Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 00:08 Selenskyj: Hatte "gutes Gespräch" mit Vance +++
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat nach eigenen Aussagen ein "gutes Telefongespräch" mit US-Vizepräsident JD Vance geführt. Man habe über das jüngste Treffen von Selenskyj mit Präsident Trump gesprochen. Darin ging es unter anderem um die ukrainische Luftverteidigung und die Lizenz zum Bau von Patriot-Abfangraketen. Außerdem sei es um die Folgen des Krieges für die globalen Märkte gegangen, schreibt Selenskyj auf X. Vance, der bislang nicht als Freund der Ukraine galt, hat sich bislang nicht zu dem Telefonat geäußert.
+++ 22:00 Erneut Demonstration für Ex-Verteidigungsminister Fedorow +++
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind erneut tausende Menschen für die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow auf die Straße gegangen. Die Demonstranten zogen am Freitagabend durch die Innenstadt, riefen Fedorows Namen und skandierten "Holt ihn zurück!", wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.
"Wir wollen, dass ein fähiger Manager zurückkehrt", sagte die 38-jährige Iryna Tkatschuk. Sie hielt ein Schild mit der Aufschrift "Ist die alte Dame taub?" in die Höhe - eine bissige Anspielung auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Wir hatten schon Proteste, die länger als einen Monat gedauert haben - wir können das also schaffen", sagte sie.
Fedorow war kürzlich im Zuge einer Regierungsumbildung Selenskyjs nach nur sechs Monaten im Amt abgelöst worden. Für viele Ukrainer verkörperte er die Modernisierung einer von Bürokratie und Korruptionsvorwürfen belasteten Armee und stand für die Ausweitung der Drohnenangriffe auf Ziele in Russland. Fedorow hat erklärt, in sein Amt zurückkehren zu wollen.
+++ 21:25 Neuer Chef der Raiffeisen Bank International forciert Russland-Ausstieg +++
Der neue Chef der Raiffeisen Bank International (RBI), Michael Höllerer, will das österreichische Geldhaus auf mehr Wachstum und eine höhere Rendite trimmen. Die Altlasten lägen hinter der Bank, die Kapitalbasis sei stark und die Bilanz gesund, sagt Höllerer in einer Telefonkonferenz mit Analysten.
Ein besonderer Fokus liegt weiterhin auf dem international stark beachteten Rückzug aus Russland. Als größte westliche Bank in dem Land prüft die RBI seit Kriegsbeginn einen Ausstieg. Ein Abbau des Geschäfts bleibe das Basisszenario, so Höllerer. Das Kreditvolumen sei seit Beginn des Krieges um 80 Prozent geschrumpft, die Einlagen um 40 Prozent. Zugleich betont der RBI-Chef, dass die Bank an einem Verkauf der russischen Tochter festhalte, auch wenn es schwierig sei, die nötigen Genehmigungen zu erhalten. "Wir müssen es weiter versuchen, und wir werden uns noch mehr anstrengen". Er habe sein Team angewiesen, die Bemühungen in diesem Bereich zu verdoppeln. Ein Ausstieg bleibe ein zentraler Bestandteil der künftigen Strategie.
+++ 20:52 Sanktionierter Tanker mit russischem Öl leckt vor Küste des Oman +++
Vor der Küste des Oman verliert ein sanktionierter Tanker Öl und schürt damit Sorgen über eine Umweltkatastrophe. Die "Caroline Bezengi" hatte vor ihrer jüngsten Fahrt im Schwarzmeerhafen Noworossijsk russisches Öl geladen, wie aus Positionsdaten hevorgeht. Satellitenbilder von Ende Juli zeigen einen dunklen Ölteppich in der Nähe des Schiffes, der sich in den vergangenen Tagen ausgebreitet hat. Ein Experte der niederländischen Organisation Pax sagt nach der Auswertung der Bilder, mindestens eine der Hüllen des Rohöltankers scheine gebrochen zu sein. Die Monsunzeit in der Region, die normalerweise im Juli und August ihren Höhepunkt erreicht, könnte das Rohöl rasch verteilen. Das Leck befindet sich in der Nähe eines geschützten Meeresgebiets.
Der Tanker hatte am 8. Juni vor der jemenitischen Küste erstmals Schwierigkeiten gemeldet. Zwei Insidern aus der maritimen Sicherheitsbranche zufolge gab es eine Explosion an Bord. Die Ursache ist unklar. Das Schiff wurde wegen des mutmaßlichen Transports von russischem Treibstoff von der EU und Großbritannien sanktioniert. Es wird der sogenannten Schattenflotte zugerechnet, mit der Russland versucht, westliche Sanktionen gegen seine Ölexporte zu umgehen.
+++ 20:01 Trump verhalten zu Patriot-Lizenzen für Ukraine +++
US-Präsident Donald Trump hat sich zurückhaltend zu einer möglichen Vergabe von Lizenzen an die Ukraine zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen geäußert. "Wir haben dem nicht zugestimmt. Wir sprechen darüber", sagt der Präsident in einer Kabinettsitzung auf eine entsprechende Journalistenfrage. Man müsse besonnen und vorsichtig vorgehen. Es sei eine schwierige Entscheidung, eine solche Technologie aus der Hand zu geben. Anfang Juli hatte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara der Ukraine die Vergabe einer Lizenz in Aussicht gestellt. In dieser Woche hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dann nach einem weiteren Gespräch mit Trump im Weißen Haus in Washington im Interview mit dem Fox-News-Moderator Sean Hannity gesagt: "Er hat zugesagt, uns die Lizenzen zu erteilen."
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