Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 06:00 Bericht: Ukraine trifft russische Ölpumpstation in Krasnodar +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben offenbar in der Nacht eine Ölpumpstation in der russischen Region Krasnodar (Stadt Krymsk) mit Drohnen angegriffen und getroffen. Dies berichtet laut "Kyiv Independent" der unabhängige Telegram-Kanal Astra. Eine Umspannstation auf dem Gelände der Ölpumpstation Krymskaya sei infolge des Angriffs in Brand geraten, heißt es. Demnach berichten Bewohner der Stadt, dass während des Drohnenangriffs mehrere Explosionen zu hören waren. In einem nahegelegenen Dorf wurde eine Person getötet, sagte der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew (siehe Eintrag von 02:52 Uhr). Der Zeitung zufolge melden die örtlichen Behörden nicht, dass Drohnen die Ölpumpstation getroffen hätten. Kondratjew behauptet demnach, Drohnen-Trümmer seien auf einem Feld am Stadtrand von Krymsk und auf dem Gelände eines "Unternehmens" niedergegangen.
+++ 04:52 CDU will Wehrübungen für Reservisten zur Pflicht machen +++
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp, fordert, Reservisten zu Wehrübungen zu verpflichten und in diese Pflicht ihre Arbeitgeber einzubeziehen. "Wir können uns in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage keine Reserve leisten, die nur auf freiwilliger Basis funktioniert", sagt der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Wenn wir die Bundeswehr ernsthaft stärken wollen, brauchen wir mehr Verlässlichkeit und Verbindlichkeit." Die Tatsache, dass Reservisten bislang ebenso ihre Zustimmung zu einer Wehrübung geben müssen wie deren Arbeitgeber, kommentiert Röwekamp so: "Das doppelte Freiwilligkeitsprinzip führt heute dazu, dass wir im entscheidenden Moment nicht sicher planen können. Unsere Reserve muss im Ernstfall schnell verfügbar und einsatzbereit sein, dafür braucht es klare Verpflichtungen." Der Präsident des Reservistenverbandes, Patrick Sensburg, unterstützt die Forderung, mahnt aber als Bedingung einen verbesserten Kündigungsschutz an. "Es darf nicht dazu führen, dass Arbeitgeber keine Reservisten mehr einstellen oder ihnen kündigen", sagt er.
+++ 02:52 Drohnentrümmer töten Zivilisten in Krasnodar +++
Beim Abschuss einer Drohne über der südwestrussischen Region Krasnodar ist ein Mensch getötet worden. Der Mann sei von den Trümmerteilen getroffen worden, als er sich auf dem Balkon eines Wohnhauses im Dorf Sauk-Dere im Bezirk Krymsk aufgehalten habe, teilt Regionalgouverneur Wenjamin Kondratjew auf Telegram mit. Weitere Drohnentrümmer seien auf einem Firmengelände und "an mehreren Adressen" in der Region herabgestürzt.
+++ 01:21 Ein Toter und acht Verletzte bei russischen Angriffen +++
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine ist ukrainischen Angaben zufolge ein Mensch getötet worden. Mindestens acht weitere wurden verletzt. In der südlichen Region Odessa haben russische Drohnen zudem ein Umspannwerk, wie die Behörden mitteilen. In der südöstlichen Region Saporischschja ist ein Mann bei einem Angriff mit Gleitbomben ums Leben gekommen. Weitere Verletzte werden aus mehreren Regionen im Osten und Süden des Landes gemeldet.
+++ 23:55 Moskau bestellt Japans Botschafter ein +++
Das Investment eines japanischen Rüstungsproduzenten in einen ukrainischen Drohnenhersteller sorgt in Russland für Verdruss. Moskau hat deshalb den japanischen Botschafter einbestellt. Die Zusammenarbeit von Terra Drone aus Tokio mit dem ukrainischen Hersteller Amazing Drones markiert einen Kurswechsel Japans. Bislang hatte die Regierung von derartigen Kooperationen abgeraten. Moskau betrachtet das Investment laut eigenen Angaben als "feindselig" und spricht von einem "historischen Tiefpunkt" in den Beziehungen mit Japan.
+++ 22:02 Ukraine rückt in der Region Donezk vor +++
Ukrainische Einheiten rücken nach Angaben von Experten in der Region Donezk nahe der Stadt Jampil vor. Laut dem Bericht des Institute for the Study of War (ISW) zeigen geolokalisierte Aufnahmen, dass russische Truppen ukrainische Stellungen im Zentrum von Jampil angegriffen haben.
+++ 21:07 Nobel-Komitee warnt vor Einstufung Memorials als "extremistisch" +++
Das Nobel-Komitee in Oslo warnt vor einer möglichen Einstufung der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial als "extremistisch". Das Komitee sei "zutiefst beunruhigt" über den jüngsten Versuch der russischen Behörden, Memorial "zu zerstören", indem sie versuchten, eine angebliche "Internationale Memorial-Bewegung" als "extremistische Organisation" einzustufen, erklärt Nobel-Komitee-Chef Jörgen Watne Frydnes. Eine solche Organisation als extremistisch einzustufen, sei "ein Affront gegen die Grundwerte der Menschenwürde und der Meinungsfreiheit". Vor dem Obersten Gericht Russlands wird am morgigen Donnerstag ein endgültiges Verbot Memorials verhandelt.
+++ 20:18 Bericht: Profile entführter Kinder erscheinen auf russischem Adoptionsportal +++
Die Profile von Kindern, die gewaltsam aus einem Waisenhaus in Cherson verschleppt wurden, sind offenbar auf einem staatlichen russischen Adoptionsportal aufgetaucht. Das berichtet die "Kyiv Post". Laut dem ukrainischen Parlamentsbeauftragten für Menschenrechte, Dmytro Lubinez, enthalten die Daten keinerlei Hinweise auf die ukrainische Herkunft der Kinder, was als gezielter Versuch gewertet werde, ihre Identität zu verschleiern und ihre Verschleppung zu "legalisieren". Dies ist laut Lubinez systematische Praxis, die von Zwangsumsiedlung über Dokumentenänderungen bis hin zu Umerziehung und Militarisierung reiche, während betroffene Kinder ihrer Sprache, Erinnerung und Identität beraubt würden. Nach Angaben des Humanitarian Research Lab der Yale-Universität wurden seit 2022 mindestens 210 Einrichtungen identifiziert, in denen ukrainische Kinder untergebracht wurden. Kiew fordert seit Langem internationale Unterstützung bei der Rückführung der Kinder.
+++ 19:26 SBU deckt russische Router-Hacking-Kampagne auf +++
Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU hat offenbar gemeinsam mit dem FBI, polnischen und EU-Behörden eine groß angelegte Cyber-Spionageoperation des russischen Militärgeheimdienstes GRU aufgedeckt. Einem Bericht des "Kyiv Independent" zufolge wurden über kompromittierte WLAN-Router Nutzer in der Ukraine, Europa und den USA ausspioniert. Hacker fingen demnach Passwörter, Authentifizierungstoken und E-Mails ab. Die gestohlenen Informationen waren laut SBU für zukünftige Cyberangriffe und Desinformationskampagnen bestimmt. Die Operation zielte demnach auf die Kommunikation von Regierungsbeamten, Militärangehörigen und Mitarbeitern des ukrainischen Verteidigungssektors ab. Mittlerweile seien Hunderte kompromittierter Server und Router blockiert, die Ermittlungen zur Identifizierung der Täter liefen weiter.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.