Wirtschaft

Bis zu 1000 pro JahrRheinmetall startet Produktion von Drohnenbooten

20.04.2026, 17:40 Uhr
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Die Kraken-Drohne K3 Scout bei einer Vorführung. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Ukraine setzt Drohnenboote bereits erfolgreich bei ihrem Kampf gegen Russland ein. Auch der deutsche Rüstungsgigant Rheinmetall will sich auf dem Feld breiter aufstellen. Ein eigenes Modell geht nun in die Serienproduktion.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat im Hamburger Hafen mit der Serienproduktion von unbemannten Überwasserfahrzeugen begonnen. Zunächst sollen jährlich rund 200 Drohnenboote auf der Werft Blohm+Voss gefertigt werden, teilte Rheinmetall mit. Die Produktion könne auf bis zu 1000 Einheiten jährlich gesteigert werden.

Drohnenboote werden immer wieder erfolgreich von der Ukraine bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges eingesetzt. Rheinmetall stellt das Überwasserfahrzeug gemeinsam mit dem britischen Hersteller Kraken Technology Group her. Zur Produktion des Boots wurde das Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall Kraken GmbH gegründet.

Das Boot K3 Scout ist je nach Ausstattung militärisch oder zivil einsetzbar. Es wird ferngesteuert und soll in Zukunft auch autonom fahren können. Die Unternehmen hatten das Überwasserfahrzeug im März auf der Werft Blohm+Voss vorgestellt. Der Leiter der Rheinmetall-Division Naval Systems, Tim Wagner, sagte damals, dass es bereits Aufträge von Nato-Ländern gebe.

Rheinmetall übernahm Werft

Der Düsseldorfer Dax-Konzern Rheinmetall hatte Anfang März die Übernahme des Marineunternehmens NVL abgeschlossen, zu dem die Werft Blohm+Voss gehörte. Verkäufer war die Bremer Werftengruppe Lürssen.

In der vergangenen Woche hatte der Rüstungskonzern erst eine Ausweitung seiner Geschäftstätigkeit verkündet. Das Düsseldorfer Unternehmen will zukünftig auch ballistische Raketen herstellen und gründet dafür ein Joint Venture mit dem Raketenbauer Destinus. "Dieses wird fortschrittliche Raketensysteme herstellen, vermarkten und liefern. Dazu gehören Marschflugkörper und ballistische Raketenartillerie", erklärte Rheinmetall.

Ziel der beiden Partner ist es, das Unternehmen Rheinmetall Destinus Strike Systems in der zweiten Jahreshälfte 2026 zu gründen. Hergestellt werden soll auch der Marschflugkörper Ruta, den die Ukraine bereits gegen russische Ziele einsetzt, nachdem weitere Lieferungen aus den USA mehrfach unsicher waren.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

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