Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 00:21 Merz nennt Orbans Blockade "groben Verstoß gegen Loyalität der Mitgliedstaaten" +++
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den ungarischen Regierungschef Viktor Orban wegen dessen Blockade eines bereits beschlossenen Milliarden-Kredits für die Ukraine scharf kritisiert. "Dies ist ein grober Verstoß gegen die Loyalität der Mitgliedstaaten untereinander und beschädigt die Handlungsfähigkeit, das Ansehen der Europäischen Union als Ganzes", sagte Merz nach dem EU-Gipfel in Brüssel. "Das wird auch Konsequenzen haben, die weit über dieses einzelne Ereignis hinausreichen", mahnte Merz.
+++ 23:36 EU-Gipfel endet ohne Freigabe von Finanzhilfen für Ukraine +++
Bundeskanzler Friedrich Merz und die anderen EU-Spitzen haben Ungarns Regierungschef Viktor Orban bei einem Gipfeltreffen in Brüssel nicht zur Aufgabe seiner Blockade von milliardenschweren Finanzhilfen für die Ukraine bewegen können. Die Beratungen endeten am späten Abend ohne eine Lösung des Streits, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur sagten.
+++ 23:12 USA erlassen neue Ausnahmeregelung für russisches Öl +++
Die USA haben eine neue Lizenz für den Verkauf von russischem Öl erlassen, um die durch den Nahost-Konflikt gestiegenen Energiepreise zu dämpfen. Die neue Regelung ersetzt eine frühere und ist bis zum 11. April gültig, teilt das US-Finanzministerium mit. Geschäfte mit Nordkorea, Kuba und der Krim sind davon jedoch ausgeschlossen.
+++ 22:10 Ukrainische Streitkräfte wehren Angriff der Russen bei Pokrowsk ab +++
Ukrainische Streitkräfte melden die Abwehr eines russischen Angriffs im Sektor Pokrowsk ab. Innerhalb von 48 Stunden sei eine feindliche Streitmacht in Kompaniestärke vernichtet worden, heißt es laut Ukrinform in einer Mitteilung der 3. Spartan- Einsatzbrigade der Nationalgarde der Ukraine auf Facebook. Das russische Oberkommando habe im Pokrowsk-Sektor erhebliche Streitkräfte für den Angriff eingesetzt und hoffte, das regnerische Wetter auszunutzen. Die feindliche Infanterie habe versucht, mit Autos, Motorrädern und Quads vorzurücken. Die Spartan-Brigade stoppte jedoch eigenen Angaben zufolge zusammen mit benachbarten Einheiten die feindliche Offensive.
+++ 21:40 USA: Einigung mit Belarus über Freilassung von 250 Häftlingen +++
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat 250 Häftlinge freigelassen und dafür weitere Lockerungen der US-Sanktionen erhalten. Die Freilassungen erfolgten nach Gesprächen zwischen Lukaschenko und dem US-Gesandten John Coale in Minsk, teilt die US-Botschaft in Litauen mit (Eintrag 18:50 Uhr). Die USA willigten ein, Sanktionen gegen zwei belarussische Banken und das Finanzministerium des Landes aufzuheben. Unter den Freigelassenen befindet sich Marfa Rabkowa, Koordinatorin des Freiwilligennetzwerks der Menschenrechtsgruppe Wjasna. Sie war im September 2020 festgenommen worden und verbüßte eine Haftstrafe von 14 Jahren und neun Monaten wegen Extremismus und anderer Vorwürfe, die sie bestritt. Coale zufolge könnte Lukaschenko bald die USA besuchen. Dies wäre ein Durchbruch für den seit 1994 regierenden autoritären Staatschef, der nach Jahren der Isolation seine Beziehungen zu den USA und Europa verbessern will. Nach Angaben von Wjasna befinden sich noch mehr als 1100 politische Gefangene in Belarus.
+++ 21:12 Ehemalige Abgeordnete von Selenskyjs Partei wegen Bestechung zu Gefängnisstrafe verurteilt +++
Der Hohe Antikorruptionsgerichtshof der Ukraine hat Ljudmila Martschenko, eine Abgeordnete, die zuvor die Partei von Präsident Wolodymyr Selenskyj vertrat, in einem Bestechungsfall zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Mitarbeiter der Parlamentsabgeordneten wurde im selben Fall ebenfalls zu zwei Jahren Haft verurteilt, berichtet das unabhängige Onlinemedium Kyiv Independent. Martschenko wurde 2023 wegen der Annahme eines Bestechungsgeldes in Höhe von 11.300 US-Dollar (rund 9755 Euro) angeklagt, weil sie regionale Beamte beeinflusst haben soll, um wehrpflichtigen Männern die Ausreise ins Ausland zu ermöglichen. Sie wurde inzwischen aus Selenskyjs Partei "Diener des Volkes" ausgeschlossen.
+++ 20:15 Selenskyj kündigt Gespräche über Kriegsende mit USA an +++
Die Ukraine entsendet nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj Delegierte zu neuen Gesprächen in die USA. Das ukrainische Team sei bereits auf dem Weg, ein Treffen werde für Samstag erwartet, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Es sei an der Zeit, die Pause bei den Verhandlungen über ein Ende des Krieges mit Russland zu beenden. Von der US-amerikanischen Seite gebe es Signale, wonach diese bereit seien, die Arbeit in den bestehenden Verhandlungsformaten fortzusetzen, um Russlands Krieg gegen die Ukraine zu beenden, so der ukrainische Staatschef.
+++ 19:38 Expertin: Russland nutzt Nahost-Krise für sich aus +++
Politikanalystin Oksana Huss betont: Russland profitiert vom Nahostkonflikt. Steigende Energiepreise, enge Beziehungen zum Iran und geopolitische Ablenkung könnten Moskaus geopolitische Position stärken. Währenddessen droht die internationale Unterstützung für Kiew ins Stocken zu geraten.
+++ 19:21 Mindestens drei Tote bei russischen Drohnenangriffen in Ostukraine +++
Bei neuen russischen Angriffen sind in der ostukrainischen Region Sumy nach ukrainischen Angaben drei Menschen getötet worden. Durch einen Drohnenangriff in Kutir Mychailiwskyj kamen laut ukrainischen Staatsanwälten zwei Brüder im Alter von 33 und 37 Jahren ums Leben. In Welyka Pysariwka wurde ein 62-Jähriger ebenfalls bei einem Drohnenangriff getötet.
+++ 18:50 US-Führung bereitet möglichen Besuch von Lukaschenko vor +++
Die US-Führung von Präsident Donald Trump bereitet nach Worten ihres Sondergesandten John Coale einen möglichen Besuch des autoritären belarussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko vor. Bei Unterredungen in Minsk sprach Coale mit Lukaschenko über die Kriege im Iran und in der Ukraine sowie über bilaterale Beziehungen, wie die staatliche belarussische Nachrichtenagentur Belta meldet. "Wir sprachen auch über eine mögliche Reise von Präsident Lukaschenko in die USA", sagt Coale vor Fernsehkameras. Auch ein Telefonat mit Trump sei möglich. US-Sanktionen gegen das belarussische Finanzministerium, zwei Banken sowie zwei Düngemittelhersteller würden aufgehoben. Anders als die EU, die Lukaschenko wegen seiner Menschenrechtsverstöße isoliert hat, setzen die USA auf Fortschritte durch direkte Kontakte nach Minsk.
+++ 18:29 Selenskyj dringt auf von Ungarn blockiertes EU-Hilfspaket +++
Das derzeit von Ungarn blockierte EU-Hilfspaket über 90 Milliarden Euro ist nach Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für sein Land von entscheidender Bedeutung. Die Ukraine befinde sich im Kampf gegen Russland in einer sehr schwierigen Lage, sagt Selenskyj vor dem Europäischen Rat. Er habe in den vergangenen Tagen Signale aus den USA erhalten, dass Friedensgespräche mit Russland bald wieder aufgenommen werden könnten. Die Ukraine arbeite zudem mit der EU an der Wiederherstellung der von Russland beschädigten Druschba-Ölpipeline zusammen.
+++ 18:03 EU-Ratspräsident Costa kritisiert "Chaos" in Ukraine, Nahost und Gaza +++
EU-Ratspräsident Antonio Costa und UN-Generalsekretär Antonio Guterres haben auf dem EU-Gipfel in Brüssel davor gewarnt, die regelbasierte internationale Ordnung abzuwickeln. "Viele internationale Akteure stellen die internationale Ordnung infrage, doch unsere Erfahrung zeigt, dass es in Wirklichkeit keine Alternative dazu gibt", sagt Costa. "Die Alternative wäre Chaos", fügt er hinzu und kritisiert indirekt Russland, Israel und die USA. "Die Alternative wäre der Krieg in der Ukraine. Die Alternative wäre der Krieg im Nahen Osten. Die Alternative wäre die dramatische humanitäre Lage im Gazastreifen." Auch in mehreren Ländern Afrikas würde sich die Lage noch verschlimmern." Die EU sei zentral bei der Verteidigung der bisherigen Weltordnung, sagt Guterres.
+++ 17:18 US-Geheimdienst: Russland glaubt, den Ukraine-Krieg gewinnen zu können und riskiert Nato-Konflikt +++
Russland soll der Ansicht sein, im Krieg gegen die Ukraine die Oberhand zu haben. Der Kreml sehe wenig Grund, die Kämpfe einzustellen, solange seine Streitkräfte weiterhin an Boden gewinnen, heißt es im jährlichen Bedrohungsbericht 2026 des Büros des Direktors des Nationalen Nachrichtendienstes der USA (DNI), das jetzt von Tulsi Gabbard geleitet wird. "Moskau ist mit ziemlicher Sicherheit weiterhin zuversichtlich, dass es auf dem Schlachtfeld in der Ukraine die Oberhand gewinnen und eine Einigung zu seinen Bedingungen erzwingen wird", zitiert die "Kyiv Post" aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Darin heißt es demnach weiter, dass laufende diplomatische Bemühungen den Verlauf des Krieges noch verändern könnten, wobei eine mögliche Einigung die Tür für verbesserte Beziehungen zwischen den USA und Russland sowie für ein breiteres geopolitisches und wirtschaftliches Engagement öffnen würde. Zudem soll der Bericht davor warnen, dass mit zunehmender Dauer des Krieges auch das Risiko einer Eskalation steige, einschließlich der Möglichkeit eines direkten Konflikts zwischen Russland und der Nato.
+++ 16:34 Selenskyj betont Abwehr-Fähigkeiten: Über 200 eigene Drohnen-Experten in Nahost +++
Private Firmen stärken die ukrainische Luftabwehr mit günstigen Abfangdrohnen. Präsident Selenskyj bietet die Technik nun auch Partnern für den Konflikt im Nahen Osten anbieten - im Gegenzug für Geld und Technologie. Trotz Krieg baut Kiew seine Rolle als Sicherheitslieferant aus.
+++ 16:14 Pistorius will stärkeres Engagement deutscher Firmen in Ukraine +++
Die Bundesregierung will deutsche Unternehmen zu mehr Investitionen in die ukrainische Rüstungsindustrie bewegen. Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigt in Berlin an, den bestehenden Dialog mit der Wirtschaft hierfür gezielt zu erweitern. Bereits für die Zeit rund um die Sommerpause sei ein spezieller "Roundtable über weitere Joint-Venture-Perspektiven und das gegenseitige Lernen aus der Rüstungsindustrie" geplant, sagt er nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Peter Leibinger, sowie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Ein zentrales Ziel des neuen Formats sei es, Wege zu finden, wie ukrainische Unternehmen "weiter und besser finanziert werden können".
+++ 15:30 Bericht: Kreml-Propagandist nach Putin-Kritik in Psychiatrie eingeliefert +++
In Russland hat ein für seine Regierungstreue bekannter Blogger Kritik an Präsident Wladimir Putin sowie dessen Krieg gegen die Ukraine geäußert und wurde einem Bericht der St. Petersburger Zeitung "Fontanka" zufolge in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Ilja Remeslo hatte sich lange als Kritiker von Putin-Gegnern gezeigt, bevor er selbst einer wurde. Am späten Dienstagabend veröffentlichte der Blogger auf seinem Telegram-Kanal, dem 90.000 Nutzer folgen, ein kritisches Manifest. In dem Beitrag mit dem Titel "Fünf Gründe, warum ich aufgehört habe, Wladimir Putin zu unterstützen" warf Remeslo dem Präsidenten vor, einen "scheiternden Krieg" in der Ukraine zu führen. Der habe Millionen Menschen das Leben gekostet und die russische Wirtschaft ruiniert. "Wladimir Putin ist kein legitimer Präsident. Wladimir Putin muss zurücktreten und als Kriegsverbrecher und Dieb vor Gericht gestellt werden", schreibt Remeslo in seinem Beitrag. Der Zeitung "Fontanka" zufolge wurde Remeslo in die Psychiatrische Klinik Nummer 3 eingewiesen. Über die Gründe für die Einweisung machte die Zeitung keine Angaben. Die Auskunftsstelle der Klinik habe jedoch bestätigt, dass ein Patient mit dem Namen Ilja Remeslo Pakete entgegennehmen könne.
+++ 15:11 EU-Gipfel bringt Orban nicht zum Einlenken zu Ukraine-Kredit +++
Beim EU-Gipfel in Brüssel haben Ungarn und die Slowakei ungeachtet des Drucks der übrigen Mitgliedstaaten an ihrer Blockade des 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine festgehalten. Die übrigen 25 Staats- und Regierungschefs hätten es nicht geschafft, den ungarischen Regierungschef Victor Orban umzustimmen, verlautete aus Diplomatenkreisen. Dennoch erwarten die anderen Mitgliedstaaten einer Gipfelerklärung zufolge den Beginn der Kredit-Auszahlung für "Anfang April".
+++ 14:49 IKRK unterstützt im Ukraine-Krieg jeden Monat Austausch von 1000 Leichen+++
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) nach eigenen Angaben jeden Monat den Austausch von insgesamt etwa 1000 Leichen getöteter Soldaten und anderer Kriegsopfer. Er sei erschüttert "vom Ausmaß und der Tragweite der Folgen" des Krieges, sagt IKRK-Generaldirektor Pierre Krähenbühl in Genf nach einem Aufenthalt in der Ukraine. Er habe mehrere vom IKRK unterstützte forensische Einrichtungen in der Ukraine besucht, die mit der "zermürbenden" Aufgabe beschäftigt seien, "tausende und abertausende von Leichnamen zu identifizieren, um zutiefst besorgten Familien Antworten geben zu können", sagt Krähenbühl. Es handele sich um Zahlen, "die wir in diesem Ausmaß in den vergangenen Jahren nicht in Konflikten gesehen haben".
+++ 14:27 Russischer Exil-Oppositioneller Jaschin will Partei gründen +++
Der im Rahmen eines Gefangenenaustausches ins Ausland abgeschobene russische Oppositionspolitiker Ilja Jaschin kündigt die Gründung einer Partei an. "Die Gründungssitzung planen wir, in diesem Sommer abzuhalten - und natürlich wird das eine öffentliche Veranstaltung", sagt Jaschin in einem dazu veröffentlichten Video. Der Schritt sei notwendig, um Kriegsgegner und Anhänger der Opposition zu mobilisieren. Dies sei allein mit Blogs nicht getan. Er macht keine Angaben dazu, ob außer ihm noch weitere prominente Namen der Exil-Opposition der Partei beitreten werden. Jaschin war jahrelang ein enger Vertrauter von Alexej Nawalny, dem vor zwei Jahren in russischer Haft gestorbenen Kremlkritiker in Russland. Seit seiner Abschiebung aus Russland im Jahr 2024 lebt er in Berlin.
+++ 13:58 Estland: Russischer Kampfjet verletzt Luftraum +++
Estland meldet erneut die Verletzung seines Luftraums durch Russland. Ein Kampfjet des Typs Sukhoi Su-30 sei am 18. März nahe der Ostsee-Insel Vaindloo unerlaubt für etwa eine Minute in den Luftraum eingedrungen, teilt die Armee in Tallinn mit. Nach Angaben des estnischen Außenministeriums reagierte eine Einheit der italienischen Luftwaffe auf die Luftraumverletzung. "Es bestand keine Bedrohung für die Sicherheit Estlands", teilt Außenminister Margus Tsahkna mit. Das Außenamt bestellte einer Mitteilung zufolge wegen des Vorfalls den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein und überreichte eine Protestnote.
+++ 13:33 Milliarden für Kiew bereits zugestimmt - Merz ermahnt Orban +++
Zum Auftakt des EU-Gipfels fordert Bundeskanzler Friedrich Merz den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban erneut auf, seine Blockade der milliardenschweren Finanzhilfen für die Ukraine aufzugeben. Er erinnert in Brüssel daran, dass beim Gipfel im Dezember eine einstimmige Entscheidung aller Mitgliedstaaten darüber getroffen worden sei. "Das Prinzip der Arbeit in der Europäischen Union ist das Prinzip der Loyalität und der Verlässlichkeit. Und ich gehe davon aus, dass sich daran alle Mitgliedstaaten in der Europäischen Union auch halten." Orban hatte zuvor gesagt, sein Land werde die Ukraine-Hilfe erst wieder mittragen, wenn durch die Druschba-Pipeline wieder Öl nach Ungarn komme. Ohne das Öl würden ungarische Haushalte und Unternehmen bankrottgehen. Im Dezember hatte Orban dem Darlehen für die Ukraine in Höhe von bis zu 90 Milliarden Euro im Dezember bereits zugestimmt.
+++ 13:05 Verfassungsschutz: Russland sieht Deutschland mitunter als "Feind Nummer eins" +++
Das Niveau von gegen Deutschland gerichteter Spionage, Sabotage und gefährlichen Aktionen nimmt nach Einschätzung des Verfassungsschutzes deutlich zu. Bei den Angreifern seien "mehr Risikoappetit" und "variable Methoden" zu beobachten, sagt der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Sinan Selen, bei einer gemeinsamen Tagung seiner Behörde mit dem Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (VSW). Auch "Tötungsoperationen" seien nicht auszuschließen. Deutschland werde von Russland "als Gegner, mitunter als Feind Nummer eins" wahrgenommen, sagt der Verfassungsschutzchef. Im Fokus ausländischer Operationen stünden insbesondere die Logistikbranche sowie der Rüstungs- und der Technologiesektor. Russland sei dabei der maßgebliche Kontrahent, aber bei weitem nicht der Einzige. net werden.
+++ 12:33 Russinnen ohne Kinderwunsch sollen zum Psychologen +++
Im Kampf gegen die niedrige Geburtenrate will Russland Frauen ohne Kinderwunsch künftig zu Psychologen schicken, die sie zu einer "positiven Einstellung" in Bezug auf Nachwuchs bringen sollen. Das geht aus neuen Richtlinien des Gesundheitsministeriums hervor, die Ende Februar verabschiedet wurden und über die Staatsmedien in dieser Woche berichteten. Gemäß den neuen Richtlinien sollen Ärzte Frauen bei Untersuchungen fragen, wie viele Kinder sie haben möchten. Gibt eine Frau an, kein Kind haben zu wollen, wird den Angaben zufolge "empfohlen", sie zu einem Gespräch bei einem Psychologen zu schicken, "mit dem Ziel, eine positive Einstellung in Bezug aufs Kinderkriegen zu entwickeln".
+++ 12:04 EU setzt sich zusammen: "Allerhöchste Zeit, der Ukraine zu helfen" +++
In Brüssel beginnt das EU-Gipfeltreffen. Es gehe darum, Europa in einer "sich immer schwieriger zeigenden Welt" zu behaupten, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz vor Beginn. Das gehe "nur mit einer starken Wirtschaft". Zunächst dürfte es bei dem Treffen aber darum gehen, Ungarns Blockade eines 90-Milliarden-Darlehens für die Ukraine aufzuweichen. "Es ist allerhöchste Zeit, der Ukraine zu helfen", sagt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Hintergrund ist ein Streit um die Druschba-Pipeline, die normalerweise russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei transportiert. Die Pipeline war nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt worden. Orban blockiert wegen der ausbleibenden Öllieferungen sowohl ein im Dezember beschlossenes EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland.
+++ 11:35 Harsche Kritik an Putin: Ist Kehrtwende des Ex-Kreml-Propagandisten eine Falle? +++
Lange gilt Ilja Remeslo als Sprachrohr des Kremls. Doch plötzlich macht der einstige Putin-Propagandist eine 180-Grad-Wende und übt massive Kritik am russischen Machthaber. Die Gründe dafür sind noch völlig unklar. Einige vermuten dahinter jedoch eine "Falle", wie ntv-Reporter Rainer Munz aus Moskau berichtet.
+++ 11:07 Armeechef Syrskyj erwartet Zunahme der russischen Angriffe an der Front +++
Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, General Olexander Syrskyj, geht laut der Nachrichtenagentur Ukrinform von zunehmenden feindlichen Aktivitäten an der Front aus. Demnach wolle Russland weitere 409.000 Soldaten in diesem Jahr einziehen und bereite sich auf eine weitere Aggression gegen die Ukraine vor. Syrskyj weist unter anderem dabei darauf hin, dass die Verteidigungsanlagen befestigt und der Drohnenschutz ausgebaut werden müssten: "Auf die Qualität und das Tempo dieser Arbeit sind nicht nur die Stabilität unserer Verteidigung, sondern auch das Leben unserer Soldaten angewiesen."
+++ 10:38 "Sting" - das kann der Waffen-Trumpf der Ukraine +++
"Es findet gerade so etwas wie ein Armdrücken statt" drückt es ein ukrainischer Waffenhersteller aus. Russland und die Ukraine führen einen "Krieg der Ingenieure". Der neueste Trumpf der Ukraine: "Sting". Mit ihrer enormen Geschwindigkeit und Reichweite soll sie russische Kamikazedrohnen abfangen.
+++ 10:07 Berlin und Paris wollen offenbar in Kürze über Kampfjet-Projekt FCAS entscheiden +++
Deutschland und Frankreich wollen noch einen letzten Einigungsversuch bei dem milliardenschweren Kampfjet-Projekt FCAS unternehmen. "Deutschland und Frankreich haben sich auf einen letzten Vermittlungsversuch zwischen den Industrien durch Experten geeinigt", verlautet aus deutschen Regierungskreisen. "Wegen der anstehenden Entscheidungen zum Bundeshaushalt muss ein Ergebnis bis Mitte April vorliegen", heißt es weiter. Das "Future Combat Air System" (FCAS) ist das wichtigste europäische Rüstungsprojekt. Es wird von Frankreich, Deutschland und Spanien vorangetrieben. Ziel ist die Entwicklung eines Kampfflugzeugs, das von einem Verbund aus bewaffneten und unbewaffneten Drohnen begleitet wird. Das System sollte ab 2040 die Kampfjets vom Typ Rafale in Frankreich und den Eurofighter in Deutschland und Spanien ersetzen. Das Gesamtvolumen des Vorhabens wird auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt.
+++ 09:39 Orban blockiert weiter: Ohne Öl aus Russland kein Ukraine-Kredit +++
Im Streit um russische Öllieferungen beharrt Ungarns Regierungschef Viktor Orban weiter auf seiner Blockade eines EU-Darlehens für die Ukraine. Ungarn werde der Ukraine helfen, "wenn wir unser Öl bekommen", sagt Orban vor dem heutigen EU-Gipfel in Brüssel. "Bis dahin können wir keinen pro-ukrainischen Vorschlag unterstützen", betont Orban. In dem Streit geht es um die Druschba-Pipeline, die normalerweise russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei transportiert. Sie war nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt worden. Orban blockiert mit Verweis auf die fehlenden Öllieferungen sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland.
+++ 09:17 Forderung nach mehr Druck: Orban ist "de facto ein Verbündeter Putins" +++
Der Chef des Europaausschusses im Bundestag kritisiert massiv Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban im Streit um das EU-Sanktionspaket: "Orban ist ein Gegner der Europäischen Union“, sagt Anton Hofreiter im Frühstart von RTL/ntv. Zudem sei der ungarische Regierungschef "de facto ein Verbündeter Putins". Hintergrund ist die Blockade Ungarns bei weiteren Sanktionen gegen Russland sowie bei Finanzhilfen für die Ukraine. Druck auf Budapest hält Hofreiter für den richtigen Weg. "Wenn man ihn hart unter Druck gesetzt hat, hat er nachgegeben", sagt er. Auch Orbans Haltung in der Energiepolitik sieht Hofreiter kritisch. Dass Ungarn weiter auf russisches Öl setze, habe wirtschaftliche Eigeninteressen. Orban erhalte das Öl von Kremlchef Wladimir Putin günstig und verkaufe es im Land zum Marktpreis weiter. "Die Millionen Differenz schieben er und seinen Clan sich in den Geldbeutel." Ungarn bezeichnet Hofreiter als "armes, korruptes Land, das von einem Autokraten regiert wird".
+++ 08:59 Stromausfall in Saporischschja +++
Nach einem russischen Angriff auf die Infrastruktur der Stadt Saporischschja sind rund 40.000 Verbraucher - private und gewerbliche - ohne Strom. Dies teilt der Leiter der Militärverwaltung der Region Saporischschja auf Telegram mit. Es werde auf Notstromquellen umgeschaltet.
+++ 08:27 Zweithöchster Wert in diesem Jahr: Hohe russische Verluste halten offenbar an +++
Die Ukraine meldet erneut hohe Verlustzahlen bei der russischen Armee. Laut den Angaben des Generalstabs sollen am Mittwoch 1520 Soldaten ausgeschaltet worden sein - das sind die zweithöchsten Opferzahlen in diesem Jahr. Erst einen Tag zuvor hatten die Russen so hohe Verluste wie noch nie 2026 erlitten: 1710 Soldaten wurden nach ukrainischen Angaben getötet oder verletzt.
+++ 08:09 Russen melden einen Toten und Verletzte auf der Krim +++
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim (siehe Eintrag um 05:41) wird nach Angaben eines von Moskau eingesetzten Gouverneurs ein Mann getötet Zwei weitere Menschen seien bei den Angriffen auf Sewastopol verletzt worden, erklärt Michail Raswoschajew bei Telegram. 27 Drohnen seien abgeschossen worden. Sewastopol wird von der ukrainischen Armee immer wieder ins Visier genommen. In der Hafenstadt auf der annektierten Halbinsel befindet sich das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte.
+++ 07:48 Sean Penn besucht ukrainische Brigade bei Slowjansk +++
Oscarpreisträger Sean Penn hat bei seinem Besuch in der Ukraine auch ukrainische Soldaten in der Nähe von Slowjansk im Gebiet Donezk getroffen, wie die 157. Mechanisierte Brigade jetzt mitteilt. Demnach sprach Penn mit den Soldaten und dankte ihnen für die Verteidigung der Ukraine. "Sein Besuch ist ein Zeichen dafür, dass die Welt unsere Helden sieht und wertschätzt, die Tag für Tag die Freiheit und Unabhängigkeit unseres Landes verteidigen", erklärt die Brigade. "Solche Begegnungen inspirieren uns und erinnern uns daran, dass wir selbst in den schwierigsten Zeiten nicht allein sind und unser Mut nicht unbemerkt bleibt." Penn war am 16. März in die Ukraine gereist, anstatt an der Oscarverleihung teilzunehmen, bei der er für seine Rolle in "One Battle After Another" den Oscar als bester Nebendarsteller gewann. Penn unterstützt seit Langem aktiv die Ukraine.
+++ 07:29 Kreml: "Die trilaterale Gruppe macht eine Pause" +++
Die Friedensgespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine sind einem russischen Medienbericht zufolge wegen des Iran-Kriegs ausgesetzt. Das russische Präsidialamt habe die Unterbrechung bestätigt, berichtet die Zeitung "Iswestija" unter Berufung auf Vertreter der Regierung in Moskau. Der Iran-Krieg könnte die Ukraine zu Kompromissen bewegen, heißt es weiter. Kremlsprecher Dmitri Peskow zufolge werde der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew zwar seine Arbeit an Investitions- und Wirtschaftskooperationen fortsetzen, die trilateralen Gespräche seien jedoch unterbrochen. "Kirill Dmitrijew setzt die Arbeit fort. Die trilaterale Gruppe macht eine Pause", wird Peskow von der Zeitung zitiert.
+++ 06:59 Zwei Tanker mit russischem Öl offenbar auf dem Weg nach Kuba +++
Zwei Tanker mit russischem Öl und Treibstoff an Bord sollen bereits nächste Woche in Kuba eintreffen – und damit dem Energieembargo der USA trotzen. Dies schreibt die "Financial Times" und bezieht sich auf Angaben von Schifffahrtsinformationsdiensten. Sollten die Schiffe eintreffen, wären dies Kubas erste Energielieferungen seit drei Monaten. Die Lieferung dürfte US-Präsident Donald Trump wenig gefallen. Erst am Montag sagte er über die Insel: "Ob ich es befreie oder einnehme – ich glaube, ich könnte damit machen, was ich will." Sein Ziel ist es offenbar, das von Moskau seit Jahrzehnten unterstützte Regime zu stürzen.
+++ 06:34 Gouverneur: Drohnen treffen regionale Zentrale des SBU in Lwiw +++
Russische Drohnen haben die westukrainische Stadt Lwiw und die umliegende Region attackiert, wie die regionalen Behörden mitteilen. Drohnen trafen die regionale Zentrale des ukrainischen Geheimdienstes SBU im Gebiet Lwiw und verursachten Schäden am Gebäude, sagt Gouverneur Maksym Kozytskyi. Es werden keine Verletzten gemeldet. Kozytskyi warnt zudem, dass die Einwohner von Lemberg in der Stadt auf Drohnenfragmente stoßen könnten.
+++ 06:12 Russen greifen Odessa an +++
Russische Drohnen greifen mehrere Wohnhäuser in der ukrainischen Schwarzmeerhafenstadt Odessa an, lösen Brände aus und verletzen mindestens drei Menschen, wie lokale Beamte mitteilen. "Es wurden zwei Hochhauswohngebäude, ein weiteres Wohnhaus im historischen Zentrum der Stadt sowie Privathäuser beschädigt", schreibt Serhyj Lysak, Leiter der Militärverwaltung der Stadt, auf Telegram. "Es brachen Brände aus, die aber schnell unter Kontrolle gebracht werden konnten."
+++ 05:41 Ukraine greift Sewastopol mit Drohnen an +++
Ukrainische Streitkräfte haben einen Drohnenangriff auf die Stadt Sewastopol auf der besetzten Krim gestartet. Das berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf russische Telegram-Medienkanäle und Anwohneraussagen. Im Stadtzentrum waren Explosionen zu hören. Anwohner berichteten, dass ein Gebäude, in dem das 3. Funktechnische Luftverteidigungsregiment der russischen Streitkräfte untergebracht ist, Ziel des Angriffs war. Der von Russland eingesetzte Stellvertretergouverneur Michail Raswoschajew behauptet, dass 27 Drohnen beim Anflug auf die Stadt abgeschossen worden seien.
+++ 04:46 Showdown in Brüssel? Merz will Orbans Blockade kippen +++
Beim ersten regulären EU-Gipfel des Jahres droht heute eine offene Konfrontation zwischen Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban und Staats- und Regierungschefs wie Bundeskanzler Friedrich Merz. Hintergrund ist die weiterhin anhaltende ungarische Blockade milliardenschwerer EU-Finanzhilfen für die Ukraine. Orban will diese erst beenden, wenn der Konflikt um unterbrochene russische Öllieferungen über die Druschba-Pipeline beigelegt ist. Merz sagte hingegen am Mittwoch im Bundestag, man dürfe keine Rücksicht auf ein einzelnes EU-Land nehmen, das aus innenpolitischen Gründen und wegen eines laufenden Wahlkampfs eine Blockade aufbaue. Unklar ließ er, wie Orban zum Einlenken gebracht werden könnte.
+++ 03:55 Reiche und Pistorius beraten mit Verteidigungsindustrie über Produktionsausbau +++
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Verteidigungsminister Boris Pistorius beraten heute in Berlin mit Vertretern der Verteidigungsindustrie über Wege zu einem schnelleren Ausbau der Rüstungsproduktion. Im Rahmen des Industriedialogs Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) soll es bei dem Spitzentreffen im Wirtschaftsministerium darum gehen, wie sich Lieferprozesse beschleunigen lassen und wie die Verteidigungsindustrie ihre Produktion gemäß dem Bedarf der Bundeswehr hochfahren kann.
+++ 02:49 Selenskyjs Zustimmungswerte seit Februar stark gestiegen +++
Laut einer Umfrage des Internationalen Instituts für Soziologie in Kiew ist die Zustimmung der Ukrainer zu Präsident Wolodymyr Selenskyj von 53 Prozent im Februar auf 62 Prozent Anfang März gestiegen. 32 Prozent der Befragten lehnen Selenskyj ab. Zuvor war Selenskyjs Zustimmungswert von 61 Prozent im Januar auf 53 Prozent im Februar gesunken, berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf die Umfrage. Als Russland im Februar 2022 seinen Überfall auf die Ukraine begann, stieg Selenskyjs Beliebtheit von 37 auf 90 Prozent. Seitdem schwankten Selenskyjs Beliebtheitswerte erheblich. Im Mai 2025 erreichte seine Zustimmung einen Höchststand von 74 Prozent, als er die Interessen der Ukraine verteidigte, während US-Präsident Donald Trump versuchte, Kiew Zugeständnisse aufzuzwingen.
+++ 01:59 "Für Europa, für die Ukraine": EVP-Chef Weber grenzt sich von Rechten ab +++
Überschattet von der Diskussion über die Zusammenarbeit mit der AfD und anderen Rechten im Europäischen Parlament feiert die Parteienfamilie von CDU und CSU ihr 50-jähriges Bestehen. Der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, bezeichnet rechtsextreme und rechtspopulistische Kräfte bei der Feier in Brüssel als Hauptgegner. Wer die europäische Integration infrage stelle, sei "politischer Feind" der EVP, sagt Weber. Als Vorsitzender habe er die Brandmauer definiert: "Wir arbeiten und kooperieren nur auf der Grundlage von drei Grundprinzipien: für Europa, für die Ukraine und für die Rechtsstaatlichkeit."
+++ 00:51 Russische Drohnen greifen Westukraine an +++
Die russische Armee greift mit Drohnen mehrere Ziele im Westen der Ukraine an. In der Großstadt Lwiw habe eine Drohne das regionale Hauptquartier des Geheimdienstes SBU beschädigt, teilt Militärgouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram mit. Verletzte gebe es nicht. Im Gebiet Wolyn wird eine Anlage der Energieversorgung nahe der Stadt Nowowolynsk attackiert. Deswegen fällt für etwa 30.000 Haushalte der Strom aus, wie Militärgouverneur Roman Romanjuk auf Telegram schreibt.
+++ 23:28 Kiew: Russen schüchtern ungarische Minderheit ein +++
Der ukrainische Geheimdienst SBU deckt nach eigenen Angaben eine Einschüchterungskampagne russischer Dienste gegen die ungarische Minderheit in der Ukraine auf. Damit solle das gespannte Verhältnis zwischen Ungarn und der Ukraine weiter belastet werden, teilt der SBU in Kiew mit. Demnach erhielten Angehörige der Minderheit im Gebiet Transkarpatien in der Westukraine anonyme Anrufe. Die Unbekannten gaben sich als ukrainische Polizisten oder nationale Aktivisten aus, wie es weiter heißt. Sie drohten den Ungarn und forderten sie auf, die Ukraine zu verlassen. Die Herkunft der Anrufe werde technisch verschleiert, sie stammten aber aus Russland. Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha verbreitet die Nachricht auf dem Portal X.
+++ 22:10 Ukraine begrüßt die Entscheidung Polens, russischen Archäologen auszuliefern +++
Kiew begrüßt laut dem Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Heorhii Tykhyi, die Entscheidung des Warschauer Bezirksgerichts über die Auslieferung des russischen Archäologen Alexander Butyagin an die Ukraine (Eintrag 15:43 Uhr). Der bekannte russische Forscher steht im Verdacht, illegale Ausgrabungen auf der von Russland besetzten Krim durchgeführt zu haben. Moskau hatte zuvor die Entscheidung Warschaus kritisiert, spricht von einer "politischen" Entscheidung und fordert die Freilassung Butjagins (Eintrag 16:02 Uhr). In der Ukraine drohen Butyagin wegen der "Zerstörung von Kulturerbestätten" bis zu zehn Jahre Haft. Den entstandenen Schaden geben die ukrainischen Behörden mit umgerechnet rund vier Millionen Euro an. Butjagin war im Dezember 2025 von polnischen Behörden auf Ersuchen Kiews bei der Durchreise festgenommen worden.
+++ 21:15 Tschechisches Militär bildet über 9500 ukrainische Soldaten aus +++
Tschechische Ausbilder haben in den vier Jahren des russischen Krieges gegen die Ukraine mehr als 9500 ukrainische Soldaten ausgebildet. Dies sei sowohl auf heimischen Übungsplätzen als auch in Nachbarländern geschehen, sagt der Chef des Generalstabs der tschechischen Streitkräfte, Karel Řehka, in einem Interview mit Ukrinform. "Insgesamt wurden in den Jahren 2022 - 2024 fast 4300 Militärangehörige in Tschechien und 2770 in Polen ausgebildet. Im Jahr 2025 werden es 365 in Tschechien und 2115 in Polen und Deutschland sein", sagt Řehka und erklärt, dass das tschechische Militär über mobile Ausbildungsgruppen in verschiedenen Fachrichtungen verfüge, die in Deutschland und Polen eingesetzt würden. Die Ausbildung findet größtenteils unter der Schirmherrschaft der Militärhilfemission der Europäischen Union zur Unterstützung der Ukraine (EUMAM Ukraine) statt, fügt er hinzu. Die Ausbildung konzentriert sich auf die medizinische Versorgung, die Bekämpfung von improvisierten Sprengsätzen, den Umgang mit Waffen, Pionierwesen und den Schutz vor chemischen, biologischen und nuklearen Bedrohungen.
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