Iran-Krieg im Liveticker+++ 12:47 Libanesische Medien melden Angriff auf Tyrus nach israelischen Warnungen +++
Kurz nach einem israelischen Evakuierungaufruf ist die Stadt Tyrus im Süden des Libanon nach Angaben der libanesischen Staatsmedien angegriffen worden. "Feindliche Kampfflugzeuge haben einen heftigen Angriff auf Tyrus gestartet", meldet die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Vormittag. Die israelische Armee hatte zuvor sämtliche Bewohner zum Verlassen der Stadt aufgerufen (Eintrag 11:38 Uhr).
+++ 12:14 Blufarb: Israel kündigt bereits Ausnahme von Waffenruhe an +++
Die Feuerpause zwischen Iran und Israel hält aktuell noch, Israel spricht allerdings weiterhin Sicherheitswarnungen für den Südlibanon aus und greift in Tyros an. Israelis haben wenig Hoffnung auf ein Kriegsende und befürchten ungünstige Iran-Verhandlungen seitens Trump, berichtet Raschel Blufarb aus Tel Aviv.
+++ 11:38 Israel ruft alle Bewohner der libanesischen Stadt Tyrus zur Evakuierung auf +++
Die israelische Armee warnt alle Bewohner der libanesischen Stadt Tyrus und ihrer Umgebung vor bevorstehenden Angriffen und ruft zur Evakuierung auf. "Dringende Warnung an die Bewohner von Tyrus, eingeschlossen des christlichen Viertels und der Flüchtlingslager und umliegender Nachbarschaften", schreibt der israelische Militärsprecher Avichaj Adraee bei X. "Zu Ihrer eigenen Sicherheit fordern wir Sie auf, unverzüglich ihre Häuser zu verlassen." Die Menschen sollten sich in Gebiete nördlich des Sahrani-Flusses begeben, heißt es weiter. Israel hatte das im Süden des Libanon gelegene Tyrus in den vergangenen Monaten wiederholt beschossen und dies mit Angriffen auf Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz begründet. Erstmalig werden nun nicht die Bewohner einzelner Viertel, sondern der ganzen Stadt zur Evakuierung aufgerufen.
+++ 10:28 Studie: Zahl der Konflikte weltweit erreicht neuen Höchststand +++
Die Zahl der kriegerischen Konflikte weltweit erreicht einer Studie zufolge im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand seit dem Zweiten Weltkrieg. 2025 seien 65 Konflikte unter Beteiligung staatlicher Akteure verzeichnet worden, heißt es im Jahresbericht des Osloer Friedensforschungsinstituts (Prio). Die Zahl der Konflikte zwischen zwei Staaten verdoppelte sich demnach auf acht und stieg damit ebenfalls auf ein Rekordhoch seit 1946. Genannt werden als Beispiele der seit mehr als vier Jahren andauernde Ukraine-Krieg, die Konflikte zwischen Indien und Pakistan sowie zwischen Thailand und Kambodscha. Afrika ist der Studie zufolge mit 29 Konflikten weiterhin der am stärksten von Gewalt betroffene Kontinent. Dahinter folgen Asien, der Nahe Osten, Nord- und Südamerika sowie Europa. Israel sei "derzeit eindeutig eines der aggressivsten Länder der Welt", sagt die Studienautorin Siri Aas Rustad. Sie verweist auf den Iran-Krieg sowie die israelischen Militäreinsätze im Gazastreifen, in Syrien, im Libanon und gegen die Huthi-Miliz im Jemen.
+++ 09:34 Vance: USA werden Iran-Abkommen auch gegen Israel erzielen +++
Die USA wollen nach den Worten von Vizepräsident JD Vance ein Abkommen mit dem Iran auch gegen Israels Widerstand durchsetzen. Die Vereinigten Staaten und Israel hätten zwar gemeinsame Interessen, Washingtons Vorgehen gegenüber Teheran werde jedoch davon bestimmt, was Präsident Donald Trump für das Beste für die USA halte, sagt JD Vance in einem Interview mit Fox News. Demnach würden die USA ein Abkommen auch dann durchsetzen, wenn Israel sich dagegen ausspreche. "Israel mag es gutheißen oder nicht - letztlich sind wir der Überzeugung, dass es den Interessen der Vereinigten Staaten dient. Wir werden dieses Vorhaben weiter vorantreiben, denn genau dafür wurde der Präsident der Vereinigten Staaten gewählt, und genau das müssen wir tun, um dem amerikanischen Volk bestmöglich zu dienen", sagt Trumps Vize.
+++ 09:00 Israel fordert Aufhebung von Haftbefehl gegen Netanjahu +++
Nach der Suspendierung des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofes fordert Israels UN-Botschafter eine Aufhebung des Haftbefehls gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die Suspendierung Karim Khans beweise, "dass diese Institution bis ins Mark verdorben ist", schreibt UN-Botschafter Danny Danon auf X. "Nun ist es an der Zeit, die ungeheuerlichen Haftbefehle gegen Ministerpräsident Netanjahu aufzuheben!" Die Suspendierung Khans erfolgt vor dem Hintergrund von Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen eine enge Mitarbeiterin. Der Chefankläger lässt sein Amt seit gut einem Jahr vorläufig ruhen und wollte zurückkommen, wenn die Vorwürfe geklärt sind. Er bestreitet alle Vorhaltungen. Khan war seit 2021 Chefankläger und hatte einen Haftbefehl gegen Netanjahu vor Gericht beantragt, wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gaza-Krieg.
+++ 08:20 US-Kampfhubschrauber nahe Straße von Hormus abgestürzt - Piloten gerettet +++
Im Iran-Konflikt ist nahe der Straße von Hormus ein US-Militärhubschrauber abgestürzt. Die Piloten seien in Sicherheit, teilt US-Präsident Donald Trump mit. Es gehe ihnen gut. Niemand sei verletzt worden. Die US-Regierung werde im Laufe des Tages einen Bericht zu dem Vorfall vorlegen, kündigt er an. Weitere Details nennt Trump nicht. Einem Bericht der "New York Times" zufolge war der "Apache"-Kampfhubschrauber am Montag nahe der vom Iran kontrollierten und weitgehend blockierten Meerenge abgestürzt. Die beiden Besatzungsmitglieder seien gerettet worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Es sei bisher unklar, ob der Hubschrauber durch iranischen Beschuss abgestürzt sei, einen technischen Defekt gehabt habe oder ein anderes Problem aufgetreten sei.
+++ 07:14 Trump: Verhandlungen über Iran-Abkommen "in den letzten Zügen" +++
Die Gespräche über ein dauerhaftes Ende des Iran-Krieges waren zuletzt ins Stocken geraten. Nun stellt US-Präsident Donald Trump den Abschluss einer Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs in den kommenden Tagen in Aussicht. "Wir befinden uns in den letzten Zügen dessen, was ein sehr, sehr gutes Abkommen sein wird", sagt Trump. Ein halte den Abschluss der Verhandlungen in den kommenden "zwei oder drei Tage" für möglich. Seit dem 8. April gilt eine brüchige Waffenruhe. In der Nacht zum Montag hatten Israel und der Iran erstmals seit Beginn der Feuerpause wieder Angriffe aufeinander gestartet. Im Verlauf des Tages verkündeten dann beide Länder, dass die Kampfaktionen vorerst wieder eingestellt worden seien.
+++ 06:33 Chinas Außenhandel legt trotz Iran-Unsicherheit deutlich zu +++
Chinas Außenhandel gewinnt im Mai trotz erhöhter Unsicherheit durch den Iran-Krieg deutlich an Fahrt. Die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat in US-Dollar gerechnet um 19,4 Prozent, wie die chinesische Zollverwaltung mitteilt. Die Einfuhren legten demnach um 27,4 Prozent zu. Der Handelsüberschuss belief sich auf 105,4 Milliarden US-Dollar (rund 91 Milliarden Euro). Damit lagen die Zuwächse noch über den bereits starken Werten des Vormonats. Die Auslandsnachfrage bleibt für China weiter eine wichtige Konjunkturstütze.
+++ 05:43 KI im Iran-Krieg eingesetzt? US-Regierung streitet mit Anthropic +++
Die US-Regierung weist Vorwürfe der unrechtmäßigen Vergeltung gegen das KI-Unternehmen Anthropic zurück. In einem Gerichtsdokument räumt das Justizministerium jedoch ein, dass US-Behörden die Nutzung des Chatbots Claude eingeschränkt hätten. Dies sei geschehen, nachdem sich das Start-up Forderungen des Verteidigungsministeriums zur militärischen Nutzung widersetzt hatte. Das Ministerium forderte ein Bundesgericht in San Francisco auf, die Klage von Anthropic aus verfahrensrechtlichen Gründen abzuweisen, da es sich nicht um eine endgültige behördliche Maßnahme handele. Das Unternehmen hatte im März gegen Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth geklagt, nachdem das Pentagon Anthropic als Risiko für die Lieferkette eingestuft hatte. Hegseth hatte die Sperre verhängt, weil sich Anthropic geweigert hatte, Schutzmechanismen zu entfernen, die den Einsatz seiner Künstlichen Intelligenz (KI) für autonome Waffen oder inländische Überwachung verhindern. Insidern zufolge wurde die Technologie für militärische Operationen im Iran eingesetzt. Der Rechtsstreit gilt als Test für den Einfluss der Regierung auf die Wirtschaft und die Kontrolle über KI-Technologien.
+++ 04:17 Netanjahu: Teheran versucht, Israel neue Gleichung aufzuzwingen +++
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigt die Feuerpause zwischen Israel und dem Iran in einer Videobotschaft. Sollte der Iran einen Fehler begehen und Israel erneut angreifen, werde man mit aller Härte reagieren, warnt er. Israels Konflikt mit dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz sei noch nicht beendet. Beide hätten in den vergangenen 24 Stunden versucht, Israel eine "neue Gleichung" aufzuzwingen. "Sie dachten, sie könnten von libanesischem und iranischem Gebiet auf Israel schießen und dass wir nicht reagieren." Dies sei inakzeptabel und werde nicht passieren, betont er.
+++ 02:51 Ölpreis legt wegen Sorgen um Lieferunterbrechungen leicht zu +++
Der Ölpreis legt im frühen Handel angesichts anhaltender Sorgen über Lieferunterbrechungen leicht zu. Während der Iran und Israel signalisiert hätten, von einer weiteren Eskalation der Feindseligkeiten abzusehen, hätten die Huthi im Jemen ein vollständiges Verbot für die israelische Schifffahrt im Roten Meer angekündigt, schreiben die Analysten von ANZ Research in einem Kommentar. Dies "erhöhe das Risiko für eine der wichtigsten alternativen Routen, über die saudisches Rohöl auf den internationalen Markt gelangt".
+++ 01:44 Israel: Militär fängt im Süden des Landes Drohne aus dem Jemen ab +++
Die israelische Luftwaffe fängt nach eigenen Angaben über dem Süden des Landes eine Drohne aus dem Jemen ab. Der Vorfall im Luftraum über der Stadt Eilat am Roten Meer sei abgeschlossen, teilt das Militär bei X mit. Die Streitkräfte machen keine Angaben dazu, welche Gruppe sie für den Drohnenangriff verantwortlich machten. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hatte am Montag einen Angriff auf Israel mit mehreren Raketen für sich beansprucht. Es war der erste direkte Angriff der Huthi auf Israel seit Anfang April, also etwa seit Beginn der Waffenruhe im Iran-Krieg.
+++ 00:49 Libanons Gesundheitsministerium: Fünf Tote bei israelischem Angriff +++
Bei einem israelischen Angriff auf den Süden des Libanon sind nach libanesischen Angaben fünf Menschen getötet worden. Acht weitere seien bei dem Angriff auf Tyros verletzt worden, teilt das libanesische Gesundheitsministerium mit. Darunter seien vier Sanitäter des Roten Kreuzes. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor erklärt, die israelische Armee werde die Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon ungeachtet iranischer Drohungen weiter fortsetzen.
+++ 23:42 Ermittlungen gegen Israels Sicherheitsminister Ben-Gwir in Italien +++
In Italien laufen Insiderangaben zufolge Ermittlungen gegen den israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gwir wegen des Verdachts der Folter und Freiheitsberaubung. Hintergrund ist der Umgang mit Aktivisten einer Gaza-Hilfsflotte im vergangenen Monat, unter denen sich auch italienische Staatsbürger befanden, wie aus Justizkreisen verlautet. Ben-Gwir erklärt in einer Stellungnahme, er werde sich den Ermittlungen nicht entziehen und weiterhin an der Seite der israelischen Einsatzkräfte stehen. Die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnet das Vorgehen gegen die Aktivisten als "inakzeptabel". Sollten die Ermittlungen ergeben, dass eine Anklage gerechtfertigt ist, könnten die Staatsanwälte einen formellen Antrag auf Einleitung eines Verfahrens stellen.
+++ 22:44 Trump warnt Netanyahu vor Krieg gegen Iran im Alleingang +++
US-Präsident Donald Trump warnt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu vor einem erneuten Krieg gegen den Iran. Sollte es zu einem neuen Konflikt kommen, könnte Israel auf sich allein gestellt sein, sagt Trump in einem Interview des US-Nachrichtenportals Axios. "Ich habe gesagt: 'Bibi (Netanyahu), du solltest besser vorsichtig sein, oder du wirst sehr bald auf dich allein gestellt sein'", zitiert das Portal den US-Präsidenten.
+++ 21:43 Iran: Neuer Sicherheitsgürtel von Hormus bis zum Roten Meer +++
Die iranischen Al-Kuds-Brigaden kündigen die Errichtung eines neuen Sicherheitsgürtels an. Dieser "Gürtel des Widerstands" soll sich von der Straße von Hormus bis zur Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste des Jemen sowie vom Golf bis zum Roten Meer erstrecken, sagt der Kommandeur Esmail Kaani nach Angaben von staatlichen Medien. Unter dem Begriff "Widerstand" oder "Achse des Widerstands" fasst die Führung in Teheran ihre Verbündeten in der Region zusammen, zu denen unter anderem die Huthi-Rebellen im Jemen gehören.
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