Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 15:40 Bericht: USA könnten 750 Millionen Dollar aus Ukraine-Finanzierung der Nato-Partner einbehalten +++

26.03.2026, 00:04 Uhr

Laut einem Bericht der "Washington Post" plant das US-Verteidigungsministerium, 750 Millionen Dollar an Mitteln der durch die Nato-Partner bereitgestellten Unterstützung für die Ukraine einzubehalten. Die Zeitung berichtet, das Pentagon habe dem US-Kongress eine entsprechende Mitteilung überstellt, wonach das Geld stattdessen in die Wiederaufstockung der Bestände des US-Militärs fließen soll. Ursprünglich sollten die 750 Millionen Dollar in zusätzliche militärische Hilfe für die Ukraine fließen, hieß es. Mit dem sogenannten Purl-Programm können Nato-Länder Waffen und Munition von den USA kaufen, die dann in die Ukraine geliefert werden - eigentlich. Im Zuge des Kriegs gegen den Iran schrumpfen die Waffenbestände des US-Militärs aktuell merklich.

+++ 15:10 Russische Großunternehmer dürfen von der EU sanktioniert werden +++

Russische Geschäftsmänner sind mit ihren Klagen gegen das Einfrieren ihrer Vermögenswerte durch die EU infolge des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gescheitert. Die Richter in Luxemburg wiesen Rechtsmittel von fünf Unternehmern, unter anderem Dmitri Pumpjanski und Dmitri Masepin, gegen erstinstanzliche Urteile des Gerichts der EU zurück. Mit der Entscheidung stellte der EuGH Grundsätze auf, die Sanktionsentscheidungen vereinfachen dürften. Die Großunternehmer hatten sich gegen ihre Aufnahme in die EU-Sanktionsliste gewehrt, die die Mitgliedsstaaten 2022 nach Beginn des Krieges von Russland gegen die Ukraine wegen ihrer Führungs- oder Eigentümerpositionen in strategischen Sektoren der russischen Wirtschaft beschlossen hatten. Die Geschäftsleute hatten argumentiert, ihre Listung sei ungerechtfertigt, da sie keinen nachweisbaren Einfluss auf die russische Regierung hätten. Der Gerichtshof urteilte laut Mitteilung, es reiche für Sanktionen aus, dass die Betroffenen eine bedeutende Rolle in Wirtschaftssektoren spielten, die wesentlich zur Finanzierung des russischen Staatshaushalts beitragen.

+++ 14:40 Verteidigungsausgaben von Nato-Partnern der USA steigen so stark wie nie +++

Deutschland und die anderen Nato-Partner der USA haben ihre Verteidigungsausgaben im vergangenen Jahr um eine Rekordsumme gesteigert. Wie aus einem Bericht von Nato-Generalsekretär Mark Rutte hervorgeht, stiegen die Ausgaben der europäischen Alliierten und Kanadas um 19,6 Prozent auf 574 Milliarden US-Dollar (498 Mrd. Euro). Das Plus lag damit noch etwas höher als 2024, als eine Steigerung von rund 19,4 Prozent registriert wurde. Deutschland steigerte seine Ausgaben nach den Zahlen im Bericht sogar um rund 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro. Nicht um Inflations- und Wechselkurseffekte bereinigt waren es sogar 106,9 Milliarden Euro. Der Anteil der Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt betrug knapp 2,4 Prozent.

+++ 14:20 US-Waffen sollen trotz Iran-Krieg weiter in die Ukraine geliefert werden +++

Die US-Waffenlieferungen an die Ukraine gehen nach Angaben von Nato-Generalsekretär Mark Rutte weiter. Die von den Verbündeten finanzierte entscheidende Unterstützung fließe weiter, sagt Rutte in Brüssel. Die Zeitung "Washington Post" hatte zuvor berichtet, das Pentagon erwäge wegen des Kriegs im Iran eine Umleitung von für die Ukraine bestimmten Waffen in den Nahen Osten. Gleichzeitig forderte Rutte die Rüstungsunternehmen der Nato-Länder auf, ihre Produktion zu erhöhen. Angesichts des Iran-Kriegs fürchten die Ukraine und einige ihrer Unterstützer, dass die Waffenlieferungen an Kiew zurückgefahren werden könnten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj etwa hatte sich für den Fall eines lang andauernden Iran-Kriegs besorgt über einen möglichen Mangel an Munition für die Luftabwehrsysteme seines Landes geäußert. Diese werden der Ukraine unter anderem durch den sogenannten Purl-Mechanismus bereitgestellt. Bei diesem Programm können Länder Waffen und Munition von den USA kaufen, die dann in die Ukraine geliefert werden.

+++ 14:00 Betreiber meldet vier getroffene Energieanlagen in Odessa +++

In der südukrainischen Region Odessa sind nach Angaben des Energieversorgers DTEK bei russischen Angriffen vier Energieanlagen getroffen worden. Bei etlichen Anwohnern habe das zu Stromausfällen geführt, teilt DTEK über Telegram mit. "Die Schäden sind erheblich, die Reparaturen werden Zeit brauchen." Mitarbeiter hätten die Stromversorgung für 31.500 Familien in der Region wiederhergestellt, 33.400 seien jedoch weiterhin ohne Strom.

+++ 13:23 Russland: Hoffen auf baldige neue Gespräche mit den USA +++

Russland steht nach eigenen Angaben mit den USA in Kontakt wegen einer möglichen neuen Gesprächsrunde zur Beilegung des Ukraine-Konflikts. "Wir bleiben offen, wir stehen in Kontakt mit den Amerikanern und wir rechnen damit, die nächste Gesprächsrunde abzuhalten, sobald die Umstände es erlauben", sagt der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitri Peskow. Er weist zugleich die These eines Meinungsbeitrags in der "New York Times" zurück, wonach Präsident Wladimir Putin wegen des Iran-Krieges das Interesse an Verhandlungen verloren habe. "Dies ist eine absolut falsche Erfindung, die nicht der Realität entspricht." Russland habe weiterhin Interesse an Friedensgesprächen. Allerdings müssten Schlüsselfragen – einschließlich territorialer Fragen – noch geklärt werden. 

+++ 12:48 Russisches Gericht verbietet mit Oscar prämierte Dokumentation +++

Ein Gericht in Russland verbietet den gerade mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichneten Streifen "Ein Nobody gegen Putin" des Filmemachers Pawel Talankin. Das Zentrale Bezirksgericht von Tscheljabinsk, in der Heimatregion Talankins, habe die Entscheidung aufgrund einer Verwaltungsklage getroffen, meldet das lokale Portal "It's My City" aus dem Verhandlungssaal. Demnach sieht das Gericht in dem Film Propaganda für Terrorismus und extremistische Symbolik. Die Klage sei eingereicht worden, weil in dem Film Kinder zu sehen sind, "deren Eltern der Veröffentlichung nicht zugestimmt hatten", heißt es. Demnach verhängt das Gericht ein Verbot, den auf verschiedenen Internetportalen in Russland abrufbaren Film zu zeigen oder zu verbreiten. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft zielt der Film darauf ab, eine negative Haltung gegenüber der russischen Führung und zum Krieg in der Ukraine zu erzeugen.

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Bei Arte ist die Doku in der Mediathek bis Ende April 2030 abrufbar. (Foto: Pawel Talankin/ZDF/dpa)

+++ 12:14 Medwedew macht sich rar auf X: Ist Max der Grund? +++

Auf dem X-Profil von Dmitri Medwedew hat sich etwas verändert: Seit dem 6. März hat der russische Ex-Präsident keinen Beitrag mehr geteilt. Ansonsten tat er dies bisher in der Regel alle paar Tage, oft in Bezug zum Krieg in der Ukraine, und in eher rüpelhafter Sprache. Am 5. März sprach er von "Nato-Idioten", am 23. Februar von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas als "Kaja, die blonde Ratte". Doch seit rund drei Wochen herrscht Stille auf X. Auf Telegram ist Medwedew noch aktiv - auch hier zuletzt jedoch sporadischer. Der Grund für die X-Pause ist unklar. Russische Behörden forcieren seit Längerem den eigenen Messenger Max - vor allem als Alternative zu Telegram - und erschweren die Nutzung auch mehrerer westlicher Social-Media-Apps. Medwedew könnte also als im Kreml-Sinne gutes Beispiel vorangehen und mehr auf Max setzen. Da hat er ein Profil, die russische Nachrichtenagentur TASS zitiert am 19. März einen Beitrag von ihm, in dem er gegen den ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj wettert und seine Legitimation als Verhandlungspartner mit der von Adolf Hitler vergleicht.

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Bis vor Kurzem postete Medwedew noch regelmäßig auf X. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

+++ 11:46 Russischer Comedian erlaubt sich riskanten Gag in Moskau +++

Der russische Comedian Ilya Kuruch lenkt mit einer humorvollen und zugleich riskanten Aktion die Aufmerksamkeit auf sich. Mit seiner Aktion in den Straßen Moskaus spielt er auf die immer wiederkehrende Abschaltung des mobilen Internets vor Ort an und beweist damit eine große Portion Mut.

+++ 11:16 Finnlands Staatschef warnt vor möglichem Aus der Ukraine-Verhandlungen +++

Die von den USA vermittelten Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Krieges stehen nach den Worten von Finnlands Staatschef Alexander Stubb möglicherweise vor dem Aus. "Das könnte am Krieg im Iran liegen, der viel Aufmerksamkeit vom Krieg in der Ukraine ablenkt", sagt Stubb der norwegischen Zeitung "VG". "Es könnte aber auch sein, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten sind, weil sie an ihre Grenzen gestoßen sind und keine weiteren Fortschritte mehr erzielen." Stubb pflegt sowohl zu US-Präsident Donald Trump als auch zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj enge Beziehungen. Die US-Unterhändler haben aus seiner Sicht "alles getan, was sie konnten". Nun hänge "fast alles von einer einzigen Frage ab: Donezk und die (besetzten) Gebiete", sagt Stubb weiter. "Aber das große Problem dabei ist, dass ich nicht glaube, dass Russland Frieden will."

+++ 10:45 Ostsee-Angriffe treffen Russlands Ölindustrie ins Mark +++

Seit dem Wochenende attackiert die Ukraine die russischen Ölhäfen in der Ostsee. Anfang März traf es bereits Noworossisjk im Schwarzen Meer. Die Folgen für Russlands Energieausfuhren sind gewaltig. Berechnungen der Agentur Reuters zufolge exportiert das Land derzeit 40 Prozent weniger als eigentlich möglich.

+++ 10:14 Lukaschenko unterzeichnet Kooperationsvertrag in Pjöngjang +++

Beim ersten offiziellen Besuch des belarussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko in Nordkorea unterzeichnen beide Länder einen "Freundschafts- und Kooperationsvertrag". "Dank einer umfassenden und stetigen Entwicklung treten wir heute in eine grundlegend neue Phase ein", sagt Lukaschenko laut der belarussischen Nachrichtenagentur Belta. Zuvor war Lukaschenko von Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang empfangen worden. Der zweitägige Besuch Lukaschenkos soll Belta zufolge dazu dienen, "die wichtigsten Bereiche von gemeinsamem Interesse und die vielversprechendsten Projekte für die Umsetzung zu ermitteln". Sowohl Minsk als auch Pjöngjang gehören zu den wichtigsten Unterstützern des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. 

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Die Willkommenszeremonie für Lukaschenko fand am Mittwoch auf dem Kim-Il-Sung-Platz in der nordkoreanischen Hauptstadt statt. (Foto: picture alliance / SIPA)

+++ 09:39 Rumänien: Drohnentrümmer nahe Grenze zu Ukraine abgestürzt +++

Trümmer einer abgeschossenen Drohne sind dem Verteidigungsministerium in Bukarest zufolge auf rumänischem Territorium niedergegangen. Die Teile seien am Rande des Dorfes Parches im Grenzbezirk Tulcea gefunden worden, teilt das Ministerium mit. Schäden seien nicht bekannt. Die Drohne sei von der ukrainischen Luftabwehr während eines nächtlichen russischen Angriffs auf die Ukraine abgefangen und zerstört worden.

+++ 09:03 Türkischer Öltanker nahe Bosporus von Drohne getroffen +++

Im Schwarzen Meer ist ein von einer türkischen Reederei betriebener und mit russischem Öl beladener Frachter angegriffen worden. "Wir gehen davon aus, dass der Angriff nicht von einer Drohne, sondern von einem unbemannten Oberflächenfahrzeug auf Wasserhöhe ausgeführt wurde", sagt der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloglu im Fernsehsender 24 TV. Ihm zufolge transportierte das Schiff "Rohöl aus Russland". Das Schiff fuhr dem Minister zufolge unter ausländischer Flagge. Betreiber ist demnach ein türkisches Unternehmen. Kurz nach Mitternacht sei "eine Explosion im Maschinenraum an unsere Notrufzentrale gemeldet" worden. Der Angriff richtete sich dem Minister zufolge "gezielt auf den Maschinenraum".

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Im Schwarzen Meer ankernde Frachtschiffe warten auf die Durchfahrt durch die Meerenge Bosporus. (Foto: Khalil Hamra/AP/dpa)

+++ 08:28 Gouverneur meldet beschädigte Hafen- und Energieanlagen in Odessa +++

In der südukrainischen Region Odessa sind bei einem russischen Angriff in der Nacht Hafen-, Energie- und Industrieanlagen beschädigt worden. Ein Mensch sei verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, auf Telegram mit. Der Angriff habe in einigen Siedlungen zu einer Unterbrechung der Stromversorgung geführt. Die kritische Infrastruktur sei auf Notstrom umgestellt worden. Eine russische Stellungnahme liegtbislang nicht vor.

+++ 07:54 Nach Drohnenangriff: Industriegebiet in russischer Region Leningrad beschädigt +++

Bei einem Drohnenangriff in der nordwestrussischen Region Leningrad ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Industriegebiet beschädigt worden. Insgesamt seien 20 Drohnen über der Region an der Ostsee abgeschossen worden, teilt Gouverneur Alexander Drosdenko mit. Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben. Das betroffene Industriegebiet liegt in der Umgebung von Kirischi, wo sich eine der größten Ölraffinerien Russlands befindet, die schon mehrfach Ziel ukrainischer Drohnenangriffe war. Die Ukraine hatte in der Region zuletzt auch wiederholt die Ölverladehäfen Ust-Luga und Primorsk mit Drohnen attackiert. 

+++ 07:22 Zwei Tote nach ukrainischem Angriff in Belgorod +++

In der russisch-ukrainischen Grenzregion Belgorod sind nach russischen Angaben zwei Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe getötet worden. Bei den Toten handele es sich um einen 18-jährigen Motorradfahrer in einem grenznahen Dorf und eine Autofahrerin in der Stadt Graiworon, teilt der Gouverneur der Region, Wiacheslaw Gladkow, mit.

+++ 06:47 Ukrainische Soldaten testen Roboteranzug im Kampfeinsatz +++

Teile der ukrainischen Streitkräfte testen im Abwehrkampf gegen Russland sogenannte Exoskelette. Die Gestelle sollen die Soldaten um bis zu 30 Prozent körperlich entlasten. Vor allem Artilleristen könnten davon profitieren, denn sie müssten nach ukrainischen Angaben täglich viele etwa 50 Kilogramm schwere Granaten stemmen.

+++ 06:19 G7-Außenminister beraten über Ukrainekrieg +++

Inmitten einer angespannten geopolitischen Lage treffen sich die Außenminister der G7-Länder wirtschaftsstarken Demokratien ab 11.00 Uhr zu Beratungen. Im französischen Cernay-la-Ville wollen der deutsche Außenminister Johann Wadephul und seine Kollegen zunächst über mögliche Reformen bei Friedenssicherung und humanitärer Hilfe reden. Auch soll es um das Thema Wiederaufbau gehen, etwa mit Blick auf die beschädigte Schutzhülle um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl und den Kampf gegen den Drogenhandel in Syrien. 

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Frankreich hat derzeit den Vorsitz der G-7-Staaten, zu denen auch die USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Italien und Japan zählen. (Foto: picture alliance / SIPA)

+++ 05:36 Britische Armee darf jetzt Schattenflotte-Tanker beschlagnahmen +++

Großbritannien erhöht den Druck auf Russland. Die Armee des Landes hat nun die Erlaubnis, sanktionierte Schiffe der russischen Schattenflotte beim Durchqueren britischer Hoheitsgewässer zu entern und zu beschlagnahmen. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer habe zugestimmt, "dass die britischen Streitkräfte und Strafverfolgungsbehörden Schiffe stoppen können, die vom Vereinigten Königreich sanktioniert wurden und britische Gewässer durchqueren", teilt die britische Regierung mit. London werde "die Schattenflotte weiter in die Zange nehmen, indem es britische Gewässer, einschließlich des Ärmelkanals, für sanktionierte Schiffe sperrt". Die Schiffe müssten künftig teure Umwege nehmen oder zu riskieren, von britischen Kräften festgesetzt zu werden.

+++ 04:30 Neue Angriffe auf Ostseehafen Ust-Luga +++

Russische Behörden berichten von Drohnenangriffen in der Oblast Leningrad. Sie hätten unter anderem eine große Ölraffinierie getroffen. Außerdem gebe erneut ein Feuer am Hafen von Ust-Luga, an dem unter anderem Öl und Gas exportiert werden. Schon in der letzten Nacht hatten ukrainische Drohnenattacken mehrere Brände an dem wichtigen Energieumschlagplatz ausgelöst. Wegen der neuen Angriffe ist der Flugbetrieb am Flughafen von St. Petersburg vorübergehend eingestellt.

+++ 03:00 Zwei Tote bei russischen Drohnenangriffen in Charkiw und Umgebung +++

Bei russischen Angriffen auf Charkiw und die umliegende Region sind zwei Menschen ums Leben gekommen. In der Stadt sei eine Frau ihren Verletzungen im Krankenhaus erlegen, teilen die Staatsanwälte der Region auf Telegram mit. Eine russische Drohne habe außerdem einen Mann in seinem Auto in einem Bezirk näher an der Grenze getötet. Insgesamt wurden neun Menschen bei Angriffen auf zwei Stadtbezirke verletzt. Die rund 30 Kilometer von der Grenze entfernte Stadt ist häufiges Ziel russischer Angriffe. Im südwestukrainischen Donauhafen Ismail sind zudem bei einem Angriff Hafen- und Energieanlagen beschädigt worden, melden örtliche Behörden. 

+++ 01:51 Bundeswehrverband: Russland könnte schon jetzt Gelegenheit für Nato-Angriffe nutzen +++

Die Bedrohung Deutschlands durch Russland steigt nach Einschätzung des Bundeswehrverbands täglich - und zwingt zu viel mehr Tempo bei der Aufrüstung. Die Rüstungsindustrie hierzulande müsse ihre Kapazitäten erweitern und im Schichtbetrieb arbeiten, fordert Verbandschef André Wüstner im "Handelsblatt". Dass Russland erst 2029 zu einer Konfrontation mit der Nato bereit sei, sei nichts als Wunschdenken, meint Wüstner. "Die Gefahr besteht bereits jetzt – und sie wird täglich größer."  Durch das Verhalten von US-Präsident Trump, auf den kein Verlass sei, und durch Europas militärische Schwäche sei eine "Abschreckungslücke" entstanden, die schnellstens geschlossen werden müsse. Für Russlands Präsidenten öffne sich, auch durch den Iran-Krieg, zunehmend ein günstiges Zeitfenster. Er könne seine Angriffe auf die Ukraine verstärken und möglicherweise sogar Grenzverletzungen an der Nato-Ostflanke riskieren.

+++ 00:35 Selensky: Russen wollen Wasserversorgung ins Visier nehmen +++

Der ukrainische Präsident Selensky warnt vor Angriffen Russlands auf die Wasserversorgung. "Wir wissen, dass die Russen in den kommenden Monaten eine Operation gegen die Wasserversorgungssysteme vorbereiten", sagt er in seiner abendlichen Videobotschaft, ohne ins Detail zu gehen. Jede Kommune müsse den Schutz der entsprechenden Anlagen sehr ernst nehmen.

+++ 22:07 Simbabwe: 15 Staatsangehörige bei Kämpfen für Russland getötet +++

Im Ukraine-Krieg sind nach Angaben der Regierung von Simbabwe 15 Staatsangehörige des Landes ums Leben gekommen, die für Russland gekämpft haben. Die Männer seien unter falschen Versprechungen angeworben worden, sagt Informationsminister Zhemu Soda. Er spricht von Menschenhandel, der unter anderem über soziale Medien laufe. Weitere 16 Simbabwer seien aus dem Kriegsgebiet zurückgekehrt und würden medizinisch versorgt. Die russische Botschaft in der Hauptstadt Harare lehnt eine Stellungnahme ab.

+++ 21:39 Selenskyj setzt auf Waffenpartnerschaft mit Golfstaaten +++

Die Ukraine verhandelt nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit den Staaten der Golfregion über eine Waffenpartnerschaft. Diese hätten wegen des Iran-Kriegs größtes Interesse an der ukrainischen Expertise bei der Drohnenbekämpfung, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. "Die Ukraine schlägt eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft vor: Wir können diejenigen stärken, die uns stärken können", sagte er. Als Gegenleistung sei Kiew an Flugabwehrwaffen und Geld für den eigenen Abwehrkrieg gegen Russland interessiert, machte er deutlich.

+++ 21:11 Ukraine plant Reform bei Mobilisierungen +++

Das ukrainische Verteidigungsministerium bereitet Änderungen beim Mobilisierungsprozess vor. Auch bei den Regelungen für unentschuldigtes Fernbleiben vom Dienst sowie an gesonderten Regelungen für Sturmtruppen und Infanteristen hinsichtlich Dienstdauer und Sold soll es Veränderungen geben, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Welche Anpassungen es genau geben soll, ist jedoch offen. Bei einem Treffen mit dem Minister Michael Fedorow besprachen Soldaten aus verschiedenen Infanterieeinheiten die Probleme an der Front. Dazu zählen: die Dauer des Aufenthalts in den Stellungen, die Schwierigkeiten beim Ein- und Ausrücken, die komplizierte Logistik unter ständigen Drohnenangriffen, Personalmangel, die Qualität der militärischen Ausbildung, die Bereitstellung von Drohnen und der notwendigen Ausrüstung, die Moral sowie die Kommunikation an der Front.

+++ 20:38 Ukraine attackiert russischen Eisbrecher +++

Ukrainische Streitkräfte haben einen russischen Militär-Eisbrecher im Ostseehafen Wyborg beschädigt. Das teilt der ukrainische Generalstab mit. Der Angriff ist der erste bekannte erfolgreiche Angriff auf ein russisches Militärschiff in der Ostsee, fast 1000 Kilometer vom ukrainischen Staatsgebiet entfernt.

+++ 20:08 Selenskyj: Russland versucht, USA im Iran-Krieg zu erpressen +++

Russland versucht nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die USA zu erpressen. Die Regierung in Moskau biete an, den Austausch von militärischen Geheimdienstinformationen mit dem Iran zu stoppen, sagt Selenskyj. Im Gegenzug solle Washington der Ukraine keine Geheimdienstdaten mehr zur Verfügung stellen. Dies gehe aus Berichten der ukrainischen Geheimdienste hervor, erklärt er weiter. Zudem enthalten Selenskyj zufolge einige iranische Drohnen, die bei Angriffen auf US-Ziele im Nahen Osten eingesetzt werden, russische Bauteile. Russland weist eine Unterstützung des Irans im Krieg gegen die USA und Israel zurück.

+++ 19:39 Bundeswehr will bei KI auf Daten aus Krieg in der Ukraine setzen +++

Das deutsche Heer will bei der Künstlichen Intelligenz (KI) zur Beschleunigung militärischer Entscheidungen auf ein Nato-System setzen und dabei auch auf Daten aus dem Ukraine-Krieg zurückgreifen. Die US-Streitkräfte hätten ein solches KI-System bereits eingeführt und seien voraus, sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er schloss ein europäisches System zwar nicht aus, fände es aber "wichtig, dass wir schnell etwas Funktionierendes haben". Die KI solle Schlachtfeld-Daten schneller analysieren als Menschen und so die Entscheidungszyklen des Gegners durchbrechen. Als Vorbild nannte Freuding die ukrainischen Streitkräfte, die KI nutzten, um auf Basis gesammelter Daten feindliches Verhalten zu analysieren und Gegenaktionen vorzuschlagen.

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