Politik

Treibstoffvorräte im VisierKiew meldet Angriffswelle auf russische Tanker

11.07.2026, 14:56 Uhr
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Dieser von der ukrainischen Armee veröffentlichte Screenshot soll einen russischen Tanker kurz vor einem Drohneneinschlag zeigen. (Foto: via REUTERS)

Die Ukraine zielt nicht nur auf Ölraffinerien in Russland. Auch russische Frachter sind längst nicht mehr sicher, wie in den jüngsten Tagen immer deutlicher wird. Allerdings stehen auch die Bewohner Kiews permanent unter Beschuss.

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht 21 russische Tanker im Asowschen Meer mit Drohnen angegriffen. Dies sei Teil einer Kampagne, um den russischen Streitkräften in der besetzten Ukraine den Treibstoff zu entziehen. Außerdem seien vier Schlepper, zwei Frachtschiffe und ein Baggerschiff getroffen worden. Das Ausmaß der Schäden werde noch geprüft, teilte der Generalstab in Kiew bei Telegram mit. Es wäre die zahlenmäßig größte Attacke einer schon seit Tagen laufenden Angriffswelle. 

Russland hatte zuvor deutlich geringere Angaben zu dem Beschuss gemacht. So schrieb der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, in der Nacht seien vier Schiffe auf See angegriffen worden. "Ein Mensch wurde getötet, der Matrose auf einem technischen Schiff", teilte er auf Telegram mit. Seinen Angaben nach sind die Schäden an Bord - unter anderem bei einem Tanker, der hochentzündliches Methanol geladen habe - gering. Es bestehe keine Gefahr, dass die Fracht auslaufe. 

Schon in den vergangenen Tagen hat die Ukraine immer wieder Schiffe auf dem Asowschen Meer, aber auch Umschlagkapazitäten an Land wie den Hafen in Taganrog angegriffen. Kiew zielt eigenen Angaben nach darauf, die Treibstoffversorgung der im Süden und Osten der Ukraine stationierten russischen Truppen und den lukrativen russischen Ölexport zu unterbinden.

Zivilisten in Kiew getötet

Gleichzeitig gingen die russischen Angriffe auf ukrainische Zivilisten weiter. Dabei wurden bei Attacken auf die Hauptstadt Kiew nach offiziellen Angaben mindestens elf Menschen verletzt. Unter den elf Verletzten sei ein Kind, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei X mit. Russland habe in der Nacht mehr als 120 Drohnen gestartet und zwölf Raketen abgefeuert, "die Hälfte von ihnen ballistische". Noch vor dem ersten Sirenenalarm sei "zivile Infrastruktur" getroffen worden, darunter Wohnhäuser und Bürogebäude.

Selenskyj erklärte, die Armee habe "die meisten" Flugkörper abgeschossen, "aber nicht die ballistischen". Er forderte die Verbündeten erneut zu weiterer militärischer Unterstützung für die Ukraine auf. Zudem appellierte er an die US-Regierung, ihr Versprechen zügig umzusetzen, der Ukraine eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen zu erteilen.

Das Patriot-System spielt eine wichtige Rolle beim Schutz ukrainischer Städte und Infrastruktur insbesondere vor ballistischen Raketen. Nato-Staaten haben der Ukraine mehrere Patriot-Systeme zur Verfügung gestellt, bislang liefern sie ihr auch die Raketen. Zuletzt gingen die ukrainischen Reserven zur Neige. Die Luftabwehr hatte daher erhebliche Probleme beim Abfangen der Raketen.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP/rts/dpa

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