flugabwehrrakete ausgelöst worden.

+++ 01:26 Drohnenangriff auf Krywyj Rih: Einwohner sollen Wasser bevorraten +++

Russland greift Krywyj Rih in der Südukraine mit Drohnen an. Es gebe einen "massiven Angriff" auf Infrastruktureinrichtungen, teilen die Behörden mit. Die Einwohner werden dazu aufgerufen, sich mit Wasser einzudecken und, wenn möglich, ihre elektronischen Geräte aufzuladen. Verletzte soll es nicht geben. Erst vergangene Woche waren in der Stadt zwei Menschen durch einen Raketenangriff gestorben.

+++ 23:20 Scholz: Putin plante Krieg schon zwei Jahre vorher +++

Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz geht davon aus, dass sich Kremlherrscher Wladimir Putin schon deutlich vor 2022 zum Angriffskrieg gegen die Ukraine entschlossen hat. "Ich bin heute fest davon überzeugt, dass Putin seinen Angriff zwei Jahre vorher fest geplant hatte und dass ihn weniges davon hat abbringen können", sagt der SPD-Politiker in Berlin bei der Vorstellung des Buchs "Das Versagen", einer kritischen Betrachtung der deutschen Russlandpolitik. Scholz vertritt die Ansicht, dass Putin Forderungen, wie eine Absage an einen Nato-Beitritt der Ukraine oder an die Stationierung weitreichender Raketen auf ukrainischem Territorium, auch ohne Waffengang hätte erreichen können. "Das hätte man alles ohne Krieg haben können und die Ukrainer hätten es gemacht am Ende und wir alle auch. Das heißt, er wollte den Krieg", sagt Scholz.

+++ 22:10 Ukraine bezahlt Stromnetz-Reparaturtrupps besser +++

Die ukrainische Regierung führt Bonuszahlungen für Mitarbeiter der Stromnetzbetreiber ein, die in Reparatur- und Instandsetzungsteams tätig sind. "Dies betrifft Fachkräfte, die direkt zu den betroffenen Orten fahren und die Versorgung mit Wärme, Strom, Wasser und Gas wiederherstellen", sagt die ukrainische Premierministerin Julija Swyrydenko. Sie danke den Arbeitern, die Tag und Nacht, bei eisigen Temperaturen und unter Beschuss für Licht und Wärme in den Häusern der Bevölkerung ihr Bestes geben würden.

+++ 21:37 Moskaus Nacht-Angriffe zielen abermals auf Energieanlagen +++

Bei den Angriffen in der vergangenen Nacht wurden laut ukrainischen Angaben 15 kritische Infrastruktureinrichtungen angegriffen. Darunter waren Wärmekraftwerke und Anlagen des Wassersystems. Das sagt der Vize-Minister für Gemeindeentwicklung, Kostjantyn Kowaltschuk, der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge. Abwasser -und Wasserversorgung hätten dadurch aber keinen Schaden genommen. Was die Heizung betrifft, seien 98,5 Prozent des Wohnungsbestands der Ukraine und 99 Prozent der sozialen Einrichtungen im ganzen Land versorgt, sagt er. Allerdings seien in Kiew in Folge vorangegangener Angriffe noch fast 500 Häuser ohne Heizung.

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Diese Bilder kamen heute aus Kiew, wo die Temperaturen im zweistelligen Minusbereich liegen. (Foto: REUTERS)
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In solchen Wärmezelten der Notfalldienste können sich Anwohner aufwärmen, die in ihrer Wohnung durch die russischen Angriffe derzeit keine Heizung mehr haben. (Foto: REUTERS)

+++ 21:09 Russen rücken langsam an Donezk-Front vor +++

An der Front im schwer umkämpften Gebiet Donezk machen russische Truppen punktuelle Fortschritte. Sie seien nahe der Dörfer Shandryholove and Svyato-Pokrovske vorgerückt, meldet der Militärblog Deepstate, der dem ukrainischen Militär nahesteht. Somit rückt die Frontlinie auch ein Stück weit näher an die Stadt Lyman heran. Der "Kyiv Independent" schreibt dazu einordnend: "Die Dörfer sind Teil eines größeren Kampfes im Norden von Donezk, wo kleine Veränderungen auf der Karte oft eher langsame Vorstöße entlang von Baumgrenzen und lokalen Straßen widerspiegeln als einen größeren Durchbruch."

+++ 20:38 Drohnenangriffe im Schwarzen Meer treiben Versicherungskosten hoch +++

Nach den jüngsten Drohnenangriffen auf zwei Öltanker im Schwarzen Meer haben sich die Versicherungskosten für Schiffe in der Region fast verdoppelt. Auch die Kosten für einen Hafenaufenthalt in den Terminals im Schwarzen Meer zogen an, wie fünf Brancheninsider der Nachrichtenagentur Reuters sagen. Munro Anderson vom Spezialversicherer Vessel Protect erklärt, eine rasche Risikoeskalation ohne Vorwarnung sei zu einem Kennzeichen der Lage im Schwarzen Meer geworden. Zudem werden die Versicherungsbedingungen nun alle 24 Stunden überprüft, während es im vergangenen Monat noch alle 48 Stunden waren. Zwei griechisch geführte Tanker waren auf dem Weg zu einem Terminal an der russischen Küste von unbekannten Drohnen getroffen worden. Ein Tanker war von Chevron gechartert, wie der US-Ölkonzern mitteilt. Der andere Tanker war von einer Tochterorganisation des kasachischen Staatskonzerns Kasmunaigas gechartert. (Siehe Eintrag um 19.18 Uhr)

+++ 19:55 Obi-Baumärkte verschwinden aus Russland +++

Schon im April 2022 hat Obi seine 27 russischen Baumärkte abgestoßen. Der größte Teil von 25 Geschäften firmierte jedoch unverändert weiter als Obi Baumärkte. Jetzt werden diese Läden an die russische Lenta-Gruppe verkauft. Das russische Kartellamt hat dem Deal zugestimmt, wie Lenta mitteilt. Es geht um insgesamt 263.000 Quadratmeter Handelsfläche. Bis Mai sollen die Läden den Lenta-Look übernehmen, womit Obi in dem Kriegstreiberland der Vergangenheit angehört.

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.