Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 19:06 Drohnen zeigen Geisterstadt - Russland greift weiter an +++

20.04.2026, 00:07 Uhr

Drohnenaufnahmen der ukrainischen Armee zeigen die zerstörte Stadt Tschassiw Jar im Donbass: Leere Straßen, Krater, zerschossene Häuser. Trotz anhaltender russischer Angriffe halten ukrainische Truppen die strategisch wichtige Position.

+++ 18:38 Kallas erwartet Freigabe des Ukraine-Kredits "in den nächsten 24 Stunden" +++

Nach der Reparatur der Druschba-Pipeline durch die Ukraine wächst der Druck auf Ungarn, die seit Dezember blockierten 90 Milliarden Euro für Kiew freizugeben. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erwartet nach eigenen Worten eine positive Entscheidung "in den nächsten 24 Stunden". Bundesaußenminister Johann Wadephul forderte Budapest auf, die "ungebührlichen Blockaden" schnellstmöglich zu beenden - und zwar noch vor dem Regierungswechsel nach Orbans Abwahl. Selenskyj hatte zuvor erklärt, die Pipeline sei repariert und könne wieder in Betrieb genommen werden. Die Abstimmung der 27 EU-Mitgliedstaaten über den Kredit ist für Mittwoch angesetzt - Einstimmigkeit ist erforderlich.

+++ 17:57 Kiew erprobt neuen Schützenpanzer Skif auf Buckelpiste +++

Die Ukraine treibt die Entwicklung eigener Militärtechnik voran. Mit dem neuen Kettenpanzer Skif startet Hersteller UkrArmoTech erste Tests. Das Fahrzeug soll Schutz und Feuerkraft erhöhen und basiert auf Erfahrungen aus dem Krieg.

+++ 17:33 Russland stempelt Bulgakow-Biografie als "Drogenpropaganda" ab +++

Eine neue Biografie über Michail Bulgakow, einen der bedeutendsten russischsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts, muss in Russland mit einem Warnhinweis versehen werden. Grundlage ist ein seit 1. März geltendes Gesetz, das literarische Werke mit Drogenerwähnungen unter Auflagenpflicht stellt. Bulgakow hatte selbst mit Morphiumsucht gekämpft - eine Erfahrung, die er in seiner Erzählung "Morphium" verarbeitete. Der Fall steht exemplarisch für Russlands wachsende Zensur im Buchmarkt. Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine 2022 häufen sich Verbote und Auflagen, die oft im Namen der Wahrung familiärer Werte oder der Unterdrückung abweichender Meinungen gerechtfertigt werden. Bulgakow wurde 1891 in der Ukraine geboren, schrieb aber hauptsächlich auf Russisch. Wie "The Kyiv Independent" schreibt, ist er einer der vielen in der Ukraine geborenen Autoren, die Russland für sich beansprucht hat.

+++ 16:49 Selenskyj gibt Wiederinbetriebnahme der Druschba-Pipeline bekannt +++

Die Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline können wieder aufgenommen werden, teilt Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Die Pipeline war seit Ende Januar außer Betrieb, nachdem sie nach ukrainischen Angaben bei einem russischen Angriff beschädigt wurde. Die Unterbrechung führte zu Spannungen mit der Slowakei und Ungarn, die stark von dieser Route für ihre Ölversorgung abhängig sind. "Die Ukraine hat die Reparaturarbeiten an dem durch einen russischen Angriff beschädigten Abschnitt der Druschba-Ölpipeline abgeschlossen", sagt Selenskyj. "Die Pipeline ist nun bereit, den Betrieb wieder aufzunehmen. Obwohl niemand garantieren kann, dass es nicht erneut zu russischen Angriffen auf die Ölpipeline-Infrastruktur kommen wird, haben unsere Experten die Grundlagen für die vollständige Wiederherstellung des Systems und der Anlagen geschaffen." Der ukrainische Präsident sagte, er hoffe, dass die EU in den kommenden Tagen einen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für Kiew freigeben werde, und merkte an, dass alle Hindernisse beseitigt worden seien. Der Kredit wurde von Ungarn aufgrund des Stopps des russischen Öltransits durch die Druschba-Pipeline blockiert.

+++ 16:06 Ukraine meldet Angriffe auf mehrere russische Militärdepots +++

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht eine Reihe russischer Militärdepots attackiert. Nach Angaben des Generalstabs wurden Munitionsdepots in den besetzten Teilen der Oblaste Donezk und Luhansk getroffen, außerdem ein Gefechtsstand nahe Nowopawliwka in der Oblast Saporischschja. Darüber hinaus griffen ukrainische Kräfte Logistikdepots in der russischen Oblast Rostow sowie ein Treibstoffdepot in der besetzten Oblast Cherson an. In der russischen Oblast Brjansk wurden demnach Ansammlungen von Waffen und Militärgerät nahe Klimowo getroffen. Über das Ausmaß der Schäden und russische Verluste würden noch Informationen gesammelt, hieß es.

+++ 15:17 Reichster Mann der Ukraine kauft wohl teuerste Wohnung der Welt +++

Rinat Achmetow, der reichste Mann der Ukraine, hat einem Bloomberg-Bericht zufolge in Monaco eine Luxuswohnung für umgerechnet rund 554 Millionen Dollar (rund 471 Millionen Euro) erworben - und damit möglicherweise den teuersten Immobilienkauf der Geschichte getätigt. Die 21-Zimmer-Wohnung im Neubauquartier Mareterra erstreckt sich über rund 2.500 Quadratmeter und verfügt über einen privaten Pool und Meerblick. Der Kauf wurde 2024 abgeschlossen, der Kaufvertrag aber bereits vor dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 unterzeichnet. Einzelheiten zum Kauf stammen aus den Grundbuchakten des Fürstentums sowie aus einer Reihe von E-Mails und vorläufigen Urkunden, die Bloomberg nach eigenen Angaben einsehen konnte. Achmetows Holding SCM bestätigte die Investition, nannte aber weder Preis noch Details. Der Oligarch, dessen Vermögen auf mehr als sieben Milliarden Dollar geschätzt wird, ist unter anderem im Stahl-, Bergbau- und Energiesektor aktiv.

+++ 14:39 Insider: Moskau will kasachische Öllieferungen nach Deutschland blockieren +++

Russland will Insidern zufolge ab dem 1. Mai den Transit von kasachischem Erdöl über seine Druschba-Pipeline nach Deutschland einstellen. Ein angepasster Exportplan sei bereits an Kasachstan und Deutschland übermittelt worden, sagen drei mit dem Vorgang vertraute Personen aus der Industrie der Nachrichtenagentur Reuters. Das russische Energieministerium reagiert zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagt, er wisse davon nichts. "Wir werden versuchen, das zu prüfen", fügt er hinzu. Kasachstan liefert Öl über den nördlichen Strang der russischen Druschba-Pipeline, der durch Polen verläuft, in die Bundesrepublik. Das kasachische Rohöl versorgt unter anderem die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt, eine der größten Anlagen Deutschlands.

+++ 14:02 Ukraine attackiert russische Öl-Anlage +++

Die Ukraine hat offenbar eine Öl-Anlage in der russischen Region Samara angegriffen. Nach vorläufigen Informationen hätten die Drohnen fünf Tanks mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Kubikmetern Rohöl beschädigt, heißt es ukrainischen Medienberichten zufolge aus dem Inlandsgeheimdienst. Demnach handelt es sich um eine Station, in der schwefelreiches und schwefelarmes Rohöl gemischt werden. Solche Anlagen seien wichtig, um das Öl für den Export aufzubereiten. Der Gouverneur von Samara bestätigt lediglich einen Angriff auf eine Industrieanlage. Opfer habe es nicht gegeben.

+++ 13:34 Russland verkündet Geländegewinne, die von Analyse stark abweichen +++

Russische Truppen haben nach Angaben von Generalstabschef Waleri Gerassimow in diesem Jahr bislang 1700 Quadratkilometer ukrainisches Gebiet eingenommen. Die Streitkräfte rückten in alle Richtungen vor, sagt der General im Staatsfernsehen. Das unterscheidet sich deutlich von einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP von Anfang April. Dafür waren Daten des US-Institute for the Study of War (ISW) ausgewertet worden. Die russische Armee erlangte den Daten zufolge im Januar Zugewinne von 319 Quadratkilometern, im Februar von 123 Quadratkilometern und im März von 23 Quadratkilometern – also 465 Quadratkilometer in den ersten drei Monaten.

+++ 13:03 Deutschland will stärker gegen russische Schattenflotte vorgehen +++

Deutschland will sein Vorgehen gegen die russische Schattenflotte verschärfen. Dies habe der Nationale Sicherheitsrat bei einem Treffen am Montagabend beschlossen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Teilnehmerkreisen. Details wurden dabei nicht genannt. Andere EU-Länder gehen aber schon länger druckvoller gegen Schiffe vor, die für Russland unter Umgehung von Sanktionen Öl transportieren. Zum Beispiel hat Frankreich in den vergangenen Monaten drei solcher Schiffe vorübergehend festgesetzt.

+++ 12:23 Selbst in russischen Umfragen "sinkt Putins Beliebtheit" +++

Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs gegen die Ukraine machen sich in Russland zunehmend bemerkbar. "Alles wird teurer, die Löhne ziehen nicht mit", berichtet ntv-Korrespondent Rainer Munz. Frustriert seien dabei nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Rüstungsunternehmen und pro-russische Kriegsblogger.

+++ 11:52 Todesschütze von Kiew ließ Audioaufnahmen mitlaufen – Ermittler berichten von Streit vor Schüssen +++

Die ukrainischen Ermittler haben auf dem Handy des Todesschützen von Kiew umfassende Audioaufnahmen vom Tag der Tat gefunden. Laut Innenminister Ihor Klymenko nahm der Mann seine Handlungen über die Diktiergerätfunktion auf. "Alles begann mit einem Streit im privaten Umfeld", sagt Klymenko ukrainischen Medien zufolge. So habe der Mann Konflikte mit einem Nachbarn gehabt. Das gehe aus den Aufnahmen hervor, auf denen der Mann ständig etwas vor sich hingemurmelt habe. Er habe seine Wohnung angezündet, dann auf der Straße auf Menschen geschossen und Geiseln genommen. Der Minister äußert zudem die Vermutung, dass der Mann die Taten womöglich nicht geplant habe, sondern ausgerastet sei. Bisher wird in alle Richtungen ermittelt. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko stieg die Zahl der Todesopfer am Montag auf sieben. Mindestens 13 weitere Menschen wurden verletzt. Der Schütze wurde am Samstag von Spezialkräften der Polizei erschossen.

+++ 11:04 Schwedens Geheimdienst: Russland schönt seine Wirtschaftsdaten +++

Der schwedische Militärgeheimdienst (Must) geht davon aus, dass Russland seine wirtschaftlichen Daten "manipuliert, um widerstandsfähiger zu erscheinen". Wahrscheinlich habe Russland mit einer "höheren Inflation und einem größeren Haushaltsdefizit" zu kämpfen, als es nach außen hin darstelle. "Trotz der jüngsten Phase hoher Ölpreise, die Russland höhere Einnahmen beschert hat, wäre ein Preis von über 100 Dollar pro Barrel über ein ganzes Jahr hinweg erforderlich, um das russische Haushaltsdefizit auszugleichen", erklärt der Must.

+++ 10:29 Kallas rechnet in Kürze mit Freigabe von EU-Milliardenkredit +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rechnet nach eigenen Worten bis Mittwoch mit "positiven Entscheidungen" über einen Kredit für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro. "Die Ukraine braucht diesen Kredit wirklich, und er ist auch ein Zeichen dafür, dass Russland nicht länger durchhalten kann als die Ukraine", sagt Kallas vor einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg.

+++ 10:09 Ukrainische Drohnen soll russische Bahnanlagen attackiert haben +++

Das ukrainische Militär hat letzte Nacht anscheinend erneut Ziele in der südrussischen Region Rostow angegriffen. Laut dem ukrainischen Telegram-Kanal Astra berichteten Anwohner von Nowotscherkassk und weiteren Städte von Explosionen. Es sollen Bahnanlagen bei Persianovsky in der Nähe einer Militäreinheit attackiert worden sein. Rostows Gouverneur bestätigt vorübergehende Unterbrechungen im Bahnverkehr in der Region. Bei Telegram spricht er von massiven ukrainischen Luftangriffen, bei denen über vier Dutzend Drohnen zerstört worden seien. Opfer habe es nicht gegeben, jedoch Schäden an Häusern durch Trümmerteile von Drohnen.

+++ 09:27 Ukraine wehrt nächtliche Angriffe teilweise ab +++

Die Ukraine ist ihrem Militär zufolge in der vergangenen Nacht von 143 russischen Drohnen und zwei Raketen angegriffen worden. Davon habe man 116 Drohnen und eine Rakete abwehren können, schreibt das Luftwaffenkommando in sozialen Medien. Landesweit wurden den Behörden zufolge mindestens 25 Menschen verletzt. Derweil teil das russische Verteidigungsministerium mit, die Armee habe in der vergangenen naht 97 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet, sowie über dem Schwarzen Meer zerstört. Zu möglichen Einschlägen wird aus Moskau nichts mitgeteilt. Die Angaben sind nicht überprüfbar.

+++ 09:02 Sumy meldet 15 Verletzte nach Angriff auf Wohngebiet +++

Die ukrainische Stadt Sumy ist in der Nacht zum Ziel neuer russischer Angriffe geworden: Der Gouverneur der Region spricht von mindestens 15 Verletzten, darunter vor allem ältere Menschen, sowie drei Jugendliche. Laut dem Bürgermeister gab es mindestens fünf Treffer in einem Wohngebiet, wo Fensterscheiben von Häusern zerbrachen und Autos in Brand gerieten. Außerdem sei das Dach einer Gesundheitseinrichtung getroffen worden.

+++ 08:29 Bericht: Russische Zentralbank verringert Goldreserve leicht +++

Die russische Zentralbank hat einem Bericht der "Moscow Times" zufolge seine Goldreserven durch Verkäufe leicht verringert, um das Haushaltsdefizit zu finanzieren. Am Montag habe die Zentralbank mitgeteilt, seit Anfang des Jahres 21.772 Tonnen Gold verkauft zu haben. Demnach sanken die Goldreserven Russlands zum 1. April um 0,7 Millionen Feinunzen auf 74,1 Millionen Feinunzen. "Derzeit verkaufen zahlreiche Zentralbanken weiterhin Gold, weil sie Ausgaben decken müssen, darunter Verteidigungskosten, und weil aufgrund steigender Energiepreise und zur Stützung der nationalen Währungskurse Gelder benötigt werden", wird Finam-Analyst Nikolai Dudchenko zitiert.

+++ 07:51 Reisner zum Kampf der Roboter: "50 Kilometer breite Killzone" zieht sich durch Ukraine +++

Zehntausende Drohnen machen Bewegung an der Front in der Ukraine nahezu unmöglich. Oberst Markus Reisner spricht von einer "Killzone", in der selbst Verteidigung kaum möglich ist. Unbemannte Systeme beider Seiten kämpfen inzwischen gegeneinander - ohne Soldaten lasse sich Gelände dennoch nicht halten.

+++ 06:34 Tote und Verletzte bei Angriffen in Dnipropetrowsk +++

In der ukrainischen Region Dnipropetrowsk gibt es weitere zivile Opfer. Drei Menschen seien am Montag gestorben, nachdem das russische Militär mehrere Ortschaften im Bezirk Nikopol attackiert habe, schreibt der Gouverneur. Neun weitere Menschen seien verletzt worden. Es ist von fast 70 Angriffen mit Artillerie, Drohnen und Bomben in der Region die Rede.

+++ 06:57 Ukrainer hacken russisches Meeting und hören heikle Details +++

In einer Videokonferenz werden Beamte aus Moskau von ukrainischen Hackern überrascht und persönlich beleidigt. Die Eindringlinge filmen den Vorfall und veröffentlichen die Aufnahmen. Diese offenbaren auch heikle Details über die russische Rüstungsindustrie. Unabhängig überprüfen lässt sich das Video aber nicht.

+++ 06:22 Berichte: Ukraine peilt Öffnung von Druschba-Pipeline noch im Laufe des Tages an +++

Die Ukraine scheint kurz davor zu stehen, den Betrieb der Druschba-Pipeline wiederaufzunehmen. Im Laufe des Tages seien technische Tests an der Pipeline geplant, die Öl von Russland nach Ungarn und in die Slowakei transportiert, melden der polnische Sender TVP World und das US-Medienunternehmen Bloomberg unter Berufung auf zwei europäische Offizielle, beziehungsweise auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Ukraine erwarte, dass der Betrieb anschließend - noch im Laufe des Tages - wiederaufgenommen werden könne. Auch die ukrainische Armee teilt dies auf ihrer Telegram-Seite mit. Der Schritt solle den Weg für die Freigabe eines 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU für die Ukraine ebnen. Bisher hat Ungarn unter dem inzwischen abgewählten Regierungschef Viktor Orban die Freigabe blockiert. Orban warf Kiew vor, die Wiederaufnahme aus politischen Gründen zu blockieren. Die Regierung in Kiew wies das zurück und erklärte, die Pipeline müsse nach russischen Luftangriffen im Januar repariert werden.

+++ 04:00 London: Russland ist der Aggressor +++

Das Vereinigte Königreich erklärt vor dem UN-Sicherheitsrat, Russland sei der Aggressor und "derjenige, der die Lage deeskalieren und einen sinnvollen Dialog führen muss", während London erneut einen vollständigen, sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand in der Ukraine forderte. Botschafter James Kariuki sagt, der Sicherheitsrat sei zusammengetreten, weil Russland "weiterhin gegen die Charta verstößt, zu deren Einhaltung es verpflichtet ist", und bezeichnet Moskaus Invasion in der Ukraine als "einen vorsätzlichen Akt der Aggression, der darauf abzielt, die Identität eines anderen Staates auszulöschen".

+++ 01:48 Selenskyj wirft US-Vermittlern Respektlosigkeit vor +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft den US-Vermittlern Steve Witkoff und Jared Kushner fehlenden Respekt vor der Ukraine vor. "Es ist respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen", sagt der Staatschef in einem Interview für das staatliche Nachrichtenprogramm. Er verstehe zwar die Schwierigkeiten bei der Anreise in das Kriegsland, doch würden auch andere nach Kiew reisen. Mit Blick auf einen solchen Besuch vor Ort sagt Selenskyj: "Das brauchen nicht wir, sondern sie." Zugleich hob er hervor, dass für ihn das Resultat und nicht der Ort der Gespräche entscheidend sei. 

+++ 00:15 Ukraine will binnen eines Jahres eigenes Raketenabwehrsystem entwickeln +++

Die Ukraine will innerhalb eines Jahres ein eigenes Raketenabwehrsystem entwickeln – mit Hilfe europäischer Partner und unabhängig vom US-amerikanischen Patriot. Das kündigt Präsident Wolodymyr Selenskyj im ukrainischen Fernsehen an. Gespräche mit mehreren Partnerländern liefen bereits, konkrete Details nennt er jedoch nicht. Die Patriot-Bestände der Ukraine sind nach Angaben des "Kyiv Independent" auf ein kritisches Minimum gesunken - auch weil der Iran-Krieg die weltweite Nachfrage nach Abfangraketen in die Höhe treibt. Das Patriot-System ist derzeit die einzige Waffe im ukrainischen Arsenal, das russische Raketen wie die Iskander-M oder die Kinschal abfangen kann.

+++ 23:19 Russland gibt Millionen für Drohnen an Schulen und Kitas aus +++

Russische Bildungseinrichtungen haben seit Beginn des Ukraine-Krieges insgesamt mehr als 16 Milliarden Rubel (rund 181 Millionen Euro) für Drohnen zu "Bildungszwecken" ausgegeben - das ergab eine Recherche von Nowaja Gaseta Europe. Vor dem Krieg lag der Jahreswert noch bei rund 350 Millionen Rubel (rund 4 Millionen Euro). Demnach kaufen inzwischen selbst Kindergärten Drohnen. Einer der Hauptlieferanten ist der Zeitung zufolge das St. Petersburger Unternehmen Geoscan - das einer Stiftung nahesteht, die von Jekaterina Tichonowa geleitet wird, der Tochter von Kremlchef Wladimir Putin. Die Zahlen gelten als weiterer Beleg für Russlands systematische Militarisierung der Gesellschaft - mit gezieltem Fokus auf Kinder und Jugendliche.

+++ 22:14 Selenskyj: Trump als Sicherheitsgarantie gilt zweieinhalb Jahre - "und was dann?" +++

Ein Abzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass - wie von Russland gefordert - käme einem strategischen Niederlage gleich. Das sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit dem ukrainischen Medium "Fakty". Die Ukraine halte nicht nur Teile der Oblast Donezk, sondern auch der Oblast Luhansk - und habe dort aufwendige Befestigungsanlagen errichtet, die im Falle eines Rückzugs verloren wären. Zudem leben nach Selenskyjs Angaben rund 200.000 Menschen in den kontrollierten Gebieten. Ein Rückzug würde die Moral der Armee schwächen und sei angesichts der dort gefallenen Soldaten nicht zu rechtfertigen. Vor allem aber zweifelt Selenskyj an langfristigen Sicherheitsgarantien: "Was hält Russland davon ab, nach einer gewissen Zeit wieder anzugreifen? Präsident Trump - zweieinhalb Jahre. Und was dann?" Ohne physische Präsenz von Partnern an der Frontlinie seien Garantien für ihn nicht nachvollziehbar.

+++ 21:12 Fico darf nicht über Baltikum zu Putins Parade reisen - und versucht über Polen +++

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bietet Polen um die Überflugerlaubnis für seine geplante Reise zur Moskauer Militärparade am 9. Mai. Das polnische Außenministerium bestätigt den Eingang des Antrags - er werde derzeit geprüft. Zuvor hatten Litauen, Lettland und Estland die Durchquerung ihres Luftraums verweigert - wie bereits im vergangenen Jahr. Damals wich Ficos Maschine auf eine Südroute über Ungarn, Rumänien, das Schwarze Meer und Georgien aus. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha dankte den baltischen Staaten ausdrücklich für ihre Entscheidung.

+++ 20:22 Zwei Rentnerinnen bei russischem Angriff auf Nikopol getötet +++

Bei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainischen Städte Nikopol und Charkiw sind mindestens zwei Frauen ums Leben gekommen. In Nikopol wurden nach Behördenangaben eine 77-Jährige und eine 83-Jährige getötet, sieben weitere Menschen verletzt. Mehrere Wohnhäuser und Autos wurden beschädigt. Im Gebiet Charkiw traf eine Drohne eine Tankstelle in Bohoduchiw – drei Männer wurden verletzt, ein Feuer brach aus. In der Stadt Charkiw selbst wurden bei Angriffen mindestens drei Menschen verletzt. Auch in Pryluky im Gebiet Tschernihiw schlug eine Drohne ein und setzte die dortige Polizeistation in Brand.

+++ 19:44 EU will 90-Milliarden-Kredit für Ukraine freigeben - Ungarn gibt offenbar nach +++

Die EU-Botschafter sollen am Mittwoch die Auszahlung des im Dezember beschlossenen 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine auf den Weg bringen. Dass der Punkt auf die Tagesordnung gesetzt wurde, deutet darauf hin, dass Ungarn seine monatelange Blockade aufgibt. Budapest hatte die notwendige Haushaltsanpassung bisher im Streit um russische Öllieferungen über die Druschba-Pipeline verweigert. Nach der Abwahl von Regierungschef Viktor Orban bei der Parlamentswahl am 12. April scheint der Widerstand nun zu bröckeln.

+++ 19:17 Pistorius: Deutschland muss mehr für Europas Sicherheit tun +++

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sieht Deutschland in der Pflicht, deutlich mehr für die europäische Sicherheit zu tun. "Aufgrund unserer Größe, unserer Wirtschaftskraft, unserer geostrategischen Rolle steht Deutschland in der Verantwortung, deutlich mehr zu tun als bisher - und natürlich nicht nur für unsere eigene Sicherheit, sondern für die Sicherheit Europas insgesamt", sagte er auf der Hannover Messe. Wirtschaftliche Stärke und Sicherheit seien untrennbar miteinander verbunden, betonte Pistorius. "Ohne Sicherheit keine prosperierende Wirtschaft, ohne wirtschaftliche Stärke keine Sicherheit." Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor mehr als vier Jahren sei Sicherheit in Deutschland kein Randthema mehr. "Die Wirtschaft spürt geopolitische Bedrohungen und Risiken unmittelbar. Das macht der Krieg im Iran und der aktuelle Konflikt in der Straße von Hormus allzu deutlich."

+++ 18:47 Video zeigt ukrainischen Angriff auf Militärschiffe vor Krim +++

Die Ukraine meldet einen Angriff auf zwei russische Landungsschiffe vor der Krim. Ziel der Attacke sollen militärische Einrichtungen der Schwarzmeerflotte gewesen sein. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben bislang nicht.

+++ 18:16 Europol identifiziert bei Ermittlungs-Hackathon 45 verschleppte ukrainische Kinder +++

Bei einem zweitägigen Ermittlungs-Hackathon in Den Haag haben 40 Experten aus 18 Ländern Hinweise zu 45 Kindern gesammelt, die Russland aus besetzten ukrainischen Gebieten verschleppt hat. Die Ermittler dokumentierten mögliche Transportrouten, beteiligte Personen sowie Lager, in die Kinder gebracht wurden. Besonders alarmierend: Einige der Kinder sollen inzwischen russischen Militäreinheiten zugeordnet sein. Die Ukraine geht davon aus, dass seit 2022 mehr als 19.500 Kinder gewaltsam deportiert wurden - ein mögliches Kriegsverbrechen, zu dem der IStGH bereits ermittelt.

+++ 17:35 Russen dringen durch stillgelegte Pipeline vor - dann schlagen Kamikaze-Drohnen zu +++

Das ukrainische Militär hat laut eigenen Angaben einen russischen Vorstoß durch eine stillgelegte Gaspipeline in der Grenzregion Sumy abgewehrt. Wie die 71. Luftlandebrigade auf Telegram mitteilte, konnte der Angriff, der auch den Einsatz von Quads und Motorrädern umfasste, rechtzeitig entdeckt und gestoppt werden. Demnach belaufen sich die russischen Verluste auf 35 Tote und 17 Verwundete sowie drei zerstörte Motorräder und vier zerstörte Quads. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Über mögliche ukrainische Verluste ist nichts bekannt. Ein Video, das die Brigade in sozialen Netzwerken veröffentlichte, zeigt rund ein Dutzend russische Soldaten auf einem offenen Feld, die von Kamikazedrohnen attackiert werden.

+++ 17:07 Rheinmetall beginnt mit Serienproduktion von Drohnenbooten +++

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat im Hamburger Hafen mit der Serienproduktion von unbemannten Überwasserfahrzeugen begonnen. Zunächst sollen jährlich rund 200 Drohnenboote auf der Werft Blohm+Voss gefertigt werden, teilt Rheinmetall mit. Die Produktion könne auf bis zu 1.000 Einheiten jährlich gesteigert werden. Drohnenboote werden immer wieder erfolgreich von der Ukraine bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges eingesetzt. Rheinmetall stellt das Überwasserfahrzeug gemeinsam mit dem britischen Hersteller Kraken Technology Group her. Das Boot K3 Scout ist je nach Ausstattung militärisch oder zivil einsetzbar. Es wird ferngesteuert und soll in Zukunft auch autonom fahren können.

+++ 16:28 Deutschland bestellt russischen Botschafter ein +++

Das Auswärtige Amt bestellt den russischen Botschafter in Berlin unter Verweis auf "direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland" ein. Diese seien "ein Versuch, unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und unsere Geschlossenheit zu testen", erklärt das Außenamt auf X. Deutschland lasse sich "nicht einschüchtern", derartige Drohungen "und alle Arten von Spionageaktivitäten in Deutschland seien "vollkommen inakzeptabel".

+++ 16:12 Russland zeigt Festnahmen von Deutscher und weiterem Verdächtigen +++

In Russland wird eine Frau mit deutschem Pass festgenommen - laut Geheimdienst soll sie einen Anschlag geplant haben. Ein Video zeigt die Festnahme, doch die Darstellung wirft Fragen auf. Beobachter halten eine Propaganda-Aktion für möglich.

+++ 15:36 Lehrer in Russland lesen Hitler-Rede vor +++

Im russischen Gebiet Tscheljabinsk sind Lehrer offenbar darauf hereingefallen, eine abgeänderte Hitler-Rede vorzutragen. Der belarussische Aktionskünstler Wladislaw Bochan verschickte Briefe an Schulen - angeblich im Namen der Kremlpartei Einiges Russland - mit der Bitte, einen Text für eine "patriotische Aktion" aufzunehmen und an russische Soldaten zu richten. Bei dem Text handelte es sich um Adolf Hitlers Rede vom 1. September 1939, mit der er den Überfall auf Polen begründete. Bochan ersetzte lediglich einzelne Begriffe: "Danzig" wurde zu "Donbass", "Reich" zu "Russland". Acht von zwölf Schulen nahmen Videos auf, in denen Lehrer den Text verlasen. Bochan ist für ähnliche Aktionen bekannt, bei einer davon posierten die Lehrer mit Aluhüte, um ihre "Bereitschaft zum Schutz vor Nato-Satellitenstrahlung zu demonstrieren"; bei einer anderen räumten sie Schulhöfe auf - unter dem Motto "Arbeit macht frei".  

Die Aktionen sind Teil eines Langzeitprojekts, das 14 Merkmale des Faschismus nach der Definition des italienischen Philosophen Umberto Eco behandelt. "Ich habe keinen Zweifel, dass in Russland ein Para-Faschismus herrscht", sagte der Künstle Anfang April im Gespräch mit ntv.de. "Sie bekennen sich nicht dazu, aber de facto praktizieren sie ihn. Ich möchte das zeigen."

+++ 14:58 Auswärtiges Amt: Medienberichte zur Festnahme einer Deutschen "zur Kenntnis genommen" +++

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagt zur Festnahme einer Deutschen in Russland, "dass wir Medienberichte dazu zur Kenntnis genommen haben". "Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zum Schutz der Persönlichkeitsrechte grundsätzlich nicht zu Einzelfällen äußern können", heißt es zudem aus dem Auswärtigen Amt. Inhaftierte mit deutscher Staatsangehörigkeit können konsularische Betreuung in Anspruch nehmen.

+++ 14:33 Kreml freut sich über Radews Wahlsieg in Bulgarien +++

Nach dem Sieg des EU-kritischen Ex-Präsidenten Rumen Radew bei der Parlamentswahl in Bulgarien begrüßt Moskau dessen Aufruf zu einem Dialog mit Russland. "Natürlich gefallen uns die Äußerungen von Herrn Radew und einigen anderen europäischen Staatenlenkern bezüglich ihrer Bereitschaft, Probleme durch Dialog zu lösen", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Radews Mitte-links-Bündnis hat nach Angaben der bulgarischen Wahlkommission die Parlamentswahl in dem südosteuropäischen EU- und Nato-Staat gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmen konnte Radews Bündnis Progressives Bulgarien demnach am Montag einen deutlichen Sieg für sich verbuchen. Der 62-Jährige hatte im Wahlkampf eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Moskau gefordert und sieht Sofia dabei als "ein sehr wichtiges Bindeglied".

+++ 13:58 "Gibt offensichtlich nicht genug Flugabwehr in Russland" +++

Innerhalb kurzer Zeit gelingt es den ukrainischen Streitkräften, den russischen Hafen Tuapse zweimal empfindlich zu treffen. Nicht nur russische Pro-Kriegsblogger sind davon überrascht. ntv-Russlandkorrespondent Rainer Munz fasst die Reaktionen zusammen. 

+++ 13:31 Finanzgericht: Verluste aus russischen Staatsanleihen steuerlich nicht anerkannt +++

Durch Sanktionen verursachte Verluste aus russischen Staatsanleihen und Aktien können in Deutschland bei der Einkommensteuer nicht berücksichtigt werden. Das entscheidet das sächsische Finanzgericht in Leipzig im Fall mehrerer Kläger. Diese legten gegen das Urteil bereits Revision zum Bundesfinanzhof ein. Die Kläger hatten in russische Staatsanleihen und sogenannte Hinterlegungsscheine investiert, die das Eigentum an russischen Aktien garantieren. Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und die daraufhin gegen Russland verhängten Sanktionen sind weder die Staatsanleihen noch die Hinterlegungsscheine handelbar und werden von der depotführenden Bank der Kläger gar nicht oder mit null bewertet. Auch erhalten sie keine Dividenden ausbezahlt. Die Kläger wollten daher eine steuerliche Anerkennung ihrer Verluste.

+++ 13:05 Himars-Munitionslieferung für Estland aufgehalten +++

Die Verzögerung bei den US-Rüstungslieferungen betrifft vor allem Estlands Munition für das Himars-Mehrfachraketenwerfersystem, von der ein Teil eigentlich bereits in diesem Jahr hätte eintreffen sollen. Dies berichtet der öffentlich-rechtliche Rundfunk von Estland ERR News. Die USA haben seit dem Iran-Krieg ihre Waffenvorräte erheblich reduziert, Lieferungen von Waffen, die von europäischen Ländern gekauft wurden, wurden verschoben. "Was wir wissen, ist, dass die Munitionslieferungen ausgesetzt wurden, und wir werden versuchen, so viele Informationen wie möglich zu sammeln und herauszufinden, ob dies alle Verbündeten betrifft und für alle von ihnen gelten wird, oder ob beispielsweise Ausnahmen gemacht werden", sagt Verteidigungsminister Hanno Pevkur.

+++ 12:28 Berater des ukrainischen Verteidigungsministers verletzt +++

Bei dem Angriff einer russischen Shahed-Drohne wird der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, verletzt.  "Heute Nacht haben die Russen versucht, mich zu töten. Sie haben vier "Shahed"-Raketen auf mich abgefeuert", schreibt Sergej Besrestnow, auf Facebook über einem Bild von sich in einem Krankenhausbett. Eine der Drohnen habe ihr Ziel erreicht und sei in sein Haus eingeschlagen. "Mein Haus gibt es nicht mehr. Ich wurde getroffen, aber das Wichtigste ist: Ich bin wie durch ein Wunder am Leben. Ich war mental auf einen solchen Verlauf der Ereignisse vorbereitet, und das wird mich nicht aufhalten." Der 51-jährige Beskrestnow ist Spezialist für militärische Funktechnologien. Seit Kriegsbeginn ist er an der Front in den Bereichen Funk, elektronische Kriegsführung und Aufklärung aktiv und damit auch für den Drohnenkampf. Im Januar 2026 wurde er von Verteidigungsminister Fedorow zu dessen Berater auf dem Gebiet ernannt.

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