Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 18:49 Ukraine greift russische Drohnen-Startorte in Donezk an +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben die Startorte russischer Angriffsdrohnen in Donezk und auf der besetzten Krim getroffen. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den Generalstab der ukrainischen Streitkräfte. Demnach wurden in den Gebieten Donezk und in Hwardijske auf der Krim die Orte getroffen, an denen Drohnen gelagert und oft gestartet werden. Auch auf der Krim, im Raum Snamenka, soll ein System der elektronischen Kriegsführung der Russen getroffen worden sein. Zudem sei eine Kontrollstation für Drohnen in Berestok in der Region Donezk angegriffen worden.
+++ 18:11 Angriffe im Schwarzen Meer: Ankara bestellt ukrainischen Botschafter ein +++
Nach Luftangriffen auf zwei türkische Schiffe im Schwarzen Meer hat Ankara den ukrainischen Botschafter einbestellt. In dem Gespräch habe die Türkei "betont, dass die Sicherheit des Personen- und Güterverkehrs sowie der Schifffahrt und der Umwelt gewährleistet sein muss", erklärt das türkische Außenministerium. Mit dem Schritt reagierte Ankara auf Angriffe auf türkische Schiffe am Mittwoch und Donnerstag. Dabei wurde nach türkischen Angaben das Containerschiff "Lider Bordo Mavi" vor dem russischen Schwarzmeerhafen Tuapse attackiert. Am darauf folgenden Tag wurde demnach auch die "Lider Kocatepe" zum Ziel, die dem ersten Schiff zur Hilfe gekommen war. Zu möglichen Toten oder Verletzten an Bord macht das Ministerium keine Angaben.
+++ 17:23 Videos zeigen Explosion in Munitionslager nahe Kiew +++
Bei einem russischen Angriff auf ein Munitionslager werden westlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew laut offiziellen Angaben mindestens 37 Menschen getötet. Präsident Selenskyj spricht auf X von "erheblichen Schäden" an der umliegenden Infrastruktur.
+++ 16:41 Kreml-Sprecher Peskow wirft EU-Staaten "Feindseligkeiten" vor +++
Der Kreml sieht nach Angaben seines Sprechers Dmitri Peskow keine Aussicht auf verbesserte Beziehungen zur Europäischen Union. Europa treffe Aussagen, die darauf hindeuteten, dass es Russland als "Gegner und sogar als Feind" betrachte. Auf welche Äußerungen sich Peskow genau bezieht, verrät er nicht. Die derzeitigen EU-Politiker verhielten sich Russland gegenüber konfrontativ, "nicht nur in Worten, sondern auch in Taten", fügt er hinzu. "Sie mobilisieren die militärischen Fähigkeiten Europas und richten sie gegen unser Land, während sie sich direkt an Feindseligkeiten gegen uns beteiligen."
+++ 15:42 Politologe Jäger: Russland will die Ukraine "unbewohnbar" machen +++
Angriffe mit Drohnen und Raketen dominieren den Krieg in der Ukraine, dementsprechend hoch ist der Verbrauch auf beiden Seiten. Die Unterstützer der Ukraine scheinen derweil an ihre Kapazitätsgrenzen zu kommen, wie Politologe Thomas Jäger erklärt.
+++ 15:06 Gedenktag in der Ukraine: Erinnerung an das "Massaker von Ilowaisk" +++
Die Ukraine begeht mit einer Schweigeminute den Gedenktag für die Verteidiger des Landes. "Heute ist der Gedenktag für die gefallenen Verteidiger der Ukraine - ein Tag, der uns an den hohen Preis der Freiheit erinnert", erklärt das Außenministerium bei X. "Doch das Gedenken lebt auf vielfältige Weise weiter - indem wir ihre Namen aussprechen, sie in unseren Städten ehren und ihre Geschichten an andere weitergeben." Am 29. August 2014 eröffneten russische Streitkräfte in der Nähe der Stadt Ilowaisk im Gebiet Donezk das Feuer auf ukrainische Kämpfer. Damit verstießen sie gegen eine Vereinbarung, die den eingekesselten ukrainischen Soldaten einen sicheren Rückzug garantieren sollte. Nach Schätzungen der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft wurden bei dem Angriff auf Ilowaisk 366 ukrainische Soldaten getötet, 429 verwundet und 300 von Russland gefangen genommen. Viele Ukrainer sprechen daher vom "Massaker von Ilowaisk".
+++ 14:13 Bericht: Regierung bereitet nach Drohnenvorfall "umfangreiche" Maßnahmen gegen Russland vor +++
Die Bundesregierung sieht einem Medienbericht zufolge Russland hinter dem Drohnenvorfall in Leipzig. Bundeskanzler Merz plane in den kommenden Tagen, Moskau offiziell für den versuchten Sprengstoffdrohnenanschlag von Anfang August verantwortlich zu machen, berichteten "Politico" und die "Welt am Sonntag" unter Verweis auf "drei mit dem Vorgang vertraute Personen". Demnach sollen zeitgleich "umfangreiche" Maßnahmen angekündigt werden. Den Berichten zufolge geht es um eine Kombination von direkten Maßnahmen Deutschlands und "weitreichenden" EU-Sanktionen. Daher sei die Ankündigung für Anfang kommender Woche parallel zum EU-Außenministertreffen in Irland am Dienstag geplant.
+++ 13:51 Zahl der Opfer nach verheerendem Angriff bei Kiew steigt immer weiter +++
Die Zahl der Toten nach einem russischen Angriff auf ein Munitionslager bei Kiew ist noch höher als zunächst befürchtet. Mittlerweile gehen die ukrainischen Behörden von mindestens 37 Menschen aus, die bei der Attacke getötet wurden. Bereits in der Nacht hatte die Staatsanwaltschaft über Ermittlungen wegen "dienstlicher Fahrlässigkeit" und einen russischen Drohnenangriff informiert. Nach russischen Angaben war ein Munitionslager mit Einzelteilen für weitreichende Drohnen das Ziel des Angriffs. Die Hauptverbindungsstrecke von Kiew Richtung Westen musste in der Folge auf einem mehrere Kilometer langen Abschnitt für die Lösch- und Rettungsarbeiten komplett gesperrt werden. Erst in den Mittagsstunden konnte der Verkehr auf der zweispurigen Schnellstraße einspurig in beide Richtungen wieder aufgenommen werden. Auf in den sozialen Netzwerken veröffentlichten Videos sind Feuer und Explosionen in der Abenddämmerung zu sehen.
+++ 13:20 Ukrainischer Generalstab meldet fast 250 Gefechte an der Front +++
Der ukrainische Generalstab meldet binnen eines Tages 242 Gefechte an der Front, die Mehrheit davon in Richtung Pokrowsk. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet, flogen die russischen Besatzer demnach 77 Luftangriffe, warfen 284 gelenkte Fliegerbomben auf die Stellungen der ukrainischen Armee und auf Ortschaften ab, setzten außerdem 9.213 Kamikaze-Drohnen ein und feuerten 2.987 Mal mit Artillerie. Mehrere Ortschaften in den Regionen Sumy und Charkiw seien unter Beschuss von Artillerie und aus der Luft gewesen. Die ukrainischen Streitkräfte trafen dem Bericht zufolge gestern drei Orte, an denen sich russische Soldaten konzentriert hatten, sieben Kommandostellen, drei Artilleriesysteme und drei Kommandostationen der russischen Angreifer.
+++ 12:45 US-Rüstungsunternehmen plant Produktion von Mittelstreckenraketen bei Leipzig
Das US-Rüstungsunternehmen Covenant plant, ab 2027 in der Nähe von Leipzig mit der Produktion von Mittelstreckenraketen zu beginnen. Dies berichtet die Agentur Reuters unter Berufung auf Insider. Demnach werden die Raketen eine Reichweite von über 1.500 Kilometern haben, die Produktionskapazität könnte 1.000 Einheiten pro Jahr erreichen. laut einem Bericht von "Politico" will Deutschland 12 Milliarden Euro für den Aufbau eines Arsenals an Langstreckenwaffen ausgeben.
+++ 12:14 IAEA warnt: Nur geringe Dieselvorräte im AKW Saporischschja +++
Die Stromversorgung des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weiter sehr prekär. Das AKW sei nun seit mehr als einer Woche ohne Strom von außen und auf Notfall-Dieselgeneratoren angewiesen, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi mit. Vorübergehend habe der Diesel-Vorrat nur noch für zehn Tage gereicht, bevor gestern und vorgestern mehrere Dutzend Tonnen Diesel von außerhalb des Geländes geliefert worden seien, heißt es. "Die aktuelle Situation verdeutlicht erneut, warum eine zuverlässige externe Stromversorgung und sichere Versorgungswege für die nukleare Sicherheit und Sicherung unerlässlich sind", sagt Grossi. Ohne die Wiederherstellung der externen Stromversorgung oder zusätzliche Lieferung von Diesel in naher Zukunft könnte dem Kraftwerk innerhalb von etwa zehn Tagen ein vollständiger Stromausfall drohen. Das Kernkraftwerk Saporischschja ist mit sechs Reaktoren das größte Atomkraftwerk Europas. Bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs geriet es unter russische Kontrolle und wurde seitdem mehrfach beschossen. Die Reaktoren sind abgeschaltet, müssen aber weiterhin gekühlt werden.
+++ 11:45 Allein heute schon fünf Stunden Luftalarm in Kiew +++
Seit Tagen attackiert Russland schier ununterbrochen die ukrainische Hauptstadt Kiew. "Der dritte Tag des nichtendenden Dauerangriffs auf Kyjiw mit 'reaktiven' Drohnen", schreibt der Journalist Denis Trubetskoy, der auch für ntv.de aus der Ukraine berichtet, auf Bluesky und X. "Schon zusammengerechnet mehr als fünf Stunden Luftalarm alleine heute." Gestern berichtete Trubetskoy, dass es innerhalb von zwei Tagen 24 Mal Luftalarm gegeben habe.
+++ 11:14 Mindestens 27 Tote bei Drohnenangriff auf Munitionslager in der Ukraine +++
Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Munitionslager sind unweit der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach Regierungsangaben mindestens 27 Menschen getötet worden. Die Opferzahl könne noch steigen, sagt Gouverneur Tymur Tkatschenko nach dem Angriff im Bezirk Butscha, der bereits am Freitagabend stattfand. Zudem seien 42 Personen verletzt worden, mehr als 380 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. "Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt", schreibt Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Nach dem Angriff ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts, dass auf dem Gelände illegal explosives Material gelagert worden sei. Auch werde geprüft, ob das Unternehmen alle "notwendigen Genehmigungen" gehabt habe, heißt es. (siehe auch Eintrag von 06:45).
+++ 10:59 Bericht über mögliches russisches Biowaffen-Geheimlabor +++
Forscht Russland in einem streng bewachten Laborkomplex zu biologischen Waffen? Dies legt zumindest ein Bericht der "Kyiv Post" nahe, die sich auf Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR beruft. Demnach könnten die Mitarbeiter des Laborkomplexes auf der abgelegenen russischen Insel Lisiy in der russischen Region Twer Forschungen im Zusammenhang mit biologischen Waffen betreiben. Die Anlage werde offiziell als ziviles "Zentrum für experimentelle Physiologie" geführt. Laut dem HUR sei der Komplex für den Umgang mit hochgefährlichen Krankheitserregern und chemischen Substanzen ausgerüstet und soll vom russischen Verteidigungsministerium betrieben werden. Der Standort wurde dem Bericht zufolge ursprünglich 1938 errichtet, 2022 wurden auf Anordnung von Kremlchef Wladimir Putin die alten Gebäude abgerissen und durch moderne, streng gesicherte Labore ersetzt. Der Komplex soll nun vom russischen Föderalen Sicherheitsdienst (FSB), dem Föderalen Schutzdienst (FSO) und einer Militärgarnison bewacht werden, rund um das Gelände sollen Luftabwehrsysteme und Ausrüstung für die elektronische Kriegsführung stationiert sein. Auch die Gewässer rund um die Insel seien seit 2023 für die Öffentlichkeit gesperrt, heißt es weiter.
+++ 10:26 Behörden: Tote in Belgorod und auf der Krim +++
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland und die annektierte Halbinsel Krim sind Behördenangaben zufolge mindestens vier Menschen getötet worden. In der russischen Grenzregion Belgorod kamen demnach drei Menschen ums Leben und neun weitere wurden verletzt. Drei der Verletzten befänden sich in einem ernsten Zustand, teilen die örtlichen Behörden auf Telegram mit. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in Sewastopol auf der Krim sei ein Mensch getötet worden, erklärt der von Russland eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew. Drei weitere Menschen seien verletzt worden.
+++ 09:54 Baldige Mobilisierungswelle? Russisches Verteidigungsministerium will mehr Zugriff auf Daten +++
Das russische Verteidigungsministerium wird voraussichtlich seinen Zugriff auf personenbezogene und medizinische Daten russischer Bürger ausweiten. Dies berichtet das Institute of the Study of War und bezieht sich dabei auf einen Ministeriumsentwurf für eine Gesetzesänderung. Danach soll der Umfang der personenbezogenen Daten erweitert werden, die russische Verteidigungsbeamte von Bundesbehörden, Unternehmen und Organisationen einholen könnten, wenn sie Russen für bestimmte militärische Positionen bewerten. Der Änderungsentwurf würde den Zugriff auf personenbezogene Daten ermöglichen, darunter Angaben zu Wohnsitz, Einkommen und Beschäftigung, Bildung, Behinderung, Steuern, Bankgeschäften sowie medizinische Informationen von wehrpflichtigen russischen Bürgern. Nach Einschätzung der Ukraine plant der Kreml die Mobilisierung von 300.000 weiteren Soldaten nach den Parlamentswahlen im September. Zudem könnte Russland laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge 2027 Hunderttausende weitere Soldaten einziehen, um den Rest der ostukrainischen Region Donezk zu erobern. Laut dem ISW ist die Entscheidung über eine Einberufung der Reserve in Russland nach wie vor "eine höchst persönliche Entscheidung Putins", die der Kremlchef auf der Grundlage seiner Einschätzung der Lage am Schlachtfeld und der Stabilität seines Regimes treffen werde.
+++ 09:27 Russland greift Ziele im Gebiet Odessa an +++
Infolge nächtlicher russischer Angriffe wird im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens ein Mensch getötet. Weitere drei seien verletzt, teilt der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Fünf Getreidetransporter seien ausgebrannt und drei weitere beschädigt worden. Alle Brände sind demnach inzwischen gelöscht. Zuvor hatte die Verwaltung des Landkreises Ismajil, in dem sich die Donauhäfen des Landes befinden, vor russischen Drohnen gewarnt. Anlagen der Transportinfrastruktur seien beschädigt worden, heißt es zudem.
+++ 08:59 US-Außenministerium warnt vor Reisen in die Ukraine +++
Das US-Außenministerium rät amerikanischen Staatsbürgern dringend davon ab, die Ukraine zu besuchen. Dies geht aus den aktualisierten Reiseempfehlungen des US-Außenministeriums hervor. Gleichzeitig änderte die Behörde die Gefahrenstufe für die Ukraine nicht – die USA behielten die vierthöchste Stufe bei. Daher wird Amerikanern dringend davon abgeraten, aus irgendeinem Grund in die Ukraine zu reisen. "Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine dauert an, und auch Regionen abseits der Frontlinien sind wahllosen Raketen- und Drohnenangriffen aus Russland ausgesetzt. Die Sicherheitslage kann sich rasch ändern, und Reisende sollten darauf vorbereitet sein, das Land ohne oder mit nur geringer Vorwarnung sofort verlassen zu müssen", heißt es in dem Bericht. Gleichzeitig bleibt die US-Botschaft in Kiew weiterhin in Betrieb. Für amerikanische Beamte gelten jedoch Reisebeschränkungen innerhalb der Ukraine. Insbesondere ist hierfür eine Sondergenehmigung erforderlich.
+++ 08:26 Bericht: Russland verliert Tausende Soldaten mehr als es rekrutiert +++
Russland verliert offenbar in der Ukraine jeden Monat etwa 6.000 Soldaten mehr, als es rekrutieren kann. Dies berichtet der "Guardian" unter Berufung auf westliche Regierungsvertreter. Zwar rekrutiere Russland nach wie vor in raschem Tempo neue Soldaten – schätzungsweise 1.000 pro Tag –, doch in den letzten zwei Monaten reiche selbst dies nicht aus, um die Gefallenen und Verwundeten zu ersetzen. "Wir schätzen, dass die Lücke zwischen der Zahl der Verluste, die Russland durch Gefallene und Verwundete erleidet, und der Zahl derjenigen, die es rekrutieren kann, derzeit bei etwa 6.000 pro Monat liegt", sagt demnach ein westlicher Beamter. Putins Reaktion darauf sei "eine Eskalation sowie Angriffe auf zivile Infrastruktur und Zivilisten in der Ukraine". Dabei habe er seit Anfang Juli über 360 Raketen abgefeuert und Kiews mangelnde Abwehr gegen ballistische Raketen ausgenutzt. "Es ist klar, dass Moskau beabsichtigt, die Moral der Ukrainer zu brechen, indem es in diesem Winter deren Energieinfrastruktur zerstört." Westliche Regierungsvertreter sind laut dem "Guardian" der Ansicht, dass eine weitere Mobilmachung sowohl politisch als auch wirtschaftlich ein großes Risiko für Moskau darstellen würde. Sie verweisen darauf, dass bei der letzten Mobilmachung im Herbst 2022 etwa eine Million – oft hochqualifizierte – Russen das Land verlassen hätten, von denen weniger als die Hälfte zurückgekehrt sei.
+++ 08:02 Russland meldet Verletzte nach Angriff auf Rostow +++
südrussischen Gebiet Rostow werden nach Angaben der dortigen Behörden mindestens sieben Menschen bei einer Welle ukrainischer Luftangriffe verletzt. Zwei Kinder seien ins Krankenhaus gebracht worden, eines mit sehr schweren Verletzungen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gouverneur Jury Sljusar. In der Hafenstadt Rostow am Don wurden demnach zwei Wohnblöcke durch herabstürzende Drohnentrümmer beschädigt. Ukrainischen Medienberichten zufolge soll auch das Warenlager eines Elektronikhändlers in Flammen aufgegangen sein (siehe Eintrag von 06:13).
+++ 07:23 Ukrainisches Präsidialamt: "Wir werden den Krieg jetzt nicht beenden" +++
Der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Kyrylo Budanow, warnt davor, weniger als 30.000 Menschen pro Monat zu mobilisieren, da eine kurzfristige Beendigung des Krieges "unrealistisch" sei. Diese Äußerungen, die am Freitag im ukrainischen Fernsehen fielen und über die "Kyiv Independent" berichtet, erfolgen in einer Zeit zunehmenden Drucks auf Kiew, die Probleme bei der Mobilisierung anzugehen. Die Zahl der Angriffe auf Einberufungsbeamte stieg im Laufe dieses Jahres weiter an. Dabei ist die Ukraine auf einen steten Zustrom neuer Rekruten angewiesen, um den Kampf fortsetzen zu können, da Moskau keine Anzeichen zeigt, den Krieg zu beenden. Auch mehren sich die Hinweise, dass es in Russland nach den Dumawahlen im Herbst eine neue Mobilisierungswelle geben könnte. In dem Interview ermahnt Budanow die Ukrainer zudem, nicht zu glauben, dass ein Ende des Krieges kurz bevorstehen könnte. "Wir werden den Krieg jetzt nicht beenden. Nicht, weil wir es nicht wollen, sondern weil es einfach nicht realistisch ist."
+++ 06:45 Illegales Waffendepot? Großbrand nach Angriff bei Kiew +++
Premierminister Serhij Korezkyj fordert eine rasche Untersuchung und eine "harte Bestrafung" der Verantwortlichen, nachdem bei einem russischen Angriff im Gebiet Kiew mehrere Menschen getötet, sechs weitere verletzt wurden. "Alle Verantwortlichen, ohne Ausnahme, müssen mit strengen Strafen rechnen, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen", schreibt er auf Telegram. Am Freitagabend war es wegen des Angriffs laut der zuständigen Staatsanwaltschaft in dem Dorf Myla im Bezirk Butscha zu einem Großbrand und Explosionen gekommen. Mehr als 200 Menschen, unter ihnen auch Kinder, mussten fliehen. Die genaue Anzahl der Todesopfer ist noch unklar. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts, dass auf dem Gelände illegal explosives Material gelagert worden sei. Auch soll geprüft werden, ob das entsprechende Unternehmen alle "notwendigen Genehmigungen" gehabt habe. Korezkyj verweist auf einen ähnlichen Vorfall Anfang Juli am südwestlichen Stadtrand von Kiew. "Im fünften Kriegsjahr werden ein und dieselben Fehler begangen - das ist kriminelle Fahrlässigkeit", schreibt er auf Telegram.
+++ 06:13 Ukrainische Angriffe auf Region Rostow +++
Ukrainische Streitkräfte greifen in der Nacht ein Lagerhaus des Haushaltsgeräte- und Elektronikhändlers DNS in Südrussland an, wie der "Kyiv Independent" unter Berufung auf Militärblogger berichtet. Nach dem Angriff in der Oblast Rostow brenne das Lagerhaus in der russischen Stadt Aksay, die Mitarbeiter vor Ort seien in Sicherheit gebracht worden, heißt es im Telegram-Kanal Exilenova Plus. Demnach sind in der Gegend durch die Angriffe auch Wohngebäude beschädigt. Der Gouverneur des Gebiets Rostow, Juri Sljusar, bestätigt, dass die Region angegriffen werde. Noch sei unklar, ob es Opfer gebe.
+++ 05:44 Schweden hilft Finnland bei der Luftraumsicherung +++
Die schwedischen Streitkräfte werden Finnland bei der Überwachung und dem Schutz seines Luftraums mit Gripen-Kampfjets bis mindestens Ende 2026 unterstützen. "Insbesondere schwedische Ausrüstung stärkt die Luftraumüberwachung und setzt die eigenen Ressourcen der finnischen Streitkräfte frei, um gegebenenfalls Verstöße und Zwischenfälle abzuwehren", erklären die finnischen Streitkräfte in einer Stellungnahme. Die Länder pflegen bereits eine enge bilaterale Verteidigungskooperation. Finnlands Ostgrenze zu Russland ist 1340 km lang. "Schweden hat auf Finnlands Bitte reagiert, seine Luftverteidigung angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage zu verstärken", sagt der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonsson.
+++ 04:27 Haushaltsdefizit: Polen investiert massiv in Verteidigung +++
Polen rechnet damit, dass sein gesamtstaatliches Defizit im Jahr 2027 unverändert bei 7,1 Prozent des BIP bleiben wird, dem gleichen Niveau, das nun für dieses Jahr geplant ist. Grund dafür seien Rekordlieferungen von Militärausrüstung, sagt Finanzminister Andrzej Domanski. "Die für das nächste Jahr prognostizierten Lieferungen militärischer Ausrüstung werden absolut rekordverdächtig sein", erklärt Domanski bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für das kommende Jahr. " Polens Verteidigungsausgaben sind seit Russlands Einmarsch in die benachbarte Ukraine vor viereinhalb Jahren sprunghaft angestiegen.
+++ 02:54 Angst vor Rekrutierung? Hunderttausend Russen überqueren Grenze zu Georgien +++
Mehr als 113.000 Russen sind letzte Woche über den Grenzübergang Ober-Lars nach Georgien eingereist, während in Russland die Befürchtung wächst, der Kreml bereite eine neue Mobilisierungswelle vor. Das berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf einen Politico-Bericht. Der sprunghafte Anstieg der Grenzübertritte erfolgt zu einer Zeit, in der der Kreml zunehmend aggressive Rekrutierungsmaßnahmen ergreift, die Datenerfassung über Militärreservisten ausweitet und das Mandat der Nationalgarde erweitert. Das alles heizt Spekulationen über eine unmittelbar bevorstehende Einberufung an.
+++ 00:46 Geheimdienst: Russland lockt Indonesier mit Versprechen an die Front +++
Der ukrainische Geheimdienst meldet, dass Russland versucht, indonesische Staatsbürger für den Kampf im Krieg gegen die Ukraine zu rekrutieren. Das berichtet Ukrinform mit Verweis auf einen Telegram-Post der Behörde. "Der Auslandsgeheimdienst hat Dokumente erhalten, die mindestens acht indonesische Staatsbürger betreffen, die in die Reihen der russischen Besatzungsarmee rekrutiert wurden", heißt es darin. Laut dem Geheimdienst wirbt Russland Ausländer mithilfe eines etablierten Systems an, indem es hohe Gehälter, Positionen ohne Kampfeinsatz, eine beschleunigte Einbürgerung und verschiedene Sozialleistungen anbietet. Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes haben die Russen dieses Schema bereits genutzt, um Bürger aus Nepal, Kuba, Kenia und Indien anzuwerben.
+++ 23:23 Drohenangriff in Leipzig: Experten wollen Nato einschalten +++
Sicherheitsexperten fordern eine Befassung der Nato mit dem Drohnenangriff auf den Leipziger Flughafen Anfang August. "Alles spricht dafür, Artikel 4 des Nato-Vertrages zu aktivieren. Auch vor dem Hintergrund der quantitativen und qualitativen Zunahme der hybriden Angriffe in ganz Europa ist es eigentlich zwingend", sagt der frühere BND-Vizepräsident und spätere beigeordnete Generalsekretär der Nato, Arndt Freytag von Loringhoven, der "Süddeutschen Zeitung". Artikel 4 des Nato-Vertrages sieht Konsultationen vor, wenn nach Auffassung eines Alliierten "die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit einer der Parteien bedroht ist". Anders als Artikel 5 löst er nicht den Bündnisfall aus. Auch im Bundestag findet die Forderung Anhänger. "Die Ausrufung von Konsultationen nach Artikel 4 des Nato-Vertrags ist angesichts der Serie von Sabotageakten, Anschlägen auf Munitionsfabriken und Drohnenvorfällen auf europäischem Boden ein absolut naheliegender und folgerichtiger Schritt", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter der SZ.
+++ 21:45 Russland: Starten Massenproduktion eines Systems, das Starlink-Kommunikation stört +++
Russland startet offenbar die Massenproduktion eines Systems der elektronischen Kampfführung, das zur Störung des von der Ukraine eingesetzten Starlink-Systems dienen soll. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, nutzt das System Volna Kupol Garant ein Funksignal, um Empfangsantennen der Satelliten zu "blenden" und so die Kommunikation zu der Starlink-Stationen am Boden zu beeinträchtigen. Wie effektiv das System wirklich ist, ist unklar. Erste Berichte über das Volna Kupol Garant kursieren seit diesem Sommer.
+++ 20:50 Ukrainischer Ex-Minister Fedorow erhält Job in Italien +++
Der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wird Berater für militärische Innovationen im italienischen Verteidigungsministerium. Dies teilt das Ministerium in Rom mit. Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto hatte dem Ukrainer den Posten nach dessen Entlassung im Juli angeboten. Fedorow erklärt auf der Plattform X, er wolle Italien bei der Einführung moderner Kriegstechnologien unterstützen und den Verteidigungssektor stärken. Der 35-Jährige war in seiner Heimat nach Konflikten mit der Militärführung und politischen Rivalen über Reformen bei der Beschaffung und Mobilisierung entlassen worden.
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