Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 10:29 Pistorius hält an Truppenziel fest +++

22.04.2026, 00:01 Uhr

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat erstmals in der Geschichte der Bundeswehr eine Militärstrategie vorgestellt. Darin hält der Minister an dem Ziel von 260.000 aktiven Soldaten fest, obwohl hochrangige Militärs angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland eine deutlichere Aufstockung gefordert hatten. Zusammen mit der Reserve solle die Truppe auf mindestens 460.000 Männer und Frauen anwachsen, sagt der SPD-Politiker. Ziel sei es, die stärkste konventionelle Armee in Europa zu werden. Die aktuelle Bedrohungslage erfordere strategische Klarheit.

+++ 10:22 Deutsche Militärstrategie nennt Russland als Hauptbedrohung +++

Verteidigungsminister Boris Pistorius legt eine Strategie für den weiteren Kurs der Bundeswehr vor. Dazu stellt der SPD-Politiker eine Gesamtkonzeption militärische Verteidigung sowie die Strategie der Reserve vor. Das Verteidigungsministerium beschreibt Russland in den Grundsatzdokumenten als Hauptbedrohung. "Es bereitet sich durch seine Aufrüstung auf eine militärische Auseinandersetzung mit der Nato vor und sieht den Einsatz militärischer Gewalt als legitimes Instrument zur Durchsetzung seiner Interessen", schreibt der Minister zu dem Konzept, das aus einer erstmals verfassten Militärstrategie sowie einem Plan für die Streitkräfte besteht. Dieser legt Aufbau, Struktur und Umfang der Streitkräfte für die Zukunft fest. Beide Dokumente sind in den Details geheim.

+++ 10:14 Ukraine: Russland griff mit über 200 Drohnen an +++

Die ukrainischen Streitkräfte erklären, seit dem Abend 189 von 215 russischen Drohnen abgewehrt zu haben. Einschläge gab es demnach an sieben verschiedenen Orten, zudem wurden an sechs Orten herabgestürzte Trümmerteile von Drohnen registriert. Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, dass in der Nacht 155 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet zerstört worden seien. Zu möglichen Schäden oder Einschläge äußert sich das Ministerium nicht.

+++ 09:31 Nato-Jets eskortieren russische Flugzeuge +++

Im Rahmen der Nato-Mission Baltic Air Policing haben französische und rumänische Kampfjets mehrere russische Flugzeuge abgefangen. Nach Nato-Angaben handelte es sich um Aufklärungs-, Bomber, und Kampfflugzeuge. Die Einsätze fanden demnach am Montag statt. Der genaue Ort wird nicht genannt. Die Nato-Mission dient der Überwachung und dem Schutz des Luftraums der baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Montag bei Telegram mit, einen planmäßigen Flug mit Langstreckenbombern des Typs Tu-22M3 über "neutralen Gewässern" der Ostsee durchgeführt zu haben. Su-35-Kampfjets hätten Begleitschutz gewährleistet, scheibt das Ministerium. Die Flugdauer habe vier Stunden betragen. Auf bestimmten Routenabschnitten seien die Flugzeuge von ausländischen Jets eskortiert worden.

+++ 08:45 ISW widerspricht russischen Behauptungen zu Gebietsgewinnen +++

Der US-Thinktank Institute for the Study of War (ISW) hält die Behauptungen des russischen Armeechefs zu Vorstößen in der Ukraine für stark übertrieben. So hatte Generalstabschef Waleri Gerassimow im Staatsfernsehen behauptet, seine Truppen hätten seit Anfang des Jahres 1700 Quadratkilometer ukrainisches Gebiet eingenommen, darunter 80 Ortschaften und die gesamte Oblast Luhansk. Nach eigenen Angaben fand das ISW jedoch lediglich Belege dafür, dass russische Streitkräfte seit Jahresbeginn 381,5 Quadratkilometer vorgerückt seien und 13 Ortschaften eingenommen hätten. Seit März hätten Moskaus Truppen sogar 59,79 Quadratkilometer an Gebiet verloren. Erobert hätten sie seitdem lediglich zwei Ortschaften. Wie das ISW weiter einordnet, behauptete das russische Militärkommando zuvor bereits drei Mal, die Oblast Luhansk erobert zu haben, davon zwei Mal nach der ukrainischen Gegenoffensive im Herbst 2022 in diesem Gebiet.

+++ 08:14 Behörden: Zwölf Verletzte bei ukrainischem Drohnenangriff in Sysran +++

Aus Russland wird ein ukrainischer Drohnenangriff in der Stadt Syzran gemeldet, die auch Standort einer Ölraffinerie ist. Nach Angaben örtlicher Behörden stürzte ein Wohnhaus teilweise ein, ein weiteres wurde beschädigt. Dabei seien zwölf Menschen verletzt worden. Vier Menschen, darunter ein Kind, seien aus Trümmern gerettet worden, teilt der Gouverneur der Region Samara, Wjatscheslaw Fedorischew, mit. Die Rettungsarbeiten dauern an. Unter Berufung auf Videos von Anwohnern melden mehrere russische Telegramkanäle, dass die Flugabwehr in Syzran aktiv war und Drohnengeräusche zu hören waren. Trümmerteile von Drohnen seien auf Autos gefallen. Zudem stürzte in der an die Ukraine grenzenden Region Kursk nach Angaben der dortigen Regionalregierung eine Drohne in den Hof eines Hauses, verletzt wurde niemand. Eine Stellungnahme seitens der ukrainischen Armee liegt bisher nicht vor.

+++ 07:56 Ukraine meldet russische Angriffe auf Hafen und Bahnhof +++

Bei einem russischen Drohnenangriff auf den Schwarzmeerhafen Odessa sind nach ukrainischen Angaben in der Nacht Liegeplätze, Lagerhallen und Bahnanlagen beschädigt worden. Auch Einrichtungen von Hafenbetreibern seien getroffen worden, teilt der stellvertretende Ministerpräsident Oleksij Kuleba mit. Bei einem weiteren Drohnenangriff auf einen Bahnhof in der südlichen Region Saporischschja sei zudem ein Bahnmitarbeiter getötet worden.

+++ 07:10 Wegen Beschimpfungen von Meloni: Italien bestellt russischen Botschafter ein +++

Italien hat am Dienstag den russischen Botschafter einbestellt, nachdem ein Kreml-Propagandist die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im russischen Fernsehen beschimpft hatte. Italiens Außenminister Antonio Tajani schreibt auf der Plattform X, er wolle nach den "äußerst schwerwiegenden und beleidigenden Äußerungen" formell Protest aussprechen. Medienberichten zufolge nannte der Moderator Wladimir Solowjow die Ministerpräsidentin in seiner Sendung unter anderem eine "faschistische Schlampe", "zertifizierte Idiotin" und "Schande für die Menschheit".

+++ 06:28 Bericht: Ukraine schlägt vor, Teil des Donbass "Donnyland" zu nennen +++

Bei Friedensgesprächen in den letzten Monaten haben ukrainische Vertreter vorschlagen, einen Teil des Donbass, um den Russland weiterhin kämpft, "Donnyland" zu nennen. Das berichtet die "New York Times", die sich auf vier mit den Verhandlungen vertraute Personen beruft, die anonym bleiben wollen. Als ein ukrainischer Unterhändler den Begriff erstmals zum Teil im Scherz erwähnte, geschah dies demnach im Rahmen eines Versuchs, die Regierung von US-Präsident Donald Trump davon zu überzeugen, sich mehr gegen Russlands territoriale Ansprüche zu stellen. Der Begriff tauche wohl in keinem offiziellen Dokument auf, sei jedoch in Gesprächen weiterhin verwendet worden, heißt es in dem Bericht weiter. Die Zeitung schreibt, der Vorschlag spiegele "eine globale Realität wider, in der Regierungen an Trumps Eitelkeit appellieren, um die Stärke der USA auf ihre Seite zu ziehen".

+++ 05:50 Dua Lipa hilft ukrainischem Sanitätsbataillon mit einem Pickup +++

Die britische Popsängerin Dua Lipa hat bei einer Benefizveranstaltung in London Spendengelder für ein Fahrzeug des Ersten Separaten Medizinbataillons der Ukraine gesammelt. Der Pickup soll Sanitätern helfen, Verwundete im Kampfgebiet zu retten. Die Mittel kamen bei einer Charity-Party im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Club For" zusammen, organisiert über Dua Lipas Plattform Service95 und die britische NGO Driving Ukraine. Letztere wurde 2022 vom Freiwilligen Finn Watt gegründet und hat seitdem mehr als 300 Fahrzeuge für humanitäre und militärische Zwecke an die Ukraine übergeben.

+++ 04:34 EU-Länder stimmen über Auszahlung des Milliarden-Kredits für die Ukraine ab +++

Die Botschafter der EU-Länder stimmen am heutigen Mittwoch über die Auszahlung des im Dezember beschlossenen 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine ab. Die zyprische Ratspräsidentschaft hat den Tagesordnungspunkt auf die Agenda für das Botschaftertreffen gesetzt. Um die für die Auszahlung notwendige Anpassung des EU-Haushalts zu beschließen, müssen alle 27 Mitgliedstaaten zustimmen. Bisher hatte Ungarn die Freigabe des Geldes im Streit mit der Ukraine um russische Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline blockiert. Die Ankündigung der Abstimmung nährt jedoch in Brüssel die Hoffnung, dass Budapest seine bisherige Blockade aufgeben wird. "Wir erwarten einige positive Entscheidungen", sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Dienstag mit Verweis auf das Botschaftertreffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Dienstag, die Druschba-Pipeline sei repariert, sodass die Öllieferungen in die EU wieder aufgenommen werden könnten.

+++ 03:15 Bericht: Elf Verletzte bei russischem Drohnenangriff in Region Charkiw +++

Bei einem russischen Drohnenangriff in der Region Charkiw sind offenbar elf Menschen verletzt worden. Das meldet die Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den staatlichen Rettungsdienst der Ukraine. Demnach sind vier Brände ausgebrochen. Mehrere Gebäude seien beschädigt worden.

+++ 01:59 Mehr als 70 Prozent der Ukrainer konsumieren russische Inhalte im Internet +++

Trotz des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs konsumieren 71 Prozent der Ukrainer regelmäßig russischsprachige Inhalte im Internet - fast ein Viertel davon täglich. Das ergab eine Studie des Meinungsforschungsunternehmens Gradus im Auftrag des ukrainischen Kulturministeriums. Kulturministerin Tetjana Beresjna betont, die Gründe seien keine ideologischen: "Die Menschen tun das aus Gewohnheit - russische Inhalte sind verfügbar und es gibt davon viel." Als Lösung fordert sie den gezielten Aufbau eines starken ukrainischen Kulturangebots als Alternative.

+++ 23:51 Bericht: Drohnenangriffe zwingen Russland zu deutlichem Rückgang der Ölproduktion +++

Ukrainische Angriffe auf russische Häfen und Raffinerien sowie der Stopp der Öllieferungen über die Druschba-Pipeline haben Russland im April zu einem deutlichen Rückgang der Ölförderung gezwungen. Laut fünf anonymen Quellen und Reuters-Berechnungen sank die Produktion um rund 300.000 bis 400.000 Barrel pro Tag gegenüber dem Niveau der ersten Monate des Jahres - möglicherweise der stärkste monatliche Rückgang seit der Covid-Pandemie vor sechs Jahren.

+++ 22:09 Russland soll Massengrab bei Mariupol zerstört haben +++

Russland soll ein Massengrab nahe der Ortschaft Manhush bei Mariupol zerstört haben. Satellitenbilder, die der Stadtrat von Mariupol - er operiert seit der russischen Besatzung 2022 im Exil - veröffentlicht, sollen zeigen, dass das Gelände in eine Straßenbaustelle umgewandelt wurde. Dort wurden demnach Bewohner begraben, die während der 86-tägigen russischen Belagerung der Stadt 2022 ums Leben kamen. Nach ukrainischen Schätzungen wurden dabei mindestens 22.000 Zivilisten getötet - die tatsächliche Zahl könnte deutlich höher liegen. "Die russischen Besatzer verschleiern das wahre Ausmaß der Verluste sowie der begangenen Kriegsverbrechen", erklärt der Stadtrat.

+++ 21:06 Selenskyj dankt Merz für Deutschlands "starke Unterstützung" für die Ukraine +++

Vor einer EU-Abstimmung über ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine dankt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Bundeskanzler Friedrich Merz für seine Unterstützung. Auf X erklärt Selenskyj, in einem Gespräch mit Merz habe er dessen "so starke Unterstützung der Ukraine" gelobt. Sie hätten Themen der bilateralen und multilateralen Beziehungen besprochen sowie über "die Schritte, die notwendig sind, um den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union voranzutreiben". Thema des Gesprächs waren laut Selenskyj auch "Treffen und Verhandlungen diese Woche". "Danke, Friedrich, für die Unterstützung und die Bereitschaft, bei allem zu helfen!", schloss der ukrainische Präsident seine Erklärung.

+++ 20:31 Rheinmetall-Chef: Rüstungsproduktion kann schnell hochgefahren werden +++

Die deutsche Rüstungsindustrie ist nach Einschätzung von Rheinmetall-Chef Armin Papperger in der Lage, ihre Kapazitäten zügig auszubauen. "Das ist machbar und ich sehe da kein Problem drin", sagt er auf der Hannover Messe. Schon die Fertigung von Artilleriemunition habe sein Unternehmen seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine mehr als verzehnfacht. "Da geht es um riesige Investitionen." Und die habe sein Unternehmen zum Teil ohne schriftlichen Auftrag getätigt, "per Handschlag", sagt Papperger. Der Vertrag sei erst danach gekommen. "Und wenn wir dieses Vertrauen haben, dann kriegen wir auch Geschwindigkeit." Sein Auftritt wurde mehrfach durch Proteste unterbrochen. Demonstranten riefen "Nie wieder Krieg" und "Nie wieder Wehrpflicht" - mehrere wurden von Sicherheitskräften aus dem Saal getragen.

+++ 19:50 Bericht: Tochter des Dnipro-Bürgermeisters besitzt wohl Villa am Comer See +++

Kateryna Filatowa, Tochter des Bürgermeisters von Dnipro, Borys Filatow, soll Eigentümerin einer Villa am Comer See in Italien sein. Das berichtet die ukrainische Plattform "Hromadskyi Kontrol" unter Berufung auf italienische Grundbuchauszüge. Demnach sind auf den Namen Filatowa drei Objekte sowie ein Grundstück in Cernobbio eingetragen - darunter eine dreigeschossige Villa mit 821 Quadratmetern und Pool. Der Kaufpreis betrug laut Vertrag aus dem Jahr 2018 rund 8,4 Millionen Euro; Filatowa war damals 24 Jahre alt. Die Redaktion betont, dass Name, Geburtsdatum und Wohnort (Dnipro) mit denen der Tochter des Stadtoberhaupts übereinstimmen - dies aber keine abschließende Bestätigung der Identität darstelle. Das Büro von Bürgermeister Filatow wies die Berichte als russische Informationsoperation zurück.

+++ 19:06 Drohnen zeigen Geisterstadt - Russland greift weiter an +++

Drohnenaufnahmen der ukrainischen Armee zeigen die zerstörte Stadt Tschassiw Jar im Donbass: Leere Straßen, Krater, zerschossene Häuser. Trotz anhaltender russischer Angriffe halten ukrainische Truppen die strategisch wichtige Position.

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