Angriff auf den Iran im Liveticker+++ 07:09 "Super-GAU" für Softpower-Strategie der Golfstaaten +++
Aus Sicht des Islamwissenschaftlers Sebastian Sons geht mit dem Iran-Krieg und dessen Folgen ein Reputationsverlust der Golfstaaten im Sport einher. "Das ist ein Super-GAU und ein absoluter Albtraum - vor allem, was ihr Image als Zentrum des globalen Sports angeht", sagte Sons der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Durch den Krieg infolge der Angriffe der USA und Israels kam es zu Verschiebungen, Absagen und Komplikationen im internationalen Sport. In der Formel 1 wurden beispielsweise Reifentests in Bahrain abgebrochen, in der katarischen Liga Spiele auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch das "Finalissima" zwischen Argentinien und Spanien, das in Katars Hauptstadt Doha ausgetragen werden soll, steht auf der Kippe. "Ein Großteil ihrer Soft Power und ihrer globalen Marketingstrategie beruht darauf, dass sie als neue Akteure im Sport ernst- und wahrgenommen werden", erklärte Sons. "Dass sie jetzt Sportveranstaltungen absagen müssen, ist für die 'Marke Golf' reputations- und geschäftsschädigend."
+++ 06:57 US-Verteidigungsminister spielt russische Hilfe für Iran herunter +++
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth äußerte sich in einem Interview unbesorgt angesichts von Berichten darüber, dass Russland dem Iran im Kampf gegen die USA und deren Verbündete mit Geheimdienstinformationen hilft. In der Sendung "60 Minutes" des Senders CBS bestätigte Hegseth entsprechende Berichte nicht, sagte aber, dass das US-Militär die Situation voll unter Kontrolle habe und betonte die Überlegenheit der eigenen Informationsbeschaffung. "Unsere Kommandeure wissen über alles Bescheid", sagte Hegseth. "Wir haben die besten Geheimdienste der Welt." Und weiter: "Wir machen uns keine Sorgen darüber."
In der für ihn typischen martialischen Ausdrucksweise sagte der ehemalige TV-Moderator: "Die einzigen, die sich Sorgen machen müssen im Moment, sind Iraner, die glauben, sie werden leben."
+++ 06:48 US-Regierung ruft Notfall aus für Waffenlieferung an Israel auf +++
Das US-Außenministerium hat einen Notfall im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran ausgerufen, um ohne Genehmigung des Kongresses mehr als 20.000 Bomben im Wert von nahezu 660 Millionen Dollar an Israel verkaufen zu können. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter.
Die Erklärung des Außenministeriums, die am Freitagabend veröffentlicht wurde, besagt, dass Außenminister Marco Rubio festgestellt hat, dass "ein Notfall vorliegt, der den sofortigen Verkauf" an Israel erfordert. Dies ist das erste Mal, dass die Trump-Administration einen Notfall gemäß dem Arms Export Control Act erklärt hat, um Waffenverkäufe an Israel zu genehmigen.
+++ 06:32 Flughafen in Teheran in Flammen +++
Bei neuen Angriffswellen auf den Iran wurde unter anderem der zu Tehran gehörende Flughafen Mehrabad stark getroffen. Irans staatliche Medien verbreiteten nach den jüngsten Angriffen Aufnahmen von enormen Bränden am Flughafen Mehrabad in der Hauptstadt. Im Gegenzug griff der Iran Israel erneut mit Raketen an. Diese wurden abgefangen. Zudem versuchte der Iran mit Drohnen ein Ölfeld in Saudi-Arabien zu attackieren. Es seien sechs in Richtung des riesigen Ölfelds Schaiba gestartete Drohnen abgefangen und zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium in Riad mit.
+++ 06:21 Klingbeil macht USA und Israel Vorwürfe +++
Bundesfinanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil hat den USA und Israel vorgeworfen, sich vor ihren Luftangriffen auf den Iran nicht ausreichend um eine Verhandlungslösung bemüht zu haben. "Die Frage ist doch, ob tatsächlich alle Möglichkeiten, die das Völkerrecht bietet, vorher ausgeschöpft wurden, um die Atompläne Irans zu stoppen", sagte Klingbeil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ich denke, man hätte auf der Grundlage des Völkerrechts mehr Schritte gehen müssen."
"Ich weine der Mullah-Führungsriege, die durch die Angriffe getötet wurde, keine Träne nach", betonte Klingbeil. "Dieses Regime ist ein Terrorregime, das Israel und die ganze Region bedroht, die eigene Bevölkerung unterdrückt und Zehntausende ermordet hat." Die Frage sei aber, ob die Bedrohungen durch Luftangriffe dauerhaft beseitigt würden. "Ich habe da Zweifel. Deshalb finde ich, man hätte vorher stärker auf Verhandlungen setzen müssen."
+++ 06:10 Indien und Sri Lanka gewähren iranischen Kriegsschiffen Schutz +++
Indien hat einem iranischen Kriegsschiff wegen eines Motorschadens Medienberichten zufolge das Anlegen erlaubt. Die "IRIS Lavan" und ihre 183 Besatzungsmitglieder befinden sich laut indischen Medien seit Mittwoch in der südwestlichen Hafenstadt Kochi. Demzufolge bat die iranische Seite habe darum, das Schiff aufzunehmen, um technische Probleme beheben zu können. Die Anfrage erfolgte am 28. Februar, also am ersten Tag der israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran.
Unklar ist, ob das Schiff ebenfalls an einer von Indien im Februar veranstalteten Flottenschau teilgenommen hatte. Daran hatte sich die vom US-Militär später vor Sri Lanka versenkte Fregatte beteiligt. Einen Tag nach dem Angriff auf die Fregatte gestattete die sri-lankische Regierung einem anderen iranischen Kriegsschiff aus humanitären Gründen das Anlegen. Das Schiff "IRIS Bushehr" bat nach Angaben der Regierung um die Erlaubnis, in einem sri-lankischen Hafen ankern zu dürfen. Die 208 Besatzungsmitglieder wurden demnach in die Hauptstadt Colombo gebracht. Das Schiff hatte Medienberichten zufolge einen technischen Schaden.
+++ 06:02 US-Militär: seit Kriegsbeginn mehr als 3000 Ziele im Iran angegriffen +++
+++ 05:54 Israels Botschafter sieht Deutschland "existenziell" durch Iran bedroht +++
Im Zuge des Iran-Krieges sieht der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, auch Deutschland "existenziell" durch die Führung in Teheran bedroht. Bundeskanzler Merz sei "bewusst, dass die iranischen Terror-Proxies und ihre ballistischen Raketen auch Europa bedrohen", sagte Prosor im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. "Die Situation ist ernst", warnte Prosor. "Die Mullahs haben wiederholt bewiesen, dass sie Terror als politisches Mittel einsetzen." Für Anschläge auf jüdische und israelische Einrichtungen nutze die Führung in Teheran "ihr Netzwerk in der organisierten Kriminalität in Europa". Die Bundesregierung und die Länder hätten auf diese Bedrohungslage aber "schnell und entschieden" reagiert.
Den Kanzler lobte Prosor für seinen Umgang mit der Lage. "Ich ziehe meinen Hut vor der Führungsstärke von Bundeskanzler Friedrich Merz", sagte Prosor. Merz könnte "es sich leicht machen und das Thema versuchen, so gut es geht zu ignorieren". Stattdessen stelle Merz sich jedoch der Debatte und formuliere "eine klare Haltung, die sowohl moralisch richtig als auch im Interesse Deutschlands" sei. Sollten sich die Machtverhältnisse im Iran infolge des Krieges verändern, könnte Deutschland aus Prosors Sicht eine wichtige Rolle zukommen.
+++ 05:17 Israels Armee meldet weiteren Raketenangriff des Irans +++
Auch eine Woche nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran feuert die Islamische Republik weiter Raketen auf Israel. In der Nacht meldet die israelische Armee einen weiteren Angriff aus dem Iran, die Luftabwehr ist im Einsatz.
+++ 05:06 Trump fordert von US-Rüstungsindustrie höhere Produktion +++
Angesichts des Iran-Krieges hat US-Präsident Donald Trump die Rüstungsindustrie zu einer deutlich höheren Produktion gedrängt. Er teilt nach einem Treffen mit Branchenvertretern im Weißen Haus mit, die Konzerne hätten "zugesagt, die Produktion von Waffen der 'exquisiten Klasse' zu vervierfachen". Welche Art von Waffen Trump damit meint, ist bisher unklar.
+++ 04:48 Iranische Agentur meldet Angriff auf Flughafen in Teheran +++
Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldet in der Nacht einen Angriff auf den Flughafen Mehrabad in Teheran. Der Mehrabad International Airport wird primär für Inlandsflüge und militärische Zwecke genutzt.
+++ 04:10 Saudi-Arabien fängt Rakete und sechs Drohnen ab +++
Saudi-Arabien hat eigenen Angaben zufolge eine Rakete abgefangen, die auf einen Luftwaffenstützpunkt zielte, auf dem US-Soldaten stationiert sind. "Eine ballistische Rakete, die in Richtung des Luftwaffenstützpunkts Prince Sultan" südöstlich der Hauptstadt Riad abgefeuert worden war, sei "abgefangen und zerstört" worden, teilt das saudi-arabische Verteidigungsministerium am Samstagmorgen im Onlinedienst X mit.
+++ 02:31 Drei Unifil-Soldaten bei Beschuss im Libanon verletzt +++
Infolge der Kämpfe im Libanon zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz sind drei Soldaten der UN-Beobachtermission Unifil in ihrem Stützpunkt verletzt worden. Ein Schwerverletzter sei zur Behandlung in ein Krankenhaus in der libanesischen Hauptstadt Beirut gebracht worden, die beiden anderen Verletzten würden in einer Unifil-Einrichtung behandelt, teilt die Mission der Vereinten Nationen mit. Ein Brand auf dem Stützpunkt im Südwesten des Libanons sei gelöscht worden.
+++ 01:49 Deutschland stellt rund 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereit +++
Die Bundesregierung stellt weitere knapp 100 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für den Nahen Osten bereit. Das kündigt Außenminister Johann Wadephul an. "Wir sehen gerade im Libanon eine neue Dynamik und eine Dramatik mit vielen Binnengeflüchteten", sagt Bundesaußenminister Johann Wadephul. Man wolle in der gesamten Region Hilfe vor Ort leisten. "Die Situation, die durch den Krieg entsteht, ist teilweise dramatisch", sagt der CDU-Politiker. "Deshalb müssen wir auch darauf achten, dass aus vielen Binnenvertriebenen nicht eine neue Fluchtwelle entsteht."
+++ 00:50 Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz zweifelt an Trump-Vorgehen +++
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, vermisst einen klaren Plan der US-Regierung für den Iran-Krieg: "Negativ überrascht hat mich, dass die amerikanische Regierung weiterhin keinen halbwegs verlässlichen Plan kommunizieren kann, was das Ziel der Intervention im Iran ist", sagt Ischinger im "Stern". "Das Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn man ohne klaren Plan, der auch mit den Verbündeten geteilt wird, in solche Operationen hineinstolpert."
+++ 23:40 Trump bei Zeremonie für im Iran getötete US-Soldaten +++
US-Präsident Donald Trump nimmt an diesem Samstag an einem Militärritual für sechs im Iran-Krieg getötete US-Soldatinnen und Soldaten teil. Die sterblichen Überreste der fünf Männer und einer Frau werden auf eine Luftwaffenbasis in Dover im US-Bundesstaat Delaware überführt. Die Militärangehörigen waren bei einem Drohnenangriff in Port Schuaiba in Kuwait getötet worden.
+++ 23:06 USA stellen Rückversicherung für Schiffsverkehr in Golfregion bereit +++
Die USA stellen eine Rückversicherung von bis zu 20 Milliarden Dollar für die Schifffahrt in der Golfregion bereit. Damit soll das Vertrauen der Reedereien, die Öl und Erdgas transportieren, während des Krieges gegen den Iran gestärkt werden, teilt die US-Entwicklungsbank DFC mit. Das Programm konzentriere sich zunächst auf Fracht- sowie Kasko- und Maschinenversicherungen für Schiffe, die bestimmte Kriterien erfüllen.
+++ 22:17 Hunderttausende Menschen im Nahen Osten auf der Flucht +++
Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) stuft die eskalierende Gewalt im Nahen Osten als großen humanitären Notfall ein. Sowohl im Libanon als auch im Iran seien in den ersten Tagen des Konflikts jeweils rund 100.000 Menschen vertrieben worden, teilt UNHCR-Direktor Ayaki Ito in Genf mit. Zudem seien Zehntausende syrische Flüchtlinge aus dem Libanon in ihr Heimatland zurückgekehrt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts der Massenflucht und des Mangels an sauberem Wasser vor dem Ausbruch von Krankheiten.
+++ 22:08 Irak meldet Raketenangriffe auf Flughafen von Bagdad, Explosionen in Erbil +++
Der Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad ist nach offiziellen Angaben mit Raketen angegriffen worden. Auf den Airport seien mehrere Raketen gefeuert worden, erklärt die irakische Regierung. Ein Sicherheitsvertreter teilt der Nachrichtenagentur AFP mit, zwei Raketen seien auf dem Gelände des nahe dem Flughafen gelegenen US-Militärstützpunkts Camp Victory eingeschlagen. Opfer gibt es demnach nicht. Zu dem Angriff bekannte sich die Gruppe Saraja Awlijaa al-Dam (Wächter des Blutes), die nach eigenen Angaben zu einem pro-iranischen Netzwerk gehört. Unterdessen wurde die Stadt Erbil von Explosionen erschüttert, wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtet. Aus Sicherheitskreisen heißt es, über der Stadt seien Drohnen abgefangen worden, deren Trümmer nahe eines Hotels niedergegangen seien. Erbil ist die Hauptstadt der autonomen Kurdenregion im Nordirak.
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