Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 09:38 Konfliktforscher: Kosten-Nutzen-Rechnung des Kremls schwenkt langsam um +++
Nach Einschätzung des Konfliktforschers Mathieu Boulègue vom US-amerikanischen Center for European Policy Analysis hat Moskaus Kriegsmaschinerie einerseits mit schrumpfenden industriellen Kapazitäten aufgrund westlicher Sanktionen und andererseits mit schwindenden Beständen an fast allen Waffen zu kämpfen. "Ich glaube, dass sich die Kosten-Nutzen-Rechnung des Kremls dadurch ganz langsam verändert", zitierte der britische "Guardian" Boulègue in Bezug auf Russlands Bereitschaft, den Krieg fortzusetzen.
+++ 09:10 Bericht: Merz, Macron und Starmer planen Gespräche mit Russland +++
Deutschland, Frankreich und Großbritannien sollen mit der Ukraine an Plänen arbeiten, Russland in Gespräche über ein Kriegsende zu bringen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die drei Länder beobachten demnach eine Lage, die Selenskyj stärkt: Russland verliert viele Soldaten, kommt an der Front kaum voran, und ukrainische Drohnen treffen Ziele tief in Russland. Zudem gebe es Hinweise auf Widerstand gegen Putins Krieg in Moskau. Die Verbündeten wollen einen weiteren Winter mit russischen Angriffen auf Zivilisten und Energieanlagen verhindern. Der britische Premier Keir Starmer soll dazu in den kommenden Tagen mit Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprechen.
+++ 08:44 Munz: "Wird deutsch-russischen Wirtschaftsdialog geben" +++
An Putins Wirtschaftsforum in St. Petersburg nehmen Vertreter aus mehr als 130 Ländern teil. Der Kreml wertet das als Beleg gegen Russlands Isolation, berichtet ntv-Korrespondent Rainer Munz. Zudem soll es erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges wieder einen deutsch-russischen Austausch geben.
+++ 08:13 Ungarn und Ukraine legen Streit um ungarische Minderheit bei +++
Ungarn und die Ukraine haben sich im Streit um die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine geeinigt. Das berichtet der ungarische Regierungschef Péter Magyar auf X. "In nur drei Wochen haben wir erreicht, was Viktor Orbán und seiner Regierung in zehn Jahren nicht gelungen ist", so Magyar. Man habe eine "umfassende Vereinbarung über die Ausweitung der sprachlichen, bildungspolitischen, kulturellen und politischen Rechte" der ungarischen Minderheit getroffen, die im westlichsten Teil der Ukraine lebt. Die Vereinbarung solle Teil des EU-Beitrittsplans der Ukraine werden und so den Beitrittsprozess voranbringen.
+++ 07:46 Russische Vordenker fantasieren über Zusammenbruch der EU +++
Bei einem Auftritt des ultranationalen Vordenkers Alexander Dugin und des Oligarchen Konstantin Malofejew auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg wurden Hoffnungen auf einen Zusammenbruch der EU geäußert. Bei dem Vortrag präsentierte Malofejew Szenarien für Russland in den Jahren 2036 und 2050. Im positiven Szenario besetzt Russland Kiew, Odessa, Charkiw und weitere ukrainische Städte. Zudem bricht die EU bis 2036 zusammen. Im negativen Szenario verliert Russland den Krieg und wird langfristig kolonisiert, die Ukraine tritt der NATO bei. Im mittleren Szenario droht Russland laut Vortrag mit Atomwaffen, falls der Krieg nicht entschieden wird. Langfristig aber bedrohe die "chinesisch-amerikanische Hegemonie" das Land. Das US-Thinktank "Institute for the Study of War" schreibt, der Kreml könnte solche extremen Pläne nutzen, um Putin gemäßigt wirken zu lassen. Zugleich könnte er so die Hardliner bei Laune halten.
+++ 07:18 Ukraine meldet russischen Angriff auf Kiewer Vorort +++
Die Ukraine berichtet, in der Nacht habe eine russische Drohne Infrastruktur im Raum Boryspil getroffen, einem Vorort der Hauptstadt Kiew. Laut Gouverneur Mykola Kalaschnyk wurde ein Mensch verletzt. Der Staatliche Katastrophenschutz meldete ein Feuer in einer Industrieanlage.
+++ 06:53 Magyar bietet Ungarn als Verhandlungsort an +++
Der neue ungarische Regierungschef Péter Magyar hat Ungarn als Verhandlungsort für mögliche Friedensgespräche ins Spiel gebracht. In einem Interview mit der "FAZ" sagte Magyar: "Ich glaube nicht, dass Waffen Sicherheitsgarantien sind. Sicherheitsgarantien können nur von der internationalen Gemeinschaft kommen." Ungarn könne an dieser Stelle keine entscheidende Rolle spielen, sehr wohl aber ein Ort für Verhandlungen sein.
+++ 06:22 Analyse: Donbass-Eroberung rückt für Russland außer Reichweite +++
Nach Daten der finnischen Analysegruppe Black Bird sind die russischen Geländegewinne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. "Wenn es den Russen nicht gelingt, deutlich an Momentum zu gewinnen, rückt das Ziel, den Donbass noch in diesem Jahr einzunehmen, schnell außer Reichweite." So zitiert der britische "Guardian" den Black-Bird-Analysten John Helin. Laut der ukrainischen Open-Source-Gruppe Deepstate hat die Ukraine im Mai trotz intensivierter russischer Angriffe sogar mehr Gebiet zurückerobert, als Russland besetzen konnte.
+++ 06:01 ISW: Russland greift argumentativ immer stärker auf angebliche ukrainische Angriffe zurück +++
Russland nutzt angebliche ukrainische Angriffe auf Zivilisten immer stärker als Vorwand für schwere Angriffe auf die Ukraine. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse des US-Thinktanks "Institute for the Study of War". Als Beispiel wird der Angriff auf einen Bus im besetzten Teil der Ukraine genannt, bei dem am Mittwoch acht Menschen gestorben sein sollen und den der prorussische Machthaber dort der Ukraine zuschrieb. Der Kreml nutze solche Vorwürfe wohl, um ohnehin geplante Großangriffe auf ukrainische Infrastruktur zu rechtfertigen. Zugleich lenke Russland damit von Problemen an der Front ab.
+++ 05:09 Selenskyj unwillig: McAllister drängt Kiew zu Unterstützung von Merz-Vorstoß+++
Der führende deutsche Außenpolitiker im EU-Parlament, David McAllister, hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eindringlich zum Eingehen auf die Berliner Vorschläge zum EU-Aufnahmeprozess aufgerufen. Der Vorstoß von Bundeskanzler Friedrich Merz für eine assoziierte Mitgliedschaft der Ukraine in der EU sei eine Chance, die die Ukraine ergreifen sollte, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments. Behauptungen, dass es bei dem Vorschlag um eine "Mitgliedschaft light" oder Mitgliedschaft "zweiter Klasse" gehe, seien nicht richtig. Es gehe stattdessen darum, was man bis zum Zeitpunkt des tatsächlichen EU-Beitritts der Ukraine tun könne. Dies sei eine verstärkte schrittweise Integration der Ukraine in die EU, um die Vorteile der EU für die Menschen im Land sichtbar zu machen, erklärte McAllister. Selenskyj hatte zuvor Unzufriedenheit mit dem Vorstoß von Kanzler Merz für eine "assoziierte Mitgliedschaft" der Ukraine zum Ausdruck gebracht. In einem Brief an die EU-Spitzen schrieb er, es wäre ungerecht für die Ukraine, in der Europäischen Union präsent zu sein, aber ohne Stimme zu bleiben. Europa müsse sich schneller bewegen und die Ukraine nicht in einem Warteraum halten, bis es die volle Mitgliedschaft gebe.
+++ 03:45 Rubio: 400 Millionen Dollar für die Ukraine könnten bald freigemacht werden +++
Nach Aussage von US-Außenminister Marco Rubio könnten 400 Millionen US-Dollar, die der Kongress als finanzielle Hilfe für die Ukraine bewilligt hat, demnächst freigemacht werden. Das Finanzpaket sei im regierungsinternen Abstimmungsprozess, sagte Rubio bei einer Anhörung im Senat. Er erwarte in Kürze Neuigkeiten. Senator Dick Durbin zeigte sich frustriert: Verteidigungsminister Pete Hegseth habe vor einigen Wochen schon das Gleiche gesagt, und nichts sei passiert. Die Ukrainer kämpften um ihr Leben, sie hätten "nicht die Verteidigung, die sie brauchen, und wir stecken in einer bürokratischen Trägheit fest".
+++ 02:33 Russland: Drei Tote bei ukrainischem Angriff auf Krim-Stadt +++
Bei einem ukrainischen Angriff auf die Stadt Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurden nach russischen Angaben drei Menschen getötet und sieben weitere verletzt. Dies teilt der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Um welche Art von Angriff es sich handelte, ließ er offen.
+++ 00:41 Wirtschaftsforum in Russland: Putin-Vertrauter spricht mit AfD-Politiker Frohnmaier über Nord Stream +++
Der Chef des russischen Gaskonzerns Gazprom und langjährige Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin, Alexej Miller, hat den außenpolitischen Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg empfangen. Frohnmaier sagte der Deutschen Presse-Agentur, im Mittelpunkt des ausführlichen Gesprächs mit Miller in der Gazprom-Zentrale hätten die Möglichkeit einer Wiederinbetriebnahme der Nord-Stream-Pipelines und die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen gestanden. Günstige Öl- und Gaslieferungen seien wichtig für Deutschland. "Unsere Aufgabe ist es, deutsche nationale Interessen kompromisslos in den Mittelpunkt zu stellen", sagte Frohnmaier. Der AfD wird von den anderen im Bundestag vertretenen Fraktionen oft vorgeworfen, sie vertrete eher die Interessen Moskaus als die der deutschen Bevölkerung. Moskau hat die Gaslieferungen an Deutschland nach Beginn des von Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine über Nord Stream zunächst gedrosselt und dann im September 2022 vollständig eingestellt - unter Berufung auf technische Probleme. Einige Wochen später wurden drei der vier Stränge Nord Streams gesprengt. Laut Ermittlungen der Bundesanwaltschaft stammen die Tatverdächtigen aus der Ukraine.
+++ 23:59 Ukrainische Bahn will wegen Reparaturen Preise deutlich erhöhen +++
Die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja fordert zur Sanierung ihrer Finanzen und für den Abschluss einer Umschuldung eine Anhebung der Frachttarife um mindestens 45 Prozent in diesem Jahr. Die Bahn könne nicht länger andere Wirtschaftszweige mit eigenen Mitteln subventionieren, sagt der Chef des Unternehmens, Olexandr Perzowskyi, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Erhöhung sei ein Kompromiss, der es dem Unternehmen erlaube, "zumindest durchzuhalten". Hintergrund sind die stark gestiegenen russischen Angriffe auf die Infrastruktur der Bahn. Im fünften Kriegsjahr ist die Eisenbahn ein wichtiger Teil des ukrainischen Logistiknetzes für den Güter- und Personenverkehr. Die russischen Streitkräfte greifen immer wieder Lokomotiven, Depots, Umspannwerke und Brücken an, um den Betrieb zu lähmen.
+++ 22:53 Rumänien will nach Drohneneinschlag schnell die Luftabwehr stärken +++
Nach dem Einschlag einer Russland zugeschriebenen Drohne in Rumänien will das Nato- und EU-Mitglied mit Hilfe seiner Verbündeten seine Luftverteidigung stärken. "Es ist ziemlich klar, dass wir die Luftraumüberwachung und die Luftverteidigungsfähigkeiten entlang der gesamten östlichen Flanke (der Nato) ausbauen müssen", sagt Außenministerin Oana-Silvia Toiu in Paris vor Journalisten. "Aber für uns ist der Druck noch höher", fügt sie mit Blick auf die lange gemeinsame Grenze mit der von Russland angegriffenen Ukraine hinzu. Nach Einschätzung von Toiu dürfte es noch ein bis zwei Jahre dauern, bis Rumänien aus eigenen Fähigkeiten genug Material zur Verteidigung beschaffen könne. Bukarest stehe in Gesprächen mit der Nato über eine kurzfristige Stärkung seiner Fähigkeiten und arbeite zudem mit Kiew an einem gemeinsamen Projekt zur Drohnenabwehr, sagt sie.
+++ 21:47 EU ebnet den Weg für Vorankommen bei EU-Mitgliedschaft der Ukraine +++
Die EU hat den Weg für ein Vorankommen bei der EU-Mitgliedschaft der Ukraine geebnet. Die EU-Botschafter der 27 Mitgliedstaaten leiteten den "Prozess zur formellen Eröffnung des ersten Verhandlungsblocks in den Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau" ein, erklärt die zyprische EU-Ratspräsidentschaft auf X. Bisher hatte Ungarn diesen Schritt blockiert.
+++ 21:26 Bloomberg: Europäer arbeiten an Verhandlungsplänen für Ukraine +++
Einige der wichtigsten europäischen Verbündeten der Ukraine arbeiten einem Medienbericht zufolge gemeinsam mit der Regierung in Kiew an Plänen, um Russland in Verhandlungen zur Beendigung des Krieges einzubinden. Vertreter aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien erörtern demnach die Möglichkeit von Gesprächen und tauschen sich darüber mit der ukrainischen Seite aus, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider.
+++ 20:48 Russland streicht Zehntausende Studienplätze und belohnt Kriegsteilnahme +++
Russland streicht nach Angaben des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation 47000 kostenpflichtige Studienplätze in Fächern wie Jura, Wirtschaft, Psychologie und Management - gleichzeitig steigen die Studiengebühren um durchschnittlich 10 bis 30 Prozent. Parallel dazu hat Putin ein Gesetz unterzeichnet, das Witwen und Angehörigen gefallener Soldaten Sonderquoten einräumt: Hochschulzulassung ohne Aufnahmeprüfung und kostenlose Vorbereitungskurse. "Die Logik ist einfach - an der Front zu sterben ist rentabler als zu studieren", kommentiert das Zentrum. Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation betont, dass der Kreml die Hochschulbildung endgültig in ein System umgewandelt habe, das dem Krieg dient. Der russischen Jugend werde die Zukunft geraubt, sie werde künstlich in Verhältnisse gedrängt, in denen der einzige soziale Aufstieg darin bestehe, einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium zu unterzeichnen, während die Studierenden selbst ausschließlich als entbehrliches Material zur Auffüllung der Verluste der Besatzungsarmee betrachtet würden.
+++ 20:15 "Unmögliche" Rakete der Ukraine schafft wichtigen Test +++
Das ukrainische Unternehmen Fire Point hat laut eigenen Angaben erfolgreich eine Flugabwehrrakete mit dem Namen FP-7.X getestet. Sie soll die Basis für das Flugabwehrsystem Freyja sein, das zur Bekämpfung von ballistischen Raketen entwickelt wird. Russland setzt bei Luftangriffen teilweise Dutzende davon ein. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, sie abzufangen. Es ist seit Jahren eine der größten Schwachstellen der Ukraine. Iryna Terekh, CEO des Rüstungsunternehmens, schreibt in einem Beitrag auf X, die FP-7.X habe einen vollständig kontrollierten Manöverflug absolviert. Auch wenn Fire Points Ziele unmöglich erscheinen würden, wolle man sie schnell Wirklichkeit werden lassen.
+++ 19:20 Selenskyj: Bin bereit für direkte Verhandlungen mit Putin +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedauert das lange Warten auf die Anreise von US-Unterhändlern nach Kiew. "Leider stehen wir heute nicht im Mittelpunkt", sagt er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Für die USA sei der Iran-Krieg das Thema Nummer eins und die Ukraine komme erst danach. "Ich bin bereit für direkte Verhandlungen mit Putin, um diesen Krieg zu beenden, anstatt in der Schlange zu warten, bis alle Konflikte auf der Welt beendet sind", sagt er weiter. Dennoch sei er weiter der Meinung, dass die USA die stärkste Kraft seien, um Russland zu einem Ende des Krieges gegen die Ukraine zu bewegen.
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